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ZOOLOQ1SCHES
WORTERBUCH
Erklarung der zoologischen Fachausdrucke.
Zum Gebrauch beim Studium zoologischer, entwick-
lungsgeschichtlicher und naturphilosophischer Werke
verfaBt von
Dr. E. Bresslau, Privatdozent in StraBburg i. E., Professor Dr. J. Eichler
in Stuttgart, Professor Dr. E. Fraas in Stuttgart, Professor Dr. K. Lampert
in Stuttgart, Dr. Heinrich Schmidt in Jena und Professor Dr. H. E. Ziegler
in Jena,
herausgegeben von
Prof. Dr. H. E. Ziegler
in Jena.
Erste Lieferung.
A-F.
Mit 1Q6 Abbildungen im Text.
Verlag von Gustav Fischer in Jena.
1907.
Alle Rechte vorbehalten.
Dem flndenken an
Friedricb fllfted Krupp
gewidmet.
Vorrede.
Zweck und Entstehung des Worterbuches.
Viele Leser zoologischer Biicher haben \vohl die Schwierigkeiten
unangenehm empfunden, welche durch unbekannte Fachausdriicke ent-
stehen. Die Zahl der Termini technici ist in der Zoologie ziemlich
groB, und ihre Kenntnis zum vollen Verstandnis zoologischer Werke
unerlaBlich. Es besteht daher schon lange ein Bediirfnis nach einem
nicht allzu umfangreichen und nicht allzu kostspieligen Worterbuch, in
welchem die zoologischen Fachausdriicke in einer moglichst kurzen und
moglichst treffenden Weise erklart sind. Dainit ist der Zweck und die
Aufgabe des vorliegenden Buches bezeichnet.
Dieses Worterbuch hat erne eigenartige Entstehungsgeschichte.
Angefangen wurde es von einem Freunde der Zoologie, der trotz der
groBen Berufsarbeit, welche die Lei tun g des bedeutendsten industriellen
Unternehmens in Deutschland mit sich brachte, sich auch zoologischen
Studien widmete und zu seinem eigenen Gebrauch ein Verzeichnis
zoologischer Fachausdriicke mit beigefiigter Erklarung anlegte. Dieser
Freund der Wissenschaft war der Wirkl. Geh.-Rat Friedrich
Alfred Krupp in Essen a. d. Ruhr, welcher ja auch in anderer Weise,
insbesondere durch seine erfolgreichen Tiefseeforschungen*), sich um
die Zoologie verdient gemacht hat. Herr F. A. Krupp beauftragte
vor acht Jahren Herrn Ernst Bresslau (damals Kandidat der Zoo-
logie, jetzt Privatdozent in StraBburg) ein derartiges Worterbuch in An-
lehnung an die gebrauchlichen Lehrbiicher zu seinem Privatgebrauche
zu verfassen. Diese Bearbeitung wurde im Jahre 1901 gedruckt, war
aber nicht fur den Buchhandel bestimmt. Der Entwurf wurde dann
*) Die von F. A. Krupp gemachten Funde wurden von Dr. Sal vat ore Lo Bianco
hearbeitet und sind in folgenden Schriften beschrieben:
Lo Bianco, Le pesche pelagiche eseguite dal Maja nel anno 1901 nella vicinance di
Capri. Mitteilungen der Zoolog. Station zu Neapel, Bd. XV, 1901.
Ders., Le pesche abissali eseguite da F. A. Krupp col Yacht Puritan nelle adiacente
di Capri ed in altre localita del Mediterraneo. Mitteilungen der Zoolog. Station zu Neapel,
Bd. XVI, 1903.
Die erstgenannte Schrift erschien auch in einer (von Dr. Heinrich Schmidt besorgten)
deutschen Ausgabe unter dem Titel: ,,Pelagische Tiefseefischerei der ,,Maja" in der Umgebung
von Capri". Jena 1901, 89 Seiten, 41 Tafeln.
VI Vorwort.
zum Teil umgearbeitet, verbessert und erweitert durch die dazu beauf-
tragten Herren Prof. Dr. Fraas, Prof. Dr. Lam pert und Prof.
Dr. Eichler in Stuttgart, sowie Dr. Heinrich Schmidt in Jena.
Nun kam an mich die Anfrage, ob ich die Aufgabe ubernehmen
wolle, das Worterbuch unter Benutzung aller Manuskripte druckfertig
zu machen und herauszugeben. Mit der Ubernahme dieser Arbeit war
selbstverstandlich die Verpflichtung verbunden, etwa noch notig schei-
nende Verbesserungen einzelner Artikel vorzunehmen. Dadurch vvurde
die Herausgabe erheblich verzogert.
Das Manuskript liegt nun fur das ganze Worterbuch druckfertig
vor, und die Herausgabe erfolgt in drei Lieferungen von annahernd
gleicher Starke, welche auch im Preise unter sich gleich sein und alle
im Laufe eines Jahres herauskommen werden. Der Preis konnte relativ
niedrig bemessen werden, da die samtlichen Kosten der Honorare der
Autoren und Bearbeiter von Herrn Geh.-Rat Krupp, und nach dessen
friihem Hinscheiden von seiner Familie getragen wurden, so dafi der
Preis des Worterbuches nur den Kosten des Druckes und des buch-
handlerischen Vertriebes entspricht.
Die Auswahl der Artikel und die Einrichtung des Worterbuches.
In erster Linie wurden die zoologischen Fachausdriicke auf-
genommen, welche in systematischen, inorphologischen, histologischen
oder embryologischen Beschreibungen gebraucht werden. Man wircl
alle eingebiirgerten Ausdriicke in dem Buche finden, aber Vollstandig-
keit ist in dieser Beziehung nicht moglich, teils well manche Autoren
in ihren Werken Ausdriicke geschaffen haben und gebrauchen, welche
nicht in den allgemeinen Gebrauch tibergegangen sind, teils well in
systematischen Spezialarbeiten oft Benennungen verwendet werden,
welche nur fur eine kleine Gruppe des Tierreiches Geltung haben.
Auf diejenigen Begriffe, welche der allgemeinen Zoologie und
der Descendenztheorie angehoren, ist besondere Sorgfalt verwandt
worden. Dasselbe gilt von den philosophischen Ausdrucken, welche
in zoologischen Werken gebraucht \verden.
Um den Umfang des Buches nicht allzu grofi werden zu lassen,
mufite man in bezug auf die Tiernamen und andere Ausdrucke der
zoologischen Systematik eine gewisse Beschrankung eintreten lassen.
Zwar wurden alle Klassen und Ordnungen kurz besprochen, aber von
den Familien wurden nur die wichtigsten berticksichtigt, und von den
Gattungen und Arten nur einzelne erwahnt, w r elchen in theoretischer
oder praktischer Hinsicht eine besondere Bedeutung zukommt*).
*) Hinsichtlich der Benennungen der Gattungen und Species muHten diejenigen Nann'n
verwendet werden, welche in der Literatur eingebiirgert sind. Die neueren Namensanderungen
konnten nicht beriicksichtigl werden. Infolge der vor einigen Jahren beschlossenen Durch-
fiihrung des Prioritatspriny.ips in der NomenUlatur werden jetzt sehr viele gebraucbliche Namen
Vorwort. VII
Eine groBe Schwierigkeit ergab sich daraus, daB verschiedene syste-
matische Einteilungen des Tierreiches im Gebrauch sind, welche von-
einander sowohl in den Begriffen als auch in den Bezeichnungen ab-
weichen. Es wurden deshalb einige Systeme auf Seite XI --XV
nebeneinander gestellt.
Die zahlreichen Namen von Klassen und Ordnungen, welche von
Ernst Haeckel auf gestellt sind, wurden nahezu alle in das Worter-
buch aufgenommen, was sowohl durch die wissenschaftliche Bedeutung
dieses Forschers begrundet ist, als auch dadurch, daB seine Werke
(weit mehr als diejenigen anderer Zoologen) einen ausgebreiteten Leser-
kreis haben, welcher bei der Benutzung eines zoologischen Worterbuches
in erster Linie die Erklarung der Haeckelschen Ausdriicke zu finden
erwartet.
Zur Erleichterung der systematischen Ubersicht uber das Tier-
reich sind bei den Gattungen und Familien die hoheren systematischen
Abteilungen genannt, z. B. steht bei der Familie der Arvicoliden (Wiihl-
mause): Rodentien, Placentalien, Mammalien. Dies ist so zu verstehen:
Die Familie der Arvicoliden gehort zu der Ordnung der Rodentien, zu
der Unterklasse der Placentalien und zu der Klasse der Mammalien. -
In vielen Fallen wird man eine weitere Auskunft dadurch bekommen,
daB man diese Bezeichnungen der systetnatisch hoheren Abteilungen
im Worterbuche nachschlagt. Andererseits sind bei den Stammen,
Klassen und Ordnungen meistens die Unterabteilungen angegeben, so
daB man genauere Auskunft dadurch finden kann, daB man die Namen
der Unterabteilungen im Worterbuch nachschlagt, z. B. stehen bei der
Ordnung der Cetomorphen (Waltiere) die Unterordnungen der Sirenen
(Seekiihe), der Denticeten (Zahnwale) und der Mysticeten (Bartenwalej,
und wird man unter diesen Stichworten weitere Angaben finden.
umgestoBen und durch Benennungen ersetzt, welche aus den alien Werken herausgesucht sind.
Man glaubte dadurch zu einer Stabilitat der Namen zu kommen. Aber es hat sich gezeigt,
daB diese auf Grund des Prioritatsgesetzes eingefiihrten Namen groBenteils auch keine Dauer
haben werden ; denn erstens ist es haufig eine Sache subjektiver Schatzung, auf welche Species
die oft sehr ungenauen Beschreibungen der alten Autoren aus dem Ende des 18. und dem
Anfang des 19. Jahrhunderts sich beziehen, zweitens bestehen trotz aller Nomenklaturregeln
immer noch Unsicherheiten und Meinungsverschiedenheiten in bezug auf die Anwendung des
Prioritatsgesetzes (z. B. in dem Falle, daB eine Gattung in mehrere Gattungen zerlegt wuide),
und drittens zieht jede Anderung eines Gattungsnamens in irgend einer Klasse des Tierreichs
wieder Anderungen der Namen in anderen Klassen nach sich (weil man beschlossen hat, daB
jeder GatUmgsname nur einmal im Tierreich vorkommen darf). Daher ist es zweifelhaft ob
man in medizinischen, vergleichend anatomischen, entwicklungsgeschichtlichen und histologischen
Werken der neuen Nomenklatur folgen wird. Vielmehr laBt sich schon jetzt vorhersehen,
daB fiir die haufig genannten Tiere zwei lateinische Namen im Gebrauch sein werden, sowohl
der bisherige Name als Vulgarname (z. B. Astacus fluviatilis, Amphioxus lanceolatus, Hatteria-
punctata) als auch der neue Name, welcher in den Werken der Systematiker verwendet wird.
Jedenfalls war es fiir das vorliegende Buch wichtiger, die bisher gebriiuchlichen und in der
Literatur verwendeten Namen zu erklaren, als die neuen Namen aufzunehmen, welche selbst
den meisten Zoologen noch unbekannt sind.
Vorwort.
Bei den Familien sincl haufig einige Gattungen genannt, oder ist
wenigstens eine Gattung oder eine Species als Beispiel erwahnt.
Wenn fur einen wissenschaftlichen Begriff sowohl ein deutsches
Wort als auch ein Fremdwort im Gebrauch ist, so ist die Erklarung
gewohnlich bei dem Fremdwort gegeben; denn es ist anzunehmen, daft
man des Worterbuches bei den Fremdwortern mehr bediirfen wird, als
bei den deutschen Wortern. Z. B. ist der Begriff des Tierstocks bei dem
Fremdwort Gormen erklart, und wird bei clem deutschen Wort nur auf
diese Erklarung verwiesen*).
Zum Verstandnis der Etymologic der Fachausdriicke sind jeweils
am Ende des Artikels die Stammworte in kleinem Druck angegeben**).
Wenn mehrere Ausdrucke von demselben Stammwort abstammen, so
ist letzteres nur da beigeschrieben, wo es das erste Mai vorkommt.
Z. B. gibt es zahlreiche Worter, welche mit dem griechischen Wort
Derma (Haut) beginnen, dieses Stammwort ist aber nur einmal (bei
dem Artikel Dermalporen) aufgefiihrt.
Bei wichtigen theoretischen Begriffen ist zuweilen der Urheber
angegeben; der Name desselben steht dann eingeklammert unmittelbar
hinter dem Stichwort, womoglich mit Beifiigung der Jahreszahl. Z. B.
steht hinter dem Worte Gastrula (Haeckel 1874), was bedeutet, dai3 das
Wort Gastrula zum erstenmal von Haeckel im Jahre 1 874 gebraucht wurde.
Hinsichtlich der Orthographie sind einige Schwierigkeiten daraus
entstanden, dafi die Schreibweise der wissenschaftlichen Fremdworter
wahrend der Abfassung des Worterbuches mehrmals geandert worden ist.
Da alle wissenschaftlichen Schriften friiher in lateinischer Sprache er-
schienen, haben alle wissenschaftlichen Fachausdriicke eine latinisierte
Form und Schreibweise erhalten, auch dann, vvenn sie aus griechischen
Stammworten gebildet sind. An dieser latinisierten Form muB fest-
gehalten werden, selbst wenn man dem Worte eine deutsche Endung
gibt (sofern das Wort nicht etwa als ein in die deutsche Sprache ein-
gebiirgertes und somit der deutschen Sprache angehoriges Wort be-
trachtet wird). Vor einigen Jahren ist man eine Zeitlang von diesem
) Man glaube nicht, datf die Fremdworter in wissenschaftlichen Werken iiberfliissig
seien, und daB man sie durch deutsche Worter ersetzen kunne. Denn erstens gibt es fur
manches Fremdwort kein entsprechendes deutsches Wort (z. B. Amphimixis, Conjugation,
Diluvium, Endosmose u. a.), und zweitens bezeichnet das Fremdwort den wissenschaftlichen
Begriff in einer bestimmten und unzweideutigen Weise, wahrend das entsprechende deutsche
Wort oft auch in anderem Sinn verstanden werden kann. Z. B. ist Amnion eine Bezeichnung
fiir ein bestimmtes Organ der Embryonen der Reptilien, Vogel und Saugetiere, wahrend das
entsprechende deutsche Wort Schafhaut allerlei Irrtiimer nahe legt; ein anderes Beispiel ist
das von Waldeyer eingefiihrte Wort Chromosom, welches jeden Irrtum ausschliefit, wahrend
das von O. Her twig fiir dieselben Gebilde gebrauchte Wort Kernsegmente leicht falsch ver-
standen werden kann.
'*) Beziiglich der Etymologic von Gattungs- und Artnamen, welche in diesem Buche
nicht aufgefiihrt sind, findet man meistens Auskunft in: Leunis, Synopsis der Tierkunde,
3. Aufl. von Hubert Ludwig, 2 Bande. Hannover 1883 u. 1886.
Vorwort. IX
Prinzip abgegangen und hat die wissenschaftlichen Fremdworter nach
den Regeln der deutschen Orthographie geschrieben. Da dadurch aber
eine schlimme Unsicherheit und Verschiedenheit in der Schreibweise
der international gebrauchlichen wissenschaftlichen Ausdriicke entstand,
ist man zu der friiher tiblichen Schreibweise zuruckgekehrt*). Infolg-e
dieser Verhaltnisse kann es z. B. vorkommen, daB man in irgend einem
Buche das Wort Crustaceen oder ein anderes mit C beginnendes Wort
mit K geschrieben findet, wahrend es in dem Worterbuche unter dem
Buchstaben C steht, weil dies die richtige Schreibweise ist.
Aus der latinisierten Form der zoclogischen Fremdworter folgt
auch, daB sie nicht mit a oder o, sondern mit ae oder oe zu schreiben
sind, was beim Aufsuchen solcher Worter zu beachten ist.
Worterbiicher verwandter Art.
Handworterbuch der Zoologie, unter Mihvirkung von Dal la Torre bearbeitet
von Knauer. 828 Seiten und 9 Tafeln. Stuttgart 1887.
Handworterbuch der Zoologie, Anthropologie und Ethnologic, begonnen von
Gustav Jiiger, fortgesetzt von Reich enow, Frenzel und Matschie. 8 Bande.
Breslau 18801900.
Bechholds Handlexikon der Naturwissenschaften und Medizin, bearbeitet von
A. Vedcle, F. Sehauf, G. Pulvermacher, L. Mehler, V. Loewenthal,
C. Eckstein, J. Bechhold und G. Arends. Frankfurt 1S94.
Medizinische Terminologie, voii Guttrnann. 3 Abteilungen. 1142 Seiten. Berlin
und \Vien 1901 1902. 2. Aufl. 1906.
Die anatomischen Namen, ihre Ableitung und Aussprache, von H. Triepel.
Wiesbaden 190(>, SI S.
Illustriertes Handworterbuch der Botanik, herausgegeben von Camillo Karl
Schneider. 090 Seiten. Leipzig 1905.
Die Abbildungen.
Das Worterbuch ist mit Abbildungen versehen worden, da manche
zoologischen Begriffe ohne solche kaum verstandlich gemacht werden
konnen. Man mufite sich aber bei der Auswahl der Abbildungen eine
gewisse Beschrankung auferlegen, um das Buch nicht in einen Bilder-
Atlas ausarten zu lassen. So wurden Bilder von Wirbeltieren nur in geringer
Zahl aufgenommen, weil anzunehmen ist, daB jeder Leser des Worter-
buches auch irgend ein zoologisches Lehrbuch oder Schulbuch besitzt, in
welchem die wichtigsten Wirbeltiere abgebildet sind. Wohl aber wurden aus
dem Gebiet der Wirbeltiere eine Anzahl anatomischer, vergleichend-
anatomischer und embryologischer Bilder aufgenommen. Unter den
*) Fur die jetzige Schreibweise sind mafigebend: Dr. Hubert Jansen, Rechtschreibung
der naturwissenschaftlichen und technischen Fremdworter, Berlin 1907, 122 S., und Ortho-
graphie zoologisch-anatomischer Fachausdrticke, Verlag von Engelmann, Leipzig
1906, 12 S.
X Vorwort.
wirbellosen Tieren vvurden hauptsachlich solche abgebildet, auf welche
bei vergleichend- anatomischen oder phylogenetischen Erorterungen
haufig Bezug genommen \vird. Die wichtigsten Vorgange aus der Ent-
wicklungsgeschichte der Tiere sind ebenfalls durch Abbildungen er-
lautert. Dagegen konnten palaeontologische Abbildungen nur in sehr
geringer Zahl auf genommen werden.
Ein groBer Teil der Abbildungen wurde Werken des Fischer-
chen Verlags entnommen, vor allem dem Lehrbuch der Zoologie von
Richard Hertwig, dem Lehrbuch der Zoologie von Boas und der
Vergleichenden Anatomic der Wirbeltiere von Wiedersheim. Die
anderen Werke, aus welchen Abbildungen verwendet wurden, sind in
der unten folgenden Liste aufgezahlt. Einige Abbildungen schema-
tischer Art sind von mir fur das Worterbuch gezeichnet worden.
Bei der Ausvvahl der Abbildungen war mir mein Assistent, Dr. Karl
Friedrich Roewer, in dankenswerter Weise behilflich, welcher auch
eine Anzahl Figuren gezeichnet hat.
Verzeichnis der Biicher aus denen Abbildungen benutzt wurden.
Aus folgenden Biichern wurden Zinkographien und Autotypien entnoramen:
J. E. V. Boas, Lehrbuch der Zoologie. 4. Aufl. Jena 190(5.
C. Chun, Aus den Tiefen des Weltmeeres. 2. Aufl. Jena 1905.
F. Doflein, Die Protozoen als Parasiten und KrankheitserregcJ. Jena 1901.
B. Hatschek, Lehrbuch der Zoologie. (1. und 2. Lieferung; nicht weiter erschienen).
Jena 1888/89.
Rich. Hertwig, Lehrbuch der Zoologie. 8. Aufl. Jena 1907.
O. Hertwig, Elemente der Entwicklungslehre. 3. Aufl. 1907.
Ders., Handbuch der vergleichenden und experiraentellen Entwicklungslehre der Wirbel-
tiere. Jena 19021907.
Korschelt und Heider, Lehrbuch der vergleichenden Entwicklungsgeschichte der
wirbellosen Tiere. Jena 189:5 1906.
O. Kiikenthal. Das zoologische Praktikum. 3. Aufl. Jena 1905.
Arnold Lang, Vergleichende Anatomic der wirbellosen Tiere. Jena 188889.
Ders., Protozoa. 2. Aufl. 1901.
Ders., Mollusca. 2. Aufl. 1900.
Phil. Htohr, Histologic. 12. Aufl. 1900.
M. Verworn, Allgemeine Physiologic. 4. Aufl. Jena 1903.
Job. Walther, Geologische Heimatskunde von Thiiringen. 3. Aufl. Jena 1900.
I\. Walther, 12 Tafeln der Fossilien aus dem Buntsandstein u. Muschelkalk. Jena 1906.
Max Weber, Die Saugetiere. Jena 1904.
Aug. Weismann, Vortrage iiber Deszendenztheorie. 2. Aufl. Jena 1904.
R. Wiedersheim, Vergleichende Anatomic der Wirbeltiere. 5. Aufl., 1902. 6. Aufl., HUH',.
H. E. Ziegler, Entwicklungsgeschichte der niedercn Wirbeltiere. Jena 1902.
Andere Figuren wurden unter Benutzung von Abbildungen aus folgenden Werken
gezeichnet:
P.n-hms Tierlcben, 3. Aufl. Leipzig 1S90 1893.
('. Glaus, Lehrbuch der Zoologie. 6. Aufl. Marburg. 7. Aufl.. neubearbeitet von
Grobben. Marburg IflO.'i.
Dean, Fishes living and fossil. New- York i89.~>.
Vorwort.
XI
Del age et Herouard, Traite de Zoologie concrete. Vermidiens. Paris 1S!I7.
Leuckart und Nitsche, Zoologische Wandtafeln.
Lennis, Synopsis der Tierkunde. 3. Aufl. Herausgegeben von Hubert Liulwig.
2 Bande. Hannover 1883 und 1886.
E. Haeckel, Kunstformen der Natur. Leipzig 1904.
Ders., Das System der Medusen. Jena 1879.
Selenka, Zoologisches Taschenbuch. 4. Aufl. Leipzig 1897.
Das zoologische System von Ernst Haeckel.
Xach Ernst Haeckel, Systematise-he Phylogenie, Entwurf eines natiirlichen
Systems der Organism en auf Grund ihrer Stammesgeschichte, Berlin 1894 1895.
I. Stamm : Protozoa, Urtiere.
1. Klasse: Archezoa,
Bakterien,
Zoomoneren.
i
3.
4.
Fungilli (Sporozoa).
Rhizopoda (Sarcodina).
Infusoria.
Im Gegensatz zu den Protozoa biklen alle folgenden Stiimiiie zusammen die-
Met azo a.
II. Stamm: Gastraeada, Gastraeaden.
III. Stamm: Spongien, Schwamme.
1. Klasse: Malthosa (Malthospongiae) Korkschwamme.
2. ,, Silicosa (Silicispongiae) Kieselschwamme.
3. Calcarosa (Calcispongiae) Kalkschwamme.
IV. Stamm: Cnidaria, Nesseltiere.
Erstes Cladom: Hydrozoa.
1. Klasse: Hydropolypi (Hydroidea).
2. ,, Hydromedusae (Craspedotae).
3. ,, Siphon ophorae, Staatsquallen.
4. ., Cten ophorae, Rippenquallen.
Zweites Cladom : Scyphozoa,
1. Klasse: Scyphopoly pi.
2. Anthozoa, Corallen.
3. ,, Scyphomedusae (Acraspedae).
V. Stamm: Platodes (PlatheJminthes), Plattentiere.
1. Klasse: Platodaria (Archelminthes).
2. ,, Platodinia (Plathelminthes).
"VI. Stamm: Vermalia (=- Helminthes), Wurmtiere.
Erstes Cladom: Rotatoria, Radwiirmer.
1. Klasse: Provermalia.
2. Gastrotricha (Ichthydina).
3. Tiochozoa.
4. Rotifera, Radertiere.
Zweites Cladom: Strongylaria (Nemathelminthes), Rundwiirmer.
1. Klasse: Echinoeephala, Igelwiirmer.
2. Acanthocephala, Kratzwiirmer.
3. Xe in a tod a, Fadenwiirmer.
4. ,, Chaetognatha, Pfeilwiirmer.
XII
Drittes Cladom: Prosopypa. Bii*chwurmer.
1. Klasse: Bryozoa, Moostierchen.
2. ., Brachiopoda.
3. ,, Phoronaria.
4. .. Sip uncul aria.
Viertes Cladom: Frontonia. Riissehviirmer.
1. Klasse: Nemertina, Schnurwiirmer.
2. ,, En teropneusta, Eiehehvurmer.
3. Prochord onia.
VII. Stamm: Tunicata, Manteltiere.
1. Klasse: Copelata.
2. ,, Ascidiae, Ascidien.
3. Thalidiae, Sal pen.
VIII. Stamm: Echinodermata, Stacholhauter.
1. Klasse: Amphoridea, Urnensterne.
2. ,, Holothnria (Thiiroidca), Gurkensterne.
3. ,, Cystoidea, Beutelsterne.
4. Blastoidea, Knospensterne.
.">. ,, Criuoidea, Palmensterne.
(i. ,, Echinidea, Igelsterne.
7. ,, Ophiodea, Schlangensterne.
8. ,, A>teridca, Seesterne.
IX. Stamm: Mollusca, Weichtiere.
1. Klasse: Araphineura, Unveirhtiere.
2. .. Gastropoda, Schneckcn.
3. Saccopallia, Saekschnecken.
4. Scaphopoda (Solenoconchae), Schaufelschnecken-
5. Acephala (Bivalva), Muscheln.
6. ,, Cephalopoda, Kraken.
X. Stamm: Articulata, Gliedr-rtiere.
Erstes Cladom : Annelida, Ringeltiere.
1. Klasse: Archannelida, Stammringelwiirmer.
2. Chaetopoda, Borsteinviirmer.
3. Stelochopoda, Spinnenwiirmer.
4. ,, Hirudinea, Egelwiirmer.
Zweites Cladom: Crustacea, Krustentiere.
1. Klasse: A s pi d onia, Schildtiere.
2. ,, Car i don i a, Krebstiere.
Drittes Cladom: Tracheata, Lui'trohrtiere.
1. Klasse: Protracheata, Urluftrohrtiere.
2. ,, Myriapoda, Taust'iidfiiBer.
3. ,, Arachnida, Spinnentiere.
4. Insecta (Hexapoda), Insekten.
XL Stamm: Vertebrata, Wirbeltiere.
1. Klasse: Acrania, Schiiilcllose.
2. ., Cyclostoma, Rundmauler.
.'!. ,, Pisces, Fische.
4. ,, Dipneusta (Dipnoi), Lurchfisi-hc.
.">. ,, Amphibia, Lnrche.
'. Kept ilia, Schleicher.
7. ,, A ves, Vogel.
8. ,, Mammalia, Saiitrrtiere.
XIII
Das zoologische System von Richard Hertwig.
Nach Richard Hertwig, Lehrbuch der Zoologie, 8. Aufl., I'.iOT.
I. Stamm: Protozoen.
1. Klasse: Rhizopoden.
2.
3.
4.
Alle folgenden Stamme bilden zusammen die Metazoen.
Flagellaten.
Sporozoen.
Ciliaten.
2.
3.
4.
2. Untefstamm:
3.
4.
II. Stanmi: Colenteraten.
1. Unterstamm: Spongien, Schwumme.
2. Unterstamm: Cnidarien, Nesseltiere.
1. Klasse: Hydrozoen.
, Scyphozoen.
, A n t h o z o e n .
Ctenophoren.
III. Stamm: Vermes, Wiirmer.
1. Unterstamm: Scoleeiden.
J. Klasse: Plat helm in then , Plattwiirmer.
2. ,, Rotator ien, Radertiere.
Coelhelminthen.
1. Klasse: Chaetognathen, Pfeilwiirmer.
2. N em a th elm in then, Rundwiirmer.
A n n e 1 i d e n , Ringelwiirmer.
, En teropneusten, Eichelwiirmer.
Anhang zu den Wurmern:
Klasse: Bryozoen, Moostierchen.
Brachiopoden.
T u n i c a t e n , Man teltiere.
IV. Stamm: Echinodermen, Stachelhauter.
1. Klasse: Aster oideen, Seesterne.
2. Ophiur oideen, Schlangensterne.
3. ,, Crinoideen, Haarsterne.
3 Echinoidea, Seeigel.
5. ,, Holothurien , Seegurken.
V. Stamm: Mollusken, Weichtiere.
1. Klasse: Amphineuren.
2. ,, Lamellibranchien, Muscheln.
3. Cephalophoren, Schnecken.
4. Cephalopodcn, Tintenfische.
VJ. Stamm: Arthropoden, Gliederfiisser.
1. Unterstamm : Crustaceen, Krebstiere.
2. Unterstamm: Tracheaten, Traeheentiere.
1. Klasse: Protracheaten.
2. Myriapoden, Tausendfiisser.
3. ,, Insekteu.
4. Arachnoiden.
XIV
VII. Stamm: Wirbeltiere.
1. Unterstaram : Anamnien.
1. Klasse: Acranien.
2. ,, Cyclostomen.
3. ,, Fische.
4. ., Amphibien.
2. Unterstamm: Ainiiioten.
1. Klasse: Reptilien.
2. Vogel.
3. ,, Saugetiere.
Kombiniertes System von H. E. Ziegler.
Ich stelle hier noch ein vereinfachtes System zusammen, in welchem sowohl die
vorstehenden Systeme beriicksichtigt sind, als auch das System von C. Glaus, welches
noch vielfach im Gebrauch ist*). Sehr ahnlich ist auch das System von Boas (Lehr-
buch der Zoologie. 4. Aufl. Jena 1906). Zur Rechtfertigung des folgenden Systems
dient mein Vortrag: Das zoologische System im ITnterricht. Verhandl. d. Ueutschen
zoolog. Gesellschaft 1904.
I. Stamm: Protozoa, Urtiere.
1. Klasse: Rhizopoda, Wnrzelfiisser.
2. ,, Infusoria, Aufgufitierchen.
1. Unterklasse: Flagellata, Geifielinfusorien.
2. ,, Ciliata, Wimperinfusorien.
3. Klasse: Sporozoa, Sporentierchen.
II. Stamm: Spongiae, Schwammtiere.
III. Stamm: Cnidaria, Nesseltiere.
1. Klasse: Hydrozoa (Hydroidpolypen und Hydroidmedusen).
2. ,, Scyphomedusae (Acalephen).
3. Anthozoa, Korallentiere.
Anhang: Klasse: Ctenophora, Rippenquallen.
IV. Stamm: Vermes, Wiirmer.
1. Unterstamm: Platyhelmintlies (Platodes) Plattwiirmer.
1. Klasse: Turbellaria, Strudehviirmer.
2. ,, Trematodes, Saugwiirmer.
3. ,, Cestodes, Bandwiirmer.
4. ., Nemertini, Schnnrwiirmer.
Anhang dazu: Rotatoria, Riidertiere.
2. Unterstamm: Nemathelminrhes, Rundwurmer.
1 . Klasse : Acanthocephali, Kratzer.
2. ,, Nematodes, Fadenwiirmer.
Anhang: Klasse: Chaetognatha, Pfeilwtirmcr.
3. Unterstamm: Annelida, Ringelwurmer.
4. Enteropnensta, Eichehviirmer.
Anhang: Klasse: Bryozoa, Moostierchen.
Brachiopoda, Armfiisser.
*) C. Claus, Lehrbuch der Zoologie, G. Anfl., Marburg. In der von Grobben
herausgegebenen 7. Auflage dieses Buches ist ein anderes System eingefiihrt worden.
XV
V. Stamm : Arthropoda, Gliederfiisser.
1. Klasse: Crustacea, Krebstiere.
2. Protracheata.
3. ,, My ri apod a, Tausendfiisser.
4. ,, Arachnoidea, Spinnentiere.
5. ,, Insecta, Kerbtiere.
VI. Stamm : Mollusca, Weichtiere.
1. Klasse: Amphineuren.
2. ,, Lamellibranchiata, Muscheln.
3. ,, Gastropoda, Schnecken.
4. ,, Cephalopoda, Kopffiisser.
VII. Stamm: Echinodermata, Stachelhauter.
1. Klasse: Asteroidea, Sees tern e.
2. ,, Ophiuroidea, Schlangensterne.
3. Echinoidea, Seeigel.
4. Holothurioidea, Seewalzen.
5. ,, Crinoidea, Seelilien.
VIII. Stamm: Tunicata, Manteltiere.
1. Klasse: Copelatae, Appendicularien.
2. ,, Ascidiae: Ascidien.
3. ,, Thalidiae, Salpen.
IX. Stamm: Vertebrata, Wirbeltiere.
1. Klas^e: Acrania.
2. ,, Cyclostomata, Rundmauler.
3. ,, Pisces, Fische.
4. ,, Dipnoi, Lurchfische.
5. ,, Amphibia, Lurche.
6. ,, Reptilia, Kriechtiere.
7. Aves, Vogel.
8. ,, Mammalia, Saugetiere.
Die Reihenfolge der geologischen Formationen.
Bei Fossilien wird das geologische Zeitalter oder die Formation angegeben.
I. Archaisches Zeitalter.
II. Palaeozoisches Zeitalter.
Cambrium.
S i 1 u r.
Devon.
Carbon (Steinkohlenformation).
Perm (Dyas).
III. Mesozoisches Zeitalter.
Trias.
Jura.
Kreide.
IV. Caenozoisches Zeitalter.
(Eocaen.
O^ ^"'
i Miocaen.
( Pliocaen.
Alluvium.
XVI
Abkiirzungen.
Abt. = = Abteilung.
d. h. = = das heilit.
Fam. = : Faniilie.
foss. = fossil.
Gatt. = = Gattung.
Kl. = Klasse.
Ord. = = Ordnung.
pi. = : Plural.
s. = = siehe.
sc. = = scillicet (d. h. man erga'nze, denke
hinzu).
8. d. == siehe dort (Verweisung auf einen
anderen Artikel).
s. str. = sensu strictiori (d. h. im engeren
Sinne).
St. = = Starmn.
u. = - imd.
u. a. = = nnd andere.
U. Abt. = Unterabteilung.
u. dergl. = = und dergleichen.
U. Fam. = : Unterfamilie.
U. Gatt. = : Untergattung.
U. Kl. = ; Unterklasse.
V. 0. = Unterordnung.
U. St. = Unterstamm.
usw. = = und so welter.
vgl. = = vergleiche.
vergl. = = vergleiche.
z. B. - - y.nm Beispiel.
z. T. = zutn Teil.
Das griechische Alphabet.
Zeichen
Laut
Name
a
a
Alpha
P
b
Beta
7
g
Gamma
d
d
Delta
e.
e
Epsilon
z
Zeta
>1
ae
Eta
^
th
Theta
i
i
Iota
X
k
Kappa
I
1
Lamcla
fl
in
My
r
11
Ny
t
X
Xi
( )iuikron
ji
p
Pi
Q
r
Ro
o,?
s
Sigma
T
t
Tau
V
ii
Ypsilon
in
ps
n
Psi
( )ni( i p-n
Anmerkung: Das Zeichen' (Spiritus asper) fiber einem Vokal am Anfang eines
\\'<>rtes bedeutet h. Z. B. inxo? (Pferd) sprich Hippos; ulna (Blut) sprich Haima. Das
Zeichen ' (Spiritus lenis) an entsprechender Stellehat fiir die Aussprache keine Bedeutung.
A.
abactinal, s. ambulacra).
Abanderung, s. Variation.
Abart, s. Spielart.
Abdomen, U n t e r 1 e i b , B a u c h, der auf
die Brust folgende Korperabschnitt. - - Bei
Krebstieven, Spinnentieren und Kerbtieren
bedeutet A. den Hinterleib, welcher auf
die Brustseginente folgt und von den
Hinterleibssegmenten ( Abdom i n alseg-
m en ten) gebildet wird. Er enthalt in
der Regel aufier dem Darmkanal noch die
Geschleehtsorgane.
abdomen, Unterleib. segmentum, Abschnitt.
abdominal, auf das Abdomen beziiglich,
zuru A. gehorig, Hinterleibs- .
Abdominales (sc. pisces), s. Batich-
flosser.
Abdominal -FiiBe, die Fufipaare an
den Abdominalsegmenten, s. Pleopoden.
Abdominalia, U. O. der KankenfuSler,
Abdominal-Segmente, s. Abdomen.
Abdominal-Sternum , B a u c h s t e r-
num, Parasternum, eine (wahrscheinlich
aus dem Hautskelett abzuleitende) Fort-
setzung des Brustbeins (Sternum, s. d.), die
sich in die Bauchgegend erstreckt und
seitlich mit Rippen (Bauchrippen, Abdomi-
nal-Rippen) verbunden ist (Fig. 1). Ein A.-
St. besitzen viele Amphibien, einige Gruppen
der Reptilien (Rhynchocephalen , Croco-
dilier, Dinosaurier, Pterosaurier, Ichthyo-
saurier, Plesiosaurier) und Archaeopteryx.
OTforoi', Brust. Tiagd, neben.
Abducens, -. Nervus abducens.
abducieren, abziehen, vgl. Abductoren.
Abductoren , Abzieher, Muskein,
welche bei den Wirbeltieren dazu dienen, die
GliedmaSen von- oder auseinander oder von
der Achse des Korpers fort zu bewegen;
Gegensatz: Adductoren, Anzieher.
abduct' re, wegfiihren.
\g. I. Skelett von Alligator lucius, r Rippen, ab Abdominal-Rippen und Abdominal-Sternum
(nach Goette).
mit unregelma'fBig gegliedertem Korper, am
Abdomen SPaar Extreinitaten tragend, von
einem flaschentormigen, hautigen Mantel
umgeben ; schmarotzen in den Schalen von
RankenfiiBlern und Mollusken. C ir ripe-
die n, Entomostraken, Crustaceen.
Abdominal-Rippen, s. Abdominal-
Sternum.
Ziegler, Zoologisches Loxikon.
aberrant, abirrend, abweichencl; Ab-
erration, Abirrung.
ab-errare, ab-irren.
Abiogenesis, s. Archigonie.
Abiologie, s. Anorganologie.
Abomasus, s. Labmagen.
aboral, vom Munde weg, der Mund-
ot'fntiug entgegengesetzt, gegeniiber liegend;
1
Abortieren Acantharien
(irgensatz: acloral, auf tier Seite des Mun-
des gelegen. ,
ab, weg von. os, or/s, Mund.
abortieren, fehlgebaren, zti friih nieder-
kommen; claher abortiv, nicht fertig aus-
gebildet, auf einer zu tn'ihen Entwickhings-
stufe stehen geblieben, oder vor der vol-
ligen Ausbildung zugriimle gegangen.
abortit'f. unzeitig gebaren.
Abortus, Fehlgeburt, Friihgeburt.
Abramis bramaL., Brassen, Brach-
sen, Blei, Fisch aus der Familie der
Karpfen. Cyprinoiden, Physostomen,
Teleostier, Pisces.
a^Qafjil?, e. nicht naher bekannter See- und
Nilfisch der Alten. brama, latin, v. franz.
Namen des Fisches breme, mittellat. bresmia,
v. mittelhochd. brasem, Brasse.
Abranchiaten , Ebranchiaten, als
Be/eichmine; fiir Tiere ohne Kiemen in
Fig. 2. Eine Acantharie, Acanthometra, stark vergroftert. Ck
Centnilkapsel, n Kern (in der Mehrzahl vorhanden), P Pseudo-
podien, St Stacheln, Wk Gallerte. - - Naeh R. Hertwig.
verschiedenen Tierklassen gebraucht; und
auch Zusammenfassung der kiemenlosen,
das gauze Leben durch Lungen at-
menden Wirbeltiere: der Reptilien, V6-
gel und Saugetiere; Gegensatz: Branchi-
aten.
a-, f-, ohne. /?>/'.<, Kiemen.
Abranchier, Hinterkiemerschnecken
ohne besondere Atraungsorgane (Kiemen),
durch die Haut atmend. Ascoglossen,
Opisthobranchier, Gastropoden, Mol-
lusken.
Absorption, Aufsaugung, s. Re-
sorption.
Abstammungslehre, s. Descendenz-
Theorie.
Abulie, Willenlosigkeit, die (krankhafte)
Unfahigkeit, einen Entschlufi zu fassen.
a-, un-, ohne. poi'foo&ai, wollen.
Acalephen, Bezeichnung ftir die Nes-
seltiere (Cnidarien) iiberhaupt ( Aristoteles,
Haeckel), oder fiir alle schwimmenden
Medusen (Eschscholtz 1829), oder fiir die
Scyphomedusen (Claus), oder endlich
lich fiir die Scyphozoen
(Ray Lankester). Meist
iin Sinne von Scyphome-
dusen gebraucht.
axa)J](j^], Nessel, Qualle,
von a^a/.Os, unangenehm
und dffi'/ , Beriihrung
(\veil ihr Anfassen ein
brennendes Jucken auf
der Haut hervorruft).
Acalypteren, Fam. der
Fliegen, m. verkiimmerten
oder ganzlich fehlenden
Fliigelschiippchen (Squa-
m ulae, s. d . ). M u s c a r i e n ,
Dipteren, Insekten.
x(Ui'jTTi'/o, Hiille, Decke
(Schuppe).
Acantharien, Acti-
pyleen (Haeckel 1883),
Strahltiere (Radiolarien)
init poroser Zentral-Kap-
sel, welche allseitig von
zahlreichen , regelmafiig
verteilten Poren durch-
lirochen i.st. Das Skelett
der meisten A. wird von
2C regclmallig verteilten
Stacheln gebildet, die vom
Zentruin des Tieres aus-
strahlen (Fig. 2). Vgl.
Jcosacanthen-Gcselz. Unterabt. der A.:
Acanthonietren, Acanthophracten.
a, Stachel, Dora. <<*nc, Strahl.
Offnung, Pore.
A.cauthiaden - - Acanthophracten
Acanthiaden, M e m b r a n a c e e n ,
H a u t w a n z e n , Fain, der Landwanzen,
mit abgeplattetem Korper. Geocoren, Hemi-
pteren, Rhynchoten, Insekten.
A c a n t h i a ( C i m e x ) 1 e c-
tularia L., Bettwanze.
iiie/nbranaceus , hautartig
I \vegen d. Abplattung d.
Korpers), unculiden, Ord. tier Sternwiirmer, ohne
Borstni ivgl. C'haetiicrcMii. Gephyreen.
Anneliden.
(-, ohne). %t<.iri], Borste. iiu-nnis, unbe-
waffnet.
s. d. Sipnncitli/s s. d.
A ch a tin a - Acme
Achatina, Achatschnecke, Gatt. der
Landlnngenschnecken, mit durehscheinen-
den, glanzenden, achatahnlieh gefarbten
Schalen. Stylommatophoren , Pulmo-
naten, Gastropoden, Mollusken.
ny/tTt/*, d. Achatstein.
Acherontia atropos L., Totenkopf,
Art der Schwarmer, mit einer einem
Menschenschadel ahulichen Zeichnung auf
dem Mittelleib. einer der grofiten europa-
ischen Schmetterlinge, ini Siiden lebend,
aber sich oft nach Deutschland verfliegend
und hier Eicr ablegend. Die gelbe, griin
und blau gestreifte Raupe lebt an Kar-
toftelkraut. Sphingiden, Lepidopteren,
Insekten.
'A%fO(or, Trauerstrom i. d. Unterwelt.
'14.TQO.~ro*, eine der 3 Parzen.
Achorien s. Aplacentalien.
Achromatin, derjenige Teil der mito-
tischen Kernteilungsfigur (vgl. Mitose),
welcher sich mit Karminfarben nicht fiirbt.
(Gegensatz: Chrornatin.) Das A. bildet in
der Kernteilungsfigur eine fadige Spindel,
im ruhenden Kern ein Fadennetz, an wel-
chem die Chromatin-Kiigelchen anhaften.
Die Fiiden des A. bestehen aus Linin, das
seiner cheinischen Natnr nach zu den Para-
nucleinen gehort (vgl. Xuolein).
-, ohne, %owfta, aro^, Farbe.
Mvov, Lein, Faden.
achromatische Figur, vgl. Karyo-
kinese.
Achse, Achsen-, s. Axe, Axen-.
Achtheres percarum,Nordm. Barsch-
lans, an den Kiemen der Barsche (Per-
Acineten, Acinetinen, s. Suctorien.
acinos, weinbeer-, traubenfonnig; aci-
niise Driisen, s. Driisen.
iicinits, Weinbeere.
Acipenseri-
den, Sturio-
nen, Store,
Riissel store,
Fain. d. Schmelz-
schnpper , rait
knorpeligem in-
neren Skelett und
Schadel (Kuorpel-
Ganoiden); am
Schiidel, zuweilen
auch am Korper
mit Hautverknii-
chernngen ;
dauernd imsiifien
Wasser lebend od.
znr Eiablage vom
Meeraufsteigend;
Fig. 7. Achtheres Per-
carum, Barschlaus, Weib-
chen, verg. 20 /j (nach Claus).
G a n o i d e n , Pisces.
Acipenser huso L., Hausen, dessen
Schwimmblase gekocht einen feinen Leim
(Hausenleim) liefert.
A. ruth en us L., Sterlet (liefert den besten
Astrachan-Caviar) (Fig. S).
A. sturio L., gemeiuer Stor.
acipenser, Stor v. aczis, Spitxe und pcnxn
= penna, Feder, Flosse. stun'o, latin. Stor
(althochd. sturjo, stitro}. kttso, latin. Hausen.
ruf/ienns, russisch. Sterlet v. russ. Namen
d. Tieres: ssterliadj. Caviar, tartar. Name
fiir die Eier der Store.
ihre Eier (Rogen)
lief ern den Caviar.
Chondrosteen,
Fig. S. Aiipi-nsfi- rnthcmis (nach Heckel und Kner). N Nase, J7 Mund, O Operculum
mit Kiemendeckelspalt, Br Brust-, B Bauch-, R Riicken-, A After-, S Schwanzflosse.
ciden) schmarotzende, dnrch den Parasitis-
mus hochgradigdegenerierteArt der Schma-
rotzerkrebse(Fig. 7). Lernaeopodiden, Para-
si tica, Copepoden, Entomostraken, Crusta-
ceen.
/?9;ooc, lastig. perca, Barsch.
Acmatherien, s. Primaten.
AcmeiHaeckel 1866), Bliitezeit, Eben-
so wie in der Entwickelung der Individuen
(vgl. Anaplasis) kann man in der Ent-
wickelung der Arten, Ordnungen, Klassen
u. Stamme drei aut'einanderfolgende Stadien
6
Acoelen - - Actinophrys
unterscheiden, als ,,Stadien der Phylogene-
sis'': 1. Die Aufbliihzeit (Epacme); 2. Die
Bliitezeit (Acme); 3. Die Verbliihzeit (Par-
acme).
d%[i>'], Spitze, der hochste Punkt; figiirlich
der bedeutendste Punkt einer Sache.
Acoelen, U. 0. der Strudelw firmer,
merkwiirdig durch das Fehlen eines Darin-
lumens: die anfgenommene Nahrung ge-
langt durch den Pharynx oder, wo dieser
fehlt, durch einen als Mund dienenden ein-
fachen Hautspalt direkt in das Korper-
gewebe selbst und wird hier verdant. Tur-
bellarien, Platoden.
-, ohne. xoiAor, Hohlung.
Acoelomier, s. Plathelminthen.
aeon, s. Crystallkegel.
Acontien, eigentiimliche, mit Nessel-
kapseln (Cnidae) dicht besetzte Faden
mancher Korallentiere (Authozoen), die in-
folge aufierer Reizung zur Verteidigung etc.
durch besondere Poren (Cincliden) der
Korperwand, manchmal auch durch die
Mundoffnung ausgeschleudert und wiecler
zuruckgezogen Averden konnen.
dxornor, WurfspieH.
acral, an der Spitze, am Scheitel, am
hochsten gelegen.
(ixQov, Spitze, Gipfel (eines Berges etc.).
Acranier (Haeckel), Schadellose,
primitivste Klasse der Wirbeltiere, ohne
SchJidel und Wirbelsjiule, mit permanenter
Chorda und eint'acher Perichorda (s. d.).
Der vorderste Abschnitt des Darmes client
als Atmungsorgan und wird von einer
(ectoderm alen) Hautfalte umgeben, die den
sog. Peribranchialraum umschlieftt. Die
Epidermis der A. ist eine einfache Zelleu-
schicht.
U. Kl.: Leptocardier; vgl. Amphioxus.
XQavlov, Schadel.
Acraspeden, s. Scyphomedusen.
Acrididen, Eel dheuschrecken, Fain,
der Gradfliigler; mit kurzen Fiihlern.
Saltatorien, Orthopteren, Insekten.
dxQidtov, kl. Heuschrecke (dxo/;).
Acroblast, s. Parablastentheorie.
acrodont heiI5en Ziihne, die auf der
Kante der Kiefer befestigt sind, wiedies bei
viclon Amphibien und Reptilien (Rhyncho-
cephalen, Schhtngcn, einige Eidechsen) der
Fall ist; Gegriisutz pleumdont, (seitlich an-
gefiigt) u. thecodont (in Alveolen steliend,.
Abbildung: s. plmrodont.
Hohe, (lipfcl. ,}f),>i^, ,'>'TO;, Zahn.
Acroganglion, Scheitelhirn, Ur-
hirn, nennt Haeckel das gewohnlich als
O b e r s c h I u n cl g a n g 1 i o n (O b e r -
schlund knoteu, Ganglion pharyn-
g e u m s u p e r i u s , G . s u p r a p h a r y n g e u m )
bezeichnete Him der niecleren W firmer
(Plathelminthen), das nach ihm als Schei-
tel plat te (Acroplatea) aus dem Ecto-
derm entsteht und als die stanimesgeschicht-
liche Grundlage sowohl ffir das Gehirn
aller hoheren Wirbellosen als auch der
Wirbeltiere anzusehen ist.
fixQor, Gipfel, Scheitel. ydyykior, Nerven-
knoten. cfdpvyi; , Schlund. superior, der
obere. supra, oberhalb. x).aTfia, Ebene
von ,TAT('s, platt.
Acromion, s. Scapula.
Acronyctiden, Pteileuleu, Fam. der
Enlen, Nachtschmetterlinge mit grau bis
weiB gefarbten Fliigeln, die oitmals Zeich-
nungen in Gestalt schwarzer, pfeilformiger
Striche enthalten. Xoctuinen, Lepi-
dopteren, Insekten.
Acronycta psi L., Schleheneule, mit
je einem schwarzen, (y-torniigen Pfeilstrich
auf den Vorderfliigeln.
dxQovvxros, zu Anfang der Nacht ()/-",
rvxros). psi, d. giiechische Buchstabe >/.
Acroplatea, s. Acroganglion.
Acrostomata, U. 0. der ectoprocten
Moostierchen, fast nur im palaeozoischen
Zeitalter vorkommend und zuweilen Merk-
male der ancleren U.-Ordnungen in sich
vereinigeud. Stelmatopoden, Ectoprocten,
Bryozoen, Verm alien.
Familieu: z. B. Fenestelliden, Acantho-
cladiden.
otofia, Mund.
Actaeon , Gatt. der Bedecktkiemer-
schuecken. Tectibranchier, Opistho-
branchier, Gastropoden, Mollnsken.
Axrafcov, mytolog. Name.
Actinal, s. Ambulacra!.
Actiniarien, U. 0. der Hexacorallen,
skelettlos, mit zablreichenTentakcln. Hexa-
corallen, Anthozoen, Cnidarien.
Actinien , S e e r o s e n , s. Malaco-
dermen.
Actinophrys, Gatt. der Sonnentierchen,
mit nacktem, kuguligem Korper, von di-m
nach alien Seiten feine Pseudopodien aus-
strahlen (Fig. 9); ein Kern, meist nur fine
kontraktile Vacuole. Heliozoen, Rhizo-
poden, Protozoen.
i;, h'o;, Stiahl, <"/>ji';, Augenbraue.
A c t i u o p o d e n - - Ada mbulacr alia
I
Actinopoden, Actinoten, Seewalzen
(Holothurien), bei welchen die Kanale der
Mund-Tentakoln von den fiinf Prin/ipal-
Fig. 9. Actiuophrys sol Ehrenb., nach Gre-
nacher. GroBe 50 /i. p Axopodien, n Kern,
a Axenfaden der Axopodien.
kaniilen (s. d.) entspringen. (Vgl. Par-
actinopoden.)
Zu den A. gehoren die Dendrochiroten ,
Molpadonien, Elasipoden, Aspidochiroten.
jiovg, jrodog, FuB.
Actinopodien nennt Haeckel (1894)
die feinen, ziemlich starren Pseudopodien
(s. d.) der Sonnentierchen (Heliozoen),
welche gewohnlich einfach bleiben, sich
selten verasteln und miteinander ver-
schmelzen, und durch das Auftreten eines
elastischen ,,Axenfadens" zu Axopodien
werclen kbnnen (vg). Fig. 9).
Actinosphaerium, Gatt, der Sonnen-
tierchen, ahnlich wie Actinophrys, aber
mit vielen Kernen, vielen kontraktilen
Vacuolen und .scharf untersehiedener Rin-
den- und Markschicht. Heliozoen, Rhizo-
poden, Protozoen.
(paaTou, Kugel.
iy. 10. Actinotrocha (Larve von Phoronis)
(nach Metschnikoff), an After, m Mund.
Actinotrocha, freischwiiiimendeLarven-
t'onn der Huleisenwiirnier (Phoronarieni,
ausgezeichnet duroh den Besitz eines Kopf-
schirmes vor, sowie eines Kranzes bewini
perter Tentakel hinter der Mundoffnung
(Fig. 10). Kopfschirm u. Tentakelkranz wer-
deii bei der Umwandlung zum fertigen Tier
abgeworfen. (Modifizierte Trochophora!)
TQoyn;, Rad, Reit, Kranz.
Actinozoen s. Anthozoen.
Actinula, die eigenartige Jugendt'orm
mancher Hydroidpolypen, z. B. Tubularia.
Fig. II. Actinula von Tubularia (n. Cianu-
cian). m Anlage der Mundtentakel.
Aculeaten, Stechimmen, U. 0. der
Hautfliigler, deren Weibchen (und Arbeiter)
am Hinterleibsende einen zuriickziehbaren,
mit einer Giftblase in Verbindung stehen-
den, durch Umwandlung aus dem Lege-
bohrer (Terebra) der iibrigen Hautfliigler
hervorgegangenen Wehrstachel (Stachel,
Aculeus) besitzen. Hymenopteren,
Insekten. Zu den A. gehoren die Familial
der Formiciden (Ameisen), Chrysididen
(Goldwespen) , Heterogynen , Fossorieu
(Grabwespen), Vespiden (Faltenwespen),
Apiden (Bienen).
act ileus, kl. Spitze (aczis), Stachel.
Aculeus, Stachel, s. Aculeaten.
Acusticus, s. Nervus Acusticus.
Acystosporidien,s.Gymnosporidien.
Adactylien, Vertebrata adactylia
oder impinnata, Zusammenfassung der
Wirbeltiere ohne paarige Gliedmafien: der
Leptocardier (Amphioxus) und Cyclo-
stomen.
bar.ivko^, Finger, J r ertebraten s. d.
-, /i-, ohne. pinna, Fliigel, Flosse.
adaequat, vollkommen angemessen,
passend.
adaequare, gleichmachen.
Adambulacralia, .-. Ambulacra.
8
Adamsia - Advcntitia
Adamsia palliata Forb., Art der See-
rosen, auf Schneckenschalen lebend, welche
von Einsiedlerkrebsen (Pagurus Prideauxi)
bewohnt sind (vgl. Symbiose). Malaco-
dermen, Hexacorallen, Anthozoen, Cni-
darien, Coelenteraten.
Charles Adams, Conchyliologe 1814 bis
1853-
pallium. Mantel, Hiille, Bedeckung.
Adapis Ctivier, fossile Gatt. der
Halbaffen (Eocan und Miocan), mit ge-
schlossener Zahnreihe (Zahnformel ^j ^) ;
war von Cuvier zu den Huftieren (Schweinen)
gestellt worden ; Pachyleinuriden , P r o s i -
mien, Placentalien, Marnmalien.
Adapts ?
Adapisoriciden, fossile Fain, der In-
sektenfresser , aus dem unteren Eocaen
Europas, mit Merkmalen von Adapis und
Spitzmausen. Insectivoren, Carnassier,
Placentalien, Mammalien.
sorex, Spitzmaus.
Adaptabilitat \
Adaptation s. Anpassung.
Adaption
adaptieren, anpassen, anbequemen.
adaptare, anpassen.
adaptiv , durch Anpassung erworben,
auf Anpassung beruhend.
adducieren, heranziehen, vgl. Adduc-
tor en.
die Brachiopoden, bei den Muscheln wird
das Offnen der Schalen selbsttatig durch
ein elastisches Band besorgt.
adducere, heranfiihren, zusamrnenziehen.
Adeciduaten, s. decidualose Sauge-
tiere.
adelomorphe Zellen, s. Labzellen.
adenoid, die Driisen betreffend, driisig,
driisenformig, driisenahnlich.
adi]}\ Driise. sI8og, Gestalt.
adenoides Bindegewebe, cvtogenes
B., in den Lymphdriisen sich findende Form
des retikularen Bindegewebes (s. d.) mit
reichlich eingelagerten Zellen (Leucocyten).
HVTOG, Zelle. "/fi'ea, Erzeugung.
Adergeflecht, s. Telae chorioideae.
Aderhaut, s. Chorioidea.
Aderkuchen, s. Placenta.
Adern, 1. die BlutgefaSe des Tierkor-
pers; 2. die festen Leisten (Rippen) der
Insektenfliigel.
adiposus, fettreich.
adeps, Fett.
aditus, Zugang; aditus ad laryngem
Eingang in den Kehlkopf vom Rachen aus.
Adjustoren, Stielmu skein, dienen
bei denjenigen Armfufilern (Brachiopoden),
welche vermittelst eines Stieles am Boden
festgewacheen sind, zur Bewegung des
Stieles.
adjustare^ neulat. ausgleichen, von Justus,
gerecht, richtig.
Fig. 12. Aeolis rufibranchialis, von der rechten Seite, nach Adler u. Hancooclc. a Auge,
b Mundtentakel, c Kopftentakel, d Anus, e Genitaloffnung, f lespiratorische Rtickenanhange.
Adductoren, 1. Anzieher, Mnskeln,
welche bei den Wirbeltieren zur Annaherung
(Adduction) der GliedmafSen aneinander
oder an die Korperachse dienen; Gegen-
satz: Abcluctoren.
2. Schliefimu skein, Muskeln, welche
bei den Muscheln (Lamellibranchier) und
Armfiililern (Brachiopoden) das SchlieBen
der Schalen bewirken; entgegengesetzt \\ir-
kende Muskeln (Divaricatoren) haben nur
adoral, oral, am Munde, in der Na'he
des Mundes gelegen, mundstandig; Gegen-
satz aboral.
os, oris, Mund.
Adradien, s. Perradien.
adultus (abgekurzt geschriebcn adult)
erwachsen, geschlechtsreif.
adolescere, heranwachsen.
Adventitia (so. tunica), ucnnt man in
der Anatomic die von Bindegewebe und
Aegargopilen - - Aethiopische Region
9
elastischen Fasern, bei groBeren GefiiBen
auch von eingestreutcn Liingsziigen glatter
Muskelzellen gebildete, iiufierste Schicht
der Arterienwandungen.
advenire, hinzukommen.
tunica. Mantel, Hiille.
Aegargopilen , G e m s e n k u g e 1 n ,
Haarluille. Bezoare, heifien Kugeln im
Magen von Pflanzentressern, die aus Haan-n
und festeren Pflanzenfasern gebildet und
intolge der Bewegungen des Magens ver-
filzt sind.
ur'uoyo;, wilde Ziege, Gemse.
Aeginiden, Familieder Spangentiuallen,
Mittelmeer. Xarcomeduseu, Trachy-
linen, Hydromedusen, Cnidarien.
Gatt.: Ciuiina.
Ai-'irij, Name einer griechischen Insel.
Aeolididen, Fam. der Xacktkiemen-
schnecken mit vielen Anhangen auf dem
Ru'cken (Fig. 12), welche als Kiemen fun-
gieren und in welche Fortsatze der reich
vcra'stelten Yerdauungsdriise eintreten. X u-
dibranchier, Opisthobranchier. Gastro-
poden. Mollusken.
Gattung Aeolis u. a.
Aio/.t':, idog, Tochter des Windgottes Aeolus.
Aepyornithiden, ausgestorbene Fam.
der Yogel, von denen in jiingeren Ablage-
rungen Madagascar* Knochenreste u. Eier
(bis S Liter fassend) gefunden wurden, die
auf eine riesige GroBe der Tiere schlieBen
lassen. Die A. sind verwandt mit dem
australischen Kiwi (Apteryx) und den aus-
gestorbenen Riesenvugeln (Dinornis) Xeu-
seelands.
a('.Tt'c, hoch. ognc;, i&oz. Vogel.
aequale Furchung,s alecithale Eier.
Aequationsteilung, eine Zellteilung,
bei welcher die Chromosomen des Kerns
der Lange nach gespalten werden, wie dies
bei der gewohnlichen Mitose der Fall ist.
Ygl. Reduktionsteilung.
Aequatorialplatte, s. Karyokinesei:ii.
Aequivalenz, Gleichwertigkeit.
aequus, gleich. 1'alere, gelten.
aequivalvis, gleichklappig, Bezeich-
nung derjenigen Muscheln, deren rechte
und linke Schalenhalften (spiegelbildlich)
gleich sind.
valvae, Fliigel-, Klapptiir.
Aequorea Forskalea Per. et Les., Art
der Faltenquallen, die groBte Hydromeduse
ili- Mi t telmeeres. L e p t o in e du s e n , Hydro-
zoen, Cnidarien.
aequoreus, zum Meere (acquor , Meeres-
spiegel) gehorig.
Aeschna grandis L., S<- h m a 1 j u n g f < r.
Art der Wasserjungfern. Larven rauberisch,
mit ..Muske" (Fig. 13). Libelluliden,
Archipteren (Pseudoneuropteren), Insekten.
Aeschna, vielleicht verdorben aus ainyrri],
Schanihaftigkeit (weil selten in Paarung ge-
sehen)? grandis, groB.
Aestheten, Sinnes- (Tast-)Organe auf
den Schalen der Chitoniden; sic liegen in
den Poien des Tegmentums, sind von
keulenformiger ({estalt
und tragen aulien eine
becherformige Chitin-
kappe.
aladijTixoc;, empfindlicb,
der Empfindung fiihig.
Aesthocyten
(Haeckel), ^inneszel-
len , diejenigen Teile der
Sinnesorgane, welche die
verschiedenen Eindriicke
der AuBenwelt aufneh-
men und durch die
Sinnesnerven dem Zen-
tral-Xerven system zu-
leiten. Sie entstehen
aus dem Ectoderm.
*f''roc, Hohlung, Zelle.
Aethalium septicum
Fr., Fuligo septica
(L.) Schroter , Loh-
bliite, Art der Schleim-
tiere, zwischen (4erber-
lohe, sowie auf alten
Baumstiimpfen in Waldern grofie, gelbe
Plasmodien (s. d.) bildend ; letztere kriechen
zur Fruchtbildung an der Oberflache zu
polsterartigen gelben Massen znsammen
(Aethalien), deren Inneres die verschmol-
zenen Sporangien enthalt. In der zoolo-
gischen Systematik zu den Mycetozoen,
Rhizopoden, Protozoen gestellt, in der bo-
tanisehen zu den Physaraceen, Myxo-
gasteren, Myxomyceten.
aWa/.o? , Lohe. atjXTtxoz , Faulnis be-
wirkend, beizend.
aethiopische Region, eine der tier-
geographischenRegionen(s.Tiergeographie),
das gesamte siidlich der Sahara gelegene
Fig. 13. Lan'e
von Aeschna gran-
dis (nach Rosel v.
Rosenhof). m
Maske, a 1 vordere,
a- hintere Flugel-
scheiden, st Stig-
men.
Afrika und die Inseln Madagascar, Man-
10
Aetiologie - - Agrotiden
ritius, Rodriguez, Reunion, die Seychellen
u nd Comoro-Iuseln umfassend ; charakte-
ristisch sind fiir sie vor allem die FluB-
pf'erde (Hippopotamiden), Gi raff en (Oamelo-
pardaliden) , Capschweine (Orycteropus
capensis) und Fingertiere (Chiromyiden).
Die Inseln bilden infolge Linger Isolierung
die auBergewohnlich scharf abgegrenzte,
vielfach als selbstandige Region angesehene
maclagassische Subregion.
Aetiologie, die Lehre von den Ursachen
der Krankheiten etc.; aetiologisch, die
Ursache betreffend, ursachlich.
atria. Grund, Ursache.
Aetosaurus ferratus, ein kleines Ur-
krokodil aus dein Keuper - Sandstein von
Heslach bei Stuttgart. Pseudosuchier ,
Protosuchier, Crocodilier, Reptilien.
afferens, hiimifiihrend.
aft'erre, zutragen.
After (Anus), die hintere Ausmfindung
oder Ausgangsoffnung des Daririkanals der
Tiere; nicht alle Tiere besitzen einen
A.; wo er sich aber findet, entsteht er in
der Regel durch eine Einstiilpung des
Ectoderins, die sich dem blinden Ende des
entodermalen Darinkanals gegeniiber ein-
senkt und schlieBlich in diesen durchbricht;
bei den Wirbeltieren, deren A. ebenfalls
diese Entwicklung niinnit, bezeichnet man
seine erste, eine kleine grubenformige Ver-
tiefung des Ectoderms darstellende Anlage
als After grub i 1 .
units, Kieis, die kreisformige Ausmiindung
des Darmes, After.
Afterdrusen, A n a 1 d r ii sen (Glaudulae
anales), bei vielen Insekten und manchen
Wirbeltieren (Ainphibien, Nagetiere, Raub-
tiere) im oder am After miindende Driisen,
welcbe ein fettes, oft intensiv stinkendes
Sekret absondern, das toils zur Anlockung
des andern Geschlechts, teils zur Vertei-
digung dient.
g land it la , D riise .
Afterfeld, 8. Periproct.
Afterflosse (Pinna analis), unpaaiv
Flossc in der Aftergegend der Fische.
fiinua = penna, Feder, Flosse. amis, After.
Afterflugel, s. Alula.
AfterfiiBe, s. Pleopoden.
Aftergrube, s. After.
Afterraupen, die raupenahnlichen Lar-
ven di-r Blattwespcn, vgl. Raupen.
Afterschaft, s. Hyporhachis.
Aftersipho, s. Sipho (2).
again, agamisch nennt man bei go-
wissen Insekten (vielen Aphiden und Ento-
phagen), deren Fortpflanzung in it Gene-
rationswechsel (Heterogonie, s. d.) verbun-
den ist, zeitweilig auftreten.de Generationen
ausschlieBlich weiblicber, mit modifizierten
Geschleehtsorganen ausgeriisteter Indivi-
diu'ii, die daher befruchtungsun fahig und
auf parthenogenetische Fortpflanzung an-
j gewiesen sind.
ayaitn*;, ehelos (ydfio;, Ehe).
Agamiden, Agamen , Fam. der Echsen,
mit acrodonter Bezahnung; Kopf beschil-
dert; Schuppen des Riickens, des Baucbes
und der Bei ten gleichartig und meist in
schicfen Reihen. AusschlielJlicb der ost-
lichen Halbkugel und meist der orienta-
lischen Region angehorend. Crassilinguier,
Lacertilier, Lepidosaurier, Reptilien.
Again a colonorum Daud., Westafrika,
in der Ntihe menscblicher Niederlassungen.
Agama, vaterland. Name. colon-its, An-
siedler, Colonist.
Aglossen , U. O. der Froscblurehe,
krotenartige Tiere mit riickgebildeter Zuuge.
Anuren, Ampbibicn.
Gattungen: Pipa, Dactylethra.
a-, ohne. j'Awoaa, Zunge.
Aglyphen, Aglyphodonten, Glatt-
za'bner, Gruppe der natternahnlichen
Bchhingen, ohne Giftzahne. Colubrifor-
mien, Opbidier, Lepidosaurier, Reptilien.
Familien: Colubriden (Nattern), Dendro-
phiden (Baumnattern).
yhvtvt'o, om's, Anspiilung, Anschwemmung.
14
Alosa - A in hi ys to m a
Alosa, Gatt. der Heringe, mit zahn-
loscm Gaumen. Clupeiden, Physosto-
uien, Teleosteer, Pisces.
Alosa pilchard us Bl. Sardine, Pil-
chard; im Mittelmeer und an den Siid-
westkiisten Europas, wo ihr Fang eine
grofte Rnlle spielt.
A. v u 1 gar i s C. V. Alse, Maif isch, Nord-
see; steigt iin Mai (daher ,,Maifisch") zum
Laichen die Fliisse hinauf.
n/osa, a/asa, Name e. Fisches bei Auso-
n/iis , . verdeutscht Alse. pilchard, engl.
Name fiir Sardine (v. d. Insel Sardinien).
Titlgaris, gewohnlich.
Alternal-Struktur der Basipodien, vgl.
Serial-Struktur.
Alula, Afterfliigel, Eckflugel, bei
vielen Vogeln dem ersten Finger (Daumen)
der Hand, getrennt von den Federn der
Handschwingen (s. d.), ansitzender, kleiner
Federschopf; - zmveilen findet sieh an
Stelle des Federschopfes ein Sporn (Dau-
menkralle); man spricht alsdann von einem
gespornten Fliigel (Ala calcarata).
alula, kl. Fliigel (ala). calcar, Sporn.
alveolar, ausgebuchtet, blaschenformig;
alveolare Driisen, s. Driisen.
alveolus, kl. Mulde, Hoblung (alreitsj.
Alveolen, Gruben, Hohlen, Ausbuch-
tungen in verschiedenen Organen derTiere;
speziell versteht man unter A.
1. wasserhelle Blasen (Vacuolen, s. d.)
im Inneren der Radiolarien ;
. Hohlungen in den Kietern der Wirbel-
tiere, namentlich der Saugetiere, zur
Aufnahme der ZJihne (Dentes, s. d.);
3. Lungenblaschen (Infundibula), die
feinsten, von reichlichen Blutgefafi-
capillaren iimsponneneu Hohlraume
in den Lungen der Saugetiere.
infundtbulum, Trichter.
Alytes obstetricans Laur., Geburts-
helt'erkrote, in Siidwest-Europa bis
ins Rheintal verbreitete Art derlvnoblauchs-
kroten, verdankt ihren Namen der Angabe
mehrerer Forscher, dafi die Miinnchen beim
Laichen die Eierschnur ans der Cloake der
Weibchen herauszuziehen sich bemiihen;
\vrnngleich auch die Richtigkeit dieser
Angabe vielfach bezweifelt word en ist, so
steht doch die Tatsache fest, dafi die
^Iiiiiiichcn sich die frisch gelegte Eier-
schnur urn die Hinterbeine wickeln, sich
dann an einem dunklen Ort verbergen und
nach 8 12 Tagen, wt.-nn die Brut zum
Ausschlupfen bereit ist, t'iir kurze Zeit das
Wasseraufsuchen, um sich dort der Jungrn
zu entledigen (s. Brutpflege). Peloba-
tiden, Oxydactylen, Anuren, Amphibien.
uh'Toz , ungelost, gefesselt. obstetricare,
Hebammendienste tun.
Amasten, s. Monotremen.
Amaurose, Blindheit; amaurotisch,
blind.
dfiavgog, dunkel.
Ambiogenesis Abiogenesis (s.
Archigonie).
Amblyopsis spelaeus Dekay, Hohlen -
blindfisch, von den einen zu den He-
ringen (Clupeiden), vou anderen zu den
Kehlaftern (Heteropygier) gestellte Art der
Knochenfische, in den unterirdischen Ge-
wassern der Mammuthhohlen von Kentucky
lebend, daher mit verkiimmerten, unter der
Haut verborgenen Augen. Physostomen,
Teleosteer, Pisces.
/?/("'?, stumpf, schwach, schlecht entwik-
kelt. oy>i, Gesicht. o^ij/.aior, Hohle.
Amblypoden, Plumphufer, fossile
primitive Gruppe der Hnftiere aus dem
Eocaen von Nordamerika; grofie, schwer-
fallige, in vielen Beziehungen den Elephan-
ten (Proboscidier) und Rhinoceroten ahn-
liche Tiere, mit plumpen, stets t'iinfzehigen
Fiifien; sie werden von Cope als die Vor-
laufer und Ahnen der Perissodactylen und
Artiodactylen angesehen. Pachyarthren,
Ungulaten, Placentaben, Mammalien.
Amblystoma, Gatt. der Molche; wah-
rend die meisten der zu ihr gehorigen Arten
(z. B. Amblystoma fasciatum und A.
punctatum) die fiir die Amphibien nor-
male Metamorphose von der Kiemen- zur
Lungenatmung durchmachen, behalten ein-
zelne ihrer Arten, so Amblystoma mexi-
canum, in der Regel die Kiemen dauernd
bei und werden auch in diesem Zustande
geschlechtsreit'; die unter dem Namen
Siredon pisciformis Shaw., Axolotl,
bekannte Larve von A. mexicarmm kann
nur in der Jugend durch ungiinstige Ver-
haltnisse gezwungen werden, sich zum
lungenatmenden Amblystoma mexicanum
zu venvandeln, wird aber dann als solches
nicht geschlechtsreif. Salamandrinen,
Urodelen, Amphibien.
Ambos Ambulacral-Gefii l's\ stein
15
aroiia, Mund. pit net at us, punktiert. fas-
ciatus, gebandert (weil der Korper durch
eine Anzahl querer Hautfalten geringelt er-
scheint), Seierjdan> = 2eiQqv.,myt\iologisdier
Name, Sirene. pise is, Fisch. forma, Ge-
stalt. .-l.\olotl, mexikanischer Name des
Tieres.
Ambos, (Incus), das mittlere der drei
Gehorkndchelchen der Saugetiere, iin In-
neren der Paukenhohle zwischen Hammer
und Steigbiigel gelegen; entsteht aus dem
ersten Kiemenbogen des Visceralskeletts
(Kieferbogen) und zvvar aus Resten des
Quadratbems (siehe Palatoquadratum) der
iibrigen Wirbeltiere.
uicns, incndis, Ambos von iiicndere, dar-
auf schlagen, ebenso wie Ambos vom alt-
hochdeutschen anaboz von bozan, schlagen.
Ambra, s. Physeter macrocephalus.
Ambulacra, (Ambulacralreihen ,
-felder, -zonen etc.) fiinf radial (meri-
dional) verlaufende Doppelreihen von Kalk-
platten im Hautskelett der Seeigel (Echi-
noideen), welche zum Durchtritt der aus-
streckbaren FiiBchen (AmbulacralfiiBchen)
von regelmaBig gestellten Poren durch-
bohrt sind. (Abbildung siehe bei Echi-
niden.) Im weiteren Sinne gebraucht
man den Ausdruck Ambulacra auch fiir
die in ihnen gelegen en FiiBchenreihen selbst,
wie man ihn auch auf die radialen Fiifichen-
reihen der iibrigen Stachelhauter (Echino-
dermen) iibertragen und weiterhin auch
die Namen zahlreicher, mit ihnen in Zu-
sammenhang stehender Organe (vgl. Ambu-
lacral-GefaBsystem) davon abgeleitet hat.
- Die einzelnen Kalkplatten der Ambu-
lacren bezeichnet man als Ambulacralia;
in den Arm en der Seesterne (Asteroideen)
bilden dieselben zu je zweien nebenein-
andergelagert die sogen. Ambulacral-
wirbel, an deren seitliche Enden sich in
der Regel weitere Skelettplatten, die Ad-
ambulacralia und minder konstant sog.
Marginalia anfiigen. - - Die durch die
fiinf Ambulacra augegebenen Richtungen
bezeichnet man als Hauptradien, Per-
radien, Radien 1. Ordnung oder Am-
bulacralradien , die zwischen den Am-
bulacren gelegenen Felder heiBen Inter-
ambulacra und die von diesen angedeu-
teten Richtungen Radien 2. Ordnung,
Interradien oder Interambulacral-
radien. Haeckel versteht unter Ambu-
lacrum den ganzen Organkomplex, welcher
zu jedem der fiinf Prinzipal-Kanale gehiirt
(vgl. Ambulacral- Gefaiisystem), also die
Prinzipal - Kaniile selbst saint ihrcn An-
hangen, die BlutgefaBe und Nerven iiber
den Prinzipal-Kanalen, das Kalk-Skelett
im Bereiche derselben und die Subvektoreu
oder Zufuhr-Kanale (s. d.i.
ambulacrum, Spazierweg v. ambitlare, hin-
und hergehen. ad, zu. margo, ini's, Rand.
inter, zwischen.
ambulacra!, actinal, nennt man bei
den Stachelhautern (Echinodermen) die-
jenige Seite des Korpers, welche vorzugs-
weise die AmbulacralfiiBchen (Ambulacra)
tra'gt und bei den regelrua'Big strahlig ge-
bauten Form en den Mund in ihrer Mitte
hat; die Gegenseite heiBt antiambu-
lacral oder abactinal. In anderem
Sinne versteht man unter ambulacral so-
viel wie zu den Ambulacrcn gehorig, in
den A. gelegen; den Gegensatz hierzu bildet
interambulacral oder interradial
= in den Interambulacren gelegen ; s. Ambu-
lacra.
axrii;, Iraq, Strahl. an I, gegen.
ab, weg von.
Ambulacral-Ampullen, ..
Ambulacral-Anhange, | fafJsystem.
Ambulacral-Felder, s. Ambulacra.
Ambulacral-FuBchen,\ , s Am , bu ."
. .. } lacral-GefaB-
Ambulacral-GefaBe, | system.
Ambulacral -GefaBsystem , Hydro-
canal-System (Haeck.J, WassergefaB-
system, der charakteristische, ein kompli-
ziert gebautes Kanalsystem darstellende
Fortbewegungsapparat der Stachelhauter
(Echinodermen). Derselbe beginnt gewohn-
lich auf der Oberflache des Hautskeletts
mit einer siebformig durchlocherten Kalk-
platte (Madreporen-Platte, Hydro-
p o r u s , N o t o p o r u s , Haeckel ), welche zur
Aufnahme von Seewasser client; durch sie
gelangt das Wasser in einen Kanal, der
wegen der bei den Seesternen (Asteroideen}
vorhandenen starken Verkalkungals Stein-
kanal (Haeckel: Hydroductus) bezeich-
net wird und durch diesen abwiirts in einen
ringformig die MundofFnung umgebenden
Canal (Ringcanal, Haeckel: Hydro-
circus). Von letzterem strahlen in den
Richlungen der fiinf Ambulacra (s. d.) fiinf
gr613ereCanale(Ambulacral-Gefa'Be(Haeck.:
1(5
Ambulacralia Ametabolen
Principal-Can ale) aus, um rechts und
links Seitenaste (Ambulacral-Anhange,
Haeekel: Pod ial- Can ale) abzugeben, die
durch die Poren der Ambulacren iiber die
Korperoberfliiche hervortreten und die
Ambulacral-FiiBchen (Hckl.: Hydro-
pod i en) bilden. Die Fiifiehen stellen mus-
kulose Schlauche dar, die durch Einpum-
pen von Wasser prall gefiillt und in die
ma
Fig. 1 6. Schematische Darstellung des Am-
bulacral- od. WassergefaBsystems eines
Seesterns. ap Ampulle, k Ringkanal, ma
Madreporenplatte, p Polische Blase, ; Radiar-
kanal, s SaugfiiBchen, st Steinkanal. - - Nach
Gegenbaur.
Lange gedehnt, andererseits durch Con-
traction der Muskeln ihrer Wand wieder
verkiirzt werden konnen. An ihren Enden
tragen sie meist kleine Saugscheiben, ura
sich festheften zu konnen, an ihrer Basis
sind sie mit kleinen als Wasser reservoi re
dienenden Aussackungen, den Ambu-
lacral-Ampu lien (Haeekel: Podampul-
len) versehen. - - Will ein Echinoderrn in
einer bestimmten Richtuug sich bewegen,
so streckt es in dieser seine Fiifichen aus,
verankert sich mit den Saugscheiben und
zieht dan n den Korper durch Verkiirzung
der Fiii3chen nach. Bei den Haar- und
Sehlangensternen (Crinoideen und Ophi-
uroideen) siud die Ambulacral-Anhange
nicht als Fiifichen , sondern als Taster
{Haeekel: Hydro pal pen) entwickelt, haben
daher keine Saugscheiben und Arnpullen;
auch bei Seeigeln (Echinoideen) sind hie
und da Fiifichen durch Tentakel ersetzt,
die milunter blattformig odergefiedert sind
und als Kiernen (A mbulacral-Kiemeu,
Haeekel: Hydrobranchien) gedeutct
werden.
Madrepara, von d. einen von mater, Mutter,
von anderen von [tadaoo^, kahl, glatt und
pones, JIOQOI;, Offnung, abgeleitet. ampulla,
bauchiges GefaB, Flasche.
Ambulacralia, s. Ambulacra.
Ambulacral-Kiemen, s. Ambulacral-
GefaBsystem.
Ambulacral-Radien, \
i n . i s - Ambulacra.
Ambulacral-Reinen, }
Ambulacral -System == Ambulacral-
Gefafisystem.
Ambulacral -Wirbel, \
. , }s. Ambulacra.
Ambulacral-Zonen, I
Ameisen, s. Formicarien.
Ameisenfreunde, ^ s. Myrme-
Ameisengaste, ( cophilen.
Ameisenlowe, s. Myrmeleo.
Ameisensaure, Acid, formicicum,
Formylsiiure (CH.,O a ), eine organ ische
Siiure der Fettsaure-Eeihe; sie findet sich
in dem Sekret der Giftdriise am Stachel
mancher Hautfliigler (Hymenopteren) und
der entsprechenden Driise am Hinterleib
tier Ameisen, sowie in den Brennhaaren
mancher Raupen (z. B. des Prozessions-
spinners). Die Schmerzhat'tigkeit der Stiche
der Bienen, Wespen, Hornissen usw. be-
ruht aber nicht auf der Ameisensaure, son-
dern auf anderen beigemischten Substanzeu.
Ameividen, Teju-Eidechsen , Amei-
ven, Fam. der Echsen, ausschliefilich in
Amerika. Fissilinguier, Lacertilier, Le-
pidosaurier, Reptilien. Z. B. Ameiva
surinamensis Laur.
/imcive, Teju, vaterlandische (brasilianische)
Numen.
ametabol, unveranderlich ; ametabole
Inf usorien, diejenigen Arten der Ciliaten,
welche ihre Korpergestalt nicht verandern
konnen (Gegensatz: metabole Infusorien,
s. d.). - - Ametabole Insekten s. Ame-
tabolen.
a-, ohne, un-, itfTafidV.nti', umandern.
Ametabolen, homomorphe Insek-
ten. mit direktcr Entwickelung ohne Vcr-
waiHllung (Metamorphose), bei deuen die
aus dem Ei aufikriechenden jungen Tiere
A 111 f i o n t A m m o c o e t e s
17
den geschlechtsreifen Insekten sehon im
wesentlichen gieichcn; hierzu gehoren nur
fliigellose Formen : Apterygoten u. Aptercn ;
Gegensatz: metabole Insekten.
oftos, gleich, iihnlich. /rria, -/n-faig, yered, Erzeugung.
Amphikaryon, s. Amphicaryon.
Amphilina foliacea \Vagon.. Art der
Bandwiirmer mit f'oin genetztcr Haut,
ov:dem, blattformigem, nicht gogliedorlrm
Korper; schmarotzt in der Leibeshohle
verschiedener Storarten (Acipenseriden).
Caryophyllaeidcn, Cestoden, Platoden.
h'ror, Lein, Fadcn, Netz; wegen des netz-
formigen Aussehens der Haut.
Amphimixis (Weismann), Vermisehung
der vaterlichen und miitterlieben Keim-
substanzen (und dam it der beiderseitigen
Vererbungs-Anlagen) bei der geschlecht-
lichen Fortpflanzung.
Amphimorula nennt Haeckel das
Morulastadium in der Entwicklnng der
amphiblastischen Eier. Vgl. Arophiblastula.
Mo i' it la s. d.
Amphineuren, rrmollusken, lla-
teral-symmetrische Weichtiere von primi-
tiver Organisation, mit schwach entwickel-
tem resp. riickgebildetem Kopf, aber mit
Radula. Das Nervensystem besteht aus
eincrn Schlundring und vier Langsstammen.
Mollusken.
Zwei Ordnungen:
1. Placophoren (Chitoniden).
2. Aplacophoren (Solenogastren).
reuQov, Nerv.
Amphiont, bei Proiozoen ein durch
Amphigonie (s. d.) entstandenes Individuum.
Amphioxus lanceolatus Yarell, Lan -
zettierchen, Lanzetttiseh (Fig. 21), Art
derRohrenherzeu, die niedrigst organisierte
Form der Wirbeltiere, mit schlankem, vorn
und hinten spitz zulaufendem, fisehartigem
Korper, ohne Herz, ohne Schadel, ohne
paarige Flossen; wurde zuerst 1774 von
Pallas als Nacktschnecke- (Li max lanceo-
latus) bcschrieben, blieb dann lange unbe-
achtet, bis 1834 Costa ihn als Fisehchen
(Branchiostoma lubricum) deutete ; fast
gleiehzeitig wies Yarrel das innere Axen-
skelett (Chorda dorsalis) in ihm nach und
gab ihm seinen jctzigen Xamen ; seine
Wirbeltiernatur wurde jedoch erst 1839
durch J. Miiller strikte bewiesen; Kowa-
lewsky deckte 18G7 seine entwicklungs-
geschichtlichen Beziehungen zu den Tuni-
caten auf.
a[i(pi-o!;vg , an beiden Enden zugespitzt.
luiiccola, kl. Lanze, Lanzette. //ma.\; Weg-
schnecke. lubn'cns, schliipfrig.
(if><'i-"i"/jn, Kicnion. moiia, Mund.
Amphipleura, (Haeckel), vgl. Promor-
phologie.
amphipneustisch, s. peripneustisch.
A mphipoden -- Amphiura
Amphipoden, Flohkrebse, Oril. der
Ringelkrebso, init seitlich komprimiertem
Loib und langgestrecktem Abdomen, das
an seinen 8 vordereu Segmenten Schwimrn-
t'ufi});i;iro, an den 3 hinteren naoh binteu
Ampliisbaena einerea Siraiicb (Bla-
nus ciiiereus Vand.), Nct/.\\ iililr, einzige
europaische Art.
/liii/'K, an beidcn Enden. fialysiv , gehen
(weil sie angeblich sowohl vorvviirts wie riick-
a
Fig. 21. Amphioxiis lanceolatus, schematisiert (nach einer Zeichnung von Th. Boveri).
nti Auge, c Chorda, r Ruckenmark, ; Muskeln, o Mundoffnung, ,v/> Kiemenspalten, g Ge-
schlechtsoryane, n Nierenkanale, b Peribranchialraum, p Mundung desselben, / Leber, After.
gerichtete SpringfiiBe tragt, so daB die Tiere
sieh schwiminend und hiipfend fortbewegcn
konnen; meist Meeresbewohner, einige Arten
(s. Gammariden) im siiSen Wasser; einige
Sehmarotzer. Edriophthalraen, Mala-
costraken, Crustaceen.
1. U. O. Crevcttinen.
2. U. O. Hyperinen.
3. U. O. Laemodipoden.
.TO?'?, JTO^OS, FuB.
Amphiporiden, Farailie der Schnur-
wiinuer. Enopla, Nemertinen, Platoden.
Amphiporus lactifloreus Johns.
dfitpi, auf beiden Seiten. JIOQOI;, (Jffnung
(weil die Nemertinen sowohl Mund- wie
Afteroffnung besitzen ).
/<-, ctis, Milch, flos, floris, Blume.
Amphirhinen, (Haeckel 1866), Gna-
thostomen, Paarnasen, Kiefer-
niauler, Namen, unter denen Haeckel
alle cranioten Wirbeltiere mit Ausnahme
der llundmauler (Monorhinen oder Cyclo-
stomen) zusammenfafit, da sie im (4egen-
satx zu jenen cine zweiteilige Nase (mit
2 symmetrischen Hohlen) und ein Kiefer-
skelett besitzen.
a/upt, auf beidcn Seiten. Qig, giro?, Nasc.
;')v<(9oc, Kinnbacken. oro/iia, Mund.
Amphirhinie, der Besitz eines paarigen
Riechorgans (vgl. Amphirhinen); Gegen-
satz: Monorhinie.
Am ph isbaeniden , D o p p c 1 s c h 1 o i -
chen, Fam. der Ringelechsen, \vurnif")r-
inige, fuBlose Tiere, wie Regenwiirmer in
der Erde oder unter Steinen lebend. An-
nul at en , Saurier , Lepidosaurier , Repti-
lien.
\v iiits kriechen).
Blcutus? c/iH'n'its, aschgrau.
Amphistomum, Gatt. der Sang wurmer,
mit einem Saugnapf an jedem der beiden
Korperenden, der bintere Saugnapf sohr
groB; im Darin der verschiedensten Wirbel-
tiere schmarotzend; z. B. A. subclavatum
im Frosch, A. conicum in Huftieren (Rind
u. a.), A. honiinis im IMensehen (besonders
in Indien). Distomecn, Treniatoden.
Platoden.
or6[ia, Mund (Saugnapf).
amphitroch nennt man die Larven
ciniger mariner Borstenwiirraer (Poly-
chaetcn), die auBor melireren Wimperreifen
an den beiden Korperenden nodi Wimpor-
bogen an der Baucb- und Riickenseite
tragen ; vgl. Trochophora.
TQO%O^, Rad, Reifen.
Amphiumiden, Aalmolche, Familie
der Schwanzlurche, von aalartigem Aus-
sehen, mit kurzen zarren FiiBcn mit 2 oder
3 Zehen; Nordamerika (Florida). Dero-
tremen, Urodelen, Ampbibien.
Amphiuma means L., mit 2 Zohen.
A. tridactylum Cuv., mit 3 Zehen.
AinphJiiina, vielleicht von einem vaterland.
Namen.
TQI-, 3. (5^rc^0s, Finger, Zehe. mearc,
gehcn.
Amphiura, Gatt, der Schlangensterne,
mit Schuiipcn auf der Riirkenseite des
Korpcrs; iiber dem Ursprung jcdcs Armes
zwei groBere Schuppen nebeneinandcr.
Ophiuriden, Ophiurideen, Echinodermen.
A. squamata, lebendig gebarend.
OVQU, Schwanz. sqiiainatiu;, beschuppt.
22
Amphorae a -- analog
Amphoraea (Haeckel), die hypothe-
ti-dic prakambrische Stammform aller
Echinodermen.
apcpoQEvg sox;, Urne, tragbares ((fEQSir,
tragen) GefaB mit Henkeln an beiden Seiten
Amphoralien (Haeckel), Unt. Kl. der
Amphorideen , mit den beiden Ord. der
Eocystiden und Anoruocystiden. Am-
phorideen, Echinodermen.
Amphorideen, Seeurnen, Namen,
unter denen Haeckel mehrere friiher zu
den Cystoideen gerechnete, fossile (Cam-
brium und Silurj Formen der Stachel-
hauter (Echinodermen): die Pleuro-
cystiden, Anomocystiden, A r i s t o -
cystiden u. Palaeocystiden zusammen-
faBt und wegen ihres primitive!! , noch
nicht strahligen Banes als Urahnen der
Echinodermen deutet.
XVOTIS, Blase, Beutel. jihevQa, Seite, a-
vo[to;, regellos, UQIOTO;, der beste, rr/ao?,
alt.
Amphoronien (Haeckel), Unt. Kl. der
Amphorideeu , mit den beiden Ord. der
Aristocystiden und Palaeoeystiden. Am-
phorideen, Echiuodermen.
Ampullaria, Kugelschnecke, Gatt.
der Vorderkiemenschnecken, mit kugeliger
Schale, deren letzte Windung bauchig auf-
getrieben 1st, in den siifien Gewassern der
Tropen lebend, jedoch imstande, mit Hilfe
ihrer Atemhohle selbst mehrere Monate
aulk-rhalb desWassers zuzubringen. Taenio-
glossen, Monotocardier, Prosobrauchier,
Gastropoden, Mollnsken.
ampulla, bauchiges GefaB, Flasche.
Ampullen, in der Anatomic blasen-
formige Erweiterungen an den versehieden-
sten rohrenformigen Organ en , z. B. an
drm einen Ende der Bogengange (Canales
semieirculares, s. d.) im Gehororgan der
Wirbeltiere.
Anabiose, die vielen Wirbellosen selbst
oder ihren Kcimen eigene Fahigkeit, un-
giinstige /eitcn (z. 15. Eintrockncn, Ein-
frieren dcs Wassers etc.) in einem to ten -
iihnliclicn (sclieintotcn) Zustand zu iiber-
daucrn, bci Eintreten giinstigerer Verluill-
nisse aber wicder zur viilligen Entfaltung
ihrer Lebenstatigkeit zu gelangen; man
nennt solche Tiere auch anabiotisch,
wiederbelebungsfahig.
Wiederaufleben.
Anacanthinen, Wcichflosser, U. O.
der Knochenfische, mit weichen, stachel-
losen Flosscn. Teleosteer, Pisce-s.
Familien der A.: Ophididen (Schlangen-
fische), Gadiden (Schellfische), Pleuronec-
tiden (Seitenschwimmer).
ar-, ohne. axwOa, Stachel, Dorn.
Anaemarien, s. Coelenterien.
Anaerobien, Organismen (besonders aus
der Gruppe der Bakterien) die bei volligem
Mangel von Sauerstoff dauernd leben
konnen. Die Existenz von A. war zuerst
von Pasteur behauptet worclen.
O.V-, ohne. &i]Q, depog, Luft. fiior, Lebe-
wesen.
Anaesthesie, Unem pfindlichkeit,
Empfindungslosigkeit , das Unver-
mogen zu fiihlen; - - der Zustand der A.
kann sowohl auf natihiichem Wegc durch
Verminderung der normalen Erregbarkeit
sensibler Nerven (im tiefen Schlaf) oder
durch Krankheiten, als auch kiinstlich durch
gewisse chemische Stoife (Anaesthetica
oder Narcotica: z. B. Chloroform) oder
durch Hypnotisierung hervorgerufen wer-
den; je nachdem, ob die A. durch Zer-
storung, Liihmung oder Funktionslosigkeit,
sei es der peripheral Nervenendigungen
oder der die periphere Erregung fort-
leitenden sensiblen Nervenbahnen oder
endlich der in letzter Instanz zum Zu-
standekommen einer Beriihrungs- oder
Temperat urwahrnehmungerforderlichen Ge-
hirnteile selbst verursacht wird, unter-
schcidet man zwischen peripherer, Leitungs-
und zentraler A. Den speziellen Fall der
A., in dem kein Schmerz mehr empfunden
wird, z. B. in der Narkose, hat man als
Analgesic, friiher wohl auch als A no-
ch lesie oder Anodynie bezeichnet.
nl'nOijat^, Gefiihl von alo'fravsadat , \vahr-
nehmen. rdgxt], Lahmung, Betiiubung. 7/o?,
otii'i'i], Schmerz. S%h]ais, Belastigimg.
anal, aftcrwtirts, am After, in der Gegend
des Afters (Anus) gelegen.
aii2ts, Krcis, After.
Analdriisen, s. Afterdriisen.
Analgesic, Schmerzlosigkeit, s. An-
aesthesie.
Anallantoidien, s. Amnioten.
analog, in der Funklion entsprechend,
physiologisch gleiclnvertig (vcrgl. Ana-
logic).
Analogic - - anconneus
ui' <'<./.< i]' i >^, verhaltnismaBig v. <\ru, gemulj und
/.ir-n;, Vcniunft, Begriff, Verhaltnis.
Analogic, Ubereinstimmung mehrerer
Dinge in einzflnpn Merkmalen; in der
Zoologie die Ubereinstimmung von Organen
in physiojogischer Hinsieht, d. h. in Riick-
sieht auf ihre Funktion: analoge Organe
sind also z. B. die Kiemen der Fische
und die Kiemen der Muscheln. Die A.
folgt meistens aus der Anpassung an
gleiche Lebensfunktionen. Vgl. Homologie.
Anamnien(Haeckell8(>6)s. Amnioten.
Anaplasis: man unterscheidet im all-
geineinen drei Perioden in der nachembryo-
naleu Entwicklung eines jeden Individuums,
die Jugend, das Reife- und das Greisen-
alter; Haeckel bezeichnet diese drei Sta-
dien als Anaplasis oder AutbiIdnng(Evo-
lutio), Metaplasis oder Umbildung
(Trans vol utio) und Gataplasis oder
Riiekbi Idling (In vol utio).
ava, auf, hinauf. ^T/MOI^, Bildung. fisra-
.TArrrn p , umbildcn. xarazTJMTTEir, zuriick-
bilden. voh'cre, walzen.
, heraus. trans, jenseits. /;/, gegen.
Anaptychen, vgl. Aptychen.
Anas, s. Anatinen.
Anastomose, in der Anatomic die Ver-
einigung zweier BlutgefaSe oder Nerven
unter einander durch ein Verbindungsstuck.
avaar6[Acoai$, Miindung, Eimmindung von
oro'rt, Mund.
Anatinen, Eii ten, Fain, der Schwimm-
vogel. Lamellirostren, Natatoren (Pelar-
gornithen), Carinaten, Aves.
Anas boschas L., Wildente, Stamm-
form der Hausente.
A. domestica L., Hausente.
A. (S o in a t e r i a) m o 1 1 i s s i in a L. , Eidcr-
ente, an den arctisehen Kiisten des Atlan-
tischen Ozeans (liefert die Eidcrdunen).
ivias, finat/s, Enle. fioaxd;, eine Entenait.
domesticus, zum Hause (cfoiuns) geh<">rig. niol-
//.v, \veich. owua, cirog, Korper. k'oiov,
Wolle.
Anatomic, die Lehre von Form und
Ban des tierischen (und pflanzlichen) Kor-
pers als Z \veig der Morphologic (s. d.),
dann die Untersuchung des K(oxos, Mensch. Cwor, Tier.
I'Tiif, Pflan/e. I'aror, (3ewebe. /.<'>/<>-.
I.ehre. describcre , beschreibeii. TU.-TO^,
Ort, Lage. ygtif/ fii-, beschreiben. nor/ua,
das RichtmaB, Regel. .-juOo*, Krankhcit.
anaxon, s. asymmetrisch.
Anaxonia, vgl. Promorphoiogie.
Anchitherium, Aliohippus, tertiarer
(mioeiiner) Vorliinfer der Pferde mit drei
Zehen am Vordcr- und Hinterhin 1 . Vgl.
Equiden.
Anchovis Anjovis.
anconaeus, zum Ellenbogen gchorig.
ayxcor, Ellenbogen.
Ancylostomum An trail hi
Ancylostomum, s. Dochmius.
Andrias Scheuchzeri Tschudi, fossilc
grofie Salamanderarfc, (Pliocan von Onin-
geii), die mit dem in Nordamerika and
Ja])an hcule noch Icbenden Biesensala-
mander (Cryptobranchas) nachst verwandt
ist; bekannt durch den Irrtuni ihrcs Ent-
deckers J. J. Scheuchzer (1726), der in ihr
die Reste eincs bei der Siindflnt umge-
kommenen Menschen (,,homo diluvii tristis
testis") erblickte; die richtige Deutung
gab Cuvier. Salamandrinen, Urodelcn,
Lissampbibien, Ampbibien.
avdQidg, Bilcl fines Mannes.
Androctonus australis L., tropisehe
(Nord- n. Mittelafrika) Art der Skorpione,
deren Stieh aafierst schmcrzhafte, aacb
fiir den Menschen nicht selten todliche
Wundeu verarsacht. S c o r p i o n i d e e n ,
Arthrogastren, Arachnoideen.
un'/o, avdgog, Mann, xrornir, t(")ten, morden.
r?>\ tragen.
Anelasma squalicola Lov., nngepan-
zerte, weicbhautige Art der Entenmuschel-
krebse, in der Haul von Ilait'isclii-n iScjua-
liden) cingebohrt schmarotzend. Lepa-
diden, Cirrijicdieii, Entomostraken, ( 'ru-
staceen.
ilr, ohne. r/.nniin, 1'latte.
squulis, Haifiscb. colcre, bcwohnen.
Anemonia equina L., Sceanemone,
Art der Seerosen. M a 1 a c o d e r m en,
Hexacorallien, Anthozoen, Cnidarien.
dvf/io>ri], Anemone, Windroschen (aref-iog,
Wind), cqinis, Pferd.
Aneturen, s. Cebiden.
Anfractus nennt man bei denjenigen
Scbnecken (Gastropoden) , welche spiral
gewundene Schalen besitzen, einen Urn-
gang der Schalenwindungen ; die Zahl der
Uin gauge nimmt mit dem Wachstuin des
Individaums zu, ist aber fiir erwachseueTiere
einer mid derselben Art ziemlich konstant.
anfractits, Umbiegung, Kriimmung.
Angelglied, s. Cardo d).
Angioblast, GefafJblatt, Bezeiehnung
des Darmfaserblattes (s. d.), soweit aus ihm
die BlutgefaBe ihren Ursprung nehnien.
dyyeTov, GefaB. pXaaro?, Keim.
Angiologie, Gefafilehre, der die Er-
forscbung des Gefafisystems (Bint- and
Lymphgefa'Be) betreibende Zweig der Ana-
tomic (s. d.).
Ao'yo?, Lehre, Wissenschaft.
Angiostomen, O p o t e r o d o n ten,
Engmauler, Wnrmschlangen, U. O.
der Schlangen, kleine, in der Erde wiih-
lende, blinde Tiere, mit (im Gegensatz zu
iibrigen Schlangen) nicht erweiterungs-
fahiger Mundspalte, mit soliden Haken-
zabnen entweder nur im ( )ber- oder nur
im Unterkiefer. Ophidier, Lepidosaurier,
Reptilien.
1. Fam. Typhlopiden.
2. Fam. Uropeltiden.
3. Fam. Tortriciden.
oro/ia, Mund. OJIOTEOCX;, einer von beiden.
oi5ot's, orro?, Zahn.
Anguiden, Scbleichen, Fam. derEid-
echsen, mit scblangenahnlichem Korper
und mehr oder weniger riickgebildeten
Beineu. Brevilingaier, Saaricr, Lepido-
saarier, Reptilien.
Angtiis fragilis L., Blindschleiche.
(iiigjtis, Schlange von ampere, wiirgen.
frugil/'s, zerbrechlich.
Anguilla vulgarisL., gem einer Aal.
Fluloaal, Art der Aaltische, deren Ent-
wicklim- scit altrstcr Zeil Anlali zu Fabeln
gegeben hat and jetzt noch nicht viillig
aufgeklart ist; soviel ist bekannt, dali die
Aale zar Zcit der Fortpflanzung (mcist im
Spiitjahr) ins Meer gehen, uud dafi ihre
An guillu li d en A 1 1 i s o in y a r i e r
25
Brut bandformige zarte durchsichtige
Fischchen mit farblosem Blut mid klcinem
Kopf sind (daher friiher untcr doin Namen
Leptocephalus brevirostris (Fig. 22)
als besondere Fischart beschrieben), \velchc
in der Tiet'see lebcn , eine Metamorphose
durchmachen und claim (vernuitlich) iiu
Friihjahr des iibernachsten Jahres in grofien
Scharen (in Frankreich Montee, in Ita-
lien Montata genannt) wieder die Fliisse
hinaufwandern; dort vcr-
bleiben sie eine Reihe von
Jahren (vermutlich etwa 5),
um dan n gegen die Zeit der
Geschlechtsreife wieder das
Meer aufzusuchen , wo sie Fig. 22. Die
\vahrschcinlich als Tiefsee-
fische weiter lebcn. Apodcn, Physo-
stomen, Teleosteer, Pisces.
ungiiilla, Aal von anguis, Schlange (wegen
seiner schlangenformigen Gestalt). nilgaris,
gewohnlich. fajiToq, zart. Xtilien.
a-)'on<>;, ungesetzmafiig. odovs, <'>rr<^-, Zahn.
Anomosceles, s. Anomaxillen.
Anomuren, U. O. der zehnfiiliigen
Krebse, mit begiunender Ruckbildung des
anonymus -- anosmotische Saugetiere
Abdomens mid nack vorne umgeschlageuer,
reduzierter Sckwanzflosse. Zn den A. ge-
horen die Einsiedlerkrebse (Pagurideu)
und einige verwandte Formen. Deca-
poden, Malacostraken, Crustaceen.
a-ro/jog, ungesetzmafiig. ovpd, Schwanz.
anonymus , unbciiannt. T r u n c u s
anonym us, ein Arterienstamm des
Menschen, der aus dem Aortenbogen ent-
springt und sich in die Carotis conmninis
dcxtra und die Arteria subclavia dextra
spaltet. Ye n a a n o n y m a , beini Menschen
jederscits ein grofier Venenstamm, der das
Blut von Kopf und Ann in die obere
Hohlader fiihrt.
at'-, ohne, oro/na, Name.
Anopheles, Gatt. der Stechmiicken.
Die A.-Arten haben neuerdings eine be-
sondere Bedeutung erlangt, da sie als
Zwischemvirte der Malaria - Parasiten er-
kannt worden sind. Der Par as it lebt als
Fig. 23. Anopheles claviger Fabr. Liinge
(inkl. Mundwerkzeuge) 8 11 mm. Nach
Grassi, 1900.
Jugendform in der Speickeldriise der
Steclimucke, durch deren Stich er mit dem
Speichel in das Blut des Menschen gelangt.
Culiciden, Nemoceren,Dipteren, Insekten.
av-uxpsl^g, nutzlos beschwerlich.
Anopla, I'. < >. der Schnurwiirmer, mit
Metamorphose und unbewaffnetem Riissd
(ohne Stilet). Nemertinen.
1. Palaeonemertinen.
2. Schizonemertinen.
avojtA.Oj waffenlos. (OJT^M, Waffcn.)
Anoplocephala (Taenia) plicata,
Zeder, Pf erd e b a n d w u r in , Art der Band-
\viirmer, ohne Hakcnkranz am Kopf (Sco-
lex), im Pferdedarm. Taeniadcn, C e s t o d e n ,
Platoden.
xfffah], Kopf. plicahis, zusammengefaltet.,
Tati't'a, Band (Bandwurm).
Anoplotheriden, fossile (Eocaen und
Oligocaen von Europa) Gruppe der Paar-
h ufer (Artiodactylen) mit vollstandigcm
(IcliiPj (Backzahne seleno- bunodont) und
dreizehigen Fiiflen; zwischen den Schwein-
ticien (Choeromorphen) und Wiederkauern
(Runiinantien) stehend.
if, unbewaffnet (weil ohneHorner etc.).
, Tier.
anorganisch, unorganisch (ohne Or-
gane, s. d.), unbelebt; als anorganische
Natur bezeichnet man das Mineralreich
im Gegensatz zum Pflanzen- u. Tierreich,
die die organ ische Natur bilden. Gegen-
satz : organisch, organisiert.
ar-, ohne. ogyaror, Werkzeug v. tQ-yov,
Arbeit.
Anorganologie, A biologic, von
Haeckel vorgeschlagene, zusammenfassende
Bezeichnung aller Wissenschaften, die sich
mit den unbelebten (anorganischen) Kor-
pern beschaftigcn (also Mineralogie, Geo-
logie, Meteorologie etc.), im Gegensatz zur
Biologic (s. d.), der Lehre von den belebten
Wesen (Organismen).
}.6yog, Lehre. d-, ohne. fiiog, Leben.
Anorgologie == Anorganologie.
anosmotische Saugetiere (Gegen-
baur), Bezeichnung der Wale (Cetaceen),
deren Riechapparat verkiimmcrt ist, im
Gegensatz zu den meisten anderen Stiuge-
tieren (osmotische S.) mit wobl ausgc-
bildetem Geruchsorgan. Wiedcrsheim un-
terscheidet ebenso nach der Entwicklung
des Riechapparates miter besonderer Be-
riicksichtigung der ccrebralen Verhiiltnissc
(vgl. Riechhirn) die Zahnwalc (Denticetcni
als anosmotisch von der groSen Mehr-
zahl der i'lbrigeu, m acrosmatischen
Saugetiere, daneben aber noch die Barten-
28
An pus sung - - Antennen
wale (Myst ice-ten ), Flossenraubtiere (Pinni-
pedier) u. Primaten als microsmatische
S. Gegenbaur dagegen bezeichnet die
Primat.cn vvegen der Scheidung ihrcr Nasen-
schlcimhaut in zwei Halften, von denen
nur die eine (s. Regio olfactoria) zum
Riechen dient, als hemianosmotisch.
)'-, ohne. 6o/ii], Geruch. fyu, halb.
/tango*;, groB. /UXQOS, klein.
Anpassung (Adaptation, Adap-
tion), die Entstehung einer zn den Uin-
gebungs -Verhaltnissen passenden Organi-
sation des Tieres. Wenn die aufteren Ver-
haltnisse sich andern (z. B. Klima, Pflanzen-
wuchs, Feinde), kann eine Tierart meist
nur dann erhalten bleiben , wenn sie den
neuen Verhaltnissen sich anzupassen ver-
mag (Anpassungsfahigkeit, (Adaptabili-
ta't). - - Es gibt eine Anpassung des Indi-
vid uums an die Lebensverhaltnisse, in
\\clchen es sich bei'indet oder die Leben s-
weise, zu welcher es gezwungen ist (di-
rekte oder aktuelle Anpassung); diese
individuelle Anpassung beruht auf der
f unktionellcn Anpassung, indem ein
starker in Anspmch genomnienes Organ ge-
kraftigt wird, eiu au(3er Gebrauch gesetztes
Organ an Kraft einbiifit. Nach derLehre von
der Vererbung der im individuellen Leben
erworbenen Eigenscliaften (Lamarckis-
mus) kann man aus der Anpassung der
ludividuen die Anpassung der Arten ab-
leiten. - Wenn man aber die Lehre von
der Ycrerbung der im individuellen Leben
erworbenen Vcriinderungen nicht anerkennt,
so niufi man die Anpassung nach den Prin-
zipien der I) a r winschen Selektions-
lehre in der Art erklaren, daft von den
verschiedenartigen Variationen nur dieje-
nigen erhalten bleiben, welche zu den Lebens-
verhaltnissen passen. Indirekteod. poten-
tielle Anpassung s. potentielle Anpassung.
dddptiire, anpassen. variarc, veriindern.
directns, geracle, ohne Umschweife. actiicll,
wirklicli, sofort wirksam von act us, I land-
lung, Tat. fiim-tio, Tatigkeit.
Ansa, Schlinge, Bezeichnung einer
cinfachen Verbindung (Anastomose) zweier
Ncrven.
iiusa, Griff, Handhabc.
Anseres, Giinse, Fain, der Sdiwimm-
vogel. Lamellirostren, Natatoren (Pelar-
gornithen), (Jarinuten, Avcs.
Anser domes ticus L., Hausgans.
A. ferns Xauin., Wildgans, Stain m form
der vorigen.
A. torquatus Trisch., Bernikelgans,
Ringelgans, mit schwarzem, in der Mitte
einen vveiBen Federring tragenden Hals.
atiser, en's, Cans, fcrus, wild, doincsticus,
zum Hause (domits} gehorig. lorqitatns,
mit einem Halsband (torques) versehen.
Bernikelgans v. schottischenNamen berna< // .
Anseriformen, s. Lamellirostren.
Antagonisten nennt man in der Ana-
tomic diejenigen Muskeln, die sich in ihrer
Wirkung entgcgenarbeiten, z. B. Adduk-
toren u. Abduktoren ; GegensatzSynergisten.
array cor iciTijg, Widersacher.
antarctische Region (Oircumpolar-
region), eine der tiergeographischen Re-
gionen (s. d.), das Land um den Siidpol
umfassend; von den fur sie charakteristi-
schen Tierformen sind besonders die Pin-
guine (linpennes) zu nennen.
avraQXTixog, dem Norden (agxrog) gegen-
iiber (avri) liegend, siidlich. circnni, um,
ringsum. JTO^OC, Axe, Pol.
Antebrachium, der Vorderarm, Unler-
arm (s. d.).
ante, vor; brachnim, Arm.
Antedon rosacea Norm. (= Comatula
mediterranea Lam.), Art der Haarsterne
(Fig. 24), mit lOArmen und 30 40 Ranken
(Cirren); in der Jugend festsitzend (Pentacri-
nus-Stadium). Comatuliden, Neocrinoideen,
C r i n o i d e e n , Echi nodermen.
Avdt'/dcor, griech. Name, rosaceus, rosenfarbig.
Antennaten, von vielen Zoologen aus
anatomischen und entwicklungsgeschicht-
lichen Griinden beliebte Zusammenfassung
derjenigen Arthropoden, welche ein Paar
Antennen haben (Protracheaten , Myria-
poden und Insekten) im Gegensatz zu den
Crustaceen (2 Antennenpaare) einer- u. den
Arachnoideen (ohne Antennen) andererseits.
Antennen s. d.
Antennen, die gegliederten Fiihler
(Fiililhorner) der Crustaceen (2 Paare: erste
und zweitc Antennen), sowie der Protra-
i-hcaten, Myriapoden und Insekten (ein
Paar); sie sind aus den vordcrsten Glied-
nialicnpaaren des Korpers hervorgegangen
und dienen als Triiger von Sinnesorganen
(Gcruchsorganen, Tastorganen u. a.). Ihrc
Gestalt ist sehr mannigfaltig, man unter-
scheidet danach gerade, gebrochene, ge-
knopfte, gekeulte, gekammte, fadenformige,
anterior - Anthozoen
29
borstenforraige, mit einer Fiihlerborste
(Arista) vcrsehene Antennen etc. (Fig. L J 5).
antenna, Raa, Segelstange, arista, Spitze,
Granne, Borste.
anterior, vorn liegend.
Antennendriise, griine Driise,
bei den mei.sten hoheren Krebsen
(Malacostraken) jederseits an der Basis
der zweitcn Antenne nach aufien niihi-
dcndc, oft spangriingefarbtc Driise,
exkretorischen Funktioncn dionond.
Anthodium, pentaradiale Am-
bulacral-Rosette, dor gauze Be-
zirk der ovalen (vcntralen) Korpcr-
fh'iche der Echinodermen , der von
t'iinf Ambulacren mid dem in ihreni
Ausstrahlungs-Mittelpunkt gelegencn
Mund eingenommen wird.
drOwSijc, blumenartig (V(9oc, Blume).
Anthomedusen, Anthusen
(Haeckel), Ocellaten, Blumen-
q nail en, Ordnung der leptolinen
Hydroinedusen , deren Geschlechts-
driisen in der Magemvand liegen;
ohne Horkolbchen, aber mit Augen-
flecken. Die A. stehen in Gene-
rationswechpel mit den Tubularien,
deren geschlechtliche Generation sie clar-
stellen.
ocellus, kl. Auge (ocithts). medusa (s. d.),
Oualle.
Anthomyia, I>lum cnfliege, Gatt. der
Fliegen, erwachsen auf Bliiten und Blattei'n,
/tvTa, Fliego. canicn/ar/x , 7iim Hands-
stem (canicit/a) gehorig, hochsommeriich.
Anthostichen, ('I y peas I ronion , sog.
kiefertragende irregulfirc Sceigd (irregulare
Gnathostomen); Hceigt-1. dcrcn After ans
Fig. 24. Antedon rosacea (aus Boas).
dem Scheitelfeld in das hintere Interam-
Inilacrum geriickt ist; der Mund mit meist
gut entwickeltem Zahngerust befindet sich
unten in der Mitte. Echinoideen, Echi-
nodermen.
f, Reihe. clypens, Schild. aster, Stern.
1 '3 4 567
Fig. 25. Antennen verschiedener Insekten. I borstenformig, 2 fadenformig, 3 perlschnur-
formig, 4 kainmformig, 5 7 keulenformig (5 gebrochen, 7 mit Blatterkeule) - (aus Boas
Lehrbuch).
als Larven besonders an Pflanzenteilen
lebend. Musciden, Muscarien, Dipteren,
Insekten.
A. canicularis, Hundstagsf liege.
Anthozoen (Ehrenberg 1833), Actino-
zoen (Bronn I860), K o r a 1 1 e n t i e r e,
Bin men tier e, Kl. der Nesseltiere, fest-
sit/.ende, dureh Knospung oder unvoll-
30
An thracotheriden - - An thropophagie
stand ige Teilung mcist Stock e bildendc
Polypen von 4-, (>- oder mehrstrahligem,
aber bilateralem Ban; mit cingestiilptoin
ectodermalem Schlundrohre und entoder-
malen Magcnleisten (Septen), die sich am
Schlundrohr anhcften und so den Gastral-
ranin in cinen Zentral-Magen und mehrere
Radial-Kammern teilen (vgl. auch Polypar).
In der Umgebung des Mundes steht ein
Kranz von Tentakeln, wodurch die Tiere
oft ein blumenahnliches Aussehen erhalten.
Viele haben cin Kalkskelett (s. Corallen).
Gnidarien. -- Die gewohnliche Einteilung
untcrscheidet zwei Orel nun gen der A.:
Octocorallien und Hexacorallien. Hacckel
teilt die A. in zwei Legionen oder Unter-
klassen : Alcyonarien oder Stephocorallen
und /oantharien oder Astrocorallen.
xn'c, '"roc, Strahl. fcDor, Tier.
Anthracotheriden, fossile Fain, der
Srhweintiere (Eocaen, Oligocacn, Miocaen),
die Stammgruppe der Schweine und Flufi-
pt'erde. Choeromorphen , Artiodactylen,
Ungulaten.
Anthropinen, Ho in ines, Menschen ,
Fain, der schwanzlosen Catarhinen, von
anderen als eine U. O. der Herrcntiere be-
tracbtet. P r i m a t e n , Placen tal ien, Mam-
malien. Vgl. Homo sapiens.
av&QOMiog, J/ouio, Mensch. sap/ens, weise,
verstandig.
Anthropismus (Haeckel), diejenige Art
der Weltanschauung, welche ,,den mensch-
licben Organismus in Gegensatz zu der
gesamten iibrigen Natur stellt, ibn als vor-
bedachtes Endziel der organ iscben Sc'b(")p-
fung und als ein prinzipiell von dieser
verschiedenes , gottahnliches Wesen auf-
fafif. Als drei ,,anthropistiscbe Dogmen"
lassen sicb unterscbeiden :
1. Das anthropocentriscbe Dogma,
daI3 der Mensch Mittelpunkt u. End-
zvveck alles Erdenlebens sei;
2. das anthropomorphe Dogma, daS
Gott ein menschenah.nlicb.es Wesen sei;
3. das an thropolatrische Dogma,
dal'i der Mensch cin gottahnliches
\Vesen sei, begabt mit einer ,,im-
matericllen Seele", mit ,,absoluter
Willensfreiheit" und ,,personlicber Un-
sterblichkeit".
t-<-ntntni, Mittelpunkt. [iOQ, Auge)
wegen der sprichwoi tlich schonen Augen
dieser Tiere, besondeis der Gazellen.
Antilocapra, zusammengezogen aus Antilope
capra (capra, Ziege).
doQxd*;, Gazelle, von 8sQxea i &ai, blicken.
(s. oben). rupcs, Fels. Gazelle, v. arab.
. gazdl, wilde Ziege, Hirschziege.
Antimeren (Haeekel 1866), Gcgen-
stiickc, homotypische Teile (Bronn
1858), die ncbeneinander liegenden, unter-
einander gleichen odor a'hii lichen Teilstiicke,
in die man symmetrisch oder strahlig
(radial -sym met risch) gebaute Tiere durch
eine oder niehrere Schnittebenen /erlegen
kann; zvvei Antimeren besitzen die soge-
nanntcn bilateral - sym raetrischen" Tiere
(Weich-, Glieder-, Wirbeltiere), drei viele
Radiolarien, vier die meisten Medusen,
funf die meisten Echinodermen, scchs die
meisten Anthozoen, acht alle Ctenophoren
und Octaetinien.
Gegensatze: Metameren, Parameren, Epi-
meren (s. d.).
fit-Qo::, Teil.
Antipatharien , Anticorallien,
H o r n k o r a 1 1 e n , U. O. der Korallentiere,
in Stocken mit glanzend schwarzem, hor-
nigeni Achsenskclett, das von einer weichen,
die Einzelpolypen enthaltenden Rinde
(Coenenchym) iiberzogen ist. Hexacorallien,
Anthozoen, Cnidarien, Coelenteraten.
Antipathes larix Esp. , schwarze
Koralle, wegen der Policrbarkeit ihrer Achse
ira Orient als Schmuckgegenstand gesucht,
aber auch als Schutz- und Gegenmittel
gegcn Bezauberung und Yorgil'timg ge-
tragen.
ai'Ti.TdOi/^j gegenwirkend v. drn\ entgegen
und jTudo;, Schicksal, MiBgeschick, Leid.
fcUe).
Antistomium, A n t i s t o m , die dem
]\Iunde gegeniiberliegende (aboralc), in der
Regel den After umgebende (vgi. Periproct)
Flache eines Tierkorpers; Gegensatz Peri-
stom(ium).
arofia, Mund.
Antliaten, s. Dipteren.
Antorbitalf ortsatz , P r a e o r b i t a 1 -
fortsatz, Processus ant- oder prae-
orbitalis, vor der Angenh<">hle (Orbita)
gelegener Vorsprung am Schadoldach der
Knorpelfische ( Selachier und Chondrosteen).
prne, vor. orbiia s. d. processits, Vorsprung.
Antrum genitale, bei zahlreichen, zwitt-
rigen Wiirmern (z. B. den Tricladen, vielen
Cestoclen etc.) die kleine Hohle, in welchc
die miinnlichen und weiblichen Geschleehts-
gango ausmiindcn.
imtriini, u.rroor, Hohle. grnifalis, zur Zeu-
gung gehorig.
Antrum Highmori, s. Sinus maxil-
laris.
Anuren, Batraehier, Ecaudaten,
Froschlurche, Orel, der Lurche. deren
jiingste Gruppe sie bilden (erst voin Tertiiir
an): nackthautig, schwanzlos , mit ge-
drungenem Korper und kraftigen Beinen.
Amphibien.
1. Aglossen, z. B. Pipa americana.
2. Phaneroglossen (Discodactylen nnd
Oxydactylen) z. B. Rana, Frosch.
dr-, e-, ohne. OVQU, canda, Scliwan/.
/?rpa^o?-, Froscb.
Anus, s. After.
Aorta, Hanptschlagader, grofie
Korperarterie, Ur- oder Prinzipal-
arterie (Arteria principalis), die starkste
Schlagader des Wirbeltierkorpers u. gleich-
zeitig der Ursprung aller an deren Arterien
(s. d.) desselben ; sie entspringt beim Men-
schen (und bei den Saugetieren) mit einem
unpaarcn Stamin (Aorten- oder Arte-
rienstiel, Trillions aortae, Truncus
arteriosns) aus der linken Herzkammer,
steigt zuerst eine kurze Strecke in der
Brnsthohle nach auf warts (Aorta ascen-
dens), schlJigt sieh dann im Bogen nach
hinten und links nm ( Ao r ten boge n ,
Aorta
A re u s aor tae) (Fig. 2< ), um dicht vor (ven-
tral) und Kings der Wirbelsaule nach ab warts
zu verlaufen (Aorta descendens). Sie
passiert dabei zuerst die Brusthohle ( B r u s t -
aorta, A. thoracica) und tritt tlann
I II
zum Kreuzbein (Sacrum) als Artcria sa-
cralis media, bei den Tieren mit ent-
wickeltem Schwanz in diesen als Schwanz-
arterie (Arteria caudal is) fort. - Die
Entwicklung der A. zeigt bei den Sauge-
III IV
Fig. 26. Schematische Darstellung der Umbildung der Anlagen der Arterienb<")gen in den
wichtigsten Wirbeltierklassen. Hell: die Anlagen, welche zugrunde gehen. Schwarz: die
Arterien mit venosem Blut. Schraffiert: die GefiiBe mit arteriellem Blut. Von links nach rechts.
I Dipnctistcn, II UrnJc/rn mit Lungenatmung, III Repti licit. IV Vogcl. (Bei Saitgeticreii
wiirde nicht der rechte, sondern der linke Aortenbogen erhalten bleiben.) ast Arterienstiel,
(70 venose Aorta der Rcptilicu, ao 1 arterielle Aorta; a, b die fast allgemein schwindenden
Bogen. / 4 die iibrigen Bogen: / Karotidenbogen, 2 Aortenbogen, 4 Pulmonalisbogen, db
dessen Verbindung zur Aorta descendens, Ductus Bolalli, k Kiemenkapillaren, ad Aorta descendens.
unter Durchbohrung des Zwerchfells in
die Bauchhohle iiber (Bauch aorta, A.
abdominal is), wo sie, nachdem ihr Ka-
liber clurch Abgabe zahlreicher Aste be-
deutend an Unifang verloren hat, in
Fig. 27. Verlauf
des Aortenbogens
beim Menschen
(nach Heitzmann).
1. Aorta ascen-
dens,
2. Arteria ano-
nyma,
3. Arteria sub-
clavia dextra.
4. Carotis dextra.
5. Carotis si-
nistra.
6. Arteria subcla-
via sin.
7. Arcus aortae.
8. Aorta descen-
dens.
der Hoke des letzten Leudeinvirbcls unter
gabliger Bpaltung in die l)eiden Hiift-
arterien (Arteriae iliacae commu-
nes) scheinbar ihr Ende erreicht. In
drr Tat abcr setzt sie sich von hier noch
als viel sclnviichcn-s Octal) licim Menschen
- 8
tieren in der Hauptsache die gleiehen Ver-
haltnisse wie bei den iibrigen Wirbeltieren ;
aus dem Truncus arteriosus, der als ein
unpaares, die vordere Verliingerung des
embryonalen Herzschlauehs bildcndes Ge-
fa'fi entsteht, entspringen urspriinglich zwei
Arterien, die primitiveu Aorten (Ur-
arterien, auch hintere Wirbelarte-
rien, Arteriae vertebrales posteri-
or es genannt), welche nach beiden Seiten
hin bogenformig und zwar unter Bildung
mehrerer (urspriinglich 0) Paare von Aor-
tenbogen ( Arterienbogen) die Anlagc
der Kopfdarmhohle und die Kiemcnspalten
umgreifen, sich sodann wieder begegnen
und ventral von der Anlage des Achseuske-
letts (Chorda dorsalis) unter Abgabe seit-
licher Aste (Dottergefafie , siehe dort)
parallel zu cinander zum Hinterende des
Korpers verlaufen. Bei alien Wirbel-
tieren verschmelzen die beiden primitiven
Aorten auf der Strecke ihres parallelen
Verlauf s zu einem einheitlichen Stamnic,
der unpaaren Aorta (A. descendeus der
Siiugetiere). Die Aortenbogen dagegen er-
fahren in den einzelnen Wirbeltierklassen
ein verschiedenes Schicksal ; bei den Fischen,
den Dipneusten und zum Toil auch den Am-
phibicn, dcrcn Kiemenbb'geri respiratorische
Aorta abdominal is - Aphrpphora spurn aria
33
Organe (Kiemen) tragen, fiihren siedas Blul
y.n den Kiemen (Kiemen -Arterien ), bei
den iibrigen Wirbeltieren dagegen gehcn
sie im Zusammenhang mit dem Schwund
der Kiemenspalten und der Umbildung dcr
Kiemenbogen /urn grofiten Teil /ugrunde
oder \verden in andere Arterien (x. B. die
Lungenarterien) umgewandelt ; bei den
Reptilien (im erwachsenen Zustand) ist
daher nur noch ein einziges Aortenbogenpaar
{das vierte der 6 urspriinglichen) vorhanden
{Fig. 2t> III), wahrend die Vogel encllich
von diesem nur noch den rechten (Fig. 20 IV),
dio Saugetiere nur noch den linken Bogen,
Arcus aortae (Fig. 27) besitzen. Im iiber-
tragenen Sinne bezeichnet man auch bei
manchen wirbellosen Tieren die Haupt-
blutgefafistamme als Aorten.
aoQTt], die groBe Korperarterie von aeiofir,
heben, tragen, von Aristoteles fur die Haupt-
arterie eingefiihrter Name, weil an ihr das
Herz hangt. aQzrjQt'a, Schlagadcr. truncits,
Stanim. principal is, hauptsachlich. asct'it-
dere, hinaufsteigen. descendere, hinabsteigen.
arctis, Bogen. $w>a , Brust. abdomen,
Hinterleib, Bauch. ilia, die Weichen, Hiiften.
sacrum, Kreuzbein (s. d.). cauda, Schwanz.
primitivus, uispriinglich. vertebra, Wirbel.
Aorta abdominalis,
Aorta ascendens,
Aorta descendens, s. Aorta.
Aorta thoracica,
Aortenbogen,
Aortenklappen, drei im Inneren der
Aorta der Saugetiere nahe ihrer Ursprungs-
stelle aus dem Herzen gelegene Klappen,
welche das Blut zwar aus dem Herzen in
die Aorta eintreteu lassen, nach beendeter
Zusammenziehung (Systole) der Kammern
aber mit ihren Randern sich aneinander-
legen und dadureh das Ruckstromen des
Blutes ins Herz verhindern.
Aortenstiel, s. Aorta.
Aortenwurzeln heiBen bei den Fischen
und bei anderen durch Kiemen atmenden
Wirbeltieren diejenigen GefaSe, welche das
Blut aus den Kiemen zur Aorta descendens
fiihren.
Aortenzwiebel, s. Bulbus aortae.
aorticus, zur Aorta gehorig.
Apertura, die Offnung oder Miindung
der Schalen der Schnecken (Gastropoden) ;
der oftmals gewulstete Rand derselben heiBt
Per is torn.
a peri re, offnen. TTSOI, um. oroiiu, Mund.
Ziegler, Zoologisches Lexikon.
Apex, Spit/e, Scheitel, die nach
oben gekehrte Seite; daher apical = nach
oben gerichtet, apicaler Pol == oberer
Pol, Scheitel pol; speziell versteht man
unter Apex
1. die Schalenspitze der mit kegelfor-
migenSchalen ausgeriisleten Schnecken
(Gastropoden);
2. Scheitelf eld , die vielfach auch als
Periproct (s. d.) bezeichnete Umgebung
des (nach oben gerichteten) Afters
vieler Seeigel (Echinoideen), die durch
einen doppelten Kranz von 10 (5 Ba-
salia und 5 Radialia) radiar angeord-
neten Kalkplatten (apicales Skelett,
Apicalapparat , Scheitelappa-
rat) ausgezeichnet ist.
ape.\, ids, Spitze.
Aphanipteren , Siphonapteren,
Flohe, Ord. der Insekten, fliigello.s, mit
saugenden und stechenden JNIundwerk-
zeugen und vollkommener Verwandluug
(Larven fuBlos). Leben schmarotzend auf
Saugetieren und Vogeln. Die A. warden
friiher als U. O. zu den Dipteren gestellt,
von denen sie sich aber durch die Bildung
des Mittelleibes und die Gliederung der
Unterlippe unterscheiden. Insekten.
Einzige Familie: Puliciden (s. d.).
d(pavqs, verborgen, unsichtbar. JITSQOV,
Fliigel. (ji(fo)v, Saugrohre. O.JJTSQO';, fliigellos.
Aphasie, die Unfahigkeit zu sprechen
als krankhafter Zustand.
acpaaia, Sprachlosigkeit.
Aphiden, Blattliiuse, Fam. der Pflan-
zenlause. Phytophtiren, Homopteren,
Rhynchoten, Insekten.
Gattungen : Aphis, Chermes, Phylloxera,
Schizoneura u. a.
aphis, Blattlaus. rasa, Rose.
Aphodal-Kanale (Haeckel 1896), die
mit entodermalem Plattenepithel ausge-
kleideten abfiihrenden Kaniile der Spongien,
die aus den Geiselkammern in die Zentral-
hohle fiihren.
acpodos, Abzug, Riickxug.
Aphroditiden, s. Polynoiden.
Aphrophora spumaria, S c h a u m -
cicade, Art der Cicaden, dereu Larven
sich in einen blasigen Schaum (,,Kuckucks-
speichel") einhullen. Homopteren, Rhyn-
choten, Insekten.
<\. Sehnen.
Apophysen, in der Anatomic- die all-
gemeine Bezeichnung fiir Fortsa'tze-Ivou
iV^^HnUHMBHJHiMi^
Knochen, welcbe urspriinglichjaus^emem
eigenen Knocbenkern sicb entwickelt haben;
iilier die Apophysen der Wirbd s. Rippcn
und Wirbel.
<(.T<'i(/ cfj/c, Auswuchs ((f-i'-Eir, wachsen).
Apothelien, sekundare Gewebe, Zu-
sammenfassung [Haeckel] der aus den pri-
mjiren (-Jevveben (Epithelien) sekundar i nt-
stehenden Gewebe:
Appendicarien - - Apusiden
35
1. Nervengewebe.
2. Muskelgewebe.
;-]. Mesenchymgewebe.
n.-Tf'i, von aus. Epithel s. d.
Appendicarien Appendicularien.
Appendices pyloricae, Pfortneran-
hangc, bd vidon Fischen (einige Gano-
iden, die meisten Teleosteer) an der Uber-
gangsstelle des Magens in den Diinnclarm
( Pfi'irtner, Pylorus, s. d.) in geringerer
oder grofierer Anzahl (1200) sich fin-
dende, dickwandige, schlauchformige, blind-
geschlossene Darmanhange (Ausstiilpnngen
der Wand des Diinndarme.s).
appendix, Anhangsel von ad, an und
pfiidere, luingen. .Tt4). cancer,
Krebs. forma, Gestalt.
Apygier, at'terlose Brachiopoden , s.
Testicardines.
Aquaeductus Sylvii,s. Hirnventrikel.
Aquaeductus vestibuli, ,,Wasserlei-
tung des Vorhofs", engerKanal im Felsen-
bein (Petrosum) der Saugetiere, in welchem
der ein Rudiment des Ductus endolym-
phaticus der niecleren Wirbeltiere darstel-
lende Recessus labyrinthi des Gehororgans
(s. Reeessus) verliiuft.
aqitaeditctHS, Wasserleitung. restibuljtin,
Vorhof (s. l r estibuhtm labvrinthi).
Aquarium, ein init Glaswauden ver-
sehener Behalter, welcher mil Wasser ge-
fiillt werden kaun und zum Halten von
Wassertieren (Fischen, Wasserschnecken,
Wasserinsekten u. dgl.) dient.
aqua, Wasser.
aquatisch, dem Wasser angehorig.
Aquila, Adler, Gattung der Raub-
vogel; grofie Tagraubvogel mit groBem
Schnabe] und vollig befiedertem Lauf;
Fliigel bis zur Schwanzspitze reichend. Fal-
coniden , Diurnen , R a p t a t o r e n (Pelar-
gornithen), Carinaten, Aves.
Aquila chrysaetus Bp., Steinadler,
Goldacller; hier und da noch in Deutsch-
land.
A. irnperialisBchst,K6nigsadler, Kaiser-
adler; ebeufalls uoch als Seltenheit sich in
Deutschland findend.
aquila, Adler. hnperialis, kaiserlich. /ovoo;,
Gold. asTog, Adler.
Arachniden, s. Arachnoideen.
Arachnidium, s. Spinnapparat.
Arachnoidea, Spinnwebenhaut , siehe
Hirnhaute.
Arachnoideen, Arachniden, Spin-
nentiere, KL. der luftatmenden Glieder-
fiifiler; Kopf und Brust zum Cephalothorax
verschmolzen, ohne Fuhler (Ahtennen), mit
2 Kieferpaaren (Kieferfiihler und Kiefer-
taster), 4 Beinpaaren und gliedmaBenlosera
Abdomen. Tracheaten, Arthropod en.
1. U. Kl. Arthrogastren, Gliederspinnen.
1. Ord. Solpugen, Walzenspinnen.
-. Ord. Plirynoideen, Geifielspinnen.
3. Ord. Scorpionideen, Scorpione.
1. Ord. Pseudoscorpionideen , Atti-r-
scorpione.
5. Ord. Phalangioideen, Afterspinnen.
2. U. Kl. Sphaerogastren, Rundspinnen.
6. Ord. Araneen, Weberspinnen.
7. Ord. Acarinen, Milben.
8. Ord. Linguatuliden, Zungenwiirmer.
9. Ord. Tardigraden, Bartierchen.
Von zweifelhatter Stellung: Pyenogo-
niden, Seespinnen.
doa/j'ij, Spinne.
Aragonit, Mineral, und zwar die rhom-
bisch krystallisierende Form des kohlen-
sauren Kalkes. Als A. ist der Kalk in
den Schalen der Mollusken, den Liebes-
pfeilen der Luugenschnecken und vielleicht
auch sonst vielfach in den Hartgebilden
der Tiere ausgebildet.
Araneen, Araneonien, Weber-
spinnen, Ordn. der Rundspinnen, aus-
gezeichnet durch den Besitz eines Spinn-
apparates (s. d.), vermittelst dessen sie oft
hochst kunstvolle Gewebe fur sich und zum
Fang ihrer Beute verfertigen. At men durch
4 oder 2 Fachertracheen (sog. ,,Lungeu' : l.
Sphaerogastren , Arachnoideen.
1. U. O. Tetrapneumonen.
2. L T . O. Dipneumonen.
aranea, Spinne.
Araneonien (Haeck. 1896) == Araneen.
Arbeiter heifien bei den gesellig leben-
den Hymenopteren (Bienen, Ameisen,
Wespen) eigenartige weibliche Individuen
mit verkiimmerten Geschlechtsorganen,
denen im Gegensatz zu den geschlecht-
lichen Individuen, die sich dem Geschaft
der Fortpflanzung widmen, die Verrich-
tung aller Arbeiten fiir das Gemeinwesen
(Errichtung und Erhaltung des Banes, Zu-
tragen der Nahrung, Brutpflege etc.) ob-
liegt. Auch in den Staaten der Termiten
finden sich Arbeiter mit rudimentarem
Geschlechtsapparat, welche aber aus beiden
Geschlechtern hervorgegangen sein konnen.
Bei den Termiten und bei manchen
Ameisen bilden die Arbeiter oftmals wieder
2 Stande, eigentliche Arbeiter mit kleinen.
schwachkieferigen Kopf en, und Sold a ten
mit grofien Kopfen und starken Kietcrn.
Arboral-Coenobium (Haeckel), vgl.
Coenobium.
Area, s. Arciden.
Arcella ( Khrenberg 1880), Gattung der
lobosen Rhizopoden, mit einer napfformigen
mlcr halbkugeligon chitinigen Schale. Im
archaeische Formationsgruppe - Archobionten
sii!3en Wasser, auch in feuchtem Sand und
in Moos. Lobosen, Rhizopoden, Proto-
zoen.
arci'llir, kl. Kasten (area).
archaeische Formationsgruppe
(Dana 1872), die wahrend des archozoischen
Zeitalters (s. d.) gebildeten Gesteinsmassen.
Sie bilden eine iiber 30000 in machtige
Schichtenreihe krystallinischer Gesteine, die
in ihrer unteren Halt'te vonviegend aus
GneirJen, in ihrer oberen Hiilfte aus Glim-
mer-, Chlorit- und TalkschioFcrn und
Phylliten bestehen. Die arch. Formation
kann daher in die altere Ur-Gnei8- For-
mation (laurentische Formation in Xord-
Amerika nach ihrem Auftreten am Lorenz-
strom) und die jiingere Ur-Schiefer- For-
mation ihuronische Formation in Nord-
Amerika nach ihrem Vorkommen am Huron-
See) eingeteilt werden. Organische Reste
sind in dor arch. Formation nicht anzu-
treffen, weil ihre Gesteinsschichten durch
Metamorphismus (s. d.) eine vollige Um-
gestaltung erfahren haben.
dg^dtos, uralt.
Archaeopteryx lithographica, H. v.
Meyer, fossile, im Solnhofener lithographi-
schen Schiet'er (Jura) gei'undene Art einer
nicht m eh r existierenden Vogelgruppe
(Archornithen), die durch eine Reihe
von Charakteren , welche den Eidechsen
(Sauriern) eigen sind, uahe Beziehungen
zu den Reptilien aufweist; hierfiir spricht
auBer der Bezahnung der Kiefer und dem
Bo.u der Extremitaten vor allem der Be-
sitz eines langen, von zahlreichen Wirbeln
gestiit/ten Schwanzes, weshalb Haeckel
den Archornitheu auch den Namen Sau-
ruren gegeben hat. Andererseits sind
Scha'del, Fliigel und Hinterfii(3e nach dem
Vogeltypus gebaut, wie auch aus der reichen
Befiederung aut Warmbliitigkeit und somit
vogelartige Beschaffenheit des Herzens und
Blutumlaufs geschlossen werden kann.
<\u-/(u<>;, uralt. .-TTi-'nr;, Fiiigel, Vogel. AI&OS,
Stein. yQaipeiv, schreiben.
Sgvtg, i&o?, Vogel. of'>o?,,Eidechse. OVQU,
Schwanz.
Archaeus (Archeus), nach aiteren Vor-
stellungen (Paracelsus) die Urkraft , das
geistige Urprinzip, auf welches alle Bil-
dungs- und Lebensprozesse sowohl der
Welt, als auch des menschlichen Korpers
zuriickzufiihren sind. Paracelsus unter-
schied ftincn A. tcrrcstris, dem er die l>il-
dung der Petrefakten (der ,, Stein- und
Mergelgeburten") zuschrieb, sowie einen
Fig. 27. Archaeopteryx lithographica (nach
Steinmann-Doderlein). cl Clavicula, co Cora-
coid, h Humerus, / Radius, u Ulna, c Car-
pus, / IV Zehen, sc Scapula.
A. animalis und vegetalis, als beherrschende
Geister des Wachstnms und Lebens der
Tiere und Pflanzen.
ao^aToc, anfanglich, urspriinglich.
Archamphibien (Haeckel ), s. Stego-
cephalen.
Archanneliden , S t a m m r i n g e 1 -
wiirmer, in Haeckels System die erste
Klasse der Ringeltiere (Anneliden) , nodi
ohne Borsten und Parapodien. Vgl. Archi-
anneliden.
Archebionten (Haeckel), Acaryoten,
kernlose Protisten, einfachste Wesen vom
Formwert einer Cytode , deren Plasma
noch nicht in Kern plasma und Zellplasma
gesondert ist. Die Fortpflanzung der A.
ert'olgt durch cinfache Zweiteilung, w r eshalb
38
Archencephalon - - Archipteren
sie auch als Schizophyten bezeichnet \ver-
den. Zu den A. gehoren die Archephyten
mit vegetalem Stoffwechsel (Probionten,
Phytomoneren und Chromaceen) und die
Archezoen mit animalem Stoffwechsel,
Bakterien und Zoomoneren.
fii'or, Lebewesen. a-, ohne. xdoior, Kern.
Archencephalon, s. Hirnblasen.
Archenteron, s. Urdarm.
Archeus == Archaeus.
Arch hydra, Urpolyp, nach Haeckel die
hypothetische Stammform aller Nesseltiere
(Cnidarier), als cleren wenig veranderte,
direkte Nachkommen die heute lebenden
Hydrarien (Hydriden) anzusehen sind.
doyi-, ur, anfangs. Hvdra s. d.
Archianneliden,Uranneliden,kleine
Gruppe mariner Meerwiirmer, die nach
Ban und Entwicklung wahrscheinlich als
die phylogenetisch altesten Formen der
lebenden Ringelwiirmer anzusehen sind.
Drei lebende Gattungen : Protodrilus, Poly-
gordius und Dinophilus.
. Inneliden s. d.
Archiblast, s. Parablastentheorie.
archiblastische Eier, s. alecithale E.
Archiblastula, die urspriingliche Form
der Blastula; so bezeichnet Haeckel das
bei der totalen und aqualen Furchung der
holoblastischen , alecithalen Eier (s. d.) zu-
stande kommende Blastulastadium mit
grofier, zentraler Furchungshohle (der
Goetteschen Coeloblastula (s. d.) ent-
sprechend). Vgl. Blastula.
#-, ur-. Blastula, s. d.
Archicaryon, Stammkern, erster
Furchungskern der befruchteten Eizelle.
O.QII-, ur. xaQvov, Kern.
Archicoelen (Haeckel 1896), Urw fir-
mer, die hypothetische Stammgruppe aller
Platoden.
^oT/oc, hohl.
Archicytos, s. Cytula.
Archicytula nennt Haeckel die befruch-
tete archiblastische Eizelle (s. d.) vor Be-
gin n der Eifurchung.
(.'ytula, s. d.
Archigastrula, G 1 o c k e n ga s t r u la ,
das den urspriinglichenTypus einerGastrula
(s. d.) darstellende Gastrulastadium in der
Entwicklung der arcliil)lustischrn Eier.
Gastrula, s. d.
Archigetes Sieboldi Leuck., in der
Leibeshohle von Ringelwiirmern (Tubi-
ficiden) schmarotzende ungegliederte Band-
wurmart; vermittelt den Ubergang von den
Saugwiirmern zu den Bandwtirmern. Caryo-
phyllaeiden, Cestoden, Platoden.
dp/ijyKTij;:, Stammvater, Ahnherr.
Archigonie (Haeckel), Abiogenesi*,
Generatio aequi voca, G. spontanea,
G. primaria, Urzeugung, elternlose
Zeugung, die Entstehung von Lebewex.'ii
unabhangig von anderen bereits vorhan-
denen, erzeugenden (elterlichen) Organi--
men, sei es aus anorganischen Stoffen
(Autogonie) oder aus einer organischen
Bildungssubstanz (Plasraogonie); Gegen-
satz: Elternzeugung (Tocogonie, s. d.).
Friiher glaubto man, daft manche Tiere
(besonders Parasiten) und niedere Pflanzen
durch Urzfiugung entstandi.'ii; die neueren
Forschungen haben gezeigt, daB in der
Jctztzeit kein bekanntes Tier und keine
bekannte Pflanze durch Urzeuguug ent-
steht. Doch bleibt die Moglichkeit of fen,
dafi in friiheren Zeitcn der Erdgeschichte,
als das Wasser anf der allmiihlich kiihler
werdenden Erdrinde sich niederschlug, im
Wasser organische Verbindungen und auch
Organismen einfachster Art entstanden.
Zur Erklarung der Herkunft des Lebeus
auf der Erde mufi eine derartige Urzeugung
angenonmien werden, wenn man die Kos-
mozoen-Theorie (s. d.) ausschliefit.
yovei'a, yerem? , genera 1 10 , Zeugung. d-.
ohne. [llo<;, Leben. aequirocits, zweideutig.
spontanens, freivvillig. primiiriits, ursprung-
lich. nf'TOs, selbst. n/Ma/ta, Bildungsstoff.
Archikaryon, H. Archicaryon.
Archimorula nennt Haeckel das Mo-
rulastadium in der Entwicklung der archi-
blastischen Eier.
.Woriila. s. d.
Archinsecten, s. Apterygoten.
Archinephros, s. Vorniere.
Archiplasma, s. Cytuloplasma.
Archipteren, Pseudoneuropteren ,
Urfliigler, Ord. der Insekten, mil zart-
ha'utigen , glasartig durchsichtigen , dirht-
geaderten Fliigdn, kauenden Mundglied-
malien und heinimetaboler Enlwieklung,
der Urtypus der befliigelten Insekten;
wurden friiher \vegen der Ahnlichkeit ihrer
Fliigel zu den Neuropteren , von anderen
wfgcn tier Ubereinslimmung in den Mund-
gliedmalien und der Entwicklung zu den
Orthopteren gestellt, sind aber von er>tc-
Archipterygium
39
ren durch den Entwicklungsverlauf (die
Neuropteren sind holometabol), von letz-
teren durch die Beschaflfenheit der Fliigel
unterschieden. Insekten.
1. U. O. Corrodentien.
2. U. O. Amphibiotica.
3. U. O. Physopoden.
.TTfooY, Fliigel. i/>ff'6o,-, Tauschung. vsvoor,
Nerv (\vegen der Nerven oder Adern der
Fliigel).
Archipterygium (Gegenbaur) , I ' r -
flosse, nach Gegenbaur der aus dem
Kiemenskelett (Visceralskelett) abzuleitende
Urtypus des Skeletts der paarigen Glied-
mafien aller Wirbeltiere, wie er sich in der
Flosse gewisser fossiler Urfische (Pleura-
canthiden) zeigt und sich noch heute bei
den Lurchnschen (Dipneusten : Ceratodus
Forsteri) (Fig. 2S) erhalten hat. Das Flos-
senskelett besteht hier aus einein geglieder-
i, mit seinem obersten Abschnitt (Basip-
Fig. 28. Archipterygium -- Brustflosse von
Ceratodus Forsteri. a Basipterygium, b erstes
Glied des Hauptstrahles, fr Nebenstrahlen,
/".V Hornfaden, welche nur auf einer Seite
dargestellt sind (nach Wiedersheim).
terygium) die Verbindungmitdem Korper
(d. h. mit dem Extremitatengi'irtel (s. d.)
herstellenden, unpaaren Stamm (Haupt-
strahl, Flossenstab), der die Flosse
von der Basis bi- zur Spitzc durchzieht
und auf beiden Seiten, wie die Achse eiin-
gefiederten Blattes, zahlreiche diinne, eben
falls gegliederte Seiteniiste (Flo.sscn-
strahlen, Radii) triigt (xweizeiliges
Archipterygium, A. biserialei. Fig. 28.
Aus dieser zweizeiligen I'rl'orm entstand
nach Gegenbaur zunachst durch Reduktion
der Flossenstrahlen auf der einen
dialen) Seite die halbgefiederte oder
einzeilige Flosse (Archipterygium
uniseriale, Ichthyopterygium), wie
sie sich bei der Mehrzahl der ausgestor-
benen , so\vie der heute noch lebenden
Fische findet, wobei in der Regel nidit
mehr alle Radien vom Hauptstrahl ent-
springen, sondern zum Teil sich mit ihren
obersten Gliedern (Pro- u. Mt-sop tery-
gium) noch vor dem Basipterygium (das
daher von da an als Metapt ery gi u m
bezeichnet wird) direkt am Extremitaten-
giirtel befestigen. Bedeutendere Um-
bildungen fiihren endlich von hier zur
Entwicklung des Skeletts der fiinffingerigen
oder pentadactylen Extremitat (Chiropte-
rygiuni) der auf dem Lande lebenden
Wirbeltiere. Es geschieht dies vor allem
dadurch, daB auch auf der anderen (late-
ralen) Seite des Hauptstrahls die Radien
grb'Btenteils verloren gehen, so dafi schliefi-
lich auSer dem Flossenstabe selbst nur die
vier untersteu Flosseustrahlen erhalten
bleiben; ersterer iiefert dann mit seinem
uiiteren (terminalen) Abschnitt die Knochen
des kleinen oder funften P'ingers (resp. der
ftinften Zehe), letztere die der vier iibrigen
Finger (Zeheu). Durch starkeres ^Vachs-
tum entwickelt sich \veiterhin , \vjihrend
die iibrigen Knochen klein bleiben , aus
dem obersten Glied (Metapterygium) des
Flossenstabes, sowie aus seinem mittleren
Abschnitt zusaramen mit dem ersten Stiick
des ersten Nebenstrahles der Oberarm (Hu-
merus) resp. Oberschenkel (Femur) sowie
der Unterarm (Ulna u. Radius) resp. Unter-
schenkel (Fibula und Tibia) der fiiiifzehigen
Wirbeltiere. Dieser ,,Ar chip tery gin m-
Theorie" Gegenbaurs wird jedoch nicht
von alien Forschern zugestimmt. Vgl.
Ptychopterygium-Theorie.
^TEQuytor, kleiner Fliigel, Flosse (.TrAjr^i.
/idnt;, Grundlage. radius, Strahl. bis, z\vei-
mal. series, Reihe. nuns, einer. '
40
Architeuthis - - Amis pharyngopalatini
>'(>; , Fisch.
iteni, nach. X f ^9-> '^> Hand.
Architeuthis, Riesentintenfisch,
#>7, Anfang. a>or, Tier.
/.if)os, Stein, primordium, erster Anfang.
Arciden, Archemuschel n , Fam.
der Muscheln mit rundlich ovalen oder
langlichen, oft \vie ein Schiff gestalteten
Schalen. Filibrauchier, L a m e 1 1 i -
branchier, Mollusken.
Area Noae L., Noas Arohe.
iirai, Kasten. area A "car, das Schiff, in
welchem sich Noah bei der Siindflut ret-
tete. taxodont, s. SchlolJ.
arctische Region (Circumpolarregion),
eiue der tiergeographischen Regionen (s. d.),
das Land um den Xordpol umfassond;
von den fiir sie charakteristischen Tier-
formen sind besonders die Alken (Alciden),
Eisbaren (Ursus maritimus), Renntiere (Ran-
git'er tarandns) und Eisfiichse (Canis la-
gopus) zu nennen.
uni. m'>/.<>;,
nordlich.
Achse.
Arctisciden, vgl. Arctisconien.
Arctisconien (= Tardigraden), Ba'r-
I tierchen, Orel, in Haeckels Anneliden-
Klasse der Stelechopoden , mit 4 Paar
Parapoelien. In Wasser, feuchter Erde.
Moos, Staub etc.
1. Fam. Echinisciden, mit Riicken panzer
und Bein-Cirren.
2. Fam. Arctisciden, ohne dies.
O.QXTO*;, Bar (ihrer Gestalt wegen).
Arctogaea, Name, unter dem in eler
Tiergeographie (s. d.) vielfach die nearcti-
sche, palaearctische, aethiopische und orien-
talische Region sowie tlie beielen Circum-
polarregionen zusammenfafit werden.
UQXTO^, Norden. yaTa, Erde.
Arctomys, Murmeltier, nur in der
nordlichen Erdhalfte vorkommende Gatt.
der Nagetiere. Sciuriden, Rodentien,
1'lacentalien, Mammalien.
Arctomys marmota Schreb.. Alpon-
murmeltier; in der Nahe der Schnoeregion
an sonnigen Abhangen. Alpon, Pyrenacn,
Karpathen.
A. bobac, Schreb., Bobac, in Polen,
Rufiland, Mittelasion.
//re, Maus. iiuirniotn lalin. von italien.
marmolto , iiiiiriiiontntia d. h. nuts ut^n-
tdims, Bergmans. Bobac, baibac , klein-
riiss. Name des Tieres.
Arctopitheciden, s. Hapaliden.
Arctopoden (Haeckel 1895), Ba'ron-
drachen, alteste Ord. der Dinosaurier
aus tier Trias; Sohlenganger mit kurzen
Beinen. Dysdraconen, Dinosaurier, Dra-
conen.
Gatt. Zanclodon u. a.
ag^roc, Biir. .TOTC, Jtodos, Fnli.
Arcus aortae, Aortenbogen, s. Aorta.
Arcus branchialis, s. Kiemenbogen.
Arcus glossopalatini, s. Gaumen.
Arcus lingualis, s. Hyoidbogen.
Arcus mandibularis, s. Kieferbogen.
Arcus palatini,
Arcus palatoglossi
Arcus palatopharyngei
Arcus pharyngopalatini,
s
Arcus vertebrae -- Argyroneta aqnatica
41
Arcus vertebrae, *. Wirbelbogen.
Arcus zygomaticus, s. lugale.
Ardeiden, Herodii, Reihervogel,
Fam. der Watvogd. Ciconiformen, Gral-
latoren (Pelargornithen), Carinaten, Aves.
A r d e a c i u e r e a L. , Fischreiher, Ge-
lieder auf tier Oberseite blaulich-aschgrau.
A. stellar is L., Rohrdommel, niit gel-
bein, schwarzbraun marmoriertem Gt 'tied or.
ttrifi-a, egcodios, Reiher. c/nerens, asch-
grau. stellar is, sternformig (wegen der
Gestalt der schwarzbraunen Flecken.)
Area centralis, die Stelle des scharfsten
Sehens in der Retina des Wirbeltierauges,
die jedoch nicht inimer eine zentrale Stelle
einnimmt. Eine hautig vorhandene Ein-
f-enkung der A. c. bildet die fovea cen-
tralis; eine gelbliche Farbung der A. findet
sich bei den Primaten (Macula lutea,
s. d.l. Insektivoren und mancbe Nager
besitzen keine A., mancbe Vogel haben
dagegen deren zwei.
area. Feld, Platz, centrum, Mitte.
Area embryonalis, j
Area germinativa,
Area opaca, I s ^uchthofe
Area pellucida, I
der Wirbel-
tierkeime.
Area vasculosa,
Area vitellina, j
Arenicoliden, Fam. der marinen Bor-
sten \viirnier, im Sande sicb einbohrend, von
den Fiscbern vielfach als Koder benut/t.
Tubicolen, Polychaeten, Cbaetopodeu,
Anueliden.
Arenicola marina L., Kodcnvurm.
arena, Sand, colere, bewohnen. mar/mis,
zum Meer (mare) gehorig.
Areola mammae, Warzenhof, s.
Milchdriisen.
Argas persicus Fisch., persiscbe
Saumzecke, Art der Zecken, in Persien
und Agypten, in den Wanden der Hauser
lebend, nacbts die Schlafer iiberfallend;
wegen ihres schmerzbaften Stichcs eine
gefiirchtete Landplage, die aus einzelnen
Dorfern Persiens die Einwohner vertrieben
haben soil. I x o d i d e n , Acarinen , Spbaero-
gastren, Aracbnoideen.
i\n-'ai;, Schlange (bei Hippokrates).
Argentea, irn Auge vieler Fische nach
auBen von der Chorioidea gelegene, silber-
oder griingoldig sebimmernde Membran;
im iibertragenen Sinne bezeicbnet man als
A. auch die silberglanzende, pigmentierte
Chorioidea im Auge vieler Tiutenfisehe-
(Cephalopoden).
(ir^cntnm, Silber.
Argonauta argo L., Papiernautilus,
Art. der Tintennsche, deren Weil)chen eine
papierdiinne, auliere, ungekammerte Schale
u. verbreiterteRiickenarme besitzen (Fig. 2!) );
in alien warmeren Meeren. Philonexiden,
Octopodcn, Dibranchiaten, Cephalopo-
den, Molluskcn.
^An-'cirnrri/;, Argo == Fahrei (rrr//s, Scbif-
fer). Agyw, das Schiff, auf welchem die
Griechen nach Colchis fuhren, uni das gol-
dene Vlieli zu holen. rnrri'/.o;, Schifl'er,
auch der alie Name dieser Tintenfischart.
Fig. 2t). Weibchen von Argonanta argo (aus
R. Hertwig). Die beiden blattartigen Schalen-
arme sind von der Schale abgehoben.
Arguliden, Karpfenliiuse, Fam. der
RudertuBkrebse, mit abgeplattetem Cephalo-
tborax ; auf der Haut von Fischeu , vor-
wiegend von Karpfen (Cyprinoiden) sc^ima-
rotzend. - Brancbiuren, Copepoden, Ento-
mostraken, Crustaceen.
Z. B. Argulus foliaceus L. Gemeine
Karpfenlaus. Liinge 5 6 mm.
Arguhts, Diminiitiv zu Argus, Name eines
hundertkopfigen Riesen. foliacetts , blatt-
artig (folium, Blatt).
Argyroneta aquatica L. , Wasser-
spinne, Silberspinne, Art der Weber-
spinnen, im Wasser lebend und mit Hilfe
silbergliinzender Luftblaschen atmend, wel-
cbe zwischen den Haaren ihres Abdomens
hangen bleiben ; verfertigtan Wasser pf Ian /en
Arion - - Arterien
befestigte, glockenformige Gespinste, die
sie durch Abstreifen der ihrern Hinterleib
anhangenden Luftblasen mit atmosphari-
scher Luft fiillt. Tubitelen, Sedentarien,
Dipneumonen, Araneen, Sphaerogastren,
Arachnoideen.
aoj't'ooc, Silber. n/rn;, von reetr, spinnen.
aquaticiis, im Wasser (aqua] lebend.
Arion, Gattung der Lungenatmenden
Schnecken. Die rudimentare, in der Haut
verborgene Schale besteht aus einzelnen
kleinen Stiicken. Atemloch vor der Mitte
dcs Schildes. Riicken uicht gekielt. Stylom-
matophoren, Pulmonaten, Gastropoden,
Mollusken.
Z. B. Arion empiricorum Fer. Grofie
Wegschnecke, rot oder schwarz, biiufig.
'Aoi'cor, griech. mythol. Sanger.
Arista, Fiihlerborste, cine meist
nackte, seltener behaarte Borste an den
dreigliederigen Fiihlern (Antennen) vieler
Fliegen (Muscarien) und anderer Dipteren.
itr/sta, Spitze, Granne, Borste.
Aristocystiden, s. Amphorideen.
arktisch, *. arctisch.
Arm, die VordergliedmaSe d. Menschen
und Affen im Gegensatz zuni Bein, im
weiteren Sinne auch die Vordergh'edmaSe
der Wirbeltiere iiberhaupt (Vorderbein, Flii-
gel, Brustflosse). In iibertragener Becleu-
tung bezeichnet man als Arme auch die
manchen Wirbellosen eigenen Organe (Ten-
takel , Fangarme etc.) zum Ergreifen und
Festhalten von Gegenstanden.
Armadill(o), Giirteltier, s. Dasypusgi-
gas.
Armadillo, Gait, der Landasseln; ver-
mag sich vollstiindig zusammenzukugeln.
Onisciden, Isopoden, Malaeostraken,
Crustaceen.
Armadillo officinalis Desm., Apo-
thekerassel. In Siidouropa, Nordafrika und
Kleinasien.
Armadillo, vulgarer Ausdruck fiir die Giirtel-
tiere (Dasypus). officina, Apotheke (wurde
friiher als ' Heilmittel gebraucht).
Armadillidium, Rollassel, Gatt. der
Landasseln. Kami sich kugelig zusammen-
rollen. Onisciden, Isopoden, Crustaceen.
ArmfiiBer, s. Brachiopoden.
Armschwingen, die vom Unterann
(vgl. das unter .,Arm" Gesagte) entsprin-
genden, groften Schwungfedern der Vogel.
Abbildung bri dem Art. Aves.
Aromia moschata L., Moschusbock,
Bisambock, Art der Bockkiifer, metal-
liscb griin glanzend ; verbreitet einen starken
Moschusgeruch ; die Larve lebt in Weiden.
Cerambyciden,Tetranieren,Coleopteri'ii.
Insekten.
aoo)//a, Gewiirz. /IOG/O^, Moschus.
Arragonit Aragonit (s. d.i.
Arrectorespilorum,s. Haarmuskeln.
Arrhenocaryon ( Arrhen okaryon),
der mannliche Vorkern (vgl. Befruchtung).
Arrhenotokie nennt man die Erschei-
nung, dal5 bei den in Tierstaaten zusam-
menlebenden Hymenopteren (Bienen, Wes-
pon und Ameisen) aus den unbefruchteten
P^iern ausscblieBlich mannliche Formen
(Drohnen) hervorgehen.
i"i.n.
Aorta.
Arteriae vitellinae, s. DottergefaBe.
arterielle Ostien, s. Ostien.
arterielles Blut, s. Arterien.
Arterien, Schlagadtrn, Pulsadern,
diejenigen BlutgefiiHe der Wirbeltiere, wel-
che das Blut vom Herzen aus zeutrifugal
nach alien Korperfceilen hinleiten. Ihr
Ursprungsstamm aus dem Herzen, gleich-
zeitig die grofite Arterie des Korpers iiber-
haupt, ist die Aorta (s. d., daselbst auch
das Wichtigstc iibor die Entwicklung d>
Artcricnsystems); von der Aorta gehen (im
allgomi-inen symmctrisch fiir bcide Ki'irper-
halften) die grolieren Arterienstamme aus,
Arterienbogen Articulation
4:;
die sich selbst wieder baumfonnig in immer
feinere, schlieBlich in die Capillaren iiber-
jrehende Aste nncl Astchen verzweigen.
Unter einander gehen die feineren Aste
vioH'ach Verbindiuigcn (Anastomosen) ein,
so dall bei Verstopt'ung eines derselben das
Blut in der Regel diirch eiuen andercn
Ast (Collateralkreislauf) in den be-
treft'enden Korperteil gelangen kann.
Ini Gegensatz zu den Venen stellen die
A. starke Rohren mit dicker elastischer,
glatte Muskelfasern en thai ten der Wand
dar, die sich nach der bei jeder Zusam-
nienziehung der Herzkannnern erfolgenden
Einpressung von Bint jedesmal etwas er-
weitern, sofort daranf aber infolge der
ElastizitJit ihrer Wandungen wieder ver-
engcrn, was an den grofieren Arterien als
Pnlsschlag deutlich wahrnehmbar (tiihl-
ban ist. - - Das in den A. stromende Blut
larterielles Blut) ist sauerstoffreich, da-
her (vgl. Haemoglobin) von hellrotlicher I
Farbe. Gegensatz: venoses Blut, von blan-
licher Farbe.
Eine Besonderheit haben die Lungen-
arterien (Arteriae pulmonales). Sic
fiiliren das Blut voni Herzen zu den Lungen
u. enthalten also venoses Blut. Vgl. Kreislauf.
dnT)]oia, Schlagader. pnhus, Schlag, Stofi.
collaterah's, neulat. seitlich ( latiis, en's, Seite).
Arterienbogen,
Artenenstiel,
Arthrogastren, Gliederspinnen, U.
Kl. der Spinnen, mit deutlich gegliedertem
Hinterleib (Abdomen). Arachnoideen.
1. Ord. Solpugen, Walzenspinnen.
2. Orel. Phrynoideen, Geifielspinnen.
3. Ord. Scorpionideen, Skorpione.
4. Ord. Pseudoscorpionideen, Afterskor-
pione.
.'). Ord. Phalangioideen, Afterspinnen.
(indoor, Gelenk, Glied. j'ceoTj;o, TQog, Bauch.
Arthropoden, GlioderfiiBer, der die
bilateralen, wirbellosen Tiere mit langsge-
gliedertem Korper und gegliederten Seg-
mentanhangen (Gliedmafien) umfassende
Hauptstamm des Tierreichs. Der Korper
ist mit einer Chitinschicht bedeckt, welche
von dem Ektoderm (hier Hypodermis ge-
nannt) ausgeschieden ist. Der Korper selbst
und die GliedmalJen bestehen aus harten
Ringen und Rohren, welche alle durch
weichere Haute verbunden sind.
s. Aorta.
I. V. St. Branchiaten, Kiemcnatmer.
1. Kl. Crustaceen, Krebstiere.
II. U. St. Tracheaten, Tracheenatmci.
2. Kl. Protracheaten (s. Peripatus).
3. Kl. Myriapodrn, TausendfiiSer
(zahlreiche Beinpaare).
4. Kl. Arachnoideen, Spinnen ivier
Beinpaare).
,"). Kl. Hexapoden, Inscktcn (drei Bein-
paare).
jrovc, jTodos, Full.
Arthrostraken, s. Edriophthalmen.
Articulare, ei)) primiirer Knocheu des
Visceralskeletts der Wirbeltiere, der au
deni hinteren Ende des Unterkiefers (Man-
dibulare, s. d.) hervorgeht und dessen Ge-
lenkverbindung mit dem Kieferstiel (Qua-
dratum) herstellt; bei den Saugetieren wird
das A. ebenso wie das Quadratum durch
Funktionswechsel zu einem der Gehor
knochelchen (Hammer, s. d.).
art/citlaris, zum Gelenk (articnhnl gehorig.
Articulaten, 1. Gliedertiere ml-
sclbstandiger Typus IS 12 von Cuvier aut-
gestellt, von Siebold 1S4S in Anneliden und
Arthropoden aurgelost, von Haeckel wieder
aufgenommen), selbstandiger Stamm der
Metazoen mit bilateral-syinmetrischem, ge-
gliedertem Korper, dessen zahlreiche hinter-
einander liegende Metameren urspriinglich
alle die gleiche Organisation besitzen. Die
Haut sondert eine Chitin-Cuticula ab, die
vielfach einen festen gegliederten Panzer
darstellt. Das Riickengefafi (Dorsalherzl
befindet sich u'ber dem Darm. Das Ner-
vensystem besteht aus einem Paar Gehirn-
knoten (Cerebral-Ganglion), einem Schlund-
ring und einem gegliederten Bauchmark
(,,Strickleiter-Xervensysten)").
Der A. -Stamm umt'aBt die Ringeltinv
(Anneliden), Krustentiere (Crustaceen) und
Luftrohrtiere (Tracheaten).
2. Gliederlilien, Articulosen (Haeckel),
Neoeriniden (Carpenter), mit weicher mem-
branartiger Kelchdecke und offenen Am-
bulakral-Rinnen versehene Crinoideen (s.d.).
Trias bis Gegenwart.
articithts, Glied, Gelenk.
Articulatio, s. Segmentierung.
Articulatio pedis, Is.Sprung-
Articulatio talo-cruralisj gelenk.
Articulation, s Gelenke.
44
Art iodactvlen Asconen
Artiodactylen , Paarhufer, Paar-
zcher. U. O. dcr Huitiere, mit paarigen
(2 oder 4) Zehen. Diplarthren, Ungu-
laten. Placentalien, Mammalien.
1. U. O. Chocromorphen , Bunodontia,
schweineartige Tiere.
2. U. O. Ruminantien , Selenodontia,
Wiederkauer.
Zwischen beiden stehen die Bunolopho-
dontia mitausschliefilich fos.silen Vertretern.
UQTIOS, gerade, paarig. ddxrvhos, Finger,
Zehe.
Arvicoliden, Wiihlmause, Fam. der
Nagetiere; die Xagezahne sind vorn gelb.
Ohren ganz ini Pelz versteckt; leben unter-
irdisch und nahren sich von Pflanzenkost.
Rodentien, Placentalien, Mammalien.
Arvicola arvalis Pall., Feldmaus.
armm, Acker-, Saatt'eld. colere, bewohnen.
Aryknorpel, s. Kehlkopfskelett.
arytaenoides, gieSbeckenahnlich; car-
tilagines arytaenoides, die GieB-
beckenknorpel des Kehlkopfskeletts (s. d.).
Ascalaboten, Geckotiden, Haft-
zeher, Geckos, U. 0. der Echsen , von
molchartigem Ausseheu, mit plattem Kor-
per, mit breiteu Haftlappen an den FiiBen,
mit deren Hilfe sie sich an glatten, senk-
rechten , selbst iiberhangenden Wanden
festzuhalten und fortzubevvegen vermogen.
Besitzen eine Stimine; fiihren eine nachtliche
Lebensweise und nahren sich von Insekten.
Lacertilier, Lepidosaurier, Reptilien.
Ascalabotes fascicularis Daud. (Ta-
rentola mauretanica L., Platydactylus mu-
ralis Dum. et Bibr.) Mauergecko, mit un-
gleichartig beschuppter Haut, in Siid-
europa.
aaxa/Mj-lc'iTii; , griech. Name des Tieres.
Gecko, nach einem lauten, wie ,,gek" klin-
. genden Ton, den sie nachts horen lassen.
fasciculus, kl. Biindel (fascis), wegen der
in Gruppen stehenden Schuppen der Haut.
Tarentola v. Tarent, Stadt in Unteritalien.
niaiii-etanicus, in Mauretanien (Algier) lebend.
.T/.rm'c, breit. ?)dxT>'/.<>;, Zehe. mums,
Mauer.
a 2
act
Ascalaphus italicus Fabr., Schmet-
terlingshaft, in Italien vorkommende
Art der Plattflugler. Myrmeleontiden.
Planipennien , Neuroptereu, Insekten.
<\o-/.(U.a(ff>: , ein Xachtvogel (bei Aristo-
teles).
Ascandra, s. Asconen.
Ascariden, ^puhv firmer, Fam. der
Fademviirmer, im Darme von Wirbeltieren
schmarotzend. Xematoden, Xemathel-
minthen.
Gatt. Ascaris, Oxyuris.
Ascaris lumbricoides L., gemeiner
8pulwurm (Fig. rjO); im Diiiindarm des
Mensehen.
uoxagt? , ein Eingeweidewurm (bei Ari-
stoteles). lumbricoides, einem Regemvurm
(Inmbricits) ahnlich (si&os, Aussehenl-
ascendens, autsteigend; Aorta asccn-
dens, !)eim Menschen der erste Abschnitt
der Aorta, welcher vom Herzen aufwiirt-
steigt und in den Aortenbogen iibergeht.
Ascidiae compositae, s. Synascidien.
Ascidiaeformes, J g Teth deen .
Ascidten,
Ascoglossen, Saccoglossen, Hinter-
kiemenschnecken mit langer schmaler Ra-
dula, deren verbrauchte Zahnchen in eiuer
Tasche am vorderen Ende der Radula auf-
bewahrt werden. Opisthobranchier,
Gastropoden, Mollusken.
doxfis.Schlauch. sairns,Snc\\. yAwooa, Zunge.
Asconal-Typus, s. Asconaten.
Asconaten (Haeckel 1896), Rohren-
schwamnif, Spongien, bei denen die
Gastralhohle in ihrer ganzen Ausdehnnng
von Geiselepithel ausgekleidet ist. Die
zufiihrenden Kanale sind einfache Sidi-
locher (Ascoporen) in der diinnen Wand
(Fig. :il). Asconal-Typus. Gegensatz:
Camaroten (s. d.).
Asconen, A.-cnniden (Haeckel 1872),
niederste U.O. d. Kalkschwamme, einfache-
oder stockbildende, schlauchformigo For-
men vom Asconal-Typus, mir diinner, von
Fig. 30. Ascans lumbricoides uuis H.u-
schek). ' dorsale, :i ventrale Ansicht
des Kopfendes, a' 2 Kopfende, von oben
betrachtet, a 4 HinLerende des Manncht-ns;
in Fig. rt ;! ist noch die Miindung der
Niere, in Fig. u* der Spikularapparat /.a
sehen.
Ascula - - Asselspinnen
Poron durchsetzter, von einfachen Kalk-
nadeln gc-stiitzter \Vand, in 7 Gattungen.
die Haeckel durch An-
o
hangen der Endungen
-etta,-illa, -yssa, -aids,
-ortis , -ulmis, -andra
aa den Stamm Asc-
bezeichnete(vgl. Leuco-
nen): z. B. Ascandra,
Ascyssa, Ascetta
etc. Calcispon-
gien, Poriferen, Spon-
gien.
oxoc, Schlauch.
Ascula, bei Haeckel
die Gastrula der nie-
dersten Schwamme
(Poriferen) u. Nessel-
tiere (Cnidarien nach
Fig. 31. Olynthus jhrer Festsetzung auf
(nach Haeckel), ein , , r
dem Meeresboden.
typischer Ascon. n
Osculum, p Poren, asciila verkl. aus doxo?,
u Darm, e Nadeln, Schlauch (vergl. Gast-
/ Eier. mla )-
Aselliden, Was-
serasseln, Fam. der Asseln mit flachem
Korper. Isopoden, Edriophthalmen, Ma-
lacostraken, Crustaceen.
Asellus aquations L. ; gemeine Wasser-
.assel, in Biichen und Teichen. Fig. 32.
asellns, klein. Esel (asinns). aqua, Wasser.
Fig. 32. Asellus aquaticus. Orig.
asemisch, zoichenlos, ohne Merk-
ni al, iniverniogend sich durch Worte oder
iZeichen zu verstandigen.
a-, ohne. afjita, Zeichen.
AsemischeProtistenstamme( Haeckel
IS'.M), die niedersk-n ( Irnppen des Protisten-
reiches, bei denen eine scharfe Zuonlming
zu Protophyten oder Protozoen unmoglich
ist, sei es, dafi sie sich ganzlioh indifferent
verhalten, oder sei es, da6 sie vegetale uiul
animale Charaktere gemischt zeigen. Zu
den a. P. gehoren die Archebionteri, die
Fungillon und die Mastigophoren.
Asiliden, Raubfliegen, Fam. der
Zweifliigler, von anderen Tnsekten, denen
sie auflauern, sich ernahrend. (Z. B. Asi-
lus crabroniformis L.) Tanystomen, Di-
pteren, Insekten.
asi'lus, Viehbremse. crabro, Hornisse. forma,
Gestalt.
Asinophidier, s. Colubriformen.
Asiphonier, s. Integripalliaten.
Aspergillum(Brechites)vaginiferum
Lam., Siebmuschel, Art der GieBkannen-
muscheln, mit kleinen verkiimmerten Scha-
len, aufierdetn noch von einer langen, zylin-
drischen Kalkschale umgeben, deren vor-
deres Endo von einer siebformig clureh-
locherten Platte geschlossen ist. Elato-
branchier, Lamellibranchier, Mollusken.
aspergillitm, Sprengwedel, GefaBz. Sprengen
(aspt'rgere), vagina, Scheide. ferre, tragen.
Aspidochiroten, Fam. d. Seewalzen, m.
scheiben-od. schildform.Tentakeln. Actino-
poden, Holothurien, Echinodermen.
Gatt. Stichopus, Holothuria.
dajTi'i;, tdo>;, Schild. X KI '8> Z f '& ( *^> Hand,
Ann (= Tentakel).
Aspidocotyleen (MonticeUi 1892), U.O.
der Saugwiirmer (Trematoden) mit groBem
bauchstiindigem Haftapparat, ohne Mund-
saugnapf.
xorvAr], Hohlung, Napf.
Aspidonier, Palaeostraken, Schild-
tiere, Name, unter welchem Haeckel die
f'ossilen Trilobiten und Gigantostraken mit
den noch lebenden Xiphosuren als unterste
Gruppe d. Krebse (Crustaceen) zusam men-
tal !t.
nal.aio^, alt. oOTQCutav, Schale.
Asplanchnidenfz.B.AspIanchnaSieboldi
Leyd.), Fam. der Radertierchen, dadurch
gekennzeichnet, daP> ihr Darm blindge-
schlossen ist, Enddarm und After also
fehlen. Rotatorien.
d-. ohne. O3iJMyj(vov , Eingeweide.
Asseln, s. Isopoden.
Asselspinnen, s. Pycnogoniden.
46
Assimilation - Asteroiden
Assimilation, derjenige Vorgang inner-
halb der Organismen , durch den Be-
standteile ihrer Nahrung zu Bestandteilen
ihres Korpers umgewandelt (assimiliert)
werden. - - In der Botanik versteht man
unter Assimilation in erster Linie clir untcr
dm! EinfkiB des Lichtes stattfindende Bil-
dung von Starke aus Kohlensaure und
Wasser.
assinu'larc, ussimtt lore , ahnlich (similis),
machen.
Association, Vergesellschaftung,
Gesellschaftsbildung, in der Zoologie
die Vereinigung zweier oder mehrerer
Tiere zu Paaren, Schwarmen, Tierstaaten etc.
associare, beigesellen , vereimgen (sochts,
Genosse).
Assulae, die Kalkplatten des Haut-
skeletts der Seeigel ( Echinoideen).
assnla, kleir.es Brett (assz's).
Astaciden, s. Nephropsiden.
Astacus fluviatilis L. , Edelkrebs,
FluBkrebs, Art der Scherenkrebse; in
Mitteleuropa friiher allgemein verbreitet,
jetzt durch die Krebspest in manchen Gegen-
Fig., 33. Asterias rubens.
Von der Riickenseite gesehen.
Ludwig.
den ausgcrotti-t. Xeph ropsiden, Rep-
lantien, Macruren, Decapoden, Podophthal-
Malacostraken, Cnistacocn.
of, eine Krebsart. fluviatilis^ im FluB
'hirius) Icbend.
Aste, s. Federn.
Aster, vgl. Mitose.
Asteracanthion, s. Asteriaden.
Asteriaden, Fam. der Seesterne, mit
langen, stacheltragenden Armen; FiiBchen
vierreihig. Asteroideen, Echinodermen.
Asterias (Asteracanthion) glaci-
al is J. Miill., eine der gewohnlichsten
Formen in den europaischen Meeren.
Asterias rubens L., Fig. 33. An deit
nijrdl. und westl. Kiisten von Europa.
am>iQia<;, gestirnt, von uaTt'/Q, Stern, atfdv-
ihnf. kleiner Stachel (axarda), glac/alis,
eisig (im Eismeer lebend). rnbens, rotlich.
Asterideen = Asteroideen.
Asteriden = Asteriaden.
Asteriniden, Seesternchen, Fam.
der Seesterne; von geringer Grofie. Aste-
roideen, Echinodermen.
Asterina gibbosa Forb. (Asteriscus
verruculatus Miill. u. Tr.), mit kurzen Armen
und gewolbtem Riicken.
asterina, kl. Stern (aster), gibbits, Buckel
(gewolbter Riicken). vfrrncnlatits, Warz-
chen (verruca, Warze) tragend. doTfo/o^Os,.
Sternchen, kleiner Stern (a,OTr)Q).
Asteriscus , grofier
Htirstein (Otolith) im
Labyrinth der Knochen-
ti>che (Teleosteer).
Asteriscus verrucu-
latus, s. Asteriniden.
Asteroideen, Stel-
leriden, Seesterne,
Kl. der Stachelhauter,
meist von der Gestalt
eines flachen oder inir
wenig gewolbten, fiint-
strahligcn Sternes; Am-
bulacren nur an der
Tnterseite, mit offeueu
Rinnen. Die Arme, die
breit und abgeflacht sind,
gehen allmahlich in den
scheibenformigen Korper
iiber. Haut mit beweg-
lichem Flatten panzer,
Arme von Ambulacral-
Echin oder men.
Nach
wirbeln gestiitzt.
Haeckels System r] , Gestalt.
irregularis, unregelmal'iig.
48
Asymmetron lucayanum - Atlas
Asymmetron lucayanum Andrews
(Paramphioxus lucayanus), eine dem Am-
phioxus lanceolatus nahestehende, in Ame-
rika gehindene Art der Rohrenherzen.
Leptocardier , Anamnien, Vertebraten.
.-rnod, neben, bei. Amphioxiis, s. d. Lti-
caya, eine der Bahamainseln (siidostlich von
Nordamerika).
Atalantiden (Atalanta) = Atlantiden
(Atlanta).
Atavism us, Riickschlag, Wieder-
erscheinen von Merkmalen der Vorfahren,
eine besonders in der Tierzucht haufige
Erscheinung, dafi bei Individuen gewisse
Eigenttimliehkeiten in der Korperbildung,
Farbung etc. auftreten, die der oder den
umnittelbar voraufgehenden Generationen
fehlten, dagegen einer der fruheren an-
gehorten ; so. z. B. die Erscheinung, dafi
niitunter einzelne Pferde gefarbte Quer-
ringel an den Beinen etc. zeigen, die auf
eine dem Zebra (Equus zebra) ahnliche
Urrasse der Pferde hinweisen. Man kann
sich diese Erscheinung durch ein besonderes
,,Gesetz der latenten Vererbtmg" erklaren.
Zuweilen ergibt sie sich aus dem Biogene-
tischen Grundgesetz (s. d.), nach welchem
jedes lodividuum wahrend seiner Entwick-
lung die Zusiancle seiner Ahnen wiederholt
und daher, wenn fur gewisse Charaktere
eine Hemmung in der Weiterbildung auf-
tritt, hierin gewiseermaBen auf einer alteren
Entwicklungsstufe stehen bleiben kann.
atavus, Urahn.
Atelostomata, s. Petalostichen.
Atemhohle, s. Mantel.
Atemloch, \ ^ p orus branchialis<
Atemporus, J
Atemrohren, s. Sipho (2).
Ateuchus sacer L., (= Scarabaeus
sacer) der heilige Pillendreher der Agyp-
ter, ein Kat'er, welcher aus Mist eine Kugel
formt, die in eine Rohre gerollt wird und
als Nahrung fiir dieLarve dient; auf Gem-
men und Denkmiilern abgebildet. Lamelli-
cornier, Col copter en, Insekten.
sacer, heilig. a-, ohne. TSV/^, Waffe.
Atheca, s. Dermochelys.
Atheconier (Haeckel IHUii), Athecen
(Ope u. a.), Pflasterschildkroten,
U. Kl. der Schildkroten, deren Hautskelett
aus zahlreichcn kleinen Knochenplatten ge-
bildet ist, die mit dem inncren Skelett nicht
in Verbindung stehen. Rippen frci. Chelo-
uier, Reptilien.
Die einzige lebende Familie: Sphargiden,
wird von anderen (Baur, Zittel, Fiirbringeri
den Cryptoderen eingereiht. Vgl. Dermo-
chelyer.
n.-, (ihne. fli'/x)], Behalter, Schachtel, Kapsel.
Athene noctua Gray, Steinkauz,
Art der Eulen; in Deutschland gemeincr
Htandvogel. In alten Gemauern und Stein-
briichen, jagt schon vor Sonnenuntergang.
Sein Ruf Kuwitt (,,Komm mit") gilt dem
Aberglauben als Todesbotschat't. Stri-
giden, Nocturnen, Raptatoren, Carinaten,
Aves.
Afltfrt], Gottin der Weisheit, der die Eule
heilig war. noctints, nachtlich von >io.\,
noctis, Nacht.
Atlantiden (Atlanta Peroni Les.), Fain,
der Kielschnecken, irn Mittelmeer und in
alien warmeren Meeren ha'ufig; pelagisch
Fig. 35. Atlanta (aus Boas, Lehrbuch) f FuB,
h Hinterende des FuBes, k Kopf mit Schnauze,
s Saugnapf am mittleren Teil des FuBes, d
Schalendeckel ruhend auf dem hinteren Teil
des Fufies.
lebend. Heteropoden, Gastropoden,
Mollusken.
Atlanta, nach dem Atlantischen Ozean be-
nannt, der seinen Namen wieder von dem
Gebirge Atlas im nordwestlichen Afrika fuhrt,
auf welchem der Sage nach der Himmel
ruhen soil.
Atlas, der erste Halswirbel bei den
hoheren Wirbeltieren (Amnioten), der einen
schmalen, um einen Fortsatz des zweiten
Halswirbels (Epistropheus) drehbaren Kuo-
chenringdarstellt (Fig. 36) u. das Kopf.skelett
tra'gt. Der Korpcr dieses Wirbels, welcher
keine Rippen triigt, ist bei den meisten
Amphibien (Ausnahme Pipa) noch selb-
Atmungsdarm - - Atta cephalotes
49
stiindig, verschmilzt aber bei den meisten
Reptilien (Ausnahme Crocodilier) und bei
alien Vogeln und Saugetieren mit dem
Epistropheus zum Dens Epistrophei (Zahn-
fortsatz des Epistropheus).
"At&as, ein die Saulen des Himmels tragen-
der Titan der griechischen Sage, s. auch d.
vorigen Artikel.
Fig. 36. Atlas u. Epistropheus (n. Heitzmann).
A Atlas, E Epistropheus.
Atmungsdarm, drr mit. Kiemenspalten
versehene Absi-hnitt des Darmkanals. Vorgl.
Kopfdarm.
Atmungsorgane, s. Respirations-
organe.
atok, |
, . \ s. Nereiden.
Atokie, |
Atolle, ringformige Korallenriffe, zum
Teil von bed eu ten der Grofie, deren Bildung
dadurch (Darwin und Dana) erkliirt vvird,
da(5 das Rift* urspriinglich um einen Berg
im Meere gelagert war, der allmiihlich ver-
sank, \vahrend das Riff entsprechend der
Senkung sich durch die stete Tiitigkeit der
Korallt.'ntitTi! erhohtc (vgl. Ant.hozoen).
Atoll, malayischer Name fiir die ringfor-
migen Korallenriffe oder -inseln.
Atome, s. Atomismus.
Atom ism us, Atomlehre, die in der
moderiK'n (Jhemie und Physik allgemein
herrschcnde Anschauung, daft alle Elemenfe
aiis getrennten, gleichartigen, unverander-
liclu-ii , kleinsten Teilchen (Atome) zu-
sammengesetzt sind, die selbst nic-ht mehr
weiter zerlegt werdeii konnen.
u-ro/i os, unteilb. v. Tffireiv, zerschneid., zerleg.
Atrio-Ventricularklappen , S e g e 1 -
klappen, Segelventile, zwei iu mehrere
Ziegler, Zoologisches Lexikon.
Zipfel geteilte Membranen im Herzen der
Siiugetiere, die dazu dienen, die Herzkam-
mcrn (Ventrikel) wahrend ihrer Kontraktion
(Systole) gegen die Vorhofe (Atrien) ab/.u-
schliefien. Die dreizipfeligo Klappc x,\vi-
schen rechtem Vorhof und Ventrikel wird
als Valvula tricuspidalis, die linkc,
zweizipfelige als Valvula bicuspidalis,
wegen ihrer Ahnlichkeit mit einer Bischofs-
miitze auch als Valvula mitralis be-
zeichnet. Bei der Kontraktion der Ven-
trikel miifiten beide Klappen jedoch durch
das andrangende Blut in die Vorhofe hin-
eingeschleudert werden, \venn sie uicht an
ihren freien Randern durch sehnige Faden
(Chordae tendineae), die von warzen-
tormigen Muskelvorspriingen der Ventrikel-
wand (Papillarmuskeln, Musculi pa-
pi Hares) ausgehen, festgehalten wiirden.
f/frt'um,VorboL ventriculi/s, Herzkammer.
valvula, kleiner Tiirfliigel (valni). fiiTpi],
Miitze. fricuspis, dreispitzig. b/cuspis, zwei-
spitzig. %o@d>'j, Darmsaite, Sehne. iendo, i/iis,
Sehne. muscuhis, Muskel. papilla, War/.e.
Atrium, s. Vorhof (des Herzens).
atroch nennt man die frei herumschwar-
menden Larveii einiger mariner Borsten-
wiirmer (Polychaeten), die sich von der
typischcn Trochophoralarve (s. d.) der
Anneliden durch das Fehlen der Wimper-
reifen unterscheiden, vi el mehr an derganzen
Korperoberflache bewimpert sind.
7yo^oV, Rad, Reifen.
Atrophie, die durch mangelhafte oder ge-
stiirte Ernahrung veranlafite Verminderung
d. Masse eincs Organismus od. einzelner Teile
desselben; atropbisch, inlolge mangelhaf-
ter Ernahrung verkleinert, riickgebildct.
a-iQocpia. Mangel an Nahrung (TQE^EIV, er-
uahren).
Atta cephal otes Kb., P 1 a 1 1 s c h n e i d e r-
ameise, amerikanische Art der Ameisen,
deren groBkopfige Arbeiter Pflanzenblatter
ran ben, zerkauen und auf dem dadurch
gewonnenen Material in unterirdischen Gale-
ric-n Pilzmycelien ziichten, deren Fadcn-
enden zu rundlichenbirnartigen Knoten an-
schwellen und den Tieren als Hauptnahrung
dienen. Formicarien , Aculeaten, Hy-
menopteren, Insekten.
Atta, rom. Beiname fiir Leute, welche auf
den Sohlenspitzen gehen (wahrscheinlich von
(iiTfii' , luipfen). xsA vordere
Augenkammer,
/Iris, hA hin-
tereAngenkam-
mer , z Zonula
Zinnii, Os Ora
serrata, Sc Scle-
ra, Ch Chorioi-
dea, R Retina,
p Papille des
Sehnerven, i
Macula lutea
(Stelled.scharf-
sten Sehens),
7'OScheide des
N. opticus, XO
N. opticus, C
Arteria centra-
lis, Cc Corpus
ciliare, L Linse,
Ci> Glaskorper.
Nackcn, Hals. Lama, Llama,
vaterlandischer Name.
auditorins, zum Ohr gehorig; Meatus
auditorius externus, der auSereGehor-
gang, v. d. Ohrnmsohel bis zum Trommelt'ell.
ai()a, Kugel.
Aura seminal is, Samendunst, nach
Ansicht der alten Praformisten ein fliirh-
tiger Stoff, der vom Samen ausgehen und
das Ei zur Entwickelung veranlassen sollte.
aura, Luft. WHICH, Samen.
Fig. 38. Aurelia aurita. Ohrenqualle.
Aurelia aurita - Autolytus prolifer
Aurelia aurita L. , Ohrcnqu.il Ic,
Ohrenmeduse, Art der Scheibenquallen,
mit zahlreiehen, kurzen Tentakeln am Rande
8); die gewohnlichste
Qualle der europaischen Mcere; oft in unge-
heueren Sckwarmen auftretend. Farbc sehr
abandernd, bald blafiviolett, bald mehr ins
Rote spielend. Semostomen, Discome-
d n sen, Scyphozoen, Cnidarien.
Aurelia, romischer Eigenname. aiiritus,
mit Ohren (wires') versehen.
Auricula, s. auBeres Ohr.
Auriculae cordis, s. Herzohren.
Auricularien (Job. Miiller 1849), die
durch den Besitz kurzer, ohrenformiger
Fortsatze ausgezeichneten, bilateral gebau-
ten Larven der Seewalzen (Holothurien).
auriculum, kleines Ohr (auris).
Auris, s. Ohr.
Auronecten (Haeckel 1888), Auro-
phoriden, Ord. der Siphonophoren, mit
grower Schwimmblase (Pneuniatophore),
einem Kranz von Schwiimnglocken (Necto-
phoren) and einer Luftglocke (Aurophore).
Die knorpelharte Gallertmasse des Stam-
mes ist von einem dichten Kanalnetz durch-
zogen. Siphonophoren, Cnidarien.
at'Qa, Luft. rtjxios, von rtfon), schwimmcn.
Aurophore (Haeckel 1888), Luft-
glocke, eigentumliches, blasenformiges
Organ mancher Siphonophoren (Auro-
necten, s. d.), das als ein Regulator der
Luftfullung der Schwimmblase .(Pneuniato-
phore) gedeutet wird.
ai'na, Luft. rpnneTr, tragen.
Auslese, s. Selektionstheorie.
Ausspritzungsgang, s. Samenleiter.
AuBenblatt, s. Ektoderm.
auBerembryonale Leibeshohle, s.
Interamnionhohle.
auBerer Gehorgang, s. Meatus acu-
sticus externus.
auBere Chordascheide, s. Chorda-
scheiden.
auBerer Leistenring, s. Leistenring.
auBeres Ohr (Auricula), der aus der
Ohrmuschel (Concha auris) und dem a'uSe-
ren Gehorgang (Meatus auditorius exter-
nus) bestehende, anBerste Abschnitt des
Gehororgans der Saugetiere.
auricula, das aufiere Ohr (auris).
Auster, s. Ostrea.
australische Region, Xotogaea, eine
der tiergeographischen Kegionen, gebildet
von Australien, Neuguinca und der dazu
gehorigen Inselwelt (Celebes, Molukken,
Tasmania, Ncuseeland , Polynesien dr.),
am besten charakterisiert durch ihre Beutel-
ticrfauna (Marsupialier). Das Gebiel der
australischen Region ist seit der Tertiarzeit
mit den andercn Kontineiiten nicht mehr
in Verbindung, wodurcb die Eigenarligkeit
der Fauna sich erkliirt.
auster - VOTOC;, Siidwind. yam, Krde.
Auszugsentwicklung,s. Palingenesis.
Autechiniden (Haeck. 180G), Euechi-
niden (Bronn) , U. Kl. der P'chinoideen,
dercn Panzerkapscl stets aus 20 Platten-
reihen besteht: 5 Paar Ambulakralreihen
(mit Poren zum Anstritt der FiiSc-heii)
wechseln regelmafiig ab mit 5 Paar Inter-
am bulakral-Reiheu. Die A. werclen ein-
geteilt in regulars (Kegulares), halbregulare
(Subregulares) und irregulare (Irregulares)
oder in Desmostiche (= Cidaronien), Antho-
stiche (= Glypeastronien) und Petalostiche
(= Spatangonien).
arro's, selbst. Echiniden s. d.
autodont ist ein GebiS (bei einem Teil
der Selachier), desscu Zahne locker und
frei im Corium der Mundschleimhaut sitzen,
also noch keine Beziehung zu den Skelett-
teilen gewonnen habcn.
or)oiftr, losen. proles, Nach-
kommenschaft. ferre, tragen. jrnhvs, viel.
primQi'%o? , krauses Haar. aaxxo; , aus
Haaren geflochtenes Zeug. Ncreiden s. d.
Automelen nennt Haeckel die freien
paarigen Gliedmafien zum Unterschied von
der innen gelegenen Melozona, dem Ex-
treraitatengurtel.
//fV.oc, Glied, Arm, Bein.
Autophagen, s. Nestfliichter.
Autopodium, der dritte Hauptabschnitt
dor freien Gliedniafien der vierfiifiigen
AVirbeltiere: vorn Hand, bin ten FuB.
.Tof's, .TO^OC, FllB.
Autostraken, s. Caridonier.
Autotomie, Selbstverstiim melung,
die Fahigkeit zahlreicher niederer Tiere
( Wiirmer, Mollusken , Echinodermen, A rthro-
poden),80wieeinigerWirbeltiere(Eidechsen),
irgendwie festgehaltene, stark eingeklennnte
oder gequetschte Teile ihrcs Korpers fahrrn
zu lassen oder abzuwerfen und dadurch ihre
l^rciheit wiederzuerlangen. Das Abwerfi-n
der Teile geschieht reflektoriscb ant' den
beftigen lieiz kin und ist von uueihcblicheni
EP
s
Wff
Fig. 40. Das Gefieder von Fa lea /nuian'ns
(aus Schmarda). HS Handschwingen, ^.S'Ann-
schwingen, jS/^Eckflugel (Alula), SF Schulter-
fittich (Parapterum), D, /X, D" Deckfedern,
Sz Steuerfedern (Rectrices), Bz Biirzel, Z Lauf,
Zh Zehen, A^Nacken, Br Brust, Ba Bauch, K
Kehle, rrWange, ^"Hinterhaii|->t. .V, -h Scheitel,
.S7 Stini, ll'If Wachshaut mit Nasenlochern,
/' Mrste des Oberschnabels, f)i DillenkaiUe
des Untcrschnabels, Z, Ziigel ^vor dem Auge).
A ves
55
Schutz- odcr Wbhlfahrtseinrichtung
auffassen, die den Tieren gestattet, niannig-
fachen Gefahren zu entrinnen.
mill'/, Schnitt von xsfjtvsiv, schneiden.
Aves, Vogel, Kl. der Wirbeltiere; be-
fiedert (Fig. 40); warmblutig; atmcii durch
knot-lion zu einem cin/.i^on Stiit-k (dem Lauf)
vcrschmolzen (Fig. 1 1 mt). Fiific mit'l! od. 4,
selten 2 Zehen (Fig. 39). Die Vogel stehen in
vieler Hinsic-ht den Reptilien nahe und sind
sicher mitdiesen stammverwandt (s. Archao-
opteryx). Sauroj)sid., Ainniot., Vertebratcn.
Fig. 41. Skelett eines Raben. /, _', 3 erster bis dritter Finger, / und 4 erste und vierte
Zehe, ca Handwurzel, cf Schliisselbein, co Coracoid (groikenteils von h verdeckt), f Fibula,
h Humerus, /'/ Darmbein, // dessen vordere Partie, is Sitzbein, mc^ und mc 3 erster und dritter
Mittelhandknochen, mt groBer Mittelfufiknochen (aus den verwachsenen MittelfuBknochen
Nr. 2 4 bestehend, mf t erster Mittelfufiknochen, n Nasenloch, p' Schambein, r Halsrippen,
ra Radius, s letztei Schwanzwirbel (Pygostyl), sc Schulterblatt, sf Brustbein, u Ulna (nach Boas).
Lungen; legen ausnahmslos hartschalige
Eier. Das vorderste Gliedmafienapar ist zu
Fliigeln umgestaltet, am hiuteren Glied-
maBenpaar sind Ful5vvurzel- u. Mittelhand-
I. U. KI. Saururen (Arcbaeopteryx).
II. U.K1. Carinaten. Mit Brustbein kani ID.
III. U.K1. Ratiten. Ohne Brustbeinkamm.
av/s, Vogel.
Avicularien Backenknochen
Avicularien, in den Kolonien vieh-r
ectoprocter Moostierchen (ectoprocte Bryo-
zoen) int'olge des hier zur Ausbildung ge-
langten Polymorphisms sich finclende,
eigentiimlich umgebildete Individuen, deren
Korper das Polypid (s. Cystid) verloren
hat und stattdcssen zueinem vogelschnabel-
artigen Greifapparat unigestaltet ist, der
wie eine zweiarmige Zange wirkt.
avicula, kleiner Vogel (avis).
Aviculiden, Vogelrauscheln, Fam.
der Muscheln, mit fliigelartigen Fortsatzen
am Schlofirand derSchalen. Heteromyarier,
Anisomyarier, Protoconchen , Lamelli-
branchier, Mollusken.
Axen des Tierkorpers, s. Richtaxen.
Axcnkanal, der Hohlraum, der sich im
Innern der Skelettelemente (Nadeln) der
Kieselschwjimme befindet und durch sein
Vorhandensein unzweifelhaft selbst bei sehr
komplizierten Form en des Skelettes er-
kennen lafit, wie viel Strahlen die Nadel-
form ttrspriinglich besessen hat. Der A.
ist bei frischen Nadeln sehr fein; er er-
weitert sich aber durch Maceration und
besitzt bei fossilen Nadeln oft ein betriicht-
liches Lumen.
Axenzylinder, s. Nervenfasern.
Axenzylinderfortsatz, s. Ganglien-
zellen.
Axenfaden, der feste elastische Faden,
welcher die Axopodien (s. d.) der Helio-
zoen stiitzt.
Axenfibrillen, s. Nervenfasern.
Axenplatte, s. Urmund.
Axenskelett, Chordoskeleton, das
in der Langsachse des Korpers der Wirbel-
tiere gelegene, sttitzende Knochengeriist,
bei den Acraniern von der Chorda dorsalis
gebildet, bei den iibrigen Wirbeltieren von
dor8a|is<
der an ihre Stelle trefenden \Virbelsaule,
zu der in der Regel noch das Kopfskelett
(Schadel) als vordersler Abschnitt des
Achsenskeletts hinzugerechnet wird.
a^cor, Achse. axsksror, eingetrockneter
Korper. Geiippe.
Axenstab, J s
Axenstrang, I
axillaris, zur Achselhohle (axilla) ge-
horig.
Axolotl, s. Amblystoma.
Axopodien, s. Pseudopodien.
azoisches Zeitalter, s. archozoisches
Z.
Aztecainstabilis Smith, Art , d. Amcisen.
Formicarien, Aculeaten, Hymenopteren,
Insekten.
Azteken , der in Mexiko /ur Zeit Cortez
(Anfang des 16. Jahrhunderls) herrschende
Volksstamm. instabilis, unbestandig.
Azygobranchier, Gruppe der Vorder-
kiemenschnc'cken, mit machtiger, unpaarer,
linksgelegener Kieme von kammformiger
Gestalt; rechter Vorhof blind geschlossen
oder fehlend. Rhipidoglossen, Diotocardier,
Prosobranchier, Streptoneuren, Gastro-
poden, Mollusken.
avyoz, unverbunden, unvermahlt, unpaar.
ftQayX/a, Kiemen.
Azygomelen (Haeckel 1895), der me-
diane unpaare Flossensaum der Acranier
und Cyclostomen, der zum Teil auch noch
bei den Fischen, den Dipneusten und den
Larven der Amphibien erhalten ist. Ge-
gensatz: Zygomelen.
/..
Ornithorynchus, manehe Beuteltiere (Phas-
colarctus, Perameles), Nagetiere (Cricetus,
Arctomys etc.) and vide catarrhine Afl'en.
Backzahne, s. Dentes molares.
Bacterien 1. niedere Organismen von
Kngelform, Stabchenforno oder Schrauben-
fonn. ohne Pseudopodien, gewohnlich dm
Schizomyceten (Spaltpilzen) zugerechnel ;
von Haeckel als Protisten niedersten Ranges
(Archezoen) aufgefafit und. da ein Zellkern
nicht nachgewiesen, zu den Moneren ge-
stellt. Die Fortpflanzung der B. ist eine
fortgesetzte Querteilung, wobei oft die Teil-
individncn zu oiner Kette vereinigt l)lt'i-
ben. Die Fortbewegung geschioht durrh
Geisdn; in ruhendem Znstaiide scheiden
sic vielfach L'ine CTallertmasse au.s (Zoo-
glooa ).
oogp
*
I. Symbiotische I!., niity.lii'h fur die
Ernahning und Entwicklung der von
ihnen brwdlmten I'lhiu/cii u. Tiere.
'2. Stablimsrliivrkcn, Gatt. der Gesponst-
heu-sohrecken , diirrcn Zwoigi-n (vgl. I\Ii-
micry) ahnlich. Ph asm id en, Gressorien,
Orthoptercn, Insekteii.
fiaxTtjyior, kleiner Stab (fidxTQOv), r>r/nToa
(sphaere] Kugel. nn^o: , Stuck, Stab.
n^fuja, Windung. J."*'////. Saucrteig. .-rai'ln;,
Krankheit. Symbkisc, s. d.
Balaeniden, (i 1 a 1 1 \v al o , Fain,
Bartenwale, ohne Riiekenflosse, mit glatter,
an der Bauchseite nicht gefurchter Hant
(vgl. Balaenopteriden). Mysticeten , < V-
taceen. Cetomorphen, Placentalien, Mam-
malien.
Balaena my slice tus Cuv., Gronlands-
wal, 15 20mlang; grofites aller lebenden
Tiere; erreicht ein Korpergewicht von
KioOOO kg. Das Maul ist 56 m lansr
und 3 4m breit: in ihm befinden sich
ML;. 42. Pathogenc Bac-
terien. n Eitercoccen, b
Erysipelcoccen, c Tripper-
coccen , Milzbrandba-
/i Hi 'ii , c Starrkrampfba-
zillen, /"Diphtheriebazillen,
g Tuberkulosebazillen , h
Typhusbazillen , / Colon-
bazillen, k Cholerabazillen,
Vcrgr. ca. 1 500 (aus StraH-
burger Lehrb. d. Botanik).
Man unterscheidet nach der Gestalt drei
Hauptformen:
1. Coccillen oder Sphaerobacterien, Ku-
gelbacterien, Coccen ;
2. Bacillen oder Rhabdobacterien, Stiib-
chenbacterien ;
3. Spirillen oder Spirobacterien, 8chrau-
benbacterien.
Von einem bionomischen Gesichtspunkt
aus lassen sich vier Gruppen unterscheiden:
1. Zymogene B., Erreger von Ga'rung,
Verwesung, Faulnis;
2. Pathogen e B., die L'rsaehen der
Jnfektionskrankhciten ;
3. Parasitische B., in den Geweben
vieler Pflanzen und Tiere lebend,
ohne diesen wesentlichen Nutzen oder
fcschaden zuzufiigen;
-350 Barten. Seine Xahrung besteht
aus kleinen pelagischen Tieren , da er
grofiere wegen der Enge des Schlundes
nidit verschlucken kann. Jm nordlichen
Atlantischen und Stillen Ozcan.
balaena, Walfisch. nvmixi]ioc. (zusammen-
gezogen aus /n'nTaxoxfjTOi; von /n'$, Bart und xfjroc;, grofier Meerfisch,
Walfisch), bei Aristoteles ein Tier, welches
statt der Zahne Barten ini Munde hat.
Balaenopteriden , F u r c h e n w a 1 e ,
Fam. der Bartenwale, mit hoher, seitlich
zusammengedriickter Riiekenflosse und viel-
fach gefurchter Bauchseite. Mysticeten,
Cetaceen, Cetomorphen, Placentalien, Mam-
malien.
Balaenoptera musculus Bias., Finn-
fisch, Riesenwal, 2030 in lang, iibertritft
also an Liinge den Gronlandwal, den er
58
Balaniden Balken
abrr an Gowicht nicht erreicht). B. ro-
strata Gray, Z\vcrg\val, nur bis Dm lang.
.-TTFfinr, Fliigel, Flosse. iiiiiscuhts, eine
grofie Barten-Walfischart (bei Plutarch).
rostratus, mit einem Schnabel (rostrum)
versehen.
Balaniden, Operculat en, See-
pocken. Fam. der gedeckelten Ranken-
fufikrebse. Ohne Stiel der Unterlage auf-
sitzend (Fig. 43). Operculaten, Cir-
ripedien, Entoniostraken, Crustaceen.
Pfdavoc, Eichel, auch eine Seemuschelart.
operciilum, Deckel.
Balanus, - Balaniden.
Fig. 43. Gehiiuse von Balanus Hameri (aus
Lang nach Darwin) in seitl. Ansicht, s Scuta,
t Terga.
Balaninus, Nufibohrer, Gatt. der
Riisselkafer, legt seine Eier in angebohrten
Eicheln odor Niissen ab, die spiiter von
den Larven ausgefressen werden. Cur-
culioniden, Tetrameren , Coleopteren,
Insekten.
Balaninus g 1 a n d i u in Marsh . , Eichel -
bohrer.
B. nucum L., Haselnufibohrer, Hasel-
nuSriifiler.
^o/ai'oc, glans, Jis, Eichel. mix, cis, NuB.
Balanoglossus, Gatt. der marinen,
nach ihrom Eichel-ahnlichen Riissel so
benannten Eichehviirmer; mil Kienien-
spalten (Fig. 44). Die Larve ist eine
Tornaria (s. d.i. En teropn eus ten ,
Vennes.
yicbaaa, Zunge. in/niitits, klein von mi-
ititerc, vermindern.
Balantidium coli Mahnst., Art der
Wimperinfusorien, mit drehrnndem bis
eiformigem Korper, ini Dickdann des
Sehweins, seltencr des Menschen (bei Diar-
rh.6en)(Fig. 45). Bnrsariiden, Heterotrichen,
Ciliaten, Protozoen.
fiaiavridiov, kleiner Bcutel (fiaj.drrtor).
Dickdann.
-.3'$ Q
,. ^,_, ,..
- m*.A
Fig. 44. Balanoglossus Kowaleivskii (aus R.
Hertwig, Lehrb.). t Eichel, kr Kragen, k
KicMiienregion, g Gegend der Geschlechtsor-
gane, db, vb dorsales und ventrales BlutgefaR.
Balgdrusen, von
einer bindegewebigen
Hiille (Balg) nmge-
bene Lymphfollikel
(s. d.) der Zungen-
schleimhaut der Sau-
getiere , iiber denen
das Epithel in der
Regel taschenartig
eingesenkt ist.
Balgscheide, s.
Haarwurzel.
Batistes capris-
cus Grael., Driik-
kerfisch, Art der
Hornfische, mit seitlich zasammengedriick-
tem Korper. Sclerodermen, Pleeto-
gnathen, Teleosteer, Pisces.
balista^ Wurfgeschofi von fidlfan; werfen.
xa.To/o^roc, ein Fisch, der \vie ein Eber
(xcutQO?) gninzt (bei Athenaeus).
Balken idos Gehirnsi, .-. Corpus cal-
losum.
F"ig. 45. Balantidium
coli (nach Leuckart aus
Hertwig, Lehrb.).
I'.ii nder Bastarde
59
Bander, s. Ligamente.
Banderlehre, s. Syndesmologie.
Bandwiirmer, s. Cestoden, smvie Tae-
niaden.
Bar, s. Ursiden.
Barbus fluviatilis Ag., Barbe, Art
der karpfen-ahnlichen Fische, mit 4 Bart-
faden (2 am Mundwinkel, 2 an der Schnau-
zonspitze). In Fliissen und BJichen. C'y-
p r i n o i d e n , Physostomen , Teleosteer,
Pisces.
barbus, Barbe, von barba, Bart, fln-via-
fi'l/s, im Flufi (flu-urns) Icbend.
Barentierchen, s. Tardigraden.
Barsch, s. Perciden.
Barteln, s. Bartfaden.
Barten, aus queren Falten des Gau-
mens (wie sich sole-he auoh bei anderen
Siiugetieren finden) hervorgehende, maeh-
tige, bis zu 4 m lange, am Innenrande
Fig. 46. Ouerschnitt durch den Vordcrkopf
eines Bartenwales (aus R. Hertwig). b knor-
peliges Septum narium mit Vomer, / hinteres
Ende des Zwischenkiefers, in Oberkiefer, ic
Unlcrkiefer, ba Barten, tu Zunge.
ausgefranste Hornplatten, die in 2 Reihen
je zu mehreren Hunderten hei den Barten -
walen (Mysticeten) vom Oberkiefer hcrab-
hangen (Fig. 4(5) und eine Art Sieb bilden,
das beim Schliefien des Kachens, Avahrend
des Ausstromens des aufgenommenen Was-
sers, die mit demselben eingedruugenen,
kleinen Meertiere zurtickhalt; liefern das
,,Fisch"bein.
Bartfaden, Barteln, lange, diinne, als
Tast- oder Lockorgane dienende Hautan-
hiingc in der Nahe des Mundes vieler
Fische.
Bartholinsche Driisen (Glandulae
Bartholinianae) , Duverney sche oder
Ti edema n nsche Dr., 2 in den Scheiclen-
einniiindende, accessorische 1 >riiscn
des Aveiblichi-u Geschlechtsapparates man-
cher Saugetiere.
glandiiln, Drtise.
Bartholinscher Gang, s. Speichel-
driisen.
basal, aut oder an der Basis gelegen,
an der GrnmH'lache befindlich, nnten.
/?aoe?, Grundlage.
Basalien, vgl. Calyx.
Basalmembran, cine an dor unlern
Flache des Epithels dor aufieren Haut
vieler Avirbelloser Tiere (Wiirmer etc.) ge-
legene , diinne , strukturlose , homogene
Schicht.
membrana, Hautchen.
Basal stumpf, s. Rippen.
basilaris, s. basal.
Basil iscus americanus Laur., Helm-
basilisk, Art der Leguane, mit einem
drcieckigen Hautkamm auf dem Hinterkopf .
Iguaniden, Crassilinguien, Saurier, Le-
pidosaurier, Reptilien.
fSanifa'axos , kleiner Konig (f}aaiA.sv<;) , ein
fabelhaftes Tier der Alten, eine Eidechsen-
ait, Basilisk.
Basioccipitale, s. Occipitalia.
Basipodien (Haeekel ISO;")), die Wurzel-
knochen der GliedmaSen bei den vier-
fiifiigen Wirbeltieren, vorn die Handwurzel
(Carpus), hinten die FuSwurxel (Tarsus)
bildend.
jrovg, jroi5oc, FuB.
Basipterygium, s. Archipterygium.
Basis Unterlage, Grundlage, Grund-
flachc.
Basis cranii, Schadelgrund, 8chadel-
basis, die feste, ventrale Seite des Hirn-
schadels der Wirbeltiere.
xoarior, Schiidel.
Basisphenoid, s. Sphenoidalia.
Basommatophoren , Siifiwasser-Lun-
genschnecken, U.O. der Lungenschnecken,
mit '2 nicht einstiilpbaren Tentakeln, an
deren Basis die beiden Augen liegen. Pul-
munaten, Gastropoden, Mollusken.
Fam.: Limnaeiden, Sumpfschnecken.
ofifia, O.TOZ, Auge. '/ mjfir, tragen.
Bastarde, Hyl)riden, die Produkte
der Bastardierung (Hybridismns ),
Kreuzung, d. h. die aus der geschlecht-
lichen Vermischung von Tieren verschie-
dener Arten (Spezies) hervorgehenden (SproB-
linge; die B. tragen Charaktere beider
Bas tardier u n i: Bauchgefafi
Eltern in verM-hiodenen Mischungsgraden
und sind >elbst haufig unfruchtbar, doch
ist auch das Yorkommeii f'ruchtbarer Ba-
>tarde init Sicherheit konstatiert; Bastar-
(lierung ist meist niir zwischen zwei nahe
verwandlen Alien (Spezies) moglich, z. B.
Pford und E.sol, Lmvc und Tiger. Von
dun B. zu unterscheiden sind die Blend -
Huge, d. h. die SproMlinge von El tern,
die zwar einer und derselben Spezies, aber
verschiedenen Rassen oder Varietjiten der-
selben angehoren; der Name Blendling
(Blender) riihrt daher, dali diese Tiere von
zxveifelbafter Rassenreinheit olt durch ihr
bestechendes (blendendesi AuSere den Be-
urteilor irre fuhren.
bastard, Mischling, Kind aus nicht eben-
btirtiyer Ehe, oder uneheliches Kind, i'fliji;,
idog, Unzucht.
Bastard ierung, s. Bastard e.
Bathybius Haeckelii(von Huxley is >7
zuer>t beschrieben), in den Tiet'en de.s At-
lantischen Ozeans (zwischen 4000 u.
an den anderen serosen Hauten) ein parie-
tales, die Bauchhohlenwandung iiberziehon-
des und ein viscerales, sieh auf die Einge-
weide umschlagendes Blatt, die beide kon-
tinuiei-lieh in einander iibergehen. - Das
Mesenterium (s. d.) besteht aus zwei Lagen
des Bauehtells. Das Netz (s. d.) wird durch
Fallen des Bauchfclls gebildet. - Vergl.
Coelom.
.-TFoiToruioi', Bauchfell von .TsoiTfirFir, iiber
etwas hinspannen. ausbreiten. paries, ft is,
Wand, -i'/sccra, Eingeweide.
Bauchflossen (Pinnae abdominales, P.
ventrales), die den hinteren Extremitaten
der auf dem Land lebenden Wirbeltiere
entsprechenden Flossen der Fische.
pinuti , penna , Feder, Flosse. abdomen,
-, niter, Bauch.
Bauchflosser (Pisces abdominales), /u-
sammenfassung der Fische, bei denen
die Bauchflossen ihre urspriingliche Lage
am Hinterende des Abdomens behalten, im
Gegensatz zu den Brust- und Kehl-
flossern (Pisces thoracici und Pis-
ces jugulares), bei denen sie nach vorn
bis u nter die Brustflossen oder sogar noch
iiber diese hinaus bis in die Kehlgegend
verschoben sind. Bauchflosser sind z. B.
die Welse (Siluroiden), Karpfen (Cyprinoi-
den), Lachse (Salmon iden), Hechte (Eso-
ciden) und Heringe (Clupeiden).
abdomen, Bauch. ftdtQaS, Brust.
jngitliim, Kehlc.
Bauchfiifte, s. Pleopoden.
BauchgefaB: das Blutgefafisystem der
Ringehviirmer (Anneliden) besteht in der
Regel nur aus zwei Hauptstiimmen, von
denen der eine dorsal auf dem Darm lie^i
(Ruckengefafi), der andere ventral und
in einiger Entfernung unterhalb des Darmes
verlauft (Bauchgef iifi); beide Stamme
(lurch regelmafiige, in mehrerni
>it'h \\iederholende Anastomo-
scn zusammen.
Bauchhohle Becherlarve
61
Bauchhohle (Peritoneal-Hohle), bei den
Wirbeltieren diejenige Hohle, in welcher
die Eingeweide (der Darni mit soinen An-
hangen, die Mil/ und die Gcsehlechts-
organe) gelegen sind. Etnbryologisch geht
aus der Leibeshohle (Coeloin, s. d.) sowohl
die Herzbeutelhohle (Pericardial- Hohle),
als aueh die Bauchhohle (Peritoneal-Hohle)
hervor. Bei den Saugetiereu bildet rerner
das Zwerehfell (Diaphragina) eine Schei-
dnng zwischen der Brusthohle (Pleural-
Hohle) und der Bauchhohle (im engeren
Sinn); die erstere enthalt die Lungen und
das Her/, die letzterc die iibngen Ein-
geweide.
cm'ifns, Hohlung von cai'us, hohl.
Bauchleib, s. Hyposoma.
Bauchmark, s. Strickleiternerven-
system.
Bauchmuskeln, die Muskeln an der
Ventralseite der Bauchhohle, insbesondere
bei den Saugetieren die von vier Paaren
glatter Muskeln, dem aufieren und dem
inneren schiefen, dem queren und
dem geraden Bauchmuskel (Musculus
obliquus externus und interims, Muse, trans-
versus und Muse, rectus abdominis) gebil-
dete Maskellage der Bauchdecken. Sie
bilden zusatnnien mit dem Zwerchfell die
sog. Bauchpresse, die dnrch den ant'
die Eingeweide ausgeiibten Druck bei der
Entleerung des Kotes, Harnes etc-, mithilt't.
iinisciiliis, Muskel. obliqtnts, schief.
t:\-tt-rniis, d. iiufiere. interims, d. innere.
tnnisrersHs, quer. rectus, gerade.
abdomen, Unterleib.
Bauchnabel, s. Nabel.
Bauchplatte, s. Keimstreifen.
Bauchplatten, s. Seitenplatten.
Bauchpresse, s. Bauchmuskeln.
Bauchrinne, s. Endostyl.
Bauchrippen, s. Abdominal - Ster-
num.
Bauchschienen, s. Scuta (2).
Bauchschild, s. Fruchthofe der
Wirbeltierkeime.
Bauchsegmente, s. Hyposomiten.
Bauchspeichel, s. Pancreassaft.
Bauchspeicheldriise, s. Pancreas.
Bauchsternum, s. Abdominal -Ster-
num.
Bauchstiel, bei den Embryonen der
hochdteu Saugetiere (anthropoide A ft en
und Menschenl in sehr t'riihen Stadien der
Entwicklung auftretender, ihr Hinterende
mit dem Chorion verbindendcr Strang, der,
umgeben von einer Knrtsety.ung des Am-
nion (Arnnionstiel), in seinem Inneren die
Reste der sehr Fruhzeitig zuruckgebildeten
Allantois sowie dii' NabelgefiiHe enthalt
und daher den Ausgangspunkt t'iir die Bil-
dung des Nabelstranges (s. d.) darstellt.
Bei Selachiern der Strang, wek-her
den I^mbryo mit dem I Jottersai-k verbin-
det, und in welcheni der Dotterstiel und
BlutgelaBe verlaufen.
Bauhinschc Klappe, Dickdarm-
klappe, Blinddarmklappe (Valvula
Bauhini, Valvula coli), aus trichtertormig
vorspringenden Falten der Darmwand ge-
bildete, ventilartige Klappe an der Ein-
miindungsstelle des letzten Diinndarmab-
schnittes (Ileuni) in den Dickdarm (End-
darm s. d.) der 8;iugetiere und /war an
der Grenze der beiden ersten Abschnitte
(Coecum und Colon) desselben; ihre Stel-
lung gestattet zwar den Eintritt von In-
haltsmassen des Ileum in den Dickdarm,
verhindert aber ein Zuriicktreten derselben.
Tahntla, von iae, arum, Klapptiir.
Caspar Bauhinus, Anatoni und Botaniker
in Basel (1560 1624).
Baum-Agamen, s. Iguaniden.
Baumkiemen, s. Proctalkiemen.
Bdelliden (Bdella longicornis L.),
Riisselm ilben , Schnabel in i Iben,
Fam. der Milben, mit schnabelartig ver-
langertem Kopfteil; in Waldungen in Erd-
und Baummoos iiberall haufig. A c a r i n e n ,
Sphaerogastren, Arachnoideen.
[IdeUM, Blutegel von {SSaAfair, saugen.
tongas, lang. cormt, Horn.
Bdellonemertinen, Ord. der Schnur-
wiirmer, parasitiseh, mit eineni Saugnapf
am hinteren Korperende. Nemertinen.
Gatt. Malacobdella.
Nemertinen, s. d.
Bdellostomiden, Fam. der Schleim-
fische, mit sechs oder mehr SnUeren Kiernen-
ofthungen und kreistormigem Baugmund;
leben als Schmarot/er, indem sie in die
Leibeshohle anderer Fische eindringen und
die inneren Organe anfressen. Myxinoi-
d e n , Cyclostomen.
Mund.
Becherkeim, |
\ s. Gastrula.
Becherlarve, }
62
Becherzellen - Beckengiirtel
den vorderen Gliedmafien. In seiner nr-
sprunglichen Form, wie sie sich bei den
Holocephalen erhalten hat, besteht der B.
aus zwei median in einer Knorpclfime
(Schofifuge, Symphyse) miteinander
verbundenen Knorpelstiicken , deren jedes
durch die Gelenkverbindung (Hiit'tuc-
lenk) mit der freien Extremitat in einen
dorsalen und einen veutralen Abschnitt
zerlegt wird. Bei den iibrigen Haiiischen
(Selachiern) erhalten sich nur die veutralen
Abschnitte, an welchen seitlich die Extre-
mitaten eingelenkt sind, ebenso bei den
Teleosteern, wo sie verknochern. Bei den
Amphibien und den hoheren Wirbeltieren
tritt der Beckengiirtel mit der Wirbelsaule
in Verbindung (mit einem oder mehreren
Wirbeln, den Kreuzbein wirbeln). Der
dorsale Teil des B., welcher die Verbin-
dung mit der Wirbelsaule herstelit, ist das
Darmbein (os ilei, Ileum). Der ven-
trale Teil des B. gliedert sich in zwei Aste,
einen vorderen Ast, das Schambein (Os
pubis, Pubicum) und einen hinteren
Ast, das Sitzbein (os ischii , Ischium).
Bei den meisten Wirbeltieren treffen die
beiden veutralen Aste zusammeu
(doppelte Symphyse, Schambei n-
fuge und Sitzbeinf uge), und
zwischen den beiden Asteu bet'indet
sich eine Dnrchbrechung oder ( )fl'-
oung (Foramen obturatum), die
groJBtenteils von einer Membra u
(Membrana obturatoria) ver-
schlossen ist. Bei den Vogeln,
deren B. sonst vielfache Beziehun-
gen zu dem der Reptilien aufwi-ist,
gehen beide Symphysen fast all-
gemein (Ausnahme nur die St ran He:
8truthio, Rhea und Dromaeus) ver-
loren (offenes Becken); bei den
Siingetieren dagegen h'nden sie sich
wieder, in der Regel aber auf das
Fig. 47. Mannliches Becken des Menschen von vnrn (nach , , . , c , r i
Schambei n ( Scham fuge ) be-
Heitzmann). / letxter Lendenwirbel , 2 Kreuzbein (os &
sacrum), 3 Steifibein (os coccygis), 4 Darmbein (os ilei), selminkt, Fiir die Saugetiere ist
5 Schambein (os pubis), 6 Sitzbein (os ischii), 7 Symphyse t'erner charakteristisch, dalj die
oder SchoBfuge, 8 Oberer Teil des Oberschenkels, < i
setzenden Skelettstiicke zuar st-lli-
standig angelegt werden und als
solche anch einige Zeit bestehen, spiitt-r
alier /.u einem ciu/igeu, massiven Kno-
chen, dem Mii ft liein (Os coxae) ver-
schmelzen (Fig. 47).
bedeckte Kieinen Befruchtung
G3
S-, Becken. cbrrj, Giir-
tel. avfupvai?, Verbindung von avfJ-tpveiv,
/usammenwachsen. os , ossis, Knochen.
la%ior, Hiifte. pubes, Schamgegend. //<",
die Weibchen. fora men, ( Hfnimg,
verstopfen. membninu , Hautchen.
Hiifte.
bedeckte Kiemen,
s. Kiemen.
Befruchtung, die
Vereinigung einer weib-
lic-hen und einer mann-
lichen Geschlechtszelle
(Ei- und Samenzelle)
bei Tieren und Pflaiizen,
die im wesentlichen
darin besteht, da(3 die
Samenzelle ganz oder
zum Teil in die Eizelle
eindringt und sodann ihr
Kern mit dem der Eizelle
verschmilzt. Durch die
B. wird der unmittelbare
Anstofi zur Entwicklung
der Eizelle gegeben, da-
her folgt auf die B. die
Furchung. Bei den Tie-
ren kann die B. inner-
halb des weiblichen Kor-
pers nach voraufgegan-
gener Begattung (s. d.)
oder aufierhalb desselloen
nach Entleerung der Ge-
schlechtsprodukte ins
Wasser (Fische und viele
andere im Wasser leben-
de Tiere) sich vollziehen ;
dementsprechend unter-
scheidet man eine i n -
nere und eine a u fie re
Befruchtung. Man-
che Forscher nennen die
Vereinigung der Samen-
und Eizelle Besamung
und bezeichuen nur die
Vereinignng der Kerne
der beiden Zellen als
Befruchtung (B. im
engeren Sinn).
Die Befruchtung einer tierischen Eizelle
vollzieht sich gewohnlich in folgender
Weise (Fig. 48). Die Samenzelle (das
Spermatozoon) nahert sich der Eizelle
schwimmend und drinfft in dieselbe ein.
Aus dem Kopfe dos Sperm atozoons gent
ein Kern (Samenkern, mannlicher Vorkern)
hcrvor, welchev anfangs kloin ist, aber
oft ebenso grot} win! wit- der Kern
in der Eizelle. !>!< Ix-idm Kerne (mann-
licher mid weiblicher Vorkern) treten
Fig ' 48- Schema des Befruchtungsprozesses des Eies eines Seeigels
(nach O. Hertwig). Fig. I. Das reife Ei im Moment der Be-
f ruc htung. Von zahlreichen Samenfaden ist einer in das Ei schon
eingedrungen, an einer Stelle, die durch den Empfangnishiigel (e)
gekennzeichnet ist. Am Samenfaden ist der Kopf (k), das Mittel-
stiick ^ und der Endfaden zu unterscheiden. eik Eikern (weib-
licher Vorkern). - - Fig. 2. Das befruchtete Ei hat wenige Minuten
S pa t er eine Dotterhaut (M) (Membrana vitellina) ausgeschieden.
Kopf und Mittelstiick haben sich vom Endfaden, der zugrunde
g e ^ 11 ' abgelost und in den Samenkern (mannlichen Vorkern, sk) und
das Centrosom (c) umgewandelt. Letzteres wird von einer Proto-
, . . -,-.. -r^ r < i r* i
plasmastrahlung umgeben. Die iLntiernung zwischen Samenkern
^^ und Eikern (eik) hat sich verringert. - - Fig. 3. Noch einige
Minuten spater sind Ei- und Samenkern (eik und sk) naher zu-
sammengeriickt. Das urspriinglich einfache Centrosom hat sich
dl "" ch Teilun g in zwei vermehrt - Die Protoplasmastrahlung ist
groBer geworden. Fig. 4. Ei- und Samenkern (eik und sk)
liegen dicht bei einander und haben sich an der Beriihrungsflache
abgeplattet. Die Centrosomen (c) sind an entgegengesetzten Seiten
des Kernpaares angeordnet. Die Protoplasmastrahlung breitet sich
iiber den ganzen Dotter aus. Zwischen den beiden Centrosomen
wird nun eine Spindelfigur entstehen, wodurch die erste Furchungs-
teilung eingeleitet wird.
zusammen und verschmelzen. Darauf bil-
det sich die erste Furchnngsspindel und
folgt die erste Furchungsteilung. Die an
den Polen der Furchungsspindel gelegenen
Centrosoraeu stammen von der Samenzelle;
64
Begattung - - Beleraniliden
sie entstehen dureh Teilung eines Centro-
sonis, welches im Mittelstiick der Samen-
zelle lag und bald nach dein Eindringen
in die Eizelle eine kleinc Strahlung in der
Niihe des mannlichen Kerns erzeugt.
Begattung, Paarung, Copula, Co-
p illation, die korperliche Vereinigung
z \veier Individuen verschiedenen Geschlechts
zwecks aktiver Ubertragung des Samens
aus dem Geschlechtsapparat des Miinn-
chens in die Geschlechtsorgane des Weib-
ehens. Die B. der Tiere wird durch In-
stinkte herbeiget'iihrt und geregelt. - Die
B. 1st keinesvvegs eine notwendige Voraus-
setzung der geschlechtlichen Fortpflanzung
(Ainphigonie), sie findet sich vielmehr nur
bfi der inneren Befruchtung (s. d.) regel-
mafiig, wahrend sie bei der auBeren meist
fohlt. - Beim Mensehen wird der Bcgat-
tungsakt auch als Beischlaf oder Coitus
bezeichnet.
copnlare, verkniipfen, verbinden. coire, zu-
sammengehen, sich paaren.
Begattungsorgane, Copulations-
organ e (Copulativa), Jiufiere Ge-
schlechtsorgane (Genitalien), derje-
nige Teil der Geschlechtsorgane der Tiere,
welcher bei der Begattung (s. d.) die Uber-
leitung des mannlichen Saniens in den weib-
lichen Ki'irper vermittelt; iiber die B. der
Wirbeltiere s. Geschlechtsorgane (Ubersicht).
genitalis. zur Zeugung gehorig.
Begattungstasche, s. Bursa copula-
trix.
behoste Beine (Pedes braccati), die
mil lang herabhangenden Federn bedeck-
len Beine vieler Vogel.
/>c.v, fr-dis, Full braccti, Pluderhose.
Bein, urspriinglich soviel wie Knochen
(daher noch die Bezeichnungen : Schien-
l)cin, Nasenbein, Felsenbein etc.), dann die
y.ur Fortbewegung auf dem Boden diencn-
den GliedmaBen der Tiere.
Beinhaut, s. Periost.
Belagzellen, s. Labzellen.
Belegknochen, Deck- oder Haut-
knochen, sekundare Knochen, Kno-
chen, welche ohne knorj)elige Grundlage
im Bindegewebe entstehen. Phylogenetisch
sind sie aus Verknocherungen in der Leder-
haut (Cutis) abzuleiten (vgl. Hautskelett),
welche, urspriinglich dem Achsenskelett
vollkommen frenul, durch Verlagerung in
tiel'ere Schichteu zu seiner Ergiinzung liei-
tragen, besonders am Schiidel und an
Stellen, wo aus Mangel an Knorpel keine
primaren Knochen (knorpelig prat'ormierte
Knochen, s. d.) entstehen konncn. Auch
krankhafterweise konnen in einzelnen Fal-
len B., sog. Parostosen, sich bilden.
.Tao, neben. onreor, Knochen.
Belegzellen, s. Labzellen.
Belemnitiden, im Jura und Kreidc
verbreitete Fam. der Tintenfische (Cephalo-
poden), mitgeraden, kegelformigen, inneren
Schalen (Donnerkeile, Belemniten), an wel-
chen drei Teile zu unterscheiden sind:
1. ein solider, aus faserigem Kalksj)at
bestehender Kegel (Rostru m), der gewohn-
lich allein erhalten ist ;
Fig. 49. Ein Bcleinnit (rekonstruiert).
Links die Schale allein.
2. die gekammerte eigentliche Schale
(Phragmocon), im Rostrum stcckend;
3. ein d tinner breiter Fortsatz der clor-
salen Wand des Phragmocons (Proostra-
Bellsches Geselz - Bilatcral-Platoden-Hypol.hese
65
cum genannt), der nnr schr selten erhal-
ten ist. Decapoden, Dibranchiaten, Ce-
phalopoden , Mollusken.
fiehsfivov, GeschoB, Pfeil. (fgay/io-;, Kin-
schliefiung. xajroi; , Kegel. .TOO, vor.
QOTQCLXOV, Schale. rostrum, Schnabel.
Bellsches Gesetz, s. Riickenmarks-
nerven.
Benthos, die am Meeresboden lebende,
festgewaehsene iscssiles Benthos) udcr
umlierkrieehende (vagiles Benthos) Tier-
und Pflanzenwelt; Gegensatz Plancton.
/?)'i9o^, foe, Tiefe, Meerestiefe. jri/V/v,
sitzen. vugnre, umherschweifen.
Beroiden, Melouenquallen, Fain,
der Rippenquallen, tentakellos, (Fig. -Ill),
weit verbreitet. Cte-
nophoren, Cnida-
rien.
Be roe, Tochter des
Adonis u. der Aphro-
dite.
Besamung,s. Be-
fruchtung.
Bettwanze, s.
Acanthiaden.
Beutel (Marsupi-
uin), Bruttasche,
bei den Beuteltieren
(Marsupialiern ) in der
unteren Bauchgc-
r ig. 4<(- Beroe ovata
(nach Clans). gend von einer Haut-
i'alte gebildete, von
den Beutelknochen (s.
d.) gcstiitzte Taschc, welche die Zitzen der
Milehdriiseii umschlidU und da/.n dient,
die schon nach schr kurzer Tragezeit in
viJllig hilflosem Zustande geborenen Jungen
bis zu ihrer volligen Ausbildung aufzu-
iichinen. Enie ahnliche, aber nur perio-
disch zur Zeit der Fortpflanzung sich bil-
dende Tasche (vgl. Mammartasche) win!
auch bei den Monotremen und /war bei
den Ameisenigeln (Echidniden) /uweilen
gefunden.
[taQOvmov, Beutel.
Beuteljunge heifien die noch unans-
gebildeten Jungen der Beuteltiere .(Mar-
supialier) wiihrend ihres AufenthaKs im
Beutel der Mutter.
Beutelknochen, Mars u pi alk noch en
(Ossa marsupialia), Epipubis, zwei den
Scharabeinen desBeckcns (s. d.) aufsit/ende
Knochen in der Bauchwand der Cloaken-
Zoolosisfhfs T>exikon.
und Beuteltiere (Monotremen und Mar-
supialier), bei den letztcren zur Unter-
stiitzung des Beutels dieneiid.
exi, auf. pubes, Scliam (us pubis, Schain-
bein). os, ossis, Knochen.
Beuteltiere, s. Marsupialier.
Bewegungsapparat, s. Motorium.
Bewegungsnerven, s. Nerven.
Biber, s. Castoriden.
Bibergeildriisen, I
., s. Castoreum.
Bibergeil, }
Bibioniden, Musciformes, Haar-
miicken, Fam. der Miieken, niit fliegen-
ahnliehem Korper; Larven gesellig in
Gartenerde und faulenden pflanzlichen
Stoffen. Nemoceren, Dipteren, In-
sc'kten.
Gattungen : Bibio, Simulia.
bibio, bei den Alten ein kleines, im Wein
sich erzeugendes Insckt (von bibere, trinken).
niusca, Fliege. forma, Gestalt.
Biceps (Museulus biceps), der Beuge-
niuskel des Vorderarmes der hoheren
Wirbeltiere, der mit seinein Muskelbanch
an der Vorderseite des Oberarmes liegt und
mit zwei Sehnen (Kopfen) vom Schulter-
blatt (Scapula) entspringt.
biceps, z\veik<">pfig von bis, zweimal und
caput, it is, Kopf. must ul us, Mauschen,
Muskel,
bicuspidalis, zwcispitzig, zweizipfelig,
Valvula bicuspidalis (oder mitralis),
die zweizipfelige Klappe an der linken
Atrioventrikularoffnung des Menschen und
der Siiugetiere.
Bienen, s. Apiden u. Apis mellifica.
Biesfliegen, s. Oestriden.
Bifurcation, Gabelung, Spaltung cines
Astes in zwei Aste (bei GetaBcn, Xerven
u. dgi.).
fnrca, Gabel.
bilateral, s. bilateral -symmetrisch.
Bilateral-Platoden-Hypothese, 1S72
von Haeckel aufgestellte Hypothese, nach
welcher die niedersten Wiirmer (Platoden)
direkt von bilateral gebauten Gastraeaden
abstammen sollen ; im Gegensatz dazu
wnrde 1884 von Selenka, Lang u. a. die
U ad ial - Platoden - Hypothese aufge-
stellt, welche die bilateralen Platoden mit
den Zwischenstufen der Coeloplana und
Ctenoplana (s. d.) von den Ctenophoren,
somit von radial gebauten Formen ableitet.
Platoden s. d.
5
6(3
bilateral-symmetriseh Bindesubstanzen
bilateral-symmetrisch (abgekiirzt: bi-
lateral), zweiseitig, symraetrisch,
monosymmetrisch, dipleur, allopol,
doppelt heteraxon, nennt man den
Korper eines Tieres dann, \venn er aus
zwei seitlicben (spiegelbildlich gleicben)
Hiilften bostoht. Ein bilateraler Korper
ist also nur durch eine einzige Ebene
(Medianebene, Mittelebene) in zwei sym-
metrische Hiilften teilbar. Er besitzt drei
auf einander senkrecht stebende ungleich-
wertige Achsen (s. Richtacbsen).
bis, zweimal. lutits, cris, Seite. ai'/Liftsroo?,
passend von avr, zusammen und/itTQoi', Mul J >.
STKfjo;, ein anderer. ai;(or, Achse. akkog,
em anderer. vTo'Aog, Achse.
Bilateralien (Bilaterien), Zusammen-
fassung der bilateral-symmetrisch gebauten
Metazoen (W tinner, Mollusken, Arthro-
poden, Wirbeltiere); vgl. aucb Protaxonier.
Bildnerinnen, s. Plastiden.
Bildungsdotter (ViteJlus formativus,
Morpholecithua), der aktive, protoplasma-
ti.-rhe, unmittelbar fiir den Auf ban des
Embryos Verwendung findende Teil des
Eies. Gegensatz: Nahrungsdotter.
I'itcltns, Dotter. for ware, bilden.
iiooffdr, bilden. A.SM&OG, Dotter.
Bildungstrieb, s. Nisus formativus.
Bilharzia, s. Distomum haemato-
bium.
Bimanen, Zweihander, s. Quadru-
manen.
Bindegewebe (Tela connect! va), das
die Organ e mnhullende nnd verbindende
Gewebe, welches zerstreute Zellen enthalt
Fig. 50. Homogenes Bindegewebe (aus R.
Heitwig, Lehrbuch).
und eine rcichliche Zwischensubstanz, die
gallertartig (Fig. 50) oder faserig (Fig. 51)
ist. Vgl. Bindegewebsfibrillen. Das B.
gehort zu der Gruppe der Bindesub-
stanzen (s. d.i.
Tela, Gewebe. coinnYtere, verbinden.
Bindegewebsfasern,s. Bindegewebs-
fibrillen.
Bindegewebsfibrillen , Bin d ege-
websfasern, in der Grundsnbstanz (Inter-
cellularsubstanz) des faserigen Bindegewebes
liegende wasserhelle Fascrn und Fiiden von
oft auBerordentlicher Feinheit (Fig. 51);
sie sind meist zu Biindeln vereinigt und
in der Regel nicht verastelt; sie bestehen
aus Glutin, quellcn bei Zusatz von Essig-
sjiure und Kali auf und geben beim Kochen
Leim, im Gegensatz zu den vielfach neben
ihnen vorkonimenden elastischen Fasern
(s. d.), die beim Kochen, sowie bei Zusatz
der genannten Reagentien unverandert
bleiben.
fibra, Faser.
Bindegewebszellen, s. Bindegewebe.
Bindehaut 1. ides Auges), s. Conjunc-
tiva.
2. kleine Hautsaume zwiscben den
Wurzeln der einzelnen Zehen vieler Vogel.
Bindesubstanzen i S t ii t z ge w e b e), Zu-
sammenfassiing verschiedener Gewebe, die
ihrem Ursprung und ihrem Ban nach zu-
sanamengehoren. Die Bindesubstanzen
gehen embryologisch aus dem jMesenchyin
(s. d.) hervor und dienen zur Umhiillung
und Verbindung oder zur Sttitze der an-
deren Gewebe. Die Zellen der Bindesub-
stanzen sind von spindelformiger oder stern-
formiger Geslalt und zwischen denselben
beh'ndet sich eine Zwischensubstanz (Inter-
cellularsubstanz), welche meist die zelligen
Bestandteile an Masse weit ubertrifft und
Fiji- 51. Fibrilliires (faseriges) Bindegewebe
eines Siuigetieres (nach Hatscheck).
welche von gallertiger, faseriger oder knor-
peliger Beschaffenheit oder verkalkt (ver-
knochert) sein kann. Xach der Beschaffen-
heit der Intercellularsubstanz unterscheidet
man :
1. Lockeres oder zelliges Bindegewebe.
B i o c o e n o s e - Biophoren
07
2. Homogenes Bindege \vebe (Gallert-,
Schleimgewebe). Fig. 50.
3. Faseriges Bindegewebe (fibrillafes,
elastisches B., Bindcgewebe s. str.). Fig. Til.
4. Knorpelgewebe.
5. Knochengewebe.
Die Gewebe cles Blut- und LymphgefaS-
systems sind den Bindesubstanzen nahe
verwandt und werdrn oft denselben xu-
gerechnet.
Biocoenose, wortlich: Lebensgemein-
schaft, eine Bezeichnnng fiir dasZusammen-
leben von niehreren Tjerartcn oder von
Tierarten mit Pflanzenarten.
g, gemensam.
Biodynatnik, nach Haeckel die Lehre
von der allgemeinen Lebenstatigkeit; Phy-
siologie ini weitesten Sinne.
fllo?, Leben. SI'TUIII;, Kraft.
biogenetisches Grundgesetz, ,,die
Ontogenie ist eine abgekiirzte Re-
kapitulation der Phylogenie" von
Haeckel in dieserForm zusammengefalBter,
prtignanter Ausdruck seiner, im AnschluB
an die Darwin sehcn Theorien aufgestellten
Lehre, ,,dafi die Kcilie von Entwicklungs-
formen, welche ein Individuuni wahrend
seiner Entwicklung von der Ei/elle an bis
zu seineni aupgebildeten Zustande durch-
lanft, eine kurze, gedriingte Wiederholung
der langen Formenreihe ist, welche die
Vorfahren desselben Organismus oder die
Sfammformen seiner Art von den altesten
Zeiten der sog. organischen Schi'ipfung an
bis aiif die Gegenwart durchlaufen haben''.
(Vgl. Palingenesis und Cenogenesis.)
ysrsaig, Entstehung.
Biogenie, Entwicklungsgeschichte der
Lebeweseu iin weitesten Sinne, sowohl Onto-
genie wie Phylogenie umfassend.
ysred, Entstehung.
Biokristallisation (Haeckel), der eigen-
tiiniliche histologische Pro/of?, bei welcheni
die anorganische Kristallisationskraft der
Kalk- oder Kieselerde und die plastische
Tatigkeit von Zellen (Scleroblasten) zu-
sainmenwirken , uni die Skelett- Elemente
der Mineral - Skelette vieler Metazoen
(Schwainme, Stachelhauter etc.) zu bildcn.
Biologic, ini allgemeinsten Sinne die
Lehre von den belebten VVesen (Organis-
men) iiberhaupt, also Anthropologie, Zoo-
logie und Botauik ztisammengenommen, im
Gegensatz zur Abiologie (s. Anorganologie);
in engerem Sinne nur die Lehre von der
Lebenstatigkeit und den Existenzbeding-
ungeii der lebenden Wesen im Gegensatz
zur Morphologie (s. d.), die sich mit dem
Ban der Organ ismen und ihrer Zusammen-
setzung beschaftigt; in neucster Zeit end-
lich drittens auch vieltach, gleichbedeutend
mit Oecologie (s. d.), die Lehre von der
Lebensvveise der Organisnien (Nahrung,
Wohnung, Brutpflege etc.).
AJj'og, Wissenschaft.
Biomer, s. Elementarorganismen.
Bion (plur. Bionten) (Haeckel JSOCi),
das physiologische Individuuni als sclbst-
standiges Lebcwesen; s. Individuuni.
/)'/<)), das Lebewesen von fiioi'r, leben.
Bionomie, Lehre von den Gesetzen des
organischen Lebens.
vofios, Gesetz.
biontische oder ontetische Entwick-
lung nennt Haeckel die gesamte Reihe
der Entwicklungszustande, die das einzelne
physiologische Individuuni (Bion) wahrend
der ganzen Zeit seiner Existcnz durch-
la'uft; sic entspricht also der Ontogenie
(s. d.) im weitesten Sinne.
Biophoren (Xaegeli), Bioplasten,
Plasome, Pangene, in verschiedenen
Theorien (vgl. Pangenesis) angenoinmene
kleinste, unsichtbare Lebenseinheiten , die
das gauze Protoplasma zusanimensetzen
und hier die Ti-Jiger aller Eigenschaften
des Lebens bilden sollen.
yoQsTi', tragen. XJMOI;;, Bildung von JI/MT-
Tfir, bilden. aoj/ta, Kurper. Pangene s..
Pangenesis.
Fig. 52. Bipinnaria (Larve eines Seesterns).
b Mund, u After (aus Boas, Lelub.).
68
Bioplasten - - Blastococlon
Bioplasten, s. Biophoren.
Biorhiza aptera, P. Teras terminals.
Bipinnarien, freischwimmende Larven
vider Seesterne (Asteroideen ), init dop-
pelter Wimperschuur, da das Feld iiber
deni .Muiid von einer gesonderten Wimper-
schjiur ninsanint ist (Fig. 52).
bis, zweimal. pinna, Feeler, Flosse.
bipolare Ganglienzellen, s. Gang-
lienzellen.
Birgus latro Herbst, KokosnuS-
rjiuber, Art. der Einsiedlerkrebse, Ost-
indien, in Erdlocherfi lebend, orniihrt sich
besonders von abgefalleneu Kokosniisscn ;
atnict init einein als Lunge fungierendeu
Abschnitt der Kiemenhohle. Paguriden ,
Macruren , Decapoden, Podoph thai men,
Malacostraken, Crustaceen.
Rirgus, Eigenname. latro, Rauber.
Bisani, s. Moschiden.
biserial, zweireihig, zweizdlig.
scrips, Keihe.
biseriale Flosse, s. Archipterygium.
Bison(tinen), Unt, Gatt. der Kinder;
die klcinoii starkcn Homer sincl am Schti-
dcl naeli vorn geriickt; Behaarung weich
und lang, an St.irn, Kopf nnd Hals zu
einer langen Miihne, am Kinn zu einem
Bart verlangert. Bovinen, Cavicornirr,
Ruiiiinantien , Artiodactylen , Ungtilaten,
Placcntalicn, Mainmalien.
Bison ainerican us Gin., ainerika-
nischer Biiffel. Bewohnte einst fast ganz
Nord-Amerika; Leute fast vollig ausgerottet
und nur noch geschiitzt lebend
nn
' Yellowstone-Gebiet.
Bison europaeus O\v., europiii scher
Biiffel, Wiscnt. (iruOtes Land tier Euro-
]>as; friiher wcit iiber Europa verbreitet,
bcute wild nur noch iin Kauka.sus, ee-
' O
schiitzt lebend iin Wald von Bialovvicza.
Bison p rise us v. Mey, iin Diluvium
und wahrscheinlich bis in die romisebe
Zeit reiehend; alle lebenden Bisonten an
Stiirke iiberragend.
fllaior, ein nach den Bisonicrn (ihrakische
Volkerschaft) benannter wilder Ochs.
Bisulca, s. Ruminantien.
Bivalven, s. Lamellibranchier.
Bivium: bei inanehen irreguliiren See-
igeln (Spatangiden) ist der (bei den regn-
li'ircn Echinoideen in der Mitte der Baueb-
seite gelegeiiei Mund an das Vorder-, der
(rpgulsir in der Mittc der Dorsalseite ge-
legeuc) After an das Hinterende der Bauch-
seite verlagert; von den fiinf voin Mund
zum After hingehenden Reihen von Am-
bulacralfiiBchen (s. d.) konimen dabei xwei
ganz auf die Ventralseite zu liegen, \v;'ih-
rend die drei anderen uach vorn und oben
verschoben sind; es werden daher auch
nur die beiden wntralen FiiBehenreihen
zur Fortbewegung ben utzt: das Tier ,,krieeht
auf dem Bivimn".
biTtitm, Doppelweg, zwcifacher (bis) Weg
(ma).
Blabera giganteaC., Riesenschabe,
tropische Art der Schaben. Blattiden,
Cursorien, Orthopteren, Insektcn.
fihafiegos, schadlich. ;v;'f),
Prostoma, Urmund, die Offniing der
rrdarmhohle bei dor (Jastrula is. d.).
Blastos iplur. Blasten), Sprofi.
Blastosphaera, s. Blastula.
Blastostyle (Alhnan), an den Polypcn-
stocken der Hydroidpolypen vorkommende
mund- und tentakellose Iiidividuen, \velche
allein die Geschlechtsknospen fMeduscn.
medusoide Gonophoren oder Sporosacs)
tragen. Bei denjenigen Hydroidpolypen,
deren Hydranthen von einer Pcriderm-
Hiille (Hydrotheca) umgeben ist, haben
die Blastostyle ebeufalls eine Periderm-
Hiille (Gonotheca). In dicsein Falle wird
der Blastostyl mit den Gesehleclitsknospen
und der dieselben umgebcnden Gonotheca
als Gonangium bezeichnet.
, Pfeiler, Saule. j'o'coc, Geschlecht.
Behaltnis, Kapsel. ily-'fTni', GefiiP).
Blastozoiten (Lacaze-Duthiers), dim-h
Knospung (s. d.) erzeugtc Iiidividuen.
coor, Lebewesen, Tier.
Blastula (Haeckel), Bias tosphaora
(friiher auch Vesicula blastodcrmica
gcnannt), Blasenlarve, Blasenkeim,
K e i in b 1 a s e , K e i in h a u t b 1 a s e , En t wick-
lungs-Stadium aller vielzelligen Tiere (Me-
tazoen); in verschiedenen Modifikationen
sich findend, ist cs in seiner typischen Ge-
stalt eine kugelige, manchmal flimmernde
Blase (Fig. 54 IV), die im Yerlauf der Ei-
iurchuug dadurch entsteht, dal3 die aus der
Eizelle hervorgegangenen Furchungszcllen
(Blastomeren, s. d.) sich in einschichtiger
Lage rings um einen grofieren od. kleineren
Hohlraum anordneii; letzterer wird als
K e i m - oder F u r c h u n g s h o hie ( B 1 a s t o-
Iff
Fig. 54. Aquale Furchung von Amphioxus lanceolatus (nach Hatscheck). I Zweiteilung (zwei
Blastomeren), II Vierteilung (vier Blastomeren), III Achtteilung ( Aquatoriaifurche, die ~. und
8. Blastomere sind verdeckt), IV Blastula im optischen Durchschnitt ; cine einschichtige
Zellenblase umgibt die Furchungshnhlc. In I, IT, II[ bezeichnet cin Uleincs Korpcrchcn
(Richtungskorperchen) den animalen Pol.
70
Blatta - Blepharoblast
co el, Cavum segment arium) bezeich-
net, seine von den epithelartig angeordueten
Furchungszellen ( daher auch K e i m h a u t -
zellen, Cellulae blastodermicae ge-
nannt) gebildete Wand als Keimhaut
(Blastoderm a),
OfpaTQa, Kugcl. f>ri>/tti. Haul. rrstcn/a,
kleine Blase (Tes/ca). xolkos, hohl. CCITUS,
hohl. st'gwi'n/urc, zerteilen. cellula, kl.
Kammer, Zelle (cclla).
Blatta, s. Blattiden.
Blattermagen, Buch, Omasus, Psal-
terium , die mil hohen, blattartigen Langs-
Blatta germanica L., gemeine Kiichen-
schabe, Russe; in Hausern, besonders in
Kiicben vielfach las tig, hanfig jedoch be-
reits durch die eingewanderte, gnillei'e
Brotschabe (Periplaneta orientalis, J'ig. ."id)
verdrangt.
blatta, ein stinkendes Insekt, Schabe (bei
Plinius). gcrmanicus, deutsch. kakkerlak,
hollandischer Name des Tieres.
Blattkiemen, die fur die meisten Mu-
scbeln (daher Lamellibranchier genannt)
typische Form der Kiemen (Branchien), die
aus den Fadenkiemen (s. d.) durch Ver-
falten ausgestattete dritte Abteilung des
Magens der Wiederkjiuer (Ruminantien, s.
d.) Fig. 55.
omasum, Rinderkaldaunen (-eingeweide).
ipafaijQiov, ein zitherartiges Saiteninstrument,
davon lat. psalternnn, Psalmenbuch.
Blattiden, Sehaben, Kakerlaken,
Fam. der Gradfltigler; die meisten Arten
Fig. 56. Periplaneta orientalis , Mannchen
(nach Kiikenthal).
sind Nachttiere und leben von allerlei
pflanzliehen Abfallen. Die Fier werden
in barton Knpscln abgelegt. Cursorien,
Orthopteren, Insekten.
^'g- 55- Magen des Schafes (aus
Leunis-Ludwig). a Speiserohre,
b Diinndarm, c Klappe, welche
die Speise aus der Speiserohre
direkt in den zweiten Hauptab-
schnitt des Magens iiberleitet. /
Pansen, Rumen, 2 Netzmagen,
Retikulum, j Blattermagen, Oma-
sus, Psaiterium, 4 Labmagen,
Abomasus.
waehsnng der jeweils benachbarten Kiemen-
faden zu durchbrochenen Lamellen hcrvor-
geht.
Blattlause, s. Aphiden.
Blattminen, dureh Wegfressen des
Blatlgriin.s von den Larven verschiedener
Insekten an Pflanzenblattern hergestellte
Defekte; je nach der Form der Frafi-
stellen nnterscheidet man Platzminen
(rundliche Flecke), Lochminen u. Gang-
in i n e n .
mine, franz. (mittellat. minera), Fundort
von Metallen (Mineralien), unterirdischer
Gang.
Blattwespen, s. Tenthrediniden.
Blendlinge, s. Bastarde.
Blenniiden, Schleimfische, Fain.
der Stachelflosser, mit nackter oder ntir
mit rudimentaren Schuppen versehener,
scbleimiger Haut. Acarithopteren,
Teleosteer, Pisces.
Gatt. Blennius, Zoarces.
(ttsrra, Schleim.
Blepharoblast heifit bei Protozocn ein
kleines Korperchen, welches am Ursprung
einer Geissel (eines Flagellums) gelegen ist
und von dem vermutlich die Bildung der
Geissel ausgeht.
{fin/ hyse , Neben-
nieren), welche aber nur dann BlutgefaB-
driisen genannt werden diirfen, wenn in
ihnen Blutzellen entstehen.
BlutgefaBe (Vasa sangninis), die das
Blut enthaltcnden und leitendcn Ro'hren.
Die Blutgef;il5e entstehen aus dem Mesen-
chym, und ihre Wandnng wird im ein-
fachsten Falle nur von einer Lage flacher
Mesenchymzellen gebildet; oft ist die Wan-
dung verstiirkt durch Bindegewebe mit
elastischen Fasern und sind ihr glatte
Muskelfasern eingelagert. Wo ein Herz
vorhanden ist (vgl. Blutgefafisystem, Uber-
sicht), speziell bei den Wirbeltieren, unter-
seheidet man 8 Arten von Get'iilirn, I'nls
oder Schlagadern (Arterien, s. d.), Blut-
72
Blutgefafisystem - Blutinseln
adern (Vencn, s. d.) und Haargefiifie
(Capillaren, s. d.); erstere leiten das Blut
vom Herzen zu den verschiedenen Organen
hiu, wobei sie sich in immer feinere Aste
verzweigen und schliefilich in die nur durch
das Mikroskop erkennbaren Haargefafie
auflosen; diese gehen wieder in die An-
fange der Venen liber, welche das Blut
zum Herzen zuriickfiihren und dadurch
den Kreislauf (s. d.) desselben vollenden.
z>as, Gefafi. sanguis, Blut.
Bl utgef aB-System ( Yasculat, Vasoriura),
die Summe der Organ e des Tierkorpers,
die das Blut en thai ten und seine Bewegung
vermitteln (Herz und Blutgefafie) ; man
unterscheidet:
1. geschlossenes Bl. , bet deni das
Blut stets in geschlossenen, mit eige-
nen Wandungen ausgeriisteten Rohren
fliefit. Ein geschlossenes Bl. haben
die Wirbeltiere (s. Blutgefafisystem der
Wirbeltiere), sodann die Echinodermen
(ein Blutgefafiring mit radiaren Blut-
gefafien)., ferner die Schnurwiirmer
(Xemertinen) , die meisten Ringel-
wiirmcr (Anneliden) und die Eichel-
wiirmer (Enteropneusten). Bei den
genannten Wiirmern besteht das Blut-
gefafisystem im wesentlichen aus einem
dorsalen Gefiifi (Riickengefafi) und
einem ventralen Gefafi (Bauchgefafi).
2. offenes oder lacunares Bl., bei
dem die Blutgefiifie nur fiir kurze
Strecken den Charakter von Rohren
besitzen, dann aber in Hohlra'ume der
Leibeshohle ohne besondere Wand
(Lac unen) iibergehen, aus \velchen
das Blut durch seitliche Spaltcn wie-
der in das Hauptblutgefafi oder Hcrz
zuriick gelangt. Ein offenes Bl. be-
sitzen die Arthropoden (deren Herz
dorsal gelegen und gewohnlieh mehr-
kammerig ist), die Tunicaten und die
Mollusken. Letztere haben ein ein-
kammeriges Herz mit einer oder zwei
Vorkainmern.
vasculum, kleines GefiiB (vas). lacuna,
Vertiefung, Hoblung.
BlutgefaBsystem der Wirbeltiere.
Im Bl. d. W. sind folgende Stufen zu
unterscheiden:
I. Blutgefafisystem ohne Herz, mit kon-
traktilen Gefafien (bei den Lcptucar-
diern, Amphioxus).
II. Blutgefafisystem mit ventral gele-en''in
Herzen (bei alien anderen Wirbel-
tieren i.
a) cine Herzkammer und eine Vor-
kammer (bei den Fischen und den
Cycles to men);
bjeine Herzkammer und zwei Vor-
kammern (bei den Amphibien);
c) zwei unvollkommen geschiedene
Herzkammern und zwei Vorkam-
mern (bei den Reptilien);
d) zwei vollkommcn ireschiedene Herz-
kammern und zwei Vorkammern
(bei den Vogeln und den Saiiu'i--
tieren).
Blutgerinnung: infolgc der Bildung
des Fibrins (Blutfaserstoff, s. d.) gerinnt
das Blut der Wirbeltiere bereits kurze Zeit,
nachdem es dem Einflufi der lebenden ()c-
fiifiwande entzogen ist; dabei erstarrt es,
wenn man es in einem Gel'iisse rnhi t u' stehen
lafit, zuerst (bereits nach ca. 2 1 ."> Minuten)
zu einer weichen, roten Gallerte (Cruor
san gu in is), durch deren gauze .Mae sich
feine Fibrinfaden ausbreiten und die Blut-
korperchen wie in einem Spinngewebenetz
zusammen halten; spjiter (nach 12 bis
15 Stunden) jedoeh ziehen sich die Fascr-
stoffiidon urn die Blutkorperchen engcr und
enger zusammen, wobei sie das Blutwasser
(Blutserum, s. d.) als eine helle klare Fliis-
sigkeit aus dem (Jruor auspressen, with rend
sic selbst mit den Blutkorperchen zusam-
men schliefilich eine am Boden des Ge-
fafies ruhende, mit dem Messer schneid-
bare, feste, rote Masse (Bin tk nchcn .
Placenta sanguinis oder Crassaiuni-
tum sanguinis) bilden.
cruor, das gerinnende, dickfliissige Blut.
sa/iifitis, Blut. placenta, Kuchcn.
crassamentnin, der dicke (t'russ/ts) Bodeii-
satz einer Fliissigkei't.
Blutgewebe, s. Lymphoidgewebe.
Blutinseln, Blutpunkte, mehr oder
minder intensiv bin trot gefiirl)te Flecken,
die man an Embryonen derhiiheren Wirbel-
tiere (Amnioten) innerhalb der Zonr dr>
sp;itcren Gefafihofs (s. Fruchthofe der Wir-
beltiere) wahrnimmt, wenn man die VOID 1 )dt-
ter abgeloste Keimscheibein friihen Stadicn
der Entwieklung betrachtet; diese Flecken
erweisen sich bei genaiierer rnti'isiicliung
als (wahrscheinlich aus dem Mesenchym
Blutkorperchen - Bonellia viridis
7:5
herstammende) Zellenanhaufungen, welche
die Bildungsherde der zelligen Bestandteile
des Blutes (Blutkorperchen) sind.
Blutkorperchen, s. Blut. Hole l>lnt-
korperchen = = Erythrocyten (s. d.); \\-eilie
Blutkorperchen == Leukocyten (s. d.i.
Blutkreislauf, s. Kreislauf.
Blutkuchen, s. Blutgerinnung.
Bltitplasnia, s. Blut.
Blutschande, s. Incest.
Blutserum, lauch Serum schlechtweg),
Blutwasser, die nach Gerinnung uud
Ausscheidung des Blutfaserstoffs aus dem
Blute (s. d.) und den Blutzellen derWirbel-
tiere iibrig bleibende, eine wasserige, salz-
haltige Eiweil31osung darstellende, in der
Regel farblose, helle, klare Fliissigkeit.
scrum, wassrige Fliissigkeit.
Blutsinus, s. Pericard.
Blutwasser, s. Blutserum.
Blutzellen, s. Blut.
Boa constrictor L., Abgott- oder
Konigsschlange, Art der Riesenschlan-
gen, m lang; unischlingt ihre Beute vor
deni Verzehren. Pythonideh, Peropoden,
Ophidier, Lepidosaurier, Reptilien.
boo, eine Schlange (bei Plinius), welche sich
gem an Rindern {bos, bovis, Rind) ansaugt.
constringere^ zusammenschniiren, erwiirgen.
Bockkafer, s. Cerambyciden.
Bogengange, s. Canales semicircu-
lares.
Bojanussche Organe, die von L. H.
Bojanns (177(j 1827) entdeckten Niereu
der Muscheln (Laniellibranchier>, ein Paar
jederscils am Riicken in der Niihe des An-
satzes der Kiemen verlaufender, gelblich
oder braunlich gefarbter Driisenschlauche,
\vclchu bisweilen median zu eineni Organ
verschmelzen konnen. Jedes der beiden
B. O. besitzt eine innere Offnung, dnrch
welche es mit der Perikardial-Hohle zn-
samraenhangt, und eine a'uBere, welche in
die Mantelhohle miindet.
Bolinaceen (Haeekel 1S90), Lobatae
(Agassiz I860), Ordn. der Rippenquallcn,
mil zwei Mundlappen. Tentaculaten,
Ctenophoren, Cnidarien.
Bombinator igneus R<"s., Feuer-
kro'te, Unke, Art der Knoblauchskroten,
mit orangeroter, schwarzblau get'leckter
Bauchhaut. Pelobatiden . Oxydactylcn,
Anuren, Amphibien.
bilms, BofifioG,
dumpfer, ticfer Ton. /if/ti'tts, feuerfarbig
(/V/7/.v, Feuer), wegen der Farbe des Bauches.
Bombus, llu m in el n, Gatt. der Bienen,
erzeugen bcim Fliegcn durcb \'ibriren be-
sonderer Stimmbander in den Stigmm des
Hinterleibc.s einen bruramenden Ton; gleich
den Bienen Staaten l)ildend, aber der
Staat geht im Herbst ziigriinde, nur die
befriifhteten \Veibchen iiberwintern. Die
Hutnmeln sind wichtig, weil sie die Be-
t'ruehtung des Klees verniitteln und sind
deshalb in Australien eiiiget'iihrt worden.
Apiarien, Aculeaten, Hymenopteren, In-
sektcn.
Bombus terrestris L., Erdhumrael,
baut ihr Nest in Erdloehern.
ttrrcstris, auf oder in der Erde (tcrrti)
lebend.
Bombyciden, echte Spinner, Fain,
der Spinner, mit einfach gekammten Fiih-
lern in beiden Geschlechtern. Bombycinen,
Lepiclopteren, Insekten.
Bombyx mori L., Seidenspinner, Maul-
beerspiuner; die Raupe, deren Kokons die
Seide liefern (Seidenraupe, Seidenwurmi
lebt auf Maulbeerbaumen; urspriinglich in
China, seit dem If). Jahrhundert auch in
Europa.
fii'titpi'S, Seidenspinner (weil cr die ,,rau-
schende Seide" [/?6///?oc] liefert).
Bombycinen, Si> inner, U. O. der
Schmetterlinge, mit borstenformigen, beini
Miin nchen gekammten Fiihlern; deren
Ranpen verpuppen sich in Gespinnsthiillen
(Kokons). Im Seidenspinner weist die Fa-
milie den einzigcn niitzlichen Schmetter-
ling auf, andererseits entliiilt sie eine groBe
Anzahl Schadlinge, besonders fiir dieObst-
baume und den Wald. Lepidopteren,
Insekten.
Familien: Euprepiadcn, Lipariden, Noto-
dontiden, Bombyciden, Saturniden, Psyehi-
den, Zygaeniden, Cossiden.
Bombyliiden , S < b w e b f 1 i e g e n ,
Hummelf liegen, Fain, der Zweifliigler.
Tanystomen, Diptcren, Insekten.
fiofiflvhos, summendes Inseki.
Bombyx, s. Bombycinen.
Bonellia viridis Ifol., Art der borsten-
tragenden Stern wiirmer (Gephyrei chaeti-
feri, nach Haeekel Spaniochaeten); liemer-
k( nswcrt durch den auSerordentlichen Ge-
74
Bopyriden B o v i n e n
schlechts-Dimorphismus : das griin gefarbte
Weibchen besteht aus einem iin Sand oder
Scblamm verborgenen 6 8 cm langeu Sack
und einem 30 und mehr Zentimeter langen
Kopflappen, der am Yorderende gegabelt 1st.
Das etwa 1 mm lange Man ncberi, in Gestalt
und Farbevom Weibcben vollig verscbieclen,
schmarotzt im Anfangsdarm des Weibchens
und wandert /ur Begattung in dessen Ge-
scblecbtsgange. Cbaetiferen, Gepbyreen,
Auneliden.
Bone Ilia nach dem Zoologen Bonelli.
Tiridis, griin.
Bopyriden, dureh ihre parasitische Le-
bensweise (auf anderen Krebsen) boeh-
gradig degenerierte Fam. der Asseln. Iso-
poden, Edriophthalmen , Malacostraken,
Crustaceen.
B o p y r u s s q u i 1 1 a r u m Latr. , Garneelen-
assel, vorzugsweise in der Kiemenhoble
der Steingarneelen (Palaemon serratus und
squilla) schmarotzend.
bopyrus, Name von dunkler Bedeutung
(/3ovs, Ochse und JIVQO;, Weizen).
squilla, oy.D.ka, eine Seekrebsart. serratus,
gezahnt.
Borsten (Setae) nennt man mit dicken
Haarscbaften versehcne, steife Haare in
der Haut einiger Sa'ugctiere (z. B. Scbweine),
ferner starre haarformige Federn mancher
Vogel; baarahnliche Borsten finden sicb
ferner bei vielen Wirbellosen (vgl. aucb
Chaetae).
seta, Borste.
Borstenwiirmer, s. Chaetopoden.
Bos, s. Bovinen.
Bostrychiden, Borkenkafer, Fam.
der Ka'fer, bobren (besouders als Larven)
in den Bast der Ba'ume zablreicbe, fiir jede
Art charakteristische Giinge, daber aufierst
forstscbadlicb. Tetrameren, Coleopteren,
Insekten.
Bostrychus typograpbus L., Buch-
drucker, Ficbtenborkenkafer.
fioaTQi'zoc;, Haarlocke, geschlangelte Win-
dung. rr.Toj'o<7>o?, Buchdrucker von ivjiog,
das Geprilgte, Letter und ygdysiv, schrei-
ben.
Botallischer Gang, s. Ductus arte-
riosus Botalli.
Botanik, Pf lanzenkunde, die \Yissen-
scbaft von clen Pflanzen.
flozdrT], Pflanze.
Bothriocephaliden, Fam. der Band-
wiirmer, mit z\vei scitlicben flacben Saug-
gruben am Kopf; Gescblechtsporus auf
der Mittcllinie der Glieder, ,,flachenstan-
dig". Der gewundene Uterus liegt in der
Mitte der (Jlicder. Cestoden, Platodi-n.
Bothriocephalus latus Brems., brei-
ter Band \\urm des Menschen. Erreieht
eine Lange von 9 m,
bei einer Proglottiden-
zabl von 4000. Die
Jugendformenleben im
Hecht und in anderen
Fischen.
fioi)tr>ior, kleine Grube.
Kf.fpak'f] , Kopf. (Bo-
thriocefhahts - - Gru-
benkopf.) latits, breit.
Fig. 57. Bothriocepha-
lus latus (seitliche An-
sicht und Flachenansicht
des Kopfes). Die Kopfe
6 mal, die Proglottiden
I J / 2 mal vergn")P)ert (aus
R. Hertwig).
'
Botryllus violaceus Edw., Art der
Seescheiden, in Kolonien, deren blauge-
farbte Ein/.eltiere zu je 6 12 zu tranben-
formigen Kosetten angeordnet sind. Synas-
cidien, Tethyodeen, Tunicaten.
fioTQi's , Weintraube. violacens, veilchen-
farben, violett.
Bovinen, Kinder, Unterfam. der
Horntiere. Cavicornier, Ruminantien,
Artiodactylen , Ungnlaten , Placentalien,
Mammalien.
Gatt. Bnbalns, Bison, Bos.
Bos taurus L., Hausrind, Hausstier,
zabmer Ocbs, bildet mit seinen verscbie-
denen Rassen keine natiirliche Art, viel-
mebr stammen dieselben bochst wabr-
scheinlicb (durcb Kreuzung) von verschie-
denen, ausgestorbenen, wilden Artm ab,
deren man fiir die enropa'ischen Rinder-
rassen folgende drei annimmt:
B. primigenius Bojan., Anerochs, Ur,
i Primigenius-Rasse).
B. brachyceros Riitim., kurze unge-
stielte Hornzaplen, scbmale Scbadelform ;
in Scbottland und in der Scbweiz (Bracby-
eeros-Rasse).
B. frontosus Nilss., mit breiter Stirn,
Skaiidinavicii (Frontosus-Rassc).
/u den B. geboren ferner :
Bowmansche Capseln - Brachyceren
75
B. i adieus L., Zebu, Buckelochs, niit
cineni l)uckelartigen Fetthocker auf dcai
Vbrderriicken, in Ostafrika uad Iiulicn.
B. gru a aiens L., Grunzochse, Yak, in
der Moagoloi uad den tibetanischea Hoch-
landern.
Iw.s, I>o7'/s, Ochse, Rind, taurus, Slier.
pr/it!fc>i/its, urspriinglich, vorwcltlich von
primus, dcr erstc und ffens, Geschlecht.
longus, lang. frons, tt's } Stirn. frontosus,
groGstirnig. gritnnire, grunzen. Zebu, }'aJt,
vaterlandische Namen.
Bowmansche Capseln, s. Malpighi-
sche Korperchen.
Brachhelminthen, s. Prosopygier.
Brachialien, diejenigen Kalkplattea des
Hautskeletts der Haarsterae (Crinoideen),
welche die (deal Kelch uad zwar dea Ra-
dialiea ansitzeaden) Anne stiitzca (vgl.
Calyx).
brac/i/niii, Arm.
brachialis, zum Arm gehorig.
Brachinus crepitans L. , Bombar-
dierkafer, Art der Laufkafer, rait kurzea,
abgestutztea Fliigeldecken, spritzea in Ge-
fahr init eiaeai horbarea Knall 3 4 laal
eiae dunstartige, atzende Fliissigkeit aus
deai After aus. la Deutschland uater
Steiaea. Carabidea, Pentameren, Coleo-
pterea, lasektea.
Brachiiins von j^axv?, knrz (?). crrp/farc,
ein Gerausch (Knall) von sich geben.
Brachiolarien, freischwimmende Lar-
vea vieler Seesterae (Asteroideen), derea
Scheitelfortsatz drei Arme mit Saugwarzcn
zur Aaheftuag tragt.
brachiolum., kleiner Arm (brachinni).
Brachioniden, Fam. der Riidertierchen,
mit festeni Paazer, zwei oder mehrfachera
Raderorgan uad geringeltem Fufi. Ilota-
toriea.
Brachionus urceolaris Ehrbg., Wap-
pentierchen, Art der Radertierchen, mit
quergeriagelteai, zurtickziehbareai Fufi uad
fester Haut, die uai dea zusammenge-
driickten Korper eiaen topfformigen Panzer
bildet, dessea Koaturea von vorne gesehea
an die Gestalt eiaes Wappenschildes erin-
nera. Rotatoriea.
von pQa%uov, Arm (?), urceolus, kl. Krug
(jirccits).
Brachiopoden , 8 p i r o b r a a c h i e r ,
Armfiifier, Spiralkiemer, festsitzende
Mccrestiere aiit cincr dorsalea und eiarr
veatralea Schalenklappe ( Fig. TiS), in. langea,
spiraligeingerollten Mundaraien und kompli-
ziertcm BlutgefaSsystem. Die Ahnlichkeit
dcr Brachiopoden mit den Muschela ist
aur eiae iiufierliehe (da die letzterea eiae
aadere Organisation uad seitliche 8chalea-
klappen besitzea). Prosopygier. Die Haupt-
entwickluag dieser formenreiehen Gruppe
f;illt in friihere Erdperio-
dea uad sie spielea des-
halb unter dea Leitfossi-
liea einebesonders wichtige
Rolle.
Fig. 58. Terebratula vul-
garis (ein fossiler Brachio-
pode) nach Karl Walthcr.
I. Pleuropygier (Ecardiaes), Schalen
ohne SchloBverbindung, Mageadarm
seitlich mitadead, ohae Armgerust.
1. Liagulidea (Silur bis Jetztzeit). 2.
Oboliden (Silur). 3. Disciniden (Si-
lur bis Jetztzeit). 4. Trinierellideu
(Silur). 5. Craaiaden (Silur bis Jetzt-
zeit).
II. Apygier (Testicardines), Schalea mit
SchloBverbinduag, Dariakanal blind
endigend, meist Armgerust vorhaadea.
1. Produetidea (palaeozoisch). 2. Or-
thiden (palaeozoisch). 3. Spiriferen
(palaeozoisch, bis Jura). 4. Atrypiden
(palaeozoisch). 5. Rhynchoaellea (Si-
lur bis Jetztzeit). 6. Thecidea (Trias
bis Jetztzeit). 7. Terebratela (Silur
bis Jetztzeit. Fig. 58).
jiovg, jrodoc, FuB. ajTsTga, der Gewun-
dene. figdyxia, Kienien.
Brachycephalen, Kurzkopfe, aach
iateraationaleai Ubereiakoaimea Measchea,
bei deaea die Schiidelbreite SO uad aiehr
Prozeat der Schiidelliiage betrjigt. Gegea-
satz: Dolichocepbalen (s. d.).
pouyv^, kurz. xsaAr], Kopf.
Brachyceren (Kurzhorner) , Fliegen
im weiteren Sinne. zusammenfassende Be-
zeichnung der mit kurzea, meist aur drei-
gliedrigea Fiihlera ausgeriistetea Taay-
stomea und Mu scar iea zu eiaer Gruppe
der Zweifliigler (Dipteren), im Gegensatz
zu dea langfiihlerigen Miickea (Nemoceren).
?, Horn.
76
B r a c h y d e r e n - - Branchiopoden
Brachyderen, s. Ichthyosaurier.
Brachyelytren, s. Staphyliniden.
brachyodont heifien Ziihne mit nied-
riger Krone und wohlentwickelter Wurzel
(die Mehrzahl der Ziihne der Saugetiere);
Gegensatz: hypsodont (s. d.)
oddvs, OTTO?, Zahn.
Brachytarsen, .s. Lemuriden.
Brachyuren, Krabben, kurzschwan-
zige Decapoden , U. O. der zelmfiiPjigen
Panzerkrcbse, mit kurzem Abdomen, das
nach vorn unter den Thorax umgeschlagen
und daher von oben nic-ht sichtbar ist.
Decapoden, Podophthalmen , Malaco-
straken, Crustaccen. Familieii :
1. Notopoden, Ruckenfufiler.
2. Oxystomen, Runclkrabben.
3. Oxyrhynchen, Dreieckskrabben.
4. Cyclometopen, Bogenkrabben.
5. Catometopen, Viereckskrabben.
OVQO,, Schwanz.
Brackwasser, Mischungen von Biifi-
wasscr und Meerwasser, wie sie an der
Munching von Fliissen in das Meer ent-
stehen oder in Been, welehe mit dem Meer
in Verbindung sincl und Fliisse oder Bache
aufnchmen.
Braconiden, Brackwespen, Fain,
der Schlupfwespen ; schmarotzen als Larven
in den Larven und Ranpen anderer und
zwar meist der Landwirtschaffc schadlicher
Insekten und verhindcrn, indem sie in der
Regel den Tod ihrer Wirte verursachen,
deren allzugroBe Ausbreitung. Eutomo-
phagen, Hymenopteren, Insekten.
Gatt. Bracon, Microgaster.
Bracon, vielleicht von dcm deutschen brack,
niederd. wrack, AusschuB (wracken = aus-
sondern).
Bracteen, s. Deckstiicke.
Brady poden, Tardigraden, Faul-
tiere, Fain, der Zahnliicker, pflanzent'res-
sende, trage, anf Baumen lebende Tiere
mit zwei- oder dreizehigen Vorderfiifien ;
auf Siid-Amerika beschrankt. Bradytherien,
Edentaten, Placentalien, Mammalien.
Bradypus tridactylus, dreizehiges
Faultier.
finadvs, langsam, trage. -Tore, .TocWs, P'uB.
tardus, langsam. -rni//', schreiten. TQI-, 3.
ddxrvkoc;, Finger, Zehe.
Bradytherien, Xenarthren, Eden-
taten der iH'iien Welt (Siid-Aniei'ika), !'.<).
der Zahnliicker, jiUimpe, triigc Tiere, ana-
torn ischbemerkenswert durch dievariierende
Anzahl (6 10) der Halswirbel (statt der
t'iir die meisteu Saugetiere normalen Zahl
von 7 Halswirbeln). Edentaten, Placen-
talien, Mammalien.
1. Fam. Bradypoden, Faultiere.
2. Fam. Myrmecophagiden , Ameisen-
ba'ren.
3. Fam. Cingulaten, Giirteltiere.
&IJQIOV, Tier, ^srog, fremd, befremdend,
auft'allend. aoSoor, Gelenk, Glied (wcgen
der Halswirbelzahl).
Branchialhohle, s. Kiemen.
Branchialsackchen, Kiemensack-
chen, s. Branchiopoden.
Branchialsipho, s. Sipho (-)
Branchiaten, 1. Ichthyonen, Ich-
thyopsiden, K i e m e n w i r b e 1 1 i e r e ,
F i s c h t i e r e , Zusammenfassung d. dauernd
oder wiihrend eines Teils ihres Lebens dnrch
Kiemen atmenden Wirbeltiere: der Acra-
nier, Cyclostoraeu, Fische und Amphibien,
Gegensatz Abranchiaten.
2. s. Tracheaten.
/?p;7/a, Kiemen. iz&vs, vo, Fisch.
(Ti/Vs, Aussehen.
Branchien, s. Kiemen.
Branchiobdelliden, Fain, der Egel-
wiirmer, mit einem Saughapf am Hinter-
ende. Schlund ohne Riissel, aber mit zwei
flachen Kiefern. Hirudineen, Anne-
liden.
Branchiobdella astaci, an den Kie-
men und der auUeren Oberflaehe von FlnH-
krebsen (Astacus fluviatilis) schmarotzend.
{jody%ta, Kiemen. daray.og, erne Krebsart.
fideM.a, Blutegel von fiddHeir, saugen.
Branchiomerie, die metamere Gliede-
rung (Segmentierung) des Kiemendarms
! der Embryonen aller Wirbeltiere infolge
| der segmentalen Anlage der Kiemenbogen
und -spalten (s. d.).
m'ooc, Teil, Abteilung. sc^i/n'iituni, Ab-
schnitt.
Branchiopneusten nennt Haeckel die
Articulaten mit Hautkiemeii (die Poly-
cliaet'.-ii unter den Anneliden und die
Crustaccen ).
ttvsvotijs von .TCffo, atmen.
Branchiopoden, Ki e m en tii H 1 cr ,
Ord. der Krebse, mit zweiiistigen, blatt-
formig gestaltctcn SchwimmfiiBen, die an
ihrer Basis naeh anlien je ein diinnhtiutiges
K icmcnsiickchcn (B r a n c h i a 1 s ii c k c h c n)
Branchiosaurus ambl vstom us - Bron t osaui us excclsus
77
tragen, aber auch zu Greifbeim-n umge-
wandelt sein konnen. Yidfach \\erden die
B. nur als Unterordnung betraehtet und
die Ordnuug selbst win! dann als I'hyllo-
poden bezeichnet. Entomostraken, Cr us ta-
ceeu.
1. U. O. Phyllopoden, BlattfiiBler.
'J. U. O. Cladoceren, Wasserflohe.
.TOl'v, .T wurden von ('miner
fiber KM id Exemplare im Rotliegeuden des
Plauenschen Grundes (bei Dresden) ge-
fundcn.
aaL'QOS, Eidechse. a/i/Wv, stumpf.
mofta, Mund.
Branchiostegalmembran, s. Oper-
cularapparat.
Branchiostegalstrahlen, die knik-hcr-
nen Strahlen in der ventral an den Kiemen-
deckel sich anschlieBenden Haut (Branchio-
stegalmembran) dcr Knochenfische (vgl.
Opercularapparat). Die B. sitzen auf clem
Hyoidbogen.
Branchiostoma, s. Amphioxus lan-
ceolatus.
Branchiotome, s. Kiemenspalten.
Branchipodiden, Fam. der Kicmeu-
tiiBerkrebsc, in SiiiBwassertumpeln. Brau-
c h i o p o d e n , Entomostraken , Crusta
cecn. Z. B. Branchipus stagnalis( Fig. .")'.).
TOI'V, jrodoV, Ful). stagnum, Sumpf.
Branchiuren, K i e m e n s c h \v a n z e,
U.O. der RuderiuBer. kleinc, an Fi-
scheu scbmarotzende Krebse, mit lap-
pigen Anhangen am Abdomen (Furcal-
plattcn) , die als Kiemen fuugieren. ^'.
Copepoden, Entomostraken, Crusta-
ceen.
Eiuzige Familie: Arguliden (s. d.).
OVQOL, Schwanz.
Braula coeca Nitzsche, Bienenlaus,
Art der Lausfliegen, augenlos, auf Honig-
bienen (Apis mellifica) sehmarotzend. Pu-
])iparen, Dipteren, Insekten.
fiQavia, Laus. coecits, blind.
Brechites, s. Aspergillum.
Bremsen, s. Tabaniden.
Brevilinguien, U.O. der Eidechsen,
mit kurzer, vorn etwas eingekerbter Zunge,
daher zu den Fissilingim-n hiniiberleitend ;
sehr haufig sind lu-i dieser T.O. die Glied-
maBen verkiimmcrt udcr sc-lbst ganz ge-
schwunden, wie z. B. bei der Blindschleiche
(Anguis). Sauricr, Lepidosanrier, Rep-
tilien.
brev/s, kurz. //n^i/n, Zvinge.
Brevirostren, s. Charadriformes.
Brisingiden, Fain, dcr Sccstcruc, in
ii'i-rilieren Meeresticfen lebend; durdi die
abgesetzte Scheibe und die langen A nur
an die Ophiuren erinnernd. Asteroideen,
Echinodermen.
Brising, in der nordischen Mythologie der
Brustschmuck der Gottin Freya, den Loki
stahl und ins Meer versenkte.
Brissus unicolor Klein, Art der Herz-
seeigel , gelblich-braun. Bpatangiden,
Irregulares, Echinoideen, Echinodermen.
O
[tin'oaos, Seeigel (bei AristotelesJ. itmco/or,
einfarbig.
Bronchialdriisen, Lymphdriisen in der
Umgebung dcr liniiichicn (s. d.) der Sange-
tiere.
/>'iH)';7/. Luftrohrenaste von /igoyzos, Luf't-
rohre.
Bronchi, s. Trachea.
Bronchien (Bronchia), die in die Lunge
eintretenden und in ihr sich weiter ver-
/weigenden Aste der Luftixihre (Trachea,
s. d.); gehen mit ihren feinsten Endastchen
(End bronchi en, Brouchioli) schlieB-
59. Branchipus stagnalis (nach Leunis-Lud-
. a 1 erste, a- zweite Antennc, o Facettenauge,
d Darm, c Hcrz.
lich in die Alveolen dcr Lungensubstanz
iiber.
bronchiohts, kleiner Bronchus (fiQoyXOS, Luft-
rohre).
Bronchioli, s. Bronchien.
Brontosaurus excelsus Marsh., t'os-
sile (Jura) Art der Reptilien, zu den Dino-
sauriern gehorig; eines der riesigsten Land-
tiere, die je gelebt haben. (Bkelett ca.
18 m lang). In Nord-Amerika gefnnden.
Pgoviar, donnern. oavQO?, Eidechse.
, \celsits, erhaben, hoch, hervorragend.
78
Briichc Brustfell
Briiche, |
Bruchpforte, ; s. Hernien.
Bruchsack, j
Briicke, Him-, Varolsbriieke (Pons
Varolii), aus dem Boden des sekundaren
Hinterhirns (s. d.) der Wirbcltiere hervor-
gehcnder und besonders hei den Sauge-
tieren zu einem ansehnlichen, ventralen
Vorsprung entwickelter Hirnteil, benannt
nach dem italienischen Arzt Varolio (1543
bis 1575) ; die B. hat beim Menscben die Form
eines queren Bandes, welcbes an der Unter-
flache der Medulla oblongata die beiden
Half ten des Kleinhirns verbindet.
Briickenbeuge, mittlere Kopf-
kr umm ting, die mittlere der 3 Hirn-
beugen (s. d.), die bei den Embryonen der
hoheren Wirbeltiere (Amnioten) infolge des
starkeren Wachstums von Grofi- und Klein-
birn auftreten; entstebt dadurcb, dafi die
Hirnacbse in der Gegend der Briicke (Pons
Varolii) mitten zwischen den beiden au-
deren baucbwarts gerichteten Kopfkriim-
mnngen (Nacken- und Scheitelbeuge) dor-
salwiirts umbiegt.
Brunnersche Driisen, kleine, acinose
Driisen im An fang des Zwolffingerdarms
(Duodenum) der Baugetiere.
Brunst, auch Brunft nennt man den
bei vielen Saugetieren periodisch, d. b. ma-
in bestimmten Zeitintervallen eintretenden
Zustand geschlechtlicher Erregung, wahrend
dessen allein, und /war in der Regel erst
nacb Ablaut' des Hohepunkts der Erre-
gung, die Paarung der beiden Geschlechter
erfolgt. Die Zeit, in welcber der Begat-
tungstrieb eintritt, heifit Brunstzeit; sie
kelirt bei vielen Tieren mebrmals des Jabres
wieder, bei mancbeu immer sofort nacb
erfolgter Geburt der Jungen, bei anderen,
namentlich den grofieren Saugetieren, nur
cinmal des Jabres.
Brunstfeige, auf dem Kopfe der Geinsen
(Antilope rupicapra) neben der Wurzel
eines jeden Homes miindende Hautdriise,
die zur Brunstzeit ein schroieriges, iibel-
riechendes Sekret absondert.
Brust (Tborax), der vordero Abschnitt
des Rumpfes vieler Tiere; der Name ent-
stammt der Anatomic des Menscben und
der hoheren Wirbeltiere (Amnioten), wo er
den die vorderen Extremitaten tragenden
und von deu Rippen umschlossenenKorper-
abschnitt bezeichnet (s. Brustfell und Brust-
organe). Bei den iibrigen Tieren versteht
man unter Brust im iibertragenen Sinnedie
zwischen Kopf und Bauch (Abdomen) ge-
legene Korperregion. - - Bei den Insekten
ist der die drei Beinpaare und die Fliigel
tragende Thorax (vgl. Pereion) in drei ring-
form ige Abschnittc, Brust- oder Thora-
calsegmente (Pro-, Meso- und Meta-
thorax, s. d.) gegliedert. Bei den Krebs-
tieren (Crustaceen) wird eine grofiere Zahl
von beintragenden Segmenten als Brust-
segmente bezeichnet. Bei manchen Krebsen
sowie auch bei den Spinnentieren (Arach-
noideen) sind alle oder einige Brustsegmente
mit dem Kopf zu der einbeitlichen Kopf-
brust (Cephalothorax) verschmolzen.
$co>a, Brust. xecpalt] Kopf.
Brust-Aorta, s. Aorta.
Brustbein, s. Sternum.
Brustdriise, s. Thymusdriise.
Brustdriisen, I
.. . } s. Milchdrusen.
Bruste, ]
Brustfell, Pleura, Name der die Brust-
hohle der hoheren Wirbeltiere auskleiden-
den und ein en Teil der in ihr gelegeneu
Organe iiberziehenden serosen Haut. In-
folge der gemeinsamen Abstammung von
Brust- und Bauchhohle (s. d.) ist das
Brustfell dem die Bauchhohle atiskleiden-
deu Bauch fell sehr iihnlich. Wenn die
Lungen bei ihrer Entwicklung in die Brust-
hohle hineinwachsen, stiilpen sie das Brust-
fell ein und werden folglich von eiuer I^age
desselben iiberzogen; man unterscheidet
also an dem Brustfell zwei Blatter, von
den en das viscerale Blatt (Pleura pul-
monalis) die Lungen, das parietale Blatt
(Pleura parietalis) die Wandungen der
Brusthohle iiberkleidet; letzteres iiberzieht
dabei jederseits vorn und seitlich die Rippen
(Pleura costalis), am Boden der Brust-
hohle das Zwerchfell (Pleura diaphrag-
matica) und beteiligt sich, indem es zu
beiden Seiten der Wirbelsaule nach vorn
umbiegt und von der hintereu Thoraxwand
zur vorderen hiniibertritt, an der Bildung
des Mediastinum (Pleura m e d i a s t i -
n a 1 i s). Vergl. Brustorgane. Die
zwischen don beiden Bh'ittern des Brust-
felles gelegene Hohle, welche die Lunge
umgibt, heilH Plcuiahohle (Cavitas pleu-
rae). Den beiden Half ten der Lunge ent-
Brustflosscn - Brutpflege
79
sprechend gibt es rechts and links eine
Pleurahohle. Die Pleurahohlc ist ein schr
schmaler Hohlraum. dcr aber in Krank-
heitsfiillen durch Ansamnilung von Fliissig-
kcit sich erweitern kann (auf Kosten des
Raumes dor Lunge.)
jihevQa, Seite. pultno, on/'s, Lunge, vis-
cera, Eingeweide. paries, eft's, Wand, cosfa, \
Rippe. diaphragma , Zwerchfell (s. d.).
nit diastinus von incdiits, d. mittlere.
Brustflossen (Pinnae thoracicae, Pinnae
pectorales), die den vorderen Extremitaten
der h(")heren Wirbeltiere entsprechenden
Flossen der Fische.
pinna = penna, Feder, Flosse. Oo)Qa^ =
pcctits, Brust.
Brustflosser, s. Bauchflosser.
Brustfortsatze der Rumpfhohle, s.
Pleuralgange.
BrustfiiBe, s. Pereiopoden.
Brustgang (Milchbrustgang, Dnctus
thoracicus, chyliferus, Truncns lymphaticus
sinister), bei den Saugetieren ein langes
Lymphgetafi, in welches die Lymphgefiifle
der bin teren Extremitaten und der Becken-
gegend sowie die CbylusgefaSe des Darmes
niiinden, und welches auf der linken Brust-
seite vor der Wirbelsaule verliiuft und in
die linke Schliisselbeinvene (Vena subclavia
sin ist ra) sich ergiefit.
Brustgurtel, s. Schultergiirtel.
Brusthohle, die vom Brustt'ell aus-
gekleidete Hohle, welche die Lungen eut-
hiilt und durch das Zwerchfell von der
Bauchhohle getrennt ist (vgl. Brustfell).
Brustorgane, die in der Brust enthal-
tenen Organe. Bei den Saugetieren liegen
in der Brust hauptsachlich folgende Organe:
seitlich die beiden Pleurahohlen, welche
die beiden Lungenfliigel enthalten; in dcr
Mitte (im Mittelraum, Mediastinum) der
Horzbeutel, welcher das Herz enthiilt, da-
vor die Thymusdriise, dahinter die Luft-
rohre (Trachea), die Speiserohre (Oeso-
phagus), die Aorta und die iibrigen vom
Herzen und zum Herzen gehenden Ge-
fiiBe, die beiden Stamme des Nervus vagus
und andere Nerven.
Brustringe, s. Brust.
Brustwarze, s. Milchdriisen.
Brustwirbel, T h o r ac a 1 w i r b e 1 (Verte-
brae thoracales), die Wirbel (s. d.) des
Brustteiles der Wirbelsaule (beim Menschen
12), vor den iibrigen \Virbeln dadurch aus-
gczeichnet, daB sie Eippen tragen und daher
mit Gelenkflachen 1'iir diese versehen sind.
Tcrtcbi-it, \Virhcl. Door, Tier. ^oAi'v , viel
(wegen der Koloniebildung).
Bubalis, Gatt. der Antilopen; Afrika.
Antilopinen, Cavicornier, Ruminanticn,
Artiodactylen , Ungulaten, Plaeentalien,
Mam in alien.
Bubal is caama, Ochsenantilope, Harte-
beest. Siidafrika.
Bubalus, Biiffel, U. Gatt. der Kinder;
die Homer an der Wurzel unverhaltnis-
m:il')ig verdiekt, glatt. Bo v in en, Cavi-
cornier, Ruminantien, Artiodactylen, Ungu-
laten, Plaeentalien, Mammalien.
Bubal us buffelus L., asiatiseher
Biiffel. Wild in Ostindien; geziihmt und
von da naeh Jtalien und I'ngarn ein-
gefiihrt; liebt sumpfige Niederungen.
Bubalus caffer L., Kaffernbuffel.
/>(>/'/'/."-% Biiffel. biiffchts, latin, aus Btif-
fel. caffer, Bewohner des Kaffernlandes
(Siidafrika).
Bubo maximus, Sibb., l T hu, groOte
europjiisehe Eulenart; in waldigen Ge-
birgcn. Strigiden, Noeturnen, Rapta-
toren, Cai'inatrn, Avcs.
l>it/i, Uhu. uia.viinns, d. grofite.
Buccalganglien, ein Paar zur Inner-
vicrung des Schlundkopfs beslimmter Ner-
venknoten (Ganglien) derSchneeken (( Jastro-
poden).
bucca, Backe. ;rcs,
Cannaten, Avis.
fiovxsQfOc;, Ochsenhorner iragend von /VoiV.
I >chse und y.foag, Horn.
Buch (der Wicderkauer). s. Blatter-
magen.
Biicherlause, s. Psociden.
Biicklinge (Biickinge), Bezeichnung der
frisch geniiirherten, nic.ht ausge\veidrten
Hcringe (Clupea harengusi.
Buckling, ]\>cklin:f, Pockelhering, von pok-
keln, pokeln, engl. pickle = einsalzen ; der
Ausdruck pokeln witd von manchen von
dem hollandischen Fischer Beukelsz al>-
geleitet, der urn 1400 das Einsal/.'-n di i
lleringe verbesserte.
Buffel, s. Bubalus.
Bufonaceen, Knitcn, (imppr der
/alinloseii Froschlurche. Anureii, Ain-
phibien.
1 . Bufonifonnon, Erdkn'Uen, olinc Haft-
schoiben an den FiiSen.
2. Callulaeformen, Laubkn'iten niitHaft-
.scheiben an den Fiilii-n.
bitfo, Krote. forma, form, Gestall. cul-
liiln cnlliiui. verhartete, dickc Haut.
Bufoniden, Kru ten , Fam. der Frosch-
lurche, mil warziger, driisenreicher Haut,
gro!5en ( )hrdriisen und vollig eutwiekeltem
Gehororgan ; ohne Sprungverniogen. Nacht-
lii-he Landtiere, welehe das Wasscr nur 7,\\\
Laichzeit aufsuchen. Oxydactvlon, Anu-
ren, Ainphibieii.
I) u I o c a I a in i t a Lain 1 ., IJohrkrote,
Kreuzkrote.
JUiIo viridis Laur. (15. variabilis Pall.),
Wechselkrote.
IJufo vulgaris Laur., genieine Kn'ile,
Feldkrote, Krdkrote.
/////i), Krt'He. T/r/t/rx , griin. variubilis,
wechselnd. vttlgaris, gemein, gr\\(i]inlich.
xn/Miu'ri]; , im Rohricht, Kolir (y.a'/.nim;)
lebend.
Bulbillen, kleiue, kontraktile, lier/-
abnliche Anschwellungen der Kieinen-
artcricn des Ampbioxns, die an den Al>-
gaiigsstellen der zu den Kiemcn aufstei-
genden Gefafibogen (vgl. Aorta) liogcii.
kleine Zwiebel (Inillni^ s. d.)
Xooloj;isches I,exikon.
Bulbus, in der Anatomic haufig zur
Be/eielinuiig x.vviebel- nder knolleiifiinniger
(Jebilde (Anschwellungen \on Organen etc.)
uclirauchter Ausdruck; s. die i'olgeiideii
Artikel.
Inilhns, /.wiebcl, Knollcn.
Bulbus arteriosus, Uulluis aortae,
Aortenzwiebel, fiir die Knocbenfiscbe
(Teleosteer)charakteristische,zwiebelformige
Verdickung der Aorta an ilin-r Anstriils-
slelle aus dein Her/en, ein inuskuli'ises
Hilfsorgan des Herzens, das im Gegensatz
zura Conus arteriosus (s. d.) der Jl;iic
(Selachier), aus dein Aorteusiiel licrvor-
gegaugcu, dahor mil glalteu .Muskclfascm
versebenist(wiealleArterien); ohneKlappen-
reihen. (Al)bildg. s. ('onus arteriosus.)
Bulbus oculi, Augapfel, s. Augen.
Bulbus olfactorius, s. Riechlappen.
Bulliden, IMasenschnecken. Fam.
der Bedecktkiemerscbnecken, init kugeliger
Scbale. Tectibranchier, Opisthobran-
chier, Gastrojiudcn. Mollusken.
bnlla, Blase.
bunodont nennt man Backzahne, deren
Krone mebrere stumpf'o Hiieker triigt; bei
omnivoren Siiiigetieren (s. Non-Ruminan-
tien).
/?o?'j'Os, Hiigel , Hocker. o^ojv , <''TO;.
Zahn.
Bunodontien, s. Non-Ruminantien.
Bunotherien, von Cope aufgestellte
und von Haeckel angenommene Gruppe
fossiler (alttertiarer) Sangetierc; verschie-
denartige, nicht x.usainmengehiirige Formen
(Ictopsiden , Estbonychiden , Creodontier
u. a.), in denen Haeckel die Slammfonnen
der Insektivoren, Edentaten, Xager und
Carnivoren siebt. .lodonfalls beweist die
(iruppe der B. , da!5 die verschiedenen
Saugetierordtmngeii in ihren iilteren Ver-
tretern sehr enge Be/iehungen zu einander
haben.
Dijuioi', Tier.
Buntsandstein, s. Triasformation.
Buprestiden, Prachf kiiter, Fam. der
Kiit'er, oft lebhaft getarl)t und nietallisch
gliinzend: die Larven Icbeii im Hol/c und
ahneln den Larven der liockkat'cr. Aleist
tropisch. Pentamereii, Coleopteren, In-
sekten.
/Ini'.-rnijaTts, bei den Alton ein giftiger, im
Grase lebender Kiifer, durch dessen Vei-
schlucken < Jclisen (/?orc) anschwellen
, aufblahen) solltt-n.
6
82
P>nrs;i cop u la tori a Bythotrephes long! man us
Bursa (copulatoria), Begattungs-
glockc. i^cbildet von zwei saumartig odcr
tliigdartig vorspringenden Hautfalten, wel-
che am Hintcrende mancher Xematoden
(besonders der Strongyliden) neben der
Geschlechtsoffnung dcs Mannchens stehen.
bursn. Bcutel. cnpn/urt\ verbinden, vor-
einigen, paaren.
Bursa copulatrix, Bega 1 1 n n g.s-
tascho, ein blindsackartiger Anhang der
Soheide vieler Wiirmc-r. Insekten und Mol-
lusken, der zur Aut'nahmc des mannlichen
Gliedcs bei dcr Begattiing dicnt.
Bursa Fabricii, ein blindsackartiger,
in die Cloakc miiridender Anhang dcs Knd-
danns dcr Yogel, mit driisiger Wand, von
unbekanntcr Funktion.
Bursal-Taschen (Bursae), eigentiim-
liche Respirationsorgane der Schlangen-
stcrnc, 10 diinnwandige Sackchen , die
rings um den /cnlr.-dcn Magen liegen nnd
auf der Mundseite durch 10 Bursalspalten
nach anBen miindcn (an der Basis der
Armei. Bei cinigen Schlangensternen die-
nen die Bursae als Brntranme.
Bursa omentalis, s. Netz.
Bursae mucosae, ^ s. Schleim-
Bursae synoviales, \ beutel.
Bursariiden, Borsentierchen, Fain,
der Wimperinfusorien, mir drehrunclem bis
eiformigem K<">rpcr, mcist parasitiseh im
Darin hobercr odcr nicdcrer Tierc lebend.
Heterotricben, Cilia ten, Protozoen.
Z. B. Bursaria truncatella Miill., bis i mm
grofi, in Graben and Siimpfen.
/iiirsn, Beutel, Taschc (monclislatein. von
ftvoou. Fell, Leder). trim, uti/x, abgestutzt.
Bursochelyer, H a n t schi Idkroten,
Name, nnter dcm Hacckcl die mit weicbcr
und bicgsamer Oberbaut ausgeriisteten
Scbildkii'itcn (Athcca nnd Trionychiden)
x.nsammenfalH. (icgcnsatx: Cerachelyer.
/Jrgoa, Haul, Fell, Leder. ///.i^, Sdiild-
krote.
Biirzel, I' ropy gi n m . dec dcm Schwanz
der iibrigen Wirbclticre entsprechende,
sehr verkiirzte Teil dcs Hinterleibes del
Vogel, der die Schwanzfedern trjigt.
ni'ua, Sclnvan/.. -T'';''/> SteiB.
Biirzeldriise, zwischen den Spulen der
Schwanzfedern liegende, paarige Hautdriise
der Vogel, die ein xnr Eintetlnng des (.-}e-
fieders dienendes, olartiges Sekrci abson-
derl und besonders bei den Scbwimm-
vogeln (Natatoren) stark entwickelt ist.
Biischelkuchen, s. Placenta cotyle-
donaria.
Busen, s. Sinus.
Buteo vulgaris Bchst. , Bnssard,
Mausebussard, Art der Tagraubvogel,
mit spit/en Fliigvln. In Deutsehland Stand-
und Sirielivogel. Unser niitxliehster Ranb-
vogd, der von Clausen lebt. anch Kreuz-
oitein I'rilit. Falcon iden, Di urn en, Rap-
tatoreu (Pelargornithen), Carinaten, Aves.
but fo. eine Falkenait. vulgaris, gewohn-
licli.
Buthus occitanus Amor., in den Mittel-
meerlaudcni vorkommende Art der Scor-
pione, wegen ihres Giftstarhels gefahrlich.
Liinge 8,5cm. Scorpionideen, Arlbro-
gast ren , A ra< -h 11 oideen .
jlar;, < K-hse. &oo;, schnell, eindringend,
gefahrlich. occi'fatit'i/s, abendlich, \vestlich.
Byssus, >. Byssusdriise.
Byssusdriise, ansehnliche Driise im
Fnfi vieler Mnscbeln (Lamellibranchier),
welche feino, seidenartige Fiiden (Byssus,
Muscbclbart , -seide) einer klebrigen,
schleimig-zahflussigen Substanz absondert,
die im Wasser raseh erhartet. Mit den
Byssustaden bet'ten sich die Muscheln an
Fclsen, Pl'tihle nnd andere Gegenstande.
//rofjoc. feines Gewebe aus Flachs oder
Seide.
Bythotrephes longimanus Leyd..
Tie f\v ass erf lob , langarniiger Tief-
s e e s c h \v i m m e r , Art der Wassertlohc.
kleine, in den Tiefen der grofien Binncn-
seen lebende Krebse, mit sehr grofien Augen
und shirk verlangertem erstem Beinpaar;
die He-bale nmschliefit den Leib und die
Beine nicht, sondern client nur als Brut-
ranm. Polyphemiden, Cladoceren, Bran-
cbiopoden. Entomostraken, Crustaceen.
/ii'i>oTon/ i'/^, in der Tiefe (/)'r/>i'~) lebend
I ruiij yoiliu. sich ernahren). A';/;'V/\, Inng.
HHtnt/s, I land.
( ':icad ii - calcificieren
83
c.
(Fehlendes s. unter K.)
Cacadu, s. Plictolophus.
Cachelot, s. Physeter.
Cacospongien, zum Waschen niclit
verwendbare Gruppe der Hornseh\v;iinme.
Ceraospongien , Tetraxonier, Silieispon-
gien, Spongien.
xaxo;, schlecht. n.-n'^-'o^, Sclnvumm.
Caducibranchier, s. Salamandrinen.
Caeciliden Coeciliden.
Caecilien Coecilien (s. Gymno-
phionen).
Caecum, der Blinddarm, s. Coecum.
('(tt'i'i/x, blind.
Caenogenesis, Caenogenie, s. Ceno-
genesis.
xuu'o;, neu, noch nicht dagewesen.
n'Kii;, Entstehung.
caenolithisches Zeitalter, s. caeno-
zoisches Z.
Caenotherien, fossile (Tertiar) Gruppe
der Anoplothorien , der Stammform dor
Paarhufcr. Non-Buminantien, Artiodae-
tylen, Ungidaten, Maiuiualien.
OtjQiov, Tier.
caenozoisches Zeitalter (Phillips
1841), caenolithisches, neozoisches
oder neoli thisches Z., biogenetische
Nenzeit, die auf das meso/oisrhe Zeit-
altev oder die Sekundiirzeit folgende,
jiingste der 4 grofien Hauptepochen der
Erdgeschichte, in \velcher die et\va lOni.i m
machtigen Sedimeute der Tertiar- und
Quartar - Formation abgelagert \vunleii.
Fauna und Flora des c. Z. sind ini ganzen
von jener des mesozoischcn Zeitalters sehr
verschioden, ohne jedoch der mannigfaltig-
sten Ankniipfungspunkte zu entbehren.
Vielo Tier- und Pflanzenformen verschwin-
den ganz (Rudisten, Ammoniten, Beleni-
niteJi; die Dino-, Hali-, Ptero- und j\Iosa-
saurier) oder gehen doch stark zuriick
(Crinoideen und Ganoiden); andere ent-
falten eine reiche Mannigfaltigkeit (Paluien
und Laubbaume; Nummuliten, Spatangi-
den, Clypeastriden, Musehelu u. Schnecken).
Die F^ische, Amphibien und Reptilien ent-
wickeln sich allmahlich zu den gegen \viir-
tigen Formen; am wichtigsten i.st die
hohere Entwicklung und stulnnvcise t'orl-
schreitende Differenaierung der Siiugetiore
i\ul. noch Tertiar- u. Quartar-Formation).
xr, 'Ii' i.
/./iV<*s, Stein.
Caimane, s. Alligatoriden.
Calamajo, s. Loligo vulgaris.
Calamistrum, s. Spinnapparat.
Calamoichthys, den Flosselhechlen
(Polypterus) nahe verwandte Fisehart; von
langor rohrartiger Gestalt. Polypterideu,
Crossopterygier, (Janoiden, Pisces.
i;, Rohr. r/i)i';, fisch.
Calamus, s. Federn.
Calaniden, vonviegend ini Meer, in
einigen Arten auch im Siiliwasser vor-
kommende Ruderf ufikrebse mit zweiastigen
hinteren Antennen. Eucopepoden, Co)>e-
poden, Entomostraken, Crustaeeen.
Ka^avog, griechischer Eigennaine.
Calappa granulata L , Sehani-
krabbe (weil die groMen Vorderbeine die
Vorderseite des Kcirpers bedecken) , der
besonders vorn init kleinen Hockern be-
setzte Korper einer halben Kokosnuss
ahnlich. Oxystomen, Brachyuren, Deca-
poden , Podophthalmen , Malaco.straken,
Crustaeeen.
calappa. KokosnuH (indiscli). i;-i-(inii/um,
Kornchen, Hockcrchen.
Calcaneus, Fersenbein. das gro(5te
Knochenstiiek in der FuBwurzel (Tarsus)
der Siiugetiere, liir diese charakteristisch
und durch einen, besonders bei den mit
ganzer Sohle auftretenden Siiugetieren
(Plantigraden) stark vorspringenden Fort-
satz die Vorwolbung der Ferse (Calx)
hervorrufend ; er entspricht dem Fibulare
in der Fufiwurzel der iibrigen Wirbeltiere
mit pentadactyler Extreiuitiit (Pentadacty-
lien). Vgl. Tarsus.
v//v, Ferse von en lea re, treten.
Calcar avis, der Vogelsporn, eine ge-
kriimmte Erhohung am Hinterhorn der
Seitenventrikel des Grol5hirns.
ealctir, Sporn.
calcificieren, verkalken.
84
ralcinieren - - Calycophoriden
calcinieren, verkalken, Entziehung der
nrganischen Subi-tanz aus kalkhaltigcn
Gebilden.
Calcispongien (Blainville ISMi, C'al-
carosen (Haeckel 189fi), Kalksch warn me,
Klasse der Schwamme, dereii Skelett aus
kohlensaurein Kalk hesteht. Spongien.
oi'S, Fliigel. virgo, Jung-
Fig. 61. Kalkspicula von Calcispongien, u
Stabnadeln, b Dreistrahler, c Vierstraliler.
1. Asconcn (Wand diinn, durchlochert).
2. Syconen (Wand mit radia'r gestellten
Kaniilen, Radialtuben).
3. Leuconen (Wand mit kompliziert ver-
astelten Kanaleni.
4. Pharetronen.
/(/;, Kalk. O.TO';';'OC, Schwanim.
Calcocyteen, kalkschalige, einzollige
Algen.
xi'TO~;, Zelle.
Calices re n ales, Niorenkelche, s.
Metanephros.
Caligiden, Fisrhlause, auf Fisehen
schmarotzende Krebstiere. Korper broit,
schildformig; bcsonders an Schellfischen
und Flachfischen schmarotzend. Para-
sitica, Co])opodei] , Kntomostraken, C'l'ii-
stacecn.
caligo, Finsternis {:}
Callulaeformien, Lau hkrut en, zahn-
lose Batrachier mit Hal'tsdifibeii an den
Fiil)cn. Butonaceen, Aniiren, Anijihi-
bicn.
calluin, veilic'u letc, dicke Haul, Schwiele.
Callus, Knochen sch \viele, d. h. das bei
Knochenbriichen neugebildetc (icxvebe, wel-
ches zwischen den Bruchstucken eine an-
fangs weiche (bindegewebige). dann harte
(knocherne) Verbindung herstellt.
Callus germinalis, s. Geschlechts-
leiste.
Calopteryx virgo L., Seejungter;
Fliigel braiin oder liefl>lan. Libellnliden,
Amphibiotica, Arehipteren, Tnsekten.
xa/.i?7r,
schwimmend von n'jyFCiO
Calycozoen, s. Stauromedusen.
xiU.i'Z, Kclch. ,_V)or, Tier.
Calymma (Haeckel), die stniktur- und
tarblose (Jallerthiille, welche die Zentral-
kapsel dci' Uadiolarien iimgibt; ein Teil
des Extracapsulum (s. d.).
xdlr/titii, Verhiillung, Decke.
Calyx, Kelch, ciner der drei Haupt-
tede des Korpers dcr Crinoideen (Stiel,
Keich, Anne). Dcr C. bildct cine beeher-
nder kugelformige Kapsel und best eh t aus
eineiii unteren (dorsalen, abaktinalcn) Tcil,
Dorsalkapsel genannt, und aus einer oberen
(ventralen, aktinalcn) Kelchdecke (Epica-
lyx). Er ist aus einzelnen Kalktafelchen
zusamineiigcsetzt, die sich folgendermalScn
verteilen :
1"''S' () 3- flatten dcs Kclches von Mursupites
ornatus (aus Lang. vgl. Anatomic), cif Centro-
dorsale, ib Infrabasalia, r Radialia, ba Basalia.
I. Dorsalkapsel (Fig. UU).
1. Eine Zentralplatte, an welcher sich
der Stiel ansetzt (Centrodorsale).
2. Daran anschliefiend ein Kranz von
5 perradialen Infrabasalien.
3. Kin Kranz von 5 interradialen
Basalien (Parabasalien Job. Miiller;.
Die Basis ist dieyclisch, wenn beide
Basiskriinze vorhanden sind, mono-
cycliseh, wenn nur einer.
1. Ein Kranz von 5 perradialen Ka-
dialicu (Scapularien) , welche die
Arinstiicke (Brachialien) tragen.
/wischen ihnen konnen Interradi-
alien (Sepalarien) auftretcn. Durch
Gabelung der Badialien konnen
woiterhin Disl.iclialifii und Pal-
inai'icn entstehen.
II. KcU-hdirki-.
1. Ein Kranz von ."> Oralicn.
2. Wcnigcr rcgclniallig angeordnete
Interambulacralien und Anilmla-
cralien.
1'icse Stiickc >iml abcr nicht iinincr allo
vnrhanden. Konstant sind nur die Ra-
dial ia und Basalia.
Camaroten (Haeckd is'.i-l), Kaninier-
sch \v;i mine; ^pongien , die in ihrem
K'(">r[)tT zahlreichc ( Icisclkannnern ent-
halten , die in ein iniichtig cntwirkcllo
Coenenchym eingebettet sind; mit ccto-
dermalen Einfuhrkanalen u. entodermalen
Ausfuhrkanalen. Syconal- und Rhagonal-
Typus (s. d.).
xa^aga, Zimmer, Kammer.
Cambrium (Sedgvvick is:!(i), zweitc
Peri ode des palaeozoischen Zeitalters, in
welcher die bis zti 300O in inachtigen
Si-hichten der cambrischen Formation
(Tonsehiefer, (Trainvacken und Sandstciii)
gebildet wurden. Die pflaozlichen tlber-
reste des C. sind kiimmerlich und zwcifel-
haft (Phycodes circinnatus). Die Fauna
ist verhaltnismafiig reich und besonders
charakterisiert dnrch blinde Trilobiten (Ole-
nellus, Paradoxides, Olenus, Agnostus) und
hornscbalige Brachiopoden (Lingulella t'cr-
ruginea, die Jilteste sichcr deutbare \\-r-
steinerung, Lingula, Discina). AuBer diesen
t'inden sich Spongien, Mcdusen, AViinner
(Nereiten, s. d.), Pteropoden, ( Jastropoden
(Belerophon), Ostracoden, Phyllocariden,
Cephalopoden (Orthocerasformen). Fische,
Siiliwasser- und Landtiere gibt es im C.
noch njcht.
So hoch auch diese iilteste bekannti'
Tierwelt, fiir sich betrachtet, in ihrer Or-
ganisation steht, so nun") sie doch, ver-
glichen nut Tiertormen dcr jiingeren Pe-
rioden , als eine primitive bezeichnet
werden. ,,Die ein/.elncn Haiiptstiimine
sind noch durcb niedrig organisicrtc und
mit primitiven Merkmalcn ausgestattete
Formen vertreten. die in den folgenden
Formationen eine aufsteigende Kntwicklung
erkennen lassen : eine der wichtigsten
Bestatigungen der Abstammungslehre"
(Nenmayr).
L'unibrui, kekische Bezeicbnung fiir Wales.
86
Cam Hide n < 'am pod id en
Cameliden, Tylopodt-n, Kameele,
Schwielensohler, Faiu. der Paarhufer,
deren Fiifie nicht mit den Zehenspitzen
(Hufen), sondern mit einor die beidon
Zehen in ihrcr ganzen Ausdehnung ver-
binclendcn schwieligen Sohle auftreten. Die
Entwickelungsreihen der Cameliden, \velchc
bis in d;is altere Tertiar zuriickgehen, fin-
den sich in Nord-Amerika und sind rela-
tiv vollstandig bekannt geworden. Rumi-
nantien, Artiodactylen, Ungulaten, Pla-
centalien, Mammalien.
Camelus bactrianus Erxl., zwei-
hockeriges Kameel, Trampeltier. Zentral-
Asien.
Camelus dromedarius Erxl., ein-
hockeriges Kameel, Dromedar. West-Asien
11 nd Afrika.
Auchenia, s. d.
xa.fMjA.OG, von semit. genual, Kamtel. TV'/.U;,
Schwiele. jtovs, xoboc;, FuK. bacfr/aniis,
in Baktrien lebend. dronu'darius, Schnell-
laufer von dQOfj.dc;, laufend.
Canielopardaliden, Gi raff en, mil
Stirnhockern , die mit Haut iiberzogen
sind. Zahne !j ','::;;. - Camelopardalis gi-
raffa Schreb. Giraffe, bis 6 m hoch, Afrika.
Sehr wichtig sind die tertiaren Vorlaufer
der Giraffen (Helladotherium, Sivatherium),
welche die Verwandtschaft mit den elch-
artigen Cervicorniern erkennen lassen und
heute noch einen Vertreter in der in Zen-
tral-Afrika entdeckten Okapia John-
ston! haben. Ruminantien, Artiodactylen,
Ungulaten, Placentalien, Mammalien.
xa/MjlojiaQdahs, Tier, zugleich dem Kameel
(xdttfj.oz) und dem Panther (jtaQdahic;) ahn-
lich, letzteres wegen der Zeichnung des I^ells.
giraffa, verdorben aus dem arab. zorafeh,
Langhals.
Camelus, s. Cameliden.
Campanarien , Glockenpolypen,
Ord. der Hydropolypen , mit glockenformi-
gen Hydrotheken , die auf geringelten
Stielen sitzen. Hydropolypen, Cnida-
rien. Fam. Campanulariden .
campdiifi, Glocke.
Campanula Halleri, s. Processus
falciformis.
Campanularia, s. Campanulariden.
Campanulariden, Eucopiden, Fa-
milie der Hydropolypen. Die einzelnen
Hydranthen (Polypenkopf'chen) sind von
einer glockenformigen Peridermhulle um-
iieben. Die an den Campanulariden-Stqck-
chen entstehendi'ii Medusen sind Lepto-
medusen. Campan u larien, Hydrozoen,
( 'nidarien.
(iiittungen: Campanularia, Gonothyraea
u. a.
campanula, kleine Glocke (campand). svttfo-
-TOC, wohl berudert von ev, gut und XL
Ruder.
Campanulario-Leptomedusen,Vesi-
cu la ten , Faltenqual le n , ( )rd. der Qual-
lenpolypen mit glockenformigen Polypen
(Campanulariden) und mit Leptomedusen.
Hydrozoen, Cnidarien.
1. Fam. Campanulariden.
2. Fam. Sertulariden.
3. Fam. Plumulariden.
4. Fam. Aequoreiden.
Aejrro'?, weich, zart. medusa, (Jualle. vesi-
i'///a, kleine Blase (7v.sYlivlinn* i\mi
ma'}.i], Traube) wegen der . \hnlichkeit
init der Kafertamilie dcr Staphylinen.
Canales semicirculares, halbkreis-
formige Kaniile, Bogengange, iin (J< % -
hororgan dcr Wirbeltieiv, drei vnni I'tri-
se.
aa
1YC
cc
Fig. 65. Das hautige Gehororgan (Labyrinth)
der Wirbeltierc (Schema nach Wiedersheim).
<7<7, ae, dp die Ampullen der halbzirkelformigen
Kaniile (i~n , if, cp). ens C'analis utriculo-
saccularis. de Ductus endolymphaticus. / An-
lage der Schnecke (Lagena). s Sacculus, 11
Utriculus.
culu.s des hiiutigen Labyrinths ausgehende
Ktihren, die nach Beschreibung eines Halb-
kreises init einer sacktiinnigen Aul'trdbung
Fig. 66. Medianschnitt eines
Ftoschembryn nach dcni Schlul!
des Blastoporus I nach Morgan aus
Ziegler, Lehrbuch). a Aftergrube,
eh Chorda, en Canalis neurente-
ricus, hh Hinterhirn, hv Hypo-
physenanlage, / I.elieranlage, m/s
Mittelhirn, ph Iviemendarm, r/t
Vorderhirn. (Das Ectoderm ist
schwarz.l
(Ainpulle) wieder in ihn /uriickfiihren
(Fig. ()5); s-io stehen in drei Ebenen /,u-
einander senkrecht, indetn der autiere hori-
zontal, die beiden anderen vertikal idcr
vordere in einer Sagittal-, der hintere in
einer Trans versalebene) verlaufen. Die
beiden vertikalen Bogengange sind am nicht
ampullaren Kndc verschtuolzen. Aus phy-
sinlu^ischcii l-lxpcriiin'iiti'ii sclilicllt man,
dad dif drei init Endolymphc aiisgct'iilllcn
liniiviiiifin^c vcmiugr dcr in iliucii I'lilhal-
l.cncn Sinni-ni-uaiir /.nr ( >ririitieruiii: iiln'r
die Lai;c dc.- KTo-pcr- diciicn, aUu /.in Kr-
haltung odcr \\'icdcrhcrstcllHiiu des (ileich-
gewichts.
niii/>!i//ir. baucliig' > < i' till'., i-iiinit/s, Riihre,
I 'anal, semi (/}/'/), halb. c/rcn/m. Kreis.
Canaliculi lacrymales, s. Tranen-
drusen.
Canaliferen, s. Muriciden.
fi-rn-. tragen.
Canalis auricularis, ohrkanal.
schniirungsstelle x,\vi>chcn ^'(l^lll)l
Kaniincr des embryniialen llcr/.cn.-
huhercn \\'irbclticrc. ucrade iinlerhall) dcr
Herzohren (Auriculae cord is i.
ilharzia haematobia) dun-h Ein-
rollen seiner Seitenrander nach der Yentral-
seite bildet; /nr Aufnahme des Weil)chcn>
bestiramt.
\\'eili. until', traen.
Kin-
und
der
Canalis neurentericus, M ark-Darm-
gang, Kanal , clurch \velehen wiihrend
einer ge\vi>sen Zeit dcr Embryonalentwick-
liing voriibergehend das hintere Knde des
Riickenmarksrohres mit dem Darmkanal
kommuniziert; rindet sieh nur bei den Lar-
/
liv
ven dcr Aseidien iTnnicalen) und den Em-
liryunon der Wirbelticre. (l-'ig. (i<'.)
rrvno\\ Xerv. f-'/Tfoor, Darin.
Canalis Petiti, I'd it.-chcr Kanal.
ringfi"irmii;' die Liuse umgebender Kanal
im Ange der Siiugetiere, zwischen di u
Faserlamellen der Zonula Zinnii (_s. Cm-
88
( ';i nn 1 i> rcii n i en s ( 'apra
\>\\^ ciliare) gelegen, als Lyinphraum die-
nend.
Canalis reuniens, s. Cochlea.
Canalis spinalis, s. Wirbelkanal.
Canalis urogenitalis, Harn- und Ge-
sehlechtskaiial, s. Urogenitalsinus.
Canalis vitello-intestinalis, s. Due-
tus v. i.
Cancer pagurus, Taschenkrebs.
Cancer pagurus, L., Tasehenkrebs
( Fig. 67). B r a c h y u r e n , Decapod i -\ \ ,
Podophthalmen, Crustaceen.
i'inii-1-r. Krebs. .-n'r-'imn;, Taschenkrebs,
eigentlich ciner mil festeni Schwanz, von
.Tf/.;voc, fest und orijd, Schwanz.
Caniden, hundoart igc Kaubtiere;
Fissipedier, Carnivoren, Placentalien, Mam-
malien.
Canis familiaris I,.. Iliind, Haus-
hund.
Canis lagopus, Mlaufuchs, Eisfuchs.
Can is 1 u pus L.. Wolf.
Canis vnlpes L., Fuchs.
e-fin/x, Hund. funiilinris, zum \ lause (fa-
in ilia] gehoriLj. ///pus. Wolf. Tit/pits, Fucbs.
/.T
Kiifer (Meldidcii) ; \vird insbesondere
dnrch /crstan][)fen der Lytla vesica-
loria. (der ,,spanischen Fliege") her-
-'-tellt und zur P>ereitni;g von Bla-
senpflastern ver\vejidet.
Capillaren, HaargefalSe, fein>ic,
aiilicrst diinnwandige Jilntgefalk-. . Sporenblasen.
Capitatu in , C a r p a 1 e III , der
grolite Knochen der Handwurxel (Carpus)
der hoheren \\'irbeltierc (Pentadactylien),
\\elcher den dritten Me-
lacarpalknochen und da-
ran den dritten Finger
tragt und mit eineni
ansehnlichrn Gelenk-
kopf verschen ist.
cdf>itatns , mit einem
Ko[)t (rapitt) versehen.
X.~T<>;, Handwurzel.
Capitelliden, klein-
kopfige Fam. der mari-
uen Borstenwiirmer, auf-
fallend durch Fehlen der
Blutgefiilie. Tubicolen,
I'olychaeten, Chaeto-
poden, Anneliden.
c<\\,
Stcinbock (lici 1'linius).
Caprella, s. Caprelliden.
inprella, kleinc Ziege.
Caprelliden (Z. B. Caprella lincaris L.),
auf Bryo/oen uud Hydroidpolypen sehmaro-
i/cnde, langgestreckte Flohkrebse (Fig. (isi.
Laemodipoden , Amphipoden, Ivlri-
opbthalmen, Malacostraken, Crustaccen.
/nil t-/.\ , 1 i n ienf orm ig.
Caprimulgiden, Nachtschwalbeu ,
Ziegenmelker; Schnahel an dor Wurxol
sfihr broit. NaVht lie-he Vi>-el, von Jnsckteii
lehend. (.'laniatoren , 1'asscrch (Coracor-
nithen), Carinaten, Aves.
////< /<, nielken, \veil nacli alien Fabcln
die Nachtschwalben Ziegen uncl Kiihen die
AFilcli aussaugen.
Capsula fibrosa bulbi, - Faserhaut
des Augapfels.
Capsula vasculosa bulbi, -. GefaB-
haut des Augapfels.
Capsula vasculosa corporis vitrei,
GefaBkapsel des Glaskorpers do Auges.
t\nlp:iter aher ver.-eh\\ iinlel : ein
Teil von ihr verselilielil als Meinhrana
pupillaris die I'upillo, .-u dall hei eiui^en
Tieren, /.. 15. lluiideii, hei dener. die Linsen-
kapsel ersl einitiC 7,ei( liaell del' (iehlirt
verselnvindel . (lie Jiini;-en blind /ur Well
kommen.
/e/is, Linsc 1 . < /TV/'//// ////A, kristallen.
Capsulae Malpighianae, s. Malpighi-
sche Korperchen.
Caput gallinaginis, s. Samenhiigel.
Carabiden, Laufkafcr; init langen
Laufbeinen, ovaleiu Kiirper, nieisl ini.-tal-
lisch ulail/elldell Fliigeldeckeli; ellielie olllie
Hatitfliigel. (Jleieh ihren Larven sich voin
Raube nahrend. Pentaineren, C'oleopteren,
Insekten.
^rxoa^oc, ein Kafer, von xf.ujKir, schneiden,
xwicken (r), unscr ,,Krabbc".
Carapax, Testa dfrsalis, Riteken-
sehild, die dorsale S<-halo des Hautpan-
/ers dor Sehildkroten (Choloiiien (Fig. l)!)i.
/liyuS, Palisade, Befestigung. ^li-'io;, fesl.
/c.s/<7, Schale. i/nrsiini, Riicken.
Carassius, Karausrho, dein Karpfen
verwandte Fischgattong. Cyprioniden, Phy-
sostoinon, Teleosteor, J'isoes.
Carassius vulgaris Nilss., Karausche.
< 'arassius aural us L., Goldfisch, durch
kiinstliche Ziichlung in China entstandene
Spielart des vorigen.
xiioai;, ein unbekanntcr Fisch, davon caran-
.v//rf, Karausche abgeleitet. I'tt/gar/s, ge-
uiein. aitratits, golden.
Carbamid, s. Harnstoff.
Carbon, s. Steinkohlenformation.
carbonisch (Haeckel), Ho/eichnung des
Fig. (19. Carapax (./) und Plastron { //)
einer Schildkrote (7'estiulo gracca), iV Ncu-
ralplatten, C Costalplatten , M Marginal-
platlen, *\'/> Nuchalplatte, Pp Pygalpla-tten,
Ep Epiplastron, E Entoplastron, Hy Hyo-
plastron, lip Hypoplastron , \'i Xipho-
plaslron, A' Kippen (aus Wiedersheini).
R
Capsula vasculosa lentis crystal-
linae, gefafihaltige Linsenkapsel,
aus dem Mesoderm entstehende, gctal!-
reiche Meinbran, die bei den Embryonen
der Saugetiere die Linse wahrend ihres
kohlensaurehaUigen (sauerstof farraen) , ve-
n ("is en Blutes.
t'lirbo, Kohle. aciiinni carhonn inn, Kohlen-
saure.
Carcharias, s, Carchariden.
90
< ';i rchar iden ( 'ari n;i I en
Carchariden N id i tan tcs,
schonhaic, init Nickhaut am Auge; mit
griiiim. dicken, dreieckigen , am Rande
hiiufig gesagteii Zubnen. Fossil soil der
Kreide. Squaliden, Selachicr, Piscc-,.
Carcharias glaucus Rond., Blauhai,
4 5 m lang.
xaoyiie Vertreter der Gattung
in der Vorzeit (Tertian erreichten aulicr-
ordentlicheGrofie (Carcharodon megalodon),
mit Zahnen von 150 nun Lange und 120 nun
Brcite, was auf einen Rachen von mehr
als ] m Breite und eine Lange des Ticn-s
von etwa 25 in hinweist. Lamniden,
S|iialiden, Selachier, Pisces.
Carcharodon Rondeleti M. H., ein-
zige, noch lebende Art dieser Gattung. JO
bis lo m lang.
%dg%aQOS, scharf, spitzig. o^orc, ofVirro.:.
Zahn. /ff'j'a^, groB.
Rondelft. G. //-(/(', Tiirangel.
Carettiden, s. Cheloniden.
Carididen, s. Natantien i2i.
Caridonier (Haeckel), Autostra'ken,
Krel)stiere, Bezeichniuig der eigentlichen
Crustaceen (Entomostraken, Malacostraken)
im Gegensatz zu den Xiphosuren, Trilo-
bitcn mid Gigantostraken, die als Aspi-
donier /.usammengefaBt werden.
/.uni;, /(V>,-, kleiner Seekrebs. UVTO;, selbsi.
oarnnxor, Schale.
Carina, 1. eine dorsal gelegene, im-
|>aare, kabntormige Platte in der Scliale
der Rankeiifiiljer (Cirripedieii).
2. --= Crista sterni, longitudinal auf
der Vorderflache des Sternum der meisten
Vogel verlaut'ender machtiger Knochen-
kamm, zum Ansatz der kraftigen Flug-
nutskulatur (Musculus pectoralis) dienend.
ciiriiiii, Kiel, Kahn. cr/sfa, Kamm.
\li-/-iuti, Brustbein.
Carinariden (z. B. Carinaria mediler-
ranea Per. und Les.), Fain, der Kiel-
schnecken mit hiitchenformiger, kaum den
Eingeweideknaueldeckender Schale (Fig. 70).
Kf'irper last durchsichtig; pelagisch lebend.
Hetcnipdden. Gastropoden, Molluskcn.
nifilitfrrnni-ns. im Mittelmeer lebend.
Carinaten, U. Kl. der Vogel, umlalli
die Ordnungen, die einen Brustbeinkanim
(Carina) besitzen, dessen Ausbildung mil
dem meist hoch ausgebildeten Flugver-
inogen dei Vogel dieser Gruppe zusammen-
hangt.
System der C. nach dem Sysicm vun
Fiirbringer:
1. Ord. Pelargornithen, Wasservogel.
2. Ord. Charadriornithen, Stel/vt"gcl.
:>. Ord. Alectorornithen , Hiihnervogel.
I. Ord. Coracornithen, Baumvogel.
Herkommlicbes System :
1. Ord. (iallinaceen, Hiihnervogel.
( 'a ri uel 1 id ru (.'a rpomcla
91
J. Ord. Columbineu. Tauben.
!!. Onl. Xatatoren, Schwimmvogel.
1. Ord. Grallatoren, Watvo.uel.
f). Ord. Scansoren, Kleltem'igel.
(I. Ord. Passeres, Gangvogel.
7. Ord. Raptatoren, Raubvogel.
Carinelliden (z. B. Cari-
nclla annulata Mtg.), Fain, der
Schuurwiirmer mit nach hinteu
kielartig verdiinntem, rosa ge-
iarbtem Korper mit weiDen
Ringeln. Palaeonemertinen,
Nemertinen.
airiiia, Kiel, unnn-lits, King.
Carmarina hastata, H.,
Medusenart von fleischroter
Farbe, mit spiefiartig geformten
Geschlechtsorganen. Geryoni-
den, Trachomedusen, Cnidarien.
flachlich verlanfend), die den Kopf und
dn> Grliirn mil Blut vcism-^m, jc in cine
(':inili> cxtenia u. C. interna sich spaltend.
n;, liefcn Srlilal' (xdgos), Schlag-
(durch HlutcrguCi ins (lehiin) verur-
sachend. f.vti'riiiis, iiuHerlich, interims,
innerlich.
vcr-
iii rniai'ina - - came
iMeerfleisch, ligurischer Name
fiir Medusen.
hastatits, 7iiit einer Lan/e
sell en.
Carnassier (Hatrkd). Sarcotherien,
Raubtiere im weiteren Sinne, Zusammen-
fassung der mit vollstandigem Fleisch-
fressergobifi ausgeriisteten Insectivoren,
Creodonten, Chiropteren und Carnivoren.
euro, carn/'s, Fleisch. odn^, xn;, Fleisch.
/}>/r>i'<>r, Tier.
carnivor, fleischfressend.
TI< run-, verschlingen.
Carnivoren, Fis.sipedier. Ferae,
Fleischfresser, eigentliche Raub-
tiere, vonviegend vom Fleisch mid Blut
aiiden-r Wirbeltiere lebende Ord. der Sa'uge-
tiere mit typischem RaubtiergebiB : kleine
Schneideziihue, groBe, zu Fangzahnen aus-
gebildete Eckzahne und scharfschneidende
Backenzahne mit einem groBen ReiBzahn.
Von den eocaenen Creodontien abstam-
mend. Carnassier, Placentalien, Mam-
m alien.
1. Caniden, Hunde.
2. Ursiden, Baren.
3. Procyoniden, Halbbaren.
4. Viverriden, Viverren.
5. Musteliden, Marder.
(5. Hyaeniden, Hyanen.
7. Feliden, Katzen.
fern, Bestie, wildes Tier.
Carotiden, Kopfschlagadern, ein
Paar Arterien (am Halse ziemlich ober-
Fig. 70. Carinaria (nach Boas), f I-ull, v Saugnupl'.
Carpale, s. Carpalia u. Carpus.
Carpalia, 4 (urspriinglich "x Knocheu-
stiirke (Tarpale I IV, resp. \'i, welche
bei den Wirbeltieren mit pentadactyler Fx-
tremitat die zweite Reihe der Handwurzel-
knochen bilden ; im weiteren Sinne des
\\'(irtes samtliohc Knochen der Hand-
wurzel; s. Carpus.
^ao.To's, Handwurzel.
Carpocapsa pomonella I-., Apfel-
wickler, Obstmade, Schmetterlingsart,
die ihre Eier an unreifen Apt'eln ablegt;
die Raupe ist der sog. Wurm de^ Apfels:
die Verpuppung erfolgt in den Risisen der
Baumrinde. Tortriciden, Microlepidopteren,
Lepidopteren , Insekten.
O; , Frucht. XOUITELV , zuschnappen,
gierig fressen. p<>/iniin, < )bstbauni, Obst.
Carpome, Fortpflanzungskorper der
Schleimpilze (Mycetozoeu ).
%dojro)/.ia , Frucht von y.a.nrn'tnv , Frucht
tragen.
Carpomela nennt Haeckcl die vorde-
ren Extremitaten der pentadactylen Wirbel-
tiere wegen der charakteristischen Bildung
ihrer Handwurzel.
1. Oberarm (Humerus).
'J. Unterarm.
a) Speiche (Radius).
b) Elle (Ulna).
3. Hand.
a) Handwurzel (Carpus).
Carpophage n ('as tor
b) Mittelbnncl (Metacarpus).
c) Finger (1 >igiti|.
iii-'/.o;, Glied.
Carpophagen, Friiebtebeu tier, die
Familicn dor Beuteleichhornchen (Phal an -
gistideii) uud Beutelbjiren (Phaseolan--
tiden) umfassend. Phytophagen, Mar.su-
pialier, Mamm alien.
rfayeTr, fresscn.
Carpus (bei Insekien), s. Fliigelmal.
Carpus, Handwurzel, zwei Reihen
kleiner Knorb.cn im Handskelett dcr hohe-
ren Wirbeltiere (Pentadactylien), welche
die Metacarpalien und an diesen die Fin-
ger tragen (Fig. 71); urspriinglich \vie an
der FuBwurzel (Tarsus) zehn Knochenstiicke
(so nocli bei den Amphibien), von denen
beim Menscben noch sieben erbalten sind:
Knochenstiicke der ersten (proximaleni
Reihe.
tirspriingiiehe
1. Radiale
umgebildete
^^^^B = Scaphoideum (Na-
viculare).
2. Intermedium == Lunatum.
3. Ulnare = Triquetruin.
4. 11. .'). ein oder /wci Centralia, beim Men-
schcn ruckgebildet.
Knochenstiicke der /weiten (distalen) Reibe.
urspriingliche umgebildete
1. Carpale I Trapezium.
2. Carpale II Trapezoides.
3. Carpale III = Capitatum.
\ beim Menseheu zuin
4. Carpale IV = I ,
> Hamatum A'cr-
o. Carpale V
schmolzen.
Cartilage, Knorpel.
i-in-///(-iifo, Knorpel.
Cartilagines arytaenoideae, s. Kehl-
kopfskelett.
Cartilage cricoidea, s. Kehlkopf-
skelett.
Cartilage Meckelii, Meckelsrhrr Knor-
pd, knorpeliger Unterkiefer, vgl. Mandi-
bulare.
Cartilage thyreoidea, s. Kehlkopf-
skelett.
Caryokinese, s. Karyokinese.
Caryophyllaeiden (/.. B. Caryophyl-
laeus niutabilis Uud.. Nelkenwurm) im 1 )arm
von Karpf en f ischen (Cyprinoiden) schma-
rot /.cnde Yam. der Bandvviinner. an < re-
stalt dem Bliitenblatt einer Nelke ahnlich.
Die C. vermitteln den Ubergang von den
Saugwiirmern zu den Bandwiirmern. Cesto-
darien, Cestoden, Platoden.
%u<_>i'<>t/ /'/./or, Gewiirznelke. niutabilis, ver-
anderlich.
l 1 ':^. / I . Handwur/.cl ciner Eidecbse
und einer SchildkriJte (nach Gegenbanr
aus Boas, Lehrbuch). U unterer Teil
der Ulna, R des Radius, n Ulnare,
/ Intermedium, r Radiale, c Ccntrale,
/ 5 Carpale No. / 5, s Erbsenbein,
/ FMittelhandknochen (Metacarpalien).
Caryophyllaeus, s. Caryophyl-
laeiden.
Caryophyllia, (iattung der Stein-
korallen, einzellebend , mit lilumen-
koblartiger Oberfliiche und ziemlicb tiet'en
Kelcheii. Sclerodermen, Hexacorallien,
Anthozoen, Cnidarien. Z. B. Caryo-
phyllia cyathus Lmx.
xraOos, Becher.
Cassiopeiden, Fam. der Wurzelquallen
mit zahlreii-lien Nesselkolben an den vcr-
Jistelten Mundarmen. Rbizostomen .
Discomedusen, Scyphozoen, Cnidarien. -
Z. B. Cassiopeia tuberculata Escli.
/\ur,nii' i - Biber.
Castration, Entmannung, Entt'er-
nung der Geschlechtsdriisen, bcsonders bei
Haustieren, um sic fetter, grower, /ahmer,
ihr Flcisch zarter zu machen.
castnire, rein (cnstus, griechisch xa&aQos),
kcuscli machrn.
casuarartige Vogel, Zusammenfassung
der Kasuare (Casuariden) und Emus (Dro-
maeiden) /u ciner U. O. der Yogel. Aves.
Casuariden, Kasuare, Fain, der Lauf-
vogel mit helmartigem Aufsatz auf der
Stiru. Cursores, Ratiten, Aves. Z. B.
Casuarius galeatus Vieill., Helmkasuar
Neuguineas.
casitfiriiis , Kasuar von dem malayischen
Namen Kassmvaris. ga/la, Helm.
Catallacten (Haeckel 1871),Mittlinge,
Homoplastiden (Goette), den pflanz-
lichen Volvocinen iihiiliclie Gruppc von Ko-
lonieen bildenden Flagellaten. DieKolonie
bildet ein kugoliges Coenobiiun (s. d.), in
dessen Gallertniassc an der Oberflache
Fig. 72. Eine CaLallacte. Magosphaera
plamda Haeckel (aus Lang nach Haeckel).
zahlreiche Einzeltiere sitzen, jedes mit einer
oder niehreren Geiscln ausgeriistet (Fig. 72).
Jedes Individuum ist am innercn Ende zu
cinem (bisweilen kontraktilen) P'aden ver-
langert, allc Fadcn sind im Xciitrum der
Kugel vcrcinigl. I Mirch die Geiselbewe-
gung \\(M'dcn die schwimmcndcn ('(tcnobien
rotierend umhergetrieben. - Wegcn ihrer
Ahnlichkeit mil der ontogenetischen Keim-
I'orm der Blastula ki'dinen die ( 'atallacim
als cine Stammgruppe der Gastraeaden
und damit aller vicl/dli^cn r l'ierc (Mcfa-
zocri) aut'gefallt \verdcn; sic verniitteln also
den Ubergang von den Protozoen /u den
Metazoen.
xara^drTSiv, versohnen, verniitteln. I'IIH'I*.
gleich. X)MOTI?, Bildnerin (= Zelle).
Cataplasis, s. Anaplasis.
Catarhinen, Eopitheci (Heopithcci),
Schmaln ascn , Ostaffen, Affen der
alten Welt, mit schmalem Septum intcr-
nasalc (Nasenseptum), so da(5 die Nascn-
oflnung nach unten gerichtet ist. Im (-Jc-
bil> haben sie dieselbe Zahl der Zahne und
dicselbe Zahnt'ormel vvie der Mcnscli. Pri-
maten, Placentalien, Mammalien.
y.ard, herab. yV, Qtro$, Nase, Nasenloch.
/'ojc, Morgenrote, Osten. jiidijxoz, Affe.
Catenal-Coenobium (Haeckel), vgl.
Coenobium.
Cathammen (Haeckel), die Scheide-
\vande zwischen den Radial-Kan alen der
Hydromedusen, die aus der Verwachsung
der umbralen und subumbralen Wand ent-
stehen. Im Innern enthalten die C. die sog.
Cathammal-Platten , die entstanden sind
aus der Yerschmelzung der beiden Ento-
derm-Schichten der Umbrella und Subum-
brella.
Cathammata, Cathamnien, Name,
unter dem Claus die Peromedusen und
Cannostomen zusammeufaSt, bei denen
sich noch als Septalknoten bezeichnete
Reste der t'iir die iibrigen Scyphozoen
charakteristischen Gastral fallen (s. d.) oder
Septen erhalten haben, im Gcgensatz /,u
den Acathamnien genannten beiden iib-
rigen Gruppen der Scheibenquallen (Disco-
medusen), den Semostomen und. Bhizo-
stomen, bei denen sich auch diese Reste
nicht mehr finden.
xaDaiipa, Knoten.
Catharten , Cathartidcn, West. -
geier, Geier der ncuen Welt, niit/lich
durch Vertilgung des Aases. Diurnen,
Raptatoren (Pelagornithen), Carinaten, Aves.
y.aDaortj?, Reiniger.
Catocala, Ordensbander, Band-
eulen, Gatt. der Eulcnschmetterlinue mil
< atodon - Cavum tympani
bandartig gefarbten Hinterfliigeln. Noc-
tuinen, Lepidopteren, Insekten.
Catocala fraxini I,., hlaues Ordens-
band, Escheneide.
C. nupta L., rotes Ordensband, Bach-
weideneule.
xaTO), unten. xaXog , schon. fraximis,
Esche. inibere, heiraten.
Catodon, s. Physeter.
Catometopen, Quadrilatera, Vier-
eckskrabben, Gruppe der Krabben mit
viereckigem Korper und schief nach unten
gerichteten Angcnhohlen. Brachyuren,
Decapoden, Podophthalmen,Malacostraken,
Crustaceen.
Familien: Pinnotheriden, Gelasimiden,
Gecarciniden.
[iTJTI'/, Jilick).
i/itin/r/ts, vierfach. tatus, Inter is, Seite.
Cauda, Schwanz (s. d.).
Cauda equina, die pferdeschweifartig
im untersten Teil des Wirbelkanals nach
ab warts verlaufenden Nervenstiimme, die
von den letzten Nervenwurzeln des Riicken-
marks ausgehen, welch letzteres selbst, da
sein Wachstum mit dem der Wirbelsaulc
nicht Schritt halt, die unteren Partien des
Wirbelkanals nicht ausfiillt.
eqmis, Pferd.
caudal, am Schwanz oder im Schwanz
gelegen. Oft auch in folgendem Sinne:
naher nach dem Schwanz bin gelegen als
andere Teile (Gegensatz: cranial).
cnitdal, gegen das Schwan/.ende hin.
Caudalkanal, Haemalkanal, in der
Schwanzregion der Fische, vieler Amj>hi-
bien, Reptilien und einiger Sjiu get i ere durch
Vereinigung der beiderseitigen unteren
\\'irbelbogen (s. Wirbel) ventral von der
Chorda entstehender Kanal der Wirbel-
siiule, in welchem die grofien Blutgelalic
des Schwanzes verlaufen.
ul/ia, Blut. catialis, Rohre.
Caudalplatte, s. Pygalplatte.
Caudalwirbel, s. Schwanz.
Caudata, s. Urodelen.
Causae efficientes, Werkursachen,
werktatige, gesetzmaliig wirkende oder m<-
chauische Ursachen (vgl. mechanische Welt-
anschauung). Gegensatz: Causae finales,
Zweckursachen, d. h. Zwecke als Ursachen
gedacht.
7, Ursachc. efficere, ln-wirken.
Causae finales, Zweckursachen,
aus einem Zweck entspringende oder auf
ein bestimmtes Endziel gerichtete Trsachcn,
Zwecke als Ursachen gedacht (vgl. Toleo-
logie und Dualismus).
/hi is, Ende, Endziel.
Causalnexus, ursachlicher Zusammen-
hang zweier Dinge oder Geschehnis.se, die
sich verhalten wie Ursache und Wirknng.
H<:\-I/\, Verkniipfung.
Cavia cobaya, Schreb., Meersch wei n-
chen, Nagetier mit Hufen statt Krallon;
urspriingliche Heimat Brasilien; ist abcr
nur im ge/ahmten Zustande bekannt. \'rr-
wandt mit dem Aperea (Cavia aperea)
Brasilicns. Subungulaten , Hodcn t ion.
Placcntalien, Mammalien.
~ brasilianische Namcn.
Cavicornier, Horntiere, Fam. der
Wiederkauer, mit bleibenden Hornern, die
als hohle Scheiden einen knochernen Fort-
satz des Stirnbeins umschliefien ; mit den
Unterfamilien der Bovinen, Ovinen und
Antilopinen. Ruminantien, Artiodac-
tylcn, Ungnlaten, Placentalien, Mammalien.
(int/tx, hohl. conni, Horn.
Cavitas peritonei, Peritonealhohle, s.
Bauchhohle.
Cavitas pleurae, Pleurahohle, vergl.
Brustfell.
Cavum nasi, s. Nasenhohle.
Cavum oris, s. Mundhohle.
Cavum perilymphaticum, s Laby-
rinth.
Cavum pharyngis, Schlundhohle,
der Hohlraum des Schltmdkopfs (Pharynx i
der \Virbeltiere.
'/ dgvyf, Schlund.
Cavum segmentarium, Furchungs-
hohle, s. Blast ul a.
Cavum thoracis, s. Brusthohle.
Cavum tympani, Pan ken ho hie ,
Trommelhohle, kleine im Felsenbein
(Petrosum), bei den hoheren Saugetieren
(Placentaliern i/um groBerenTeilim Pauken-
bein (Tyrapanicum, s. d.) gelegene, lul't-
erfiillte Hohle des Gehororgans bei den
anuren Amphibien und den hoheren Wirbel-
tieren. Die Paukenhohle ist nach aufien
abgeschlossen durch das Trommelfell (Mem-
brana tympani) und steht mit der Mund-
hohle oder Rachenhohle durch die ()hr-
( Vhiden - Cel I ulariidrn
trompete (Tuba Eustachii) in Vcrbindnng
(P'ig. 7'5). Sie entsteht ontogenetisch aus
der rrstrii Kiemenspaltc (s. Spritzloch).
Bei ilcn Amphibien, Reptilien nnd Yujrclii
enthalt die Paukenhohle das Sanlc-lien (('<>-
nnd ahnliche Mifibildungen erx.eugen und
hierdurch an viclcn Pflan/en schadlich sind.
X riiim-iM-rn . 1 Uptrivn, Insckten.
(Vcidomyia destructor Say., Eessenfliege,
Weizenverwiister, in Nordamerika angeb-
I" 'S- 73-
tvni/Hjiii
Gang, /'
hohle,
biigel), s
Schnitt durch den iiuReren Gehorgang und die Paukenhohle (Cai'iti)t
i) des Menschen. Schema, a Arnboll b Bogengang, f Schneckengang, f Etistachischer
/' (lessen Einmiindung in den Schlund, ^ aulierer Geh<")rgang, h Hammer, hj Schadel-
// Gehcirnerv, ; rundes Fenster (oberhalb desselben das ovale Fenster mit dem Steig-
Sacculus, n Utriculus (s -\~ 11 Vorhof), XT Schlund, / Schlafenbein, th Trommclfell.
tr Paukenhohle (nach Boas).
lumella), bei den 8augetieren die drei (4e-
horknochelchen (Arabofi, Hammer n. Stei^-
biiirel).
( 'ni'iiiii, Hohle.
Pauke.
Cebiden, Aneturen, Labidocerken,
Rollaffen, Greif schwanze, Fam. dcr
Plattnasen, mit langeni, einrollbarem (in-it'-
schwan/. In Siidamerika. Platyrhinen,
I'l'i'matcn, Placenta! ien, Mam m alien.
(ilatt. (Vl)iis, Mycetos.
Z. B. (\>bus capueinus L., Kapiizineraff'c.
xriftog , eine Affenart. ovod = xroxo;,
Schwanx. avszeos, entspannbar, nach-
gc-bend. /.aftis, ido, Griff, Henkel. caf>n-
I'iu/ts, Kapu/iner.
Cecidomyia s. Cecidomyiden.
Cecidomyiden, Gall icolen , Gall-
m iick en, Fam. der Miicken, deren Larven
an don verschiedensten Pt'lan/.cn ({alien
lieh von den 1<76 dorthin verkauften,
IK >-ischen Soldaten eingeschleppt.
Gallapfel. [ivTa,
alla,
Miicke.
bewohnen. Ji'stnifn; venviisten.
Celleus, s. Zellenleib.
Cellula, s. Zelle.
Cellulae blastodermicae, Blastoderm-
zcllen, Furchungszellen , Keimhautzellen
(vgl. Blastula).
Cellulae ethmoidales, s. Sinus eth-
moidales.
cellulaer (oder cellular), /ellentormig,
aus Zellen zusammengesetzt, Zellen be-
treffend.
Cellular-Divergenz, Diffcron/ieruno;.
Sonderung der einzelnen Zellen des Korpers
in bezug anf ihre Funktionen.
tlircrgere, auseinanderweichen.
Cellulariiden, Fam. der Moostierchen.
Stelmatopoden , Ectoprocten, Bryo/ocn.
Cellularpathologie -- Centralorgan
Cellularpathologie, jetzr herrschende,
mm Virchow begriindete) Lehre, die das
\\Vsen und die Entstehung der Krankheiten
von der Tiitigkeit der Zellen und Hirer
pathologi sober) Veranderung herleitet.
xatlu;, Krankheit. /.o'j'O?, Lehre.
Cellular-Selektion, AuswahlderZellen,
Zuchtwahl der Zellen. Vgl. Selektion.
sclectio, Auswahl.
Cement, Substantia ossea, Zahn-
kitt, aus Knochengewebe bestehende Sub-
stanz, die bei den Siuigetieren als diinner
I'berzug die Wnrzel der Zahne (Denies,
s. d.) umgibt oder die Schmelzfalten der
zusammengesetzten Zahne ausfiillt.
ci'iiifiitnm (<'l>erste Stielglied
der Crinoideen, welches zuwcilen eineziem-
liche GroBe erreicht und das Grundstiick
dcs Kelches (Calyx) bildet; insbesondere
bei den Comatididen (s. Antedoin, \\elche
im ausgebildeten Zustand keinen Stiel
niehr haben. Yergl. Calyx.
dorsnin, Riicken.
centrolecithale Eier (Balt'our), peri-
blastische Eier, Eizellen
(vgl. meroblastische Eier),
bei den en der Bildungs-
dotter als gleichmafiige,
di'u me Rindenschicht den
massigen, im Iniieni gelege-
nen (mittelstandigen) Nah-
rungsdotter umgibt, bei de-
ren Furchung is. Eifiir-
chung) daber aucb nur diese
oberfliichlicbe 8cbicbt in
/fllen zerfiillt, wiibrend der
centralo Dotter ungeteilt
bleibt (O b e r f 1 a e ben- oder
superficielle Fur-
chung, Segmentatiu
superficialis); vorherr-
scliend bei den Arthrcj)oden
(Fig. 74).
A.sxi'd'OS, Dotter. .T, C O/, uni.
/)'/.aoroc, Keim. segmenltitii
superficies, Oberfliiclic.
Centroplana (Haeckel), vgl. Promor-
phologie.
Centrosomen, Central-, 1'olkor-
perchen, zwei kleine Kiigelchen einer
scbwer farbbaren Bubstanz, wel<-he in der
ruhenden Zelle neben dem Kern liegen und
in der sich teilenden Zelle (s. Karyokinese,
Mitose) die Pole der Kernspindel und die
Mittelpunkte der Slrablung im Proto-
plasma darstellen. Nach Boveris Definition
(1888 u. 1001) ist das C. ein ,,selbstiindiges
Ziearler, Zoolosrisohes Lexikon.
daucrndcs Xellorgan, das sich, gerade wie
die chromatischen Elemente. (lurch Teilung
ant' die Toehterzellen vererbt. F^s repr:i-
scntiert das dynamische Cenlriim der /elle;
dureh seine Teilung werdcn die beiden
t 'entren der zu bildeiiden Toehterzellen
geschafFen, um die sich nun alle itbrigen
Zellbestandteile syrametrisch gruppieren"
(s. .Alit.ose). Die Substanz des Centrosoraa
nennt Boveri Centroplasina, das kleine,
in Ein- oder Zweizahl vorbandene Ivorn
in der Mitte des C. Centriol (C'entral-
korn). Das indifferente Aquivalent des
C. ist das Cytocentrum (E. van Beneden).
Als Reparation des C. bezeicbnet Bo-
veri die Bildung eines Centrosoms aus
einem diffusen Cytocentrum; ist eine solches
an der Bildung nicht beteiligt, so spricht
er von Regeneration des C. Unter der
kinetischen Periode des Centrosoms
Fig. 74. Superficielle Furchung eines cenlrolecithalen Eies
eincr dustacee (nach Haeckel). II Nahningsdotter, ek
Ectoderm, en Entnclenn. /> Urmund.
Zerteilutig.
endlieh versteht er den Zeitpunkt, in dem
das C. imstande ist, eine zu karyokiue-
tischer Wirkung befahigte Sphare zu er-
zeugen. - Van Beneden (1887) bezeich-
nete das Centrosom als Corpuseule cen-
tral, den Hof, welcher in manchen Eiern
das Centrosom umgibt, als Sphere attrac-
tive (Attraktionssphare).
otoiia, Korper.
Centrostigmen (Haeckel), vgl. Pro-
morphologie.
Cephalaspiden, Fam. der fossilen
Panzerfische (ob. Silnr, Devon), mitgrofiem,
98
Cephalochordaten Ceratiocariden
halbmondformigem Kopfschild. Placo-
dermen, Pisces.
y.fif H/.I'/. Kopf. UO.T/C, fdo?j Schild.
Cephalochordaten, s. Chordonier.
Cephalogaster, s. Kopfdarm.
yaoTriQ, Bauch.
Cephalopoden (( 'uvier 1 798), Ten tbo-
den, Kopl 'I ii (>lcr, Kraken, Tinten-
fische, Kl. der Weichtiere, deren hochst
organisierte Gruppe sie darstellen (frolic,
rauberische Meerestiere mit symmetriscliem
Kiirper und hohern Eingeweidesack. Kopf
groH, mit kraftigen Hornkicfern und starker
Radula; urn den Mund herum ein Kranx
von Ton take! n oder Armen (Fig. 75), die
cbeiixi. \vic das eigentiindiche Srbwinnn-
organ, der Trichter, aus Teilen des Fu(5es
entstanden sind. In der Mantelhohle 2
oder 4 Kammkiemen (Ctenidien): Her/, mit
Fig. 75. Lotion A'obi'i'iis/s, ein Cephalopoda
(aus Hertxvig, Lehrbuch), von der Bauchseite
betrachtet.
2 oder 4 Vorkammern ; "2 oder 4 Nieven.
Die unpaare Geschlechtsdriise bat oinen
unpaaren oder paarigen Ausluhrungsgang;
stets getrennt-geschlechtlich. Die 8innes-
organe, bcsondei's die Augen, sind hodi
entwickelt. Schalc meist vielkammerig,
oft riiekgeliildet. Ein meist vorhandt-nrr
T i n t e n b e u t e 1 sondert ein brau nsebwarzes,
wie Tinte aussehendes Sekret (Sepia) ab,
durch dessen Ausspritzen die Tiere das
U'jtsscr sell war/ fiirben und sich ihren Ver-
folgern unsicbtliar machen. Mollusken.
Ctegcnwartig herrschende Einteilung:
1. Ord.: 'l'etr;il)r;inclii:itcii (Nautilus).
'_'. Ord.: Dibranchiateu.
1. U. O. : Decapoden.
2. r. O.: Octopoden.
Das System Haeckels (1890) ist:
I. U. Kl. : Tomochonien: 1. Ord.: Archo-
lenen. 2. Ord. : Teutholenen. 3. Ord.:
Xautolenen.
II. I'. Kl.: Gamochonien: 4. Ord.: Oc-to-
Iciien. o. Ord.: Decolenen.
.-roi'^, .-rot)<'i^. J-'uli. 7-,'?'(9(c, eine TinU-nfisch-
art. Fiftoc:, Aussehen.
Cephalophoren, ~. Gastropoden.
'/ nijfii'. tragen.
Cephalothorax, Kopfbruststtick , s.
Brust.
Cephalotrocha, Monotrocha, Lo-
vi'nscbe Larve, Larvcntorm der zu den
mnrincn Borstenwiirmern (Polyehaeten) ge-
hiirendeii Polynoiden, mit einem Winiper-
kranz in der Xabe des vordereu Korperendes
oberhalb des Mundes (vgl. Trochophora).
Tuayo;, Kreis, Kranz. iioros, einer.
Sven Ludvig I .oven, 1809 1895, schwed.
Zoologe.
cephalotroche Larve Cephalo-
trocha.
Cera, s. Wachshaut.
Cerachelyer, H o rn s cb i Idkroten,
Name, unter dem Haeckel die mit festem
Panzer ausgcriisteten Scbi Idkroten (Pleuro-
deren und Cryptoderen) zusammenlalit.
(legensatz : Bursochelyer.
*q>,-, Horn, /f/.i'^, Schildkrote.
Cerambyciden, Long i corn ie-r,Boe k-
ka'fer, Fain, der Kafer, mit langen, ge-
bogenen Fiihlern; ihre im Holz bobrenden
Larven sind den Waldungen scbadlieh.
Tetrameren, Coleopteren, Insekten. -
/. B. Cerambyx heros L., grofier Eichenbock.
"i", eine Kaferart mit langen Hor-
nern (yjou;). //eros, Held.
Cerambyx, s. Cerambyciden.
Ceraospongien , Malthospongien ,
Horn-, Korkseb wamme, Sebwamme
(Spongien), welcbe ein elastisehes horn-
artiges (leriisl aus Sponginfasern (siebr
Spongin ) besitzen. Sie stammen von Kiesel-
scbwammen ab und besitzen zum Teil nodi
Kieselnadeln. Sil icispongien . IWileren,
Spongien.
iiu)j)a, \Vachs. onoyyid, Schwamm.
Ceratiocariden, fossile (palaeozoisdie)
KrebsfamiliemitbeweglichenSeitenstacheln.
Malariistraken, ( 'nistaceen.
Ceratium - Cerebellum
99
xegdtTOV, klcin. Horn \xi-on^\,
Seekrebs.
Ceratium, Gatt. der Geifielinfusorien,
mit einem Panzer, der in mebrere honier-
artige Fortsatzc auslaul't. Dinollagpllaien.
F 1 a g e 1 1 a t e n , Protozoi 'i i .
Fig. 76. Ceratium cornutiini, apo vorderes
Horn mit Offnung, rs/i rechtes, uah hinteres
Horn, //" Liingsfurche (Mundplatte), g Geifiel,
gs GeilJelspalte, ?' Yakuole, / Rautenplatte
(nach Btitschli, aus Hertwig, Lehrbuch).
Ceratium eorimtum Ehrbu'., ini Siiliwasser
(Fig. 70).
(Vratium tripos Ebrbg., im Meer.
con/n/iis, gehiirnt. TQI'JIOVS, dreifiil'iig.
Ceratodontes, H orn/ahn e (Haeckel),
aus Epidermiszelleu der Mundhohle hervor-
gegangeneHorngebilde,welche dieKnoclien-
/ahno der \\'irl)eltiere ersetxen, \v<> diese
t'ohleii (bei Cyclostomen, Ornithorhynchus,
Hhytina, ileu Bartenwalen).
Ceratodus Forsteri Krefft. , einzige
noch (in Australian) lebende Form der
Lurchfische niit eiucm Lungensack, mil
sum Leichhardli \\urdc durcli Soraon
richtiggestellt (Fig. 77). Monopneumones,
Dipneusten.
XSQas, Hum. ofs, peilis, Fuli. committcre, verbinden.
cerebrospinal, /.um centralen Nerven-
system der Wirbeltiere (Gehirn- u. Riicken-
mark) gehorig.
spinal s. d.
Cerebrospinal- Fliissigkeit i Liquor
cerebrospinalis), die im Innern der Hohl-
riiume do ( Jentralnervensysteius der Wirbel-
tiere (Ventrikel des Gchirns und Central-
kanal des Riickenmarks) befindliche, sowie
die in dem Subarachnoidealraum enthaltene
klare, wiissrige Fliissigkeit.
liquor, Fliissigkeit. spinalis, zum Riicken-
mark gehorig.
Cerebrospinalnerven tXervi cerebro-
spinales), Zusammenfassunii'der Hirnnerven
is. d.) und der Riickenmarks- oder Spinal-
nerven (s. d.) der Wirbeltiere.
Cerebrovisceral-Connective i Cere-
brovisceral-Commissuren), die Ner-
venstriinge (Connective) zwischeu deJi Ce-
rebal- und Viseeralganglien der Weichtiere
i Mollusken).
7vsv (;(/, Eingeweide. cotnmittere, verbinden.
Cerebrum, (iehirn (vergl. centrales
N'erven-vslein ): insbesondere das (ii'ol'i-
hirn der Wirbeltiere, welches aus dem
(sekundaren) Vorderhirn hervorgeht und
aus zwei Hemispharen besteht (Fig. 7!*i.
I"ig- 79- Gehirn (Cerebrum) eines Hiihner-
hundrs, K.ol Riechlappen, Bo, Bo^ Bogen-
furchen, Fip Mantelspalle, VH Vordeihirn,
HH. HH^ Seitenteile (Hemispharen) des Klein-
liirns, I [~n mittlererTeildes Kleinliirns (Wurm),
\H Nachliirn (aus Wiedersheim).
Ceriantheen (z. B. Cerianthus mem-
branaceus H.) Gatt. der Seerosen; der
grofite Teil des langen Korpers steckt in
einem aus Schleim und verklebten Fremd-
korpern gebildeten Futteral. Malacodermen,
Hexacorallien, Anthozoen, Cnidarien.
x^ij!tn\ Wachs. n9os, Blume. niembni-
Hiiceiis, liiiutig.
Cerianthus, s. Ceriantheen.
Cerithiiden, Schneckenfamilie mit lang
gewundener horna'hnlicher Schale. Taenio-
glossen, Azygobranehier, Prosobranchier,
Gastropoden.
XFijiitmr von y.roa^, Horn.
Cerodermis iHaeckeli. vgl. Kpider-
mis.
Ceroma, s. Wachshaut.
Certhiaden, s. Certhiiden.
%r;, cin Yogcl, Baumlaufer.
Certhiiden (Certhiaden). Kleitor-
meisen, Baumlaufer, Gatt. der Sing-
vogel. Oscines, Passeres (Coracornithen),
Carinaten, Aves.
Cerumen - Cestoden
L01
Cerumen, s. Ohrenschmalzdrusen.
cervical, /inn Xaeken, /urn Halse ire-
. ( iirat'finen, Giraffen.
<>;?'/, Hirsch. t'oriiii, Horn.
Cerviden, Hirsche. Mil <;e\veih.
Kuininantieii, Artiodactylen, Ungulaten,
L'lacentalien, Mammalien.
Cervus alees (Alt-es palniatus Klein)
L., Elch, Elentier.
Cervus capreolus L., Keh.
Cervus elaphus L., Edelhirsch.
Cervus Dama, Damhirsch.
Cervus I a rand us, Renntier.
Cervus megaceros, RiesenLirsch (aus-
gestorben).
(iTvits, Hirsch. n
I. Ce>it>darirn oder Monocestoden iKorper
nicht gegbediTt 1.
1. (.'aryophvllaeideii.
II. (Ystodinien. (Ysioden im ongeren Sinn
udcr Syncestoden iKorpcr g
1. Liguliden.
2. Tetrarhynchiden.
.'?. Bothriocephaliden.
4. Taeiiiadcn.
Cestodinien, toden im
Sinn, Syncest mini , Gruppc der Band-
wiinncr; mit auBerer Gliederung des Kor-
pers, die jedoebder Riickbildungunterliegeu
kann und dann nur nils den inehr- odrr
vielfacb vorhandenon Geschlechtsorganen
/u erkennen ist. Cestoden. Platnden.
Cestracioniden, Fain, dor Haifiscbe,
besonders ini palaeozoischen nnd meso-
zoischen Zeitalter verbreitet ; gegomvarlig
nur ciiu' einzige (-Jattung: Cestracion.
Squalaceen, Selachier, Pisces.
yJmou, Pfrieme, ein nicin niihcr bekannler
Seefisch tier Alti'ii.
Cestus, s. Cestiden.
Cetacean, Wai I ien-. ha- Wort \\ird fiir
die Cetoniorphen (s. d. i oder nur fur die Wale
s. stz. (Zahnwale u. Bartemvale) gebraucht.
XIJTO;, ^i'i>|'i(.'s Meertier, Walfisch.
Cetochilus septentrionalis GOIM|>,
in ungeheuren Mengen sic-b vermehrende,
dadurch das .Mcci oft auf \veitc Stivrki-ii
rot farbcndc kli-inc Krdoari, cine wichtigc
Nahrungsquelle dcr \\'ale und ain-b vcr-
scbiedcnrr Fische bildcud. Calaniden,
( 'o pr pod i-ii , Entomostraken,
y.i~IT<>;, \\';iHisch. /'/-'-, Flitter,
Norden.
Cetomorphen, AN'aliicrc. vollkom-
men deni Leben ini \\'as-cr angepaIHe,
daber in ibroin gan/cn \\-A\\ don Fischun
aufierordentlich ahnlidi gcwordono Ord.
der SJiugetiere. Obne hintrrr ( Hii'dniaf)en.
Mit wagereehter S<-b\vanzflossr. Plaecn-
talien, Mammalien.
1. U. O. Sirenen, Srckiilic.
2. U. O. Dentiretrn, Xabinvali.-.
:;. I'. (). Mysticeti-n, Harten\val<-.
IKKJI/ >'/. Gestalt.
Chaetae, inannigfnltig gotaltcte haar-,
faden-, nadcl-, sicbol-, pfeil-, niesser- oder
spatolfonnigc Bor.st-ii in der Haut der
danach beuannten Borstenwiirmer (Cbaeto-
poden).
/_"-/'TIJ, Haar, Borste.
re
/
Chaetiferen, Echiuroiden iGepliy-
i;n i chaetifcri), Ord. der Sterinviinncr. mil
2 starken Hakenbor-
sien an dcr Baut-b- M^^jh--"'
seite; vgl. Spaniocb-
aclcn. Gephyreen,
Anncliden.
1. l-'ani. Iv-biiiriden.
a) Echiurus.
In Uonellia.
/(tirij, Haar, Borste.
/'/'/-//, tragen. /'/,'/;.
haben. oupct, Schwanz.
Chaetoderma,
( Jattnng 7' I )var, iini Oviduct,
h Hoden, si Sann n-
leiter, s Spermatozoen,
sl> Samenblase, n After,
dis Scheidewand /wi-
schen Rumpf- und
Sch\vanzhohle. ?. ' Schei-
dewand in letzterer.
bewegliche, zur Fort-
bewegungdienende Borsten tragt;Blutgefa3e
u. Ncphridiengutentwickelt. Auneliden.
Chaetopteriden Charadriiden
103
Ord. I'nl yrhaot on. Die IWston
sind zahlreieh und steckon in I'ara-
podien (BorstenfiiSen); an jedem Seg-
ment sind jederscits zwei Parapodien
oder nur cin Parapodium vorhanden
(Fiji-. 82 A C).
A
I)
Fig. S2. Scheniatische Oucrschnitte verschic-
dener Borstenwiirmer. In /.' sincl tier obere
und untere Bors'tenf nil vcnvachsen, in C
ist der obere (mil Ausnahme des Cirrus) ru-
dimentiir, in D (Regenwurm) sind die Borsten-
I'iil'ie nur durch je zwei Borsten reprasemiert.
a Sttitznadel, c RiicUen- , c Bauchcirrus, g
Kieme (aus Boas, Lehrbuch).
2. Ord.Oligochaeten. DicHorsten siud
in der Korpenvand befestigt ( Fig. 82 D).
.Tfx's, _TO(5o s -, Ful). .TO//V, viel. oAi'j'o?, wenig.
Chaetopteriden, iin Mittelmeerlebende
Fum. der Rohrenwurraer, deren Korper in
mehrere ungieichartige Regionen gesondert
ist. Bauen sich pergamentartige Rohren.
T u b i c o 1 e n , Pol ychaeten , (.'haetopoden ,
Anneliden.
jiTSQor, Ruder, Flosse.
chagrinartig, aussehend \vie Chagrin
(Riesel-, Reibleder), cine aus der Haut am
Riifkeu de.s Pferde.s and E*els hergestellte
lr Ledcrart : Bezeichnung
ilcr Haitischhaut, wegeii ilnvr dieht an-
emandergefugten, ntt schr tVinen 1'Iacoid-
schuppen.
/;';/, liirkisch Pferderiicken.
Clialazen, Hagelschniire, 2 an.- In-
sondrrs dichtcr l^i\vrir)snl)stan/,
spiralig aufgcrolltc, vom Dotler xn den
beiden Eipolen hinziehende Strangr in drm
konzentrisch mn den holler gelagerten
Eiwei(S der Vogeleier, die dadureb xn-laiide
kommen, dal! das Ei den Eileiler, in dein
die Eiweifiauflagerung ert'olgt, nnter l>e-
standiger Drebung nni seine La'ngf-aeli.-e
passiert. Vergl. Ei.
//u.u'tt., Hagel.
Chalicodoma muraria, ^Imi el hi en e,
Art der Bienen ; bant ihr Nest ans Sand-
kornchen an Felsen, Manern und dergl.
A pi den, Aculeateu, Hymenopteren , In-
sekten.
Challenger-Expedition, \\issensi lia It
Hebe Expedition der Korvetle ..Challenger-
in den Jahren 1872 bis ]87(i nnter Fiihrnng
des ('apt. Sir G. Nares, hauptsachlich zur
Erforsehung der Tiefsee.
Chamaeleontiden (Chamaeleon vnl-
garis Daud.), SchiHereidechsen , Cha-
maeleone, Fam. der Eidecbsen, atich als
besondere V. 0. ders. nnter dem Nanien
Ver m il i n g u i e n /usaniniengefalit, niit
langer, wnrniforiniger, an der Spitze ver-
diekter Znnge, die weit vorscliuellbar ist und
xnm Insektenfangdient; die Fiifie sind < Jreif-
fiilie, indem die .1 Zehen in 2 Gruppen
sich gegeniiber stehen. Sfhwauz einrollbar,
znin Greii'en gescbiekt. Die Ch. sind be-
kanut durch den Farben \vecbsel ihrer Haut,
\velcher durch verschiedene Kontraktions-
zustiinde der Pignientzellen (Chromat<>-
phoren, s. d.) bedingt ist, die unter deiu
Einflnl! des Nerven systems stehen. La-
certilier (Saurier), Lepidosanrier, Reptilien.
yanii.i/.tair. Name des Tieres bei . \iistote-
Ics, cigentiich Erdlowe, \'.
( h e 1 o n e i m b r i c a t a L. (Thalassochelys
caret t a Karettschildkrote) , liet'ert in don
dachziegelartig angeordneten Riickensohil-
clern ihros Panzers das ochte Schildpatt:
ihr Fleisoh ist ungenielibar (Fig. 86).
Chelone mydas I .air., Snppenschild-
krote, mil sehr sehmackhaflem Fleisch.
/F./.o'n'>i, fV.iV, Schildkrote. imber^ Dach-
ziegel. i)d).a.oaa, Meer. caret, franzosisch.
Name des Tieres. fti'das, Meerschildkrote
von iii'ddfir, naB sein.
( 'lielonier Cli i a> I mien rie
105
Chelonier, Tot udi naten, Sehild-
kroten, Ordn. del Ivriechtiere; mil - Paar
knr/.en und kraftigeii (Tliedmalien, zahn-
losen Kiefern (init Hornscheiden) und star-
ken Hautknochen, die. von hornigcn Sehil-
dern (Schildpatt) iiberdeckt, cine
Riieken- und Bauchschale bilden
(Fig. (59 u. Fig. Sli). Land-, Fluli-
u nd Meerfonnen. Die Abstain-
mung der Schildkroten isl unbe-
kannt, weist aber mehr auf Land-
als auf Wassertiere bin. Alton
Landschildkroten im Keuper.
Die wichtigsten Familien sind 1).
Haeckels Einteilung ist:
I. Bursochelyer.
1. Dermochelyer \ ,
. } I. Athecomer.
2. Diacostalier |
II. Cerachelyer.
.'!. Crvptoderen I
...' II. Lhecophoren.
A. Pleuroderen I
lro|)i>iuii> cine auf ehemischeii Kei/ bin
ert'olgende Stelluiigsandening eines Pt'lnn-
zenteils, Chemotaxis cine aul eineii die-
iniselieii llcix. hin ert'olgende I'lrweguni;
eines Orgaiiismns licdeiitel . deren Rieh-
Chelotherien, s. Ungulaten.
Cheluriden (z. B. Chelnra tL-rcbrans
Phil. I marine, holznagende, daher den Pfahl-
bautt-M schadliche Krebsforra. (Jrevettinen,
Amphipoden, Edriophthalmen, Malaco-
slraken, Crustaceen.
~/_i)"'-i]i Scherc. orou, Sch\van/. terebnti-f,
durchbohren.
Chelys fimbriata Schn., Malamala,
Schildkrofcenform init mehreren xerspalte-
nen Anha'ngen unter dem Kinn und der
Keble. Siidamerika. Pleuroderen, Che-
lonier, Hydrosaurier, Reptilien.
///./s, Schildkrote. tinifiriutiis, befranst.
Chemotaxis, s. Chemotropismus.
/i//in'a, Chemie von y^nr, gieHen, rdnofir,
aufstcllen, ordnen.
Chemotropismus (Chemotaxis), durch
ehemisehe Reize vermittelte Bewegung
von Organismen und Zellen, /. B. bei
Geschlechtszellen (erotischer Chemotropis-
mus, die gegeuseitige Anziehung zwisehen
Sperma- und Eizelle). In der Botanik ist
zwischen Chemotropismus und Chemotaxis
zn unterscheiden, iu der Art, dafi Chemo-
('Ii(-li>ne
aus J Icrlwig, I ,ehrl>uch).
tung dureh den ehemiseheii Uei/, bestimml
\vird.
im-'^fir, drehen, wenden, auf i-t\\ as hinlenken.
f'oroc, Licbe. r^tc, Stellung, Anordnung.
Chermetiden, Rindenlanse, U. O.
der lUattlause, den Pflanzen aulierordenl-
lieh sehadlicb. Aphiden, Phytophthiren,
Homopteren, Rhynchoten, Insekten.
(iatt. Chermes, Phylloxera.
('/i>-rii-\ \on Linne aus keniti-si larab.)
Kermesbeere gebildet.
Chernetiden, Fam. der Af terskorpioue,
Psetidoscorpion ideen . Arthrogastren.
. \raehnoideen.
Gatt. Chernes, Chelifer (Fig. 85).
XSQvr/S, Handarbeiter.
Chersiden, s. Testudiniden.
Chiasma(nervorum k die I\reuzung d.
opticorum), Sehnerven, s.
Chiasma opticum, I Nerv.opticus.
Chiastoneuren, Zusammenfassung der
Schnecken (Gastropodeu) mil chiasto-
neurem Xervensyslem. S. Chiastoneurie.
1. Prosobranchier.
L\ Heteropoden.
s. u. Chiastoneurie.
Chiastoneurie, S t r c p t o n e u r i e ,
ehiasto-, si reptoneures Xerveu-
system. Form des Nervensystems bei
vielen Schnecken (Gastropoden) , speziell
bei den meisteii Prosobranchiern, bei \vel-
chen die Connective, welclie die Pleural-
ganglien mit den Parietalganglien und
Visceralganglien verbinden, sehr lang sind
und infolge der Drehnng des Eingeweidc-
sackcs sich iiberkreuzen (Fig. 87); das
Parietalganglion der rechten Seite ist iiber
den Dariu heriiber (daher auch Ganglion
supraintestinale genanntj nach links,
Ch i ludon Chirorayiden
das linke dagegen miter doin Darme hin-
(daher (J. subintestinale) nach
verlagert (Gegensal/, Orthoneurie).
' gekreuzt (wie ein /). r,TOtr, NVtv. t'f l " l '/.inr, Nerven-
knolen. snpru, iil)er. sub, iintcr.
nnui. Dann.
$7 Schema der Chiastoneurie (nach
Lang, vergleich. Anatomie). nrct (urspriinglich
rcchte) linke Kieme, uect (urspriinglich linke)
rechtc Kieme, ulvc urspriinglich linkes und
nri'c urspriinglich rechtes Pleuroparietalcon-
nectiv, tiros linkes und nox rechtes Osphra-
dium, nrpa linkes und it.fptt rechtes Parietal-
ganglion, a After, re Herzkammer, ula rechler
Vorhof des Herzens, v Visceralganglion.
Chilodon (/.. B. Chilodon cucullus
Khrbg.). Gait. dcr Wimperinfusdrien, rr-
])aii7A'rt; der init einein lippenartigen Deckel
\ci-schcnc Xcllnuuid (Cytostoin) mit siali-
liirniigcn Zahnchen bewat'fuct. Hypo-
Irichen, Ciliaten, Protozoen.
i]i)ni^, i'ii'T<>;, Zahn. cucul-
Leibesringen. Raubtiere mit dementspre-
chend eiugerichteten Mundteilen. Myrin-
poden.
1. Fam. Geophiliden.
2. Fani. Bcolopendriden (Fig. 88).
:. F'ani. Scutigeriden.
mug, rrodo;, Full.
Chilostomata (Chilostonaen), Untcrord.
der Moustiorchcn , bei dencn die in der
Kctoc.yste befindliche Oeffnung tiir das
1'ulypid durch einen lippenahnlichen, be-
\veulichen Deckel verschlossen werden
kann. Stehnatopoden, Ectoprocten, I-Jryo-
/, U (! II .
ciT('>ii, (Jffnung, Mund.
Chimaeraceen, s. Chimaeriden.
/liianju, fabelhaftes Ungeheuer, vorn L6\\ i .
in der Mitte Ziege, hinten Drache.
Chimaeriden, Seekatzen, Fain, der
Kat/.enfische mit sehr groOen Brustflossen
und kraftigem Stachel vor der Riicken-
I'ld-se (Fig. 80). Die 4 Kiemcn jederseit>
sind unter einer Hautfalte versteckt, die
nur einen Spall als Ausgang dcr Kieinen-
liolile frei la'fit. Holocephalen, Selachier,
Pisces.
Chimaera inunstrosa. mit abenteucr-
lich gestaltetem Kopf. Der Korpcr vcr-
jiingt sich alliniihlich in einen feineii
Schwamfaden (Fig. SO). An den eurn-
paischen und japanischen Kiisten und am
Kap der guten Hofhiung.
( 'allorhy nchus, in den Meeren dcr
siidlichen Hemisphare.
itto/isfrostts, seltsain, abenteuerlich. xu/.<>;
(in der Zusammenset/ung mil verdoppeltem
/.i. sch<"m. ?'"7c, Schnau/' .
Chiromyiden iChiromys madagas-
cariensis Desm. Fingertier) Faui. der Halb-
at'ten mit selir verliingcrten, h'ngerartigcn
Zelien an bciden Extremit;it Archipterygium.
Chirotes canaliculatus Cuv., Hand-
\viihle, Ringelechsenart, bei dor das Ster-
num mid kleino ~> t'iinfzehigc Vorderbeine
erhalten sind. Annulaten, Sauricr,
Lepidosaurier, Reptilien.
/Fii>i'>n^ , mil Hiinden versehcn. ainnli-
t-it/itti/s, mil einer Rinne versehcu.
Chitin, stiokstoffhaltige, gegeu Sauron
und Alkalion sehr widerstandsfahige Sub-
stanz, die den verschiedenen hautigen und
schalenartigen Cuticularbildungen der Wiir-
mcr, GliederiiilUM- und anderer Tiere die
Festigkeit verleiht. In der Schale inaiu-her
Tiere (/,. B. der meisten Krebstiere) ist das
Chitin mit Kalk gemischt, wodureh cine
sehr grol-5e Hiirte der Schale erreicht wird.
yi-rinr, Unterklcid, Hiille.
Chitinogenmembran,s. Hypodermis.
chitinos, aus Chitin bestehend.
Chitinpanzer, Chitinschicht, sehr
feste, aus Chitin bestehende, von der
Epidermis (,, Hypodermis") ais (Juticula
, aullcro Hanlsehiclit dor
Arthropoden.
Chiton, (i.iii. dei- Chitoniden.
Chitoniden, Placophoren, Ka'l'er-
Tu nionstrosa ^ (aus Boas, Lehrbuch).
sohnook(Mi, Plattenschnecken, Faiu.
der Urmollusken (Amphineuren), mit einer
aus 8 dachziegelartig sich deckenden Plat ton
bestehendeii Sehale (/. 1>. Chiton squaino-
sus L. (Fig. (MM. I'lacoplioren . Ainphi-
n e u ve n , Mollusken.
si/itumosits, schuppig.
k, Plattc.
traen.
1^'ig. 90. Chiton squitnmsiis, voni Riicken
gesehen, links gauzes Tier, rechts c-in Tier
nach Entfcrnung der Schale und der Eingc-
weide. C Him, /' Pedalstrang, PI Pleuio-
visceralstrang des Nervensystems, K Kiemen,
o j\Iund, After (aus Hertwig, Lehrbuch i.
Chlamydoconcha, < iatt. der Muscheln,
bei denen die Mantellappen allseitig die
Sehale mmvachsen. 1 , a, in elli b ran e h i er .
Mollusken.
yjMiiv^, 'VV>c, Mantel. x<>y/i], Schale.
Chlamydoselachus anguineus, Gar
man , 1884 im Japanischen Meere ent-
108
Chlorophyll - Chondropterygier
dirkter aalformiger Haifisrh (^elachier)
aus der ( Jruppe der Xotidaniden, mil. <>
Kinnriitasrhen (Fig. !)1). Erscheint als
einer der altesten dei - lebenden Fische und
mit (Jladodus (vgl. Pleuropterygier) als cine
Gallengang, \velcher durch die Yereinigung
des von der Leber kommenden Ductus
hepaticiis mil deni von der Gallenblase
kommenden Ductus ryticus enlsteht und
\velcher in das Duodeiiuni (den /wolf-
ig. 91. Chlamydoselaclms anguineus (nacli Dean).
Ubergangsforni von den Proselachiern xu
den Plagiostomen.
u if it ine its, aalformig.
Chlorophyll, Blat tgriin, Farbstot'f,
der die griine Farbe der Pflanzen bedingt.
Das Ch. ist an die in den Zellen liegenden
Chlorophyllkorner gebunden. Es ist in
chemischer Hinsicht f'iir die Pflanze von
der groBten Bedeutung, da es unter deni
EinfluB des Lichtes die Assimilation (Auf-
nahine von Kohlensaure , Bildung von
Stiirke etc.) vermittelt.
%A.6JQds, blaHgriin. '/ i<).Xor, Blatt.
Choanen, die beiden Offnungen, durch
welche die Nasenhijhle der Wirbeltiere mit
dem Schlund (Pharynx) kommuniziert, also
die inneren Nasenoffnungen der Amphi-
bien, Reptilien, Vogel und Siiugetiere.
//>(''>), Trichter von /inr, gieHen, weil sich
durch diese Offnungen Schleim in den
Pharynx ergiefit.
Choanoflagellaten , KeleligeilUer,
(iruppe der Geh^elinfusorien, deren GeiBel
an ihrer Basis von einera trichterformigen
Kragen (Collare) ningeben ist ( Abl>ildung
siehe unter Flagellaten (('>)). Flagellaten,
Protozoen .
flagelhini) Gcilld.
Choeromorphen illaeckti isiiiii, s.
Nonruminantien.
choledochus, (Jalle aufnehmend. -
I hictus choledochus beim Menschen der
fingerdarm) miindet.
//>/>'/, (Jallt-. 8e%ofj,ai, aufnehmen.
Cholenteron, s. Rumpfdarm.
/n/.i], Galle. n>T?.Qnr, Darin.
Choloepus didactylus III , /\\ei
zehenfaul tier, Unau, mit xwei/ehige.n
Vorderfiifien. Bradypoden, Brady therien,
Edenlatcn, Placentalien, Mammalien.
yin/.i'i;, lahni, hinkend. -Tore, Full. /)/',-
i\rn, xwci. bnxrr/.o;. Finger.
Unau, brasilian. Name des Tieres.
Chondracanthiden /.. 15 Chondra-
canthus cornutus O. Fr. Mull.), Fain, der
Ruderfufikrebse, mit stiletiormigem Ober-
kiet'er. Die Weibchen schmarotzen auf
Fischen und Mollusken, die Miinnchen
sitzen auf den Weibchen. Copepoden,
Entomostraken, Crustacccn.
/_<'-t)i><>;, Knorpel. uy.uri'tu, Stachel.
cornntus, gehornt.
Chondrilla, s. Chondrosiden.
Chondrocranium, vgl. Cranium.
chondrogene Schadelknochen, Pri
mordialknochen oder Knorpelkno-
cheii, diejenigen Knoclien des Schiidds,
die durch Verknocherung von Knorpel-
teilrn entstehen: Occipitalia, Sphenoidea,
Otica, Ethmoidea, Quadratiim und Arti-
culare (s. d.). ^ r gl. desmogene Schadel-
knochen.
Chondropterygier, >. Selachier.
Chondrosiden Chordascheiden
109
Chondrosiden, Gummineen , Kaut-
schuk-, Lederschwamme, friscli von
kautschuk- bis knorpelartiger, gctrocknet
von lederartiger Konsistenz. Monactinel-
liden, Silieispongien, Spongien.
Chondrilla nucnln <). Schm. platt
nuBformig.
Ohondrosia r en i form i s Nardo.,
kiiollen-, initunter nierenformig.
^iiiniiin.'i. Gummi. nucnla. kleinc Xull
(nu.\\. re. Nit-re. /'<>r//ia, Gestalt.
Chondrosteen, Knorpel ganoid en ,
r. O. diT Schmelzschupper , Fische niit,
iiberwiegend knorpligem Ske&ett, aber niit
starken Hautverknocherungen an TCumpf
mid Schadel. Ganoidon, Pisco.
1. Fain. Acipenseriden, Store.
2. Fain. Spatulariden, Loffelstore.
/(')}<)(><>;, Knorpel. ooifor, Knochen.
Chonium, s. Trichter (2).
Chorda, s. Chorda dorsalis.
Chorda dorsalis, Chorda, Noto-
c h o r d, A chs ens tab, Axen s tran g, Riik-
kensaite, Wirbelsaite, ein unter dein
Medullarrohr verlaufender Stab YOJI knor-
pelahnlicher Festigkeit, welcher phylogene-
tisch nnd ontogenetisch die Grundlage der
Wirbelsaule bildet. Die Chorda entsteht
embryonal aus dcni inneren Keimblatl
(Entoderm); sic findet sich im Tierreich
zuerst bei den Ascidienlarven ; bei den
Acraniern (Araphioxus Fig. 21) und Cyclo-
stoinen dient siedauernd als Grundlage ties
Achsenskeletts (s. d.) und bildet auch bei
Ion Embryonen aller Wirbeltiere die erste
Anlage desselben; wircl aber allmahlich
durch die in ihrem I'mkreis entstehende,
knocherne Wirbelsaule mehr und mehr
verdrangt; vgl. Chordascheiden.
Xoodi'j, Darmsaite. i/orsnm, ra>Tog, Riicken.
Chorda tympani, s. Glasersche
Spalte.
Chorda-Entoblast, s. Chordaplatte.
Chordae tendineae, s. Atrio-ventri-
cularklappen.
Chordaea (Hauckel), hypothetische
Ahnenfonn der Chordonier (Tunicaten und
Vertebraten ), angenommen auf Grund dcs
gemeinsamen Entwicklungsstadiums der
Chordula is. d.). Die nach Art der
Chordula gebauten hypothetischen Ver-
ti-eter dieser alten Stammform der Chorda-
tiere halx-n nach Haeekcl cincn. von ihni
als Chordarien oder Prochordonier
( Trochoi (laten , Urchordat iere ) be-
zeichneten Zweig der ungegliederten Wiir-
mer (Vcnualien)
Chordalarve, s. Chordula.
Chordaplatte, Chorda-Entoblast,
der mediant? Tcil der l\iiok(-ii\vaiid dos IV
darnas (Archenteron) der Wirbeltiere, aus dem
der Achsenstab (Chorda dorsalis) hervorgeht.
fihaazos, SjiroH.
Chordarien, s. Chordaea.
Chordarinne, Entwicklungsstadium der
Chortla l)ci den Wirbeltieren, in welchem
die Chordaplatte so get'altet 1st, da II M'<>
eine ventrahvarts geoffnete Rinnc begrou/t.
Chordascheiden lieiBen die Hiillen,
die bei den Wirbeltieren die Chorda dor-
salis (s. d.) umgeben: urspriinglieh findet
sich um die Chorda nur eine von ihren
Zellen selbst abgeschiedene und ihr dicht
anliegende, glashelle, strukturlose in id
elastische Mem bran (primare Chorda-
scheide, Chordolemma); in dem sich
aber unter dieser eine zweite, iniichtigere,
anfangs ebenfalls homogene, dann aber
taserig zerfalleude Sehicht (sekund;'ire
Chordascheide) einschiebt, wird sie von
der Chorda mehr oder weniger weit ab-
gehoben und alsdann, falls sie nicht vollig
riickgebildet wird, im Gegensatz zu der
sekundaren, faserigen, inneren Chor-
dascheide auch als Elastica externa
bezeichnet. - Um diese beiden von der
Chorda selbst (also aus dem Entoderm)
abzuleitenden Scheklen bildet dann eine
aus dem Mesoderm hervorgehende Binde-
gewebsschicht eine dritte, Perichorda
oder JiuBere Chordascheide genannte
Umhiillung, die darum besondere Beach-
tung verdient, weil in ihr weiterhin die
Knorpel- und Knochensubstanz ties sp;i-
teren Achsenskeletts (Wirbelsaule und
Schadel) entstehen; die Perichorda heifit
daher auch skelettogene oder skelett-
bildende Sehicht (vgl. Skelettplatte). Die
Reihenfolge der 3 Scheiden von der Chorda
aus nach auBen veranschaulicht folgende
LIbersicht:
1. innere Chordascheide, se-
kundare, faserige Ch.
2. Elastica externa, primare,
homog. Ch., Chordolemma.
aus tier
Chorda
hervorg.
(entoder-
mal).
110
Chordaten - - Chordula
I
iiufiere Chordascheide,
iVrichorda , skeletoo-ene \
[ dermal.
Schicht.
Rinde, Schale.
srcimtlns,
d. erste.
rrffii, um. />r/>/i/ts,
d. zwcite. i:\tfriius,
d. auficre. clasticits, neulat., beweglich v.
rAai'tvir , in Bewegung setzen.
Skelett. j p 'f, Erzeugung.
2. Uber der Chorda liegt bei alien Chor-
doniern das /entral - Nervensystem :
bei den Tnnicatcn ein einfaeher X erven -
knoten (als Uberrest ernes Xerven-
rohres), bei den Vertebraten fin Xerven-
rohr.
3. Unter der Chorda liegt. das Herz, ><>-
d.a,
Fig. 92. Entwicklung der Chordascheiden (Schema nacli Wiedersheim). - - A. Erstes Stadium,
in- Chordazellen, sh* primare Chordascheide, sk/ umgebendes mesodermales Gewebe (Perichorda).
- B. Spiiteres Stadium (bei Cyclostomen u. Ganoiden). Die zentralen Chordazellen (nc] sind in
Riickbildung begriffen; die peripheren Chordazellen zeigen eine epithelartige Anordnung (nc.ep.'),
sh 2 sekundiire Chordascheide. In deni umgebenden raesodermalen Gewebe werden ventrale
und dorsale Wirbelbogen (T.U und d.n) angelegt. - - C. Das Knorpelgewebe hat die primare
Chordascheide durchbrochen und ist in die sekundiire Chordascheide eingedrungen (bei
Selachiern und Dipnoern).
Chordaten, s. Chordonier.
Chorda tympani, Paukcnsaite, Ast
des siebenten Hirnnerven (Facialis), der
die Paukenhohle (Cavum tympani) pas-
siert, diese durch die Glasersehe Spalte
(s. d.) verliiBt und die Zunge mit sensiblen
und Geschmacksfasern und z\vei der gnillcii
Speicheldriisen der Mundhohle (Glandiila
snlilingnalis und Gl. submaxillaris) mit
inotorischen (sekretorischen) Fasern versioht.
Pauke.
Chordonier, Chordaten, Chorda-
tier e, zusammenfassende Bezeichnung der
Tnnieaten und Vertebraten aiif Grund
ihres Korperbaues und besonders ihrer Ent-
wicklung:
1. A lie Chordonier besitzcn eine Chorda
dorsalis; bei den meisten Tunicaten
verschwindet sie wahrend der Weiter-
entwicklung; bei den niederstenWirbel-
ticren bleibt sic zeitlebens erhalten;
bei den hoheren Wirbcltiercn win!
sie allmiihlich dinrh die knorpclige
ndcr kin"icht'mc \Virlielsiinlc verdrangt.
\vie das Darmrohr, desscn vorderer
Teil von Kiemenspalten durchbrochen
ist.
Man unterscheidet sodann:
die Tunicaten als Urochordaton
(Chorda nur im Schwanzabschnitt),
die Leptocardier (Amphioxus) als Ce-
phalochordaten (Chorda durch den
ganzen Korper),
die iibrigen Wirbeltiere (Cranioten) :ds
Vertebraten s. str.
nroi'i, Schwanz. xEfpafa'i, Kopf.
Chordoskeleton, s. Axenskelett.
Chordotonalorgane, bei einigen In-
sckten vorkommende Sinnesorgane, be-
stehend aus mehreren saitenartig ausgc-
spannten Sinneszellen, welche kleine Stiib-
chen iStiflo enthalten: als Gehororgane
gedeutet.
spannen.
Chordula, (' h o r d a 1 ar v c, nennt
Haeckel dasjenigeEntwicklungsstadium der
Manlel- und Wirbeltiere (Tunicaten und
\'ertrlir;itrin, auf dein die Churda bereits
Chorial en - ( 'hroin osom en
111
gebildet, die Gliedernng in die Crscgniento
( Vertchraten) aber noch iiirlit eingetreten
ist; vgl. auch Chordaea.
Choriaten, s. Placentalien.
Choriocapillaris uMembrana eh.), nacli
innon (nach dcr Retina zin die Chorioidea
iiberziehemle Membian, in dcr die IMnt-
gelatieein engmaschiges Kapillarnct/ hilden.
y/>(ior, Hunt, Hiillc. en pi I Inns , haar-
(cn pi 1 1 its) f <">im i.
Chorioidea, Aderhant, Hanptteil der
GefaShaut des Anises, z\visehen Sclera nnd
Retina gelegene, bindegewebige, pigment-
und blutgefaSreiche Hiille des Anges. die
an der Gren/.e von Sclera nnd Cornea .in
die Regenbogenhaut(Iris) fibers 'lit (Fig. :>7|.
XOQiosidtf? von y/Hjinr , Haul, Eihaut und
rMoc, Ausschen, wegen der Ahnlichkeit mit
dem ebenfalls blutgefaSreichen Chorion (s.
Placenta).
Cliorioidealdriise, vornehndich aus
HlntgefalJen und von ihnen gebildeten
Wundernetzen bestehendes Organ , neben
der Eintrittsstelle des Options ini Ange
einiger Knocheutisebe (Teleosteer) gelegen;
von unbekannter Funktion.
Chorioidealspalte, der nntere Teil
der Augenspalte (s. Augenentwicklung) am
embryonalen Augapfel der Wirbeltiere,
dnrch welchen die Anlage des GlaskrirjH'i-s
zwischen Linse nnd Retina von nnten her
ins Innere desselben hineingewachsen i>t ;
die Stelle der Cb. bleibt noch langere Zeit
nach deni Schlnl) der eigentliohen Spalte
selbst als ein heller, unpigmentierter Strei-
fen an der nnteren, inneren Heitc dcr Xetz-
haut kenntlich, den man friiher, als man
noch fjilschlich das Pigmentepithel der
Retina (Tapetuni nigrum) zur Chorioidea
hinzurechnete, fiir einen Defekt, in der Cho-
rioidea (daher ,. Chorioidealspalte") ansah.
Choriomalli, s. Placenta.
Chorion, 1. als cuticulare Bildung vom
Eierstockepithel (Follikelepithel) ausge-
sehicdene, hartschalige Hiille inn die Eier
vieler Insekten.
2. Die bei den Eiern mancher Wirbel-
tiere, insbesondere der Hiiugetierc, vom
Follikelepithel abgeschiedene Eihaut, bei
den Saugetieren gewohnlich als Xona pel-
lucida bezeichnet (s. d.).
3. Zottenhaut, bei den Siingetieren
die vom Ectoderm nnd deni aiilieren Illallc
dcs MeMidrrm- (Senisa) geliildcle anl'ien-
Hiille de- I'Jllliryo. welcbc meislens Zollcn
besii/t, die iii die Schleirahaul des I'tenis
sich cinseiikcii nnd so die Placenta (s. d.)
liildcn.
//unity. Haul, Kihaul.
Chorion frondosum, \
Chorion laeve, ! s. Placenta.
Chorionzotten,
Chorologie (Haeckel isiiiii, Vcrbrei-
t n ngs leb re, die Lehre von der geogra-
phischen nnd topographischen X'erltreilnng
dcr ( >rgaiiismen anf der Krde, cine Teil-
disziplin von Haeckels I'crilogie i Physio-
logic der licziehungen); vgl. Ticr^cogra-
phie.
y/ntu. Kami], Land, /.t'r'ti;. I. due.
Chromatellen, Farbkorncr in Zellen
iwie /.. H. (lie Chlorophyllkorner der Pllan-
zen).
yii^tim, ros, l^albe.
Chromatin (Flemming ISTlli, der mit
Karminfarben intensiv fiirbbare Bestandteil
des Zellkernes, seiner chemist-hen Nainr
nach zn den Nnclei'nen gehorig. Das ( '.
bildet \viihrend der Mitose (indirekten Kern-
teilung) eine fiir jede Spezies bestimmte
Anzahl von Stiicken (Chromosomcii) von
kugeliger, stabchenformiger odor hufeisen-
t'ormiger Gestalt; im ruhcnden Kern i>i
das Chromatin in Form von Kornchen im
Kerngeriist verteilt (vgl. Achromatin).
Chromatinschleifen, schleifenformige
Chromosomen (s. d.) in der Kernteilnngs-
figur (s. Mitose).
Chromatophoren, Farben t ra'ger.
pigmentreiche Zellen der Haul vieler Tiere.
die dnrch vom Nervensystem geregelte
P.cwegnngen (Zusammenballnng, Ansbrei-
tung) ihres farbstoffhaltigen Protoplasmas
in kurzer Zeit mannigfache Veranderungen
in der Hautfarbung hervorrnten konnen;
licsonders bckannt sind dnrch die Fahig-
keit raschen Farben wechsels die Tintcn-
li-ehe (Cephalopoden) nnd das Chamaleon ;
vgl. Pigment.
Chromocyten, Pigraentzellen (s. d.i
chromogen, eine Farbo bervorriifend,
Pigment l)ildend.
Chromosomen (Waldeyer), Kern-
segmente (<). Hertwig), fiir jede Tierart
konstaiile /abl von Alisehnitten , in die
112
Chromosom en-Thcorio Cicadarien
sich dor Chromatinfaden cler Zellkerne bei
der Mitose (indirekten Kernteilung) spaltet,
liald wie Schleifen (Kernschleifen) oder
Haken , bald \vio Stabchen odor Korner
aussehend. Die Oil. tcilen sich in der
Fig. 93. Teilung einer Zelle in der Haul von Salct-
mandrn maciilosa. Die Chromosomcn sind schwarz
gehalten.
die Teilstiicke riicken
uiii die Tochterkerne zu
Spindelf igur , und
nach den Polen,
bilden (Fig. !)3).
nwiia. Korper. srgnit-ittiiiii. Abschnitt.
Chromosomen -Theorie der Ver-
erbung, die Erkliirung von Vererbungs-
erscheinungen aus dem Verhalten der
Chromosomen (s. d.). Nach O. Hertwig,
StraBbnrger, Weisraann, Boveri u. a. werden
die Chromosomen als die Trager der Ver-
erbung angesehen.
Chrysalis, Chrysalide, die mit golcl-
gliinzenden Flecken gezierte Puppe ge-
nvxvissrr Tagschmetterlinge , im weiteren
Sinne soviel wie Puppe (s. d.) schlechtweg.
ZQvocMc, goldfarbige Schmetterlingspuppe
von %QVGog, Gold.
Chrysididen (z. B. Ghrysis ignita L.j,
(ioldwespen. Der blau, violett, griin oder
rotgefarbteKorper rnitlebhaftem Goldglanz.
Ihre beinlosen Larven schmarotzen in den
Nestern anderer Hymenopteren. Aculeaten,
Hymcnopteren, Insekten.
^oroos, Gold, i^iiitnx, feuerfarbig.
Chrysomeliden,Bla) tkafer. Fain. der
Kiifer, die cbenso wie ihre Larven durch
Abfressen der Blatter schiidlich sind; nui-t
mctalliseh gefiirbt. Tetrameren , Coleo-
ptrren, ft
Apfel, danach/oi'Go/a/Ao/o')'(9>/, Gold-
kafer.
Chrysomitren, die praehtig getarbten
Geschlechtstiere der zu den Rohrenquallen
(Siphonophoren) gehorenden Disconanthen
(z. B. Velella) nach ihrer erfolgten
Loslosung vom Hauptstamm; sic
stellen alsdann kleinc Anthomr-
dusen dar.
niitrn. die hohe Kopfbedeckung
eines Bischofs; die Gestalt der
Chrysomitren ist einer Bischofs-
miitze iihnlich.
Chrysomonadinen,lu;iunlich-
gelbe Farbstoffkornchen enthal-
tende GeiBelinfusorien. Autoflagel-
Jaten, Flagellaten, Protozoen.
/(orris, i'i.i)<>* , Einheit, einzelliges
Wesen.
Chrysopa perla, Perlen-
auge; Insekt mit wnndervoll griin-
goldig glanzenden Augen. Fliigel
sehr zart und irisierend. In
Deutschland verbreitet. Die Larven
ernahren sich von Blattlausen.
Planipennieii. Xeuropteren. Insekten.
ZQvaco.-ro; , mit goldenen Augen. per/a,
Perle.
Chylogaster, s. Mitteldarm.
Chylus, die von den Lymphgefafien
des Dannes und des Gekroses (Chylus-
gefaBen) gelief'erte, fetthaltige Lymphe, die
zur Zeit der Verdauung von weifilicher
Farbung ist, int'olge der zahlreichcn in ihr
suspendierten Fettkiigelchen.
/t'/oV, Saft, Nahrungssaft.
Chylusdarm, 1. s. Mitteldarm.
2. im engeren Sinne der entodermale
Mitteldarm (Magen) der Insekten.
ChylusgefaBe, die den Chylus ent-
haltenden Lymphgefafie des Darmcs und
des ( it'kr(">ses.
Chymus, Speisebrei, die im Mittel-
darm durch den /utritt der Verdauungs-
siitte in einen breiartigen Zustand verset/le
Xahrung.
Saft.
Cicada, s. Cicadiden.
Cicadarien, Xi rpen, Gruppeder( Jleich-
fliigler. Moinoptoren, Rhynchotcn, In-
sekten.
1. Fain. Stridulantien (Cicadiden), Sing-
zirpen.
2. Fain. Fiilgorinen. Leuchtzirpen.
Cicadiden Ciliatcn
113
3. Fani. Membraciden, Buckelzirpen.
4. Fani. Cicadelliden, Kleinzirpen.
cicudti, Zirpe, Zikade.
Cicadiden, Stridulantien, Sing-
x.irpen. Fain, der Zirpen , deren Miinn-
chen an der Unterseite des Hinti-rleibes
trommelartige Tonapparato (/irp- oder
Strid ulation sapparate) besit/en, mil
welchen sie laute zirpendo Tone liervor-
bringen. ( 'lead ari en , Homopteren, Kliyn-
choten, Insektpn.
I' i^ r - ( )-|. ('ii'infn orui (aus Hertwig, Lelirb.).
Cicada orni L., Mannazikade (Fig. 94),
aul Eschen lebend, \vo sie dnrch Ansteehen
der Blatter und jungen Triebc das Aus-
Hielien pines sich verdiokendcn , siiMen
Saftes, des sog. Manna, bewirkt.
Cicada pldieja I.., die Sing/ikade
Siideuropas.
stridulare, schwirren, zirpen. omits, Kerg-
esc-lie. plt-bejus, gcmein.
Cicatricu la , E i n a r b e , N a r l> e ,
Hahnen t rit 1 , kleine weifiliche Stelle an
der Oberflache der gelben Dotterkjigel ini
Yogelei, der Keimscheibe enfcsprechend
(welchebeim frischgelegten HiiLmeivi schon
in cine An/ahl von Furchungszellen /er-
li'.iii ist).
I'icatn'cula, kleine Xarbe [cicatrix],
Cicindela, s. Cicindeliden.
cicindela, Leuchtkafer (unser Lavnpyris) bei
1'iinius, von iitndt'la, Licllt?
Cicindeliden, Sand kat'er, Fauiilieder
Kaler, an sonnigen, sandigen 1'la'tzcn sich
aufhaltend; die Larven Jauern in Roliren
an sandigen Boschungen aut Raub. Penta-
ineren, C'oleopteren, Insekten.
l( 'icindcla canipestris L., Feldsandkafer).
CIIIH/X -slr/'s, auf dem Felde (rniiif>/i^) li'-
bend.
Ciconia, s. Ciconiiden.
cit'onia, Storcli.
Ciconiformes, stort-hartige Vogel,
(Ti-uppe der Watvogel (Pelargornithen),
Grallatoren, Carinaten, A VPS.
Ziesler, Zoologisches Lexikon.
1. Fam. Ardeiden, Reiher.
-. Fam. Ciconiiden. Storche.
forma, Gestalt.
Ciconiiden, IVlargi, St"n-clie, Fain,
der Watviigpl; mil laiigen Stcl/.beinen.
Ncstbocker. ( 'icdiiitunncs. Grallatoren,
('arinaten, Avo.
Ciconia alba L., \veiI5er 8 torch.
Ciconia nigra L., sehwar/.er Slorcb.
,7. i 7.r/.o;'/),-, Storcli, eigontl. schwar/ |JT^/.C,I
-weili (o;'0s). n//nis, \vcil'.. iiigrr, schwar/..
Cidariden, Turbanigel, Fain, der re-
"iilaren Seeigel, mit sehr scbmalen Ambn-
lacren und breiten [nterambulacralplatten ;
auf diesen grolie Staclichvar/.en und grollr
Stacbpln. (Dcsino>tii i lien , Auteebinidein
Rpgulares, Echinoideen, Echinodermen.
xt'daois, Turban.
Cidaronien, s Desmostichen.
Ciliarfortsatze, s. Corpus ciliare.
Ciliarkorper, s. Corpus ciliare.
Ciliarmuskel, s. Corpus ciliare.
Ciliaten (Perty 1S">^), Infusorien im
engeren Sinnc, A nt'gnlUierchen , \Viin-
pprin f usorien , I'roto/.oen in. y.ahlreichen
Fig. 95. Zwei
Ciliaten. Links
Sfrnti>r polvmor-
/. Ord. Suctorien, Acinctincn.
cilia, iiriiiii, Augenwimpern.
hineingieBen.
Cilien, Wi in pern, 1. die Haare am
liande dcr Augenlider, Augenwimpern;
2. die Bewegungsorganellen der ciliaten
Infusorien; kur/e und meist in groBer Zahl
vorhandene Fortsatze der Pellicula (s. el.),
die entweder getrennt, gleichartig fein und
kurz bleiben iSericilien, Seidenwimpern)
oder zu Membranellen und Cirren ver-
schmcl/cn konnen;
3. die Bewegungsorgane an den Flimmer-
zellei 1 . dcr Metazoen, an der Oberflache
cincs Kpithels stehend, wobei jecle einzelne
Zelle Cilien tiiigt.
Cilioflagellaten, B. Dinoflagellaten.
Cimex lectularius, Bettwanze, siehe
Acanthia lectnlaria.
Cincliden, IWcn in den Seitenwauden
fMaiicrhlatii vieler Korallenpolypen (Antho-
zoen), durch welchc die Leibeshohle mil
der Umgebung in Verbindung steht.
y.r/x/.i^, ibo*, Gitter.
Cingulaten, Giirtcltiere, U. O. der
anaerikanischen Edentaten; Riicken mit
einem Panzer beeleekt, \velcher in der Mitte
aus beweglichen Knochengiirtelu gebildet
wird. Brady therien, Edentaten, Placen-
talien, Mammalien.
Fain. Dasypudidcn.
Fossile ( iiirtclticrc sind die Glyptodonten,
mit unbeweglichem 1'anzcr, von welchcii
cnorm grollc Artcn cxistiert haben.
c/iix'nlnHii Giirtcl.
Cione intestinalis, Art dcr Sccscheiden
i .\Hcidicn), einem ausGedarmen verfertigten
Sack iihnclnd. Monasridien, Thethyo-
deen , Tunicaten.
y.lcn', Snule. ( ( 'liione, Tochter des Dada-
lusr). inti-stinu, Eingeweide.
Cionocranier, s. Kionocranier.
Circulation, Kreislauf desBlutes, dcr
Siit'tc im ticri.-dicn KTirpcr.
circnlit!,) Kreis.
Circulationsapparat, ) s. GefaB-
Circulationsorgane, \ system.
Circumpolarregionen, s. Tiergeo-
graphie.
Cirratuliden, Fam. der rohrenbewoh-
nenden Borstenwiirmer mit langen, faden-
formigen Kiemen (verlangerten Cirren) an
den meisten Korpersegmenten. Tubi-
colen, Polychaeten, Chaetopoden, Anne-
lidcn.
cirrus, Ranke, Locke.
Cirren, rankenartige Korperanhange ver-
.schicdcner Tiere.
1. Bewegungsorganellen der hypotrichen
Inlusorien (s. d.); griffel- oder lnnslcii-
artige Gebilde, die wie Extremitiitcn be-
wegt werden. Sie sind aus verschmolzenen
Cilien entstanden.
2. Cirren der Borstenwiirmer (Chaeto-
poden), am Mundsegment und an den Para-
podien der folgendeu Segmentc (Fig. SL?I,
als Tastorgane d ien end.
3. Cirren der Crinoideen, an den Glic-
dcrn des Stieles oder am Centrodorsale
der Comatuliden ansitzend, zur Anheftung
dienend (Fig. 24).
4. Cirren (cirrhi), die Barteln der Fisehe
und die rankenartig frei vorstehenden
Flossenstrahlen mancher Fisehe oder ranken-
artige Liippchen an der Hant mancher
Fisehe.
c/rrns, Locke, Ranke.
Cirrhen, s. Cirren.
Cirripedien, Pectostraken, Ean-
kentii filer, Haftkrebse, fcstsit/ende,
meist hermaphroditische Krebse mit un-
deutlich geglie-
dertem KOrper,
dcssen ]\Ianicl
vielfadi <'in schii-
tzendcs Kalkge-
hiinsc absondert.
Fiilic ((] 1'aare
oder wcniger) mit
gcringclten, dicht
behaarten Innen-
und Aullciiastcn
i Bankenfufie),
xnm Herbeistru-
deln derNahrnng
diciicnd i Fig. !)!>i.
Die Lai veil sind
freischwimmend. Im Meer. Entomostrakcii.
Crust acccn.
1. F. Onl. Lepadiden.
i'. I'. Orel. Balaniden.
3. U. Ord. Rhizocephaliden.
Fig. 96. Lfpas anatifera.
(Cirripcdia) (aus R. Hert-
\vi^, Lehrbucli). c Carina,
t Tergum, s Scutum.
Cirrobranchiaten -- Clepsidrina blattarn m
115
J. U. Orel. Abdominalien.
5. U. Ord. Apoden.
PCS, pcdis, Full. o'ffT(jnx<- , Sch.-il' 1 .
atjxzos , fest angeheftet, von ^n/^rrrtu,
befestigen.
Cirrobranchiaten (Blainville. ISL'II,
Ordnnng dor Gastropoden, s. DIMM. a.-
liuiu.
cirrus, Locke, Franse. fiQayyia, Kiemen.
Cirrus, 1. dor gokriinimte, oft audi mil
Widerhaken l)o\vat'fnete Penis dcr Platt-
wiirmer (Plathelminthen).
'_'. s. (Mr re n.
Cirrusbeutel, Tasebe, in dor dor Cirrus
(Ponis) dor Plattwiirmer (Plathelminthen)
gewohnlich liegt, aus der or boi der Be-
gattung vorgestiilpt wird.
Citigraden, Laufspinnen, schnoll
laufend. Vagabunden, Dipneumones, Ara-
neen, Sphaerogastres, Arachnoideen.
Fam.: Lycosiden.
dins, schnell. -r(nii, schreiten.
Cladoceren, \Vasserflohe, U. O. dcr
Blattf u/Bkrebse , mit wenigon, undeutlich
abgesetzten Korpersegmenten mit grofien
Ruderantennen und zweiklappiger Schalo,
die meist den ganzen Korper mit Aus-
nahme dcs Kopfes einschlielH. Die Fa-
cettenaugeii verschmelzen in der Mittel-
linie zu cinein grofien Stirnauge. In Tei-
chen, Seen und Fliissen, auch im Meer.
Phyllopoden, Entomostraken, Crustaceen.
Familien: Daphnideii (Daphnia), Poly-
phemiden (Leptodora). Alibildung s.
Daphniden.
x/.u8o$, Zweig. xroas, Horn, Fiihler.
Cladocora caespitosa E. H., Koral-
lonart mil rasentormigen Stocken und
raittelgrofien Kclchon. Hexacorallien, An-
thozoen, Cnidarien.
xroooc, Becher (davon vielleicht y.ona/Mir,
Koraile?). caespes, Rasen.
Cladom ( Haeckel ), S tam mast, Hau pt-
klasse, von Haeckel in die Systnnatik
eingefiihrte /wisohonstufo zwisohen Stannn
und Klassc.
fe^ddog, Zweig, Ast.
Cladoselache, s. Pleuropterygier.
Clamatoren, Schreivogel, U. (.). der
Sperlingsvogel, ohne besondercn Singap pa-
rat. Passeres (Coracornithen), Carinatcn,
Arcs.
Familien : Cotingidon . Tyranniden,
Mcmiridon i Leierschwanze).
cliiniiiri, schreicn.
Classis, s. Klasse.
Clathrutina, (iattunp- del- Sonnonti/-
/>i/s, von der Gestnlt (/\ioiil oil
Hanfig hangen zwei Individuen zusammen
mid eriimeni so an eine Wassernhr. (-Jre-
isii iiiarien, Sporozoen, Protozoen.
X/.FI/ i'C>offnung
gleichsam durchstiehlt [x/Jjnrtr, stehlen]).
blatta, Scliabe.
Clepsine, (-Jatt. der Riisselegel niit.
l)reiteni, flachem, einrollbarem Korper; ini
siil'icii Wasser lebend. Die Jungen \\erden
voiu Mnttertier am Ranch gctragen.
Rhynchobdelleen, Hinidineen, Anne-
liden.
/. R. Olepsine coinplanata Lav.
x/j.-rrrir. stehlen. cotiipli' die Geschlechtsfunktionen
/u eririsrhcn pt'legen tea. das 44. 48. Jahr).
x'/.iiiax.T)'iQ, Stufe, 'Absatx, Lebensabschnitt.
Clio borealis, Walfischaas, in nn-
gchcnrcn Mcngen in den nordischen Mceren
vorkoinrnende Fliigelschnecken - An, die
Hauptnahrung der Wale bildend. Ptero-
podon, (lastropoden, Mollnsken.
('//, K/.n'i'i, Muse der Geschichte, auch
Xame einer Nymphe. />oreeits, Schild.
Clisiocatnpa neustria(=Gastropacha
neustria). Ri ngelspi nnor, ini Obstgarten
sehr scluidlich. Das Woibchen legt die
rindcnfarbenen P^ier, zu cinom Ring zu-
ziisammen gekittet, nni diinnc Aste. Die
Ranpcn leben in einein (icspinst. l.oiu-
li\ cidcn, L(']iido|)lercn, Insckten.
Clitellum, Sattel, Verdickung einiger
S( "iiicnlc in der N;ihc der Mttndungen der
C
Geschlechtsorgane bei den Oligochaeten
(/,. R. dein Regemvnrm), hervorgernfen dnrch
Einlagerung von Driisenzellen in dieHant,
die bei der Regattung klebrige Bander ans-
scheiden, welche die Korper der kopulierlon
Ticro verbinden.
arum, Sattel.
Clitoris, Ki t/ler , ans dein Geschlechts-
hocker (Phallus) hervorgehendes, dein Penis
des Mannes entsprechendes, aber klein
bleibendes weibliclies Geschlechtsglied bei
Saugetieren nnd beiin Menschen, welches.
Endausbreitungen der Geschlechtsnerven
(Nervi pudendi) en thai t.
^/fvroo/c, Kit/ler.
Cloakalrohre, Pseudogasler, der
rohrentonnige innere Hohlrauni eincs
Bchwammes (s. Spongien), welcher niit dein
( )>cnlnin nach auHen inundet nnd dnrch
welchen das Wasser ausstromt.
cloaca, Abzugskanal von clue re, reinigcn.
il>iI, Raupe.
processio, feierlicher Aufzug.
Cnidae, Nematocysten, Nessel-
ka)>seln, zur Verteidigung und /nm Fang
der Beute dienende Apparate, \velcbe fiir
die C'liidarien cbarakreristisch sind und in
auderen Tierstammen nur ausiiahmsweise
vorkommeu (bei einigen Protozoeu n. Tur-
bellarien). Sie sind kleine Blascben, die
an dem einen Ende in einen langen, diin-
nen (oft mit Widerbaken beset/ten) schlaucb-
formigen Fortsatz (Nesselfaden) auslaufen,
der im Ruhe/ustand im lunern der Kapsel
spiralig aufgerollt ist. Die Nesselkapseln
entsteben in Zellen (Cnidoblasten,
Nesselkapselzellen), welcbe an der
Oberflacbe ein Tasthaar (Cnidocil) tragen.
Auf einen Reiz, z. B. bei Beriihrung, \vird
der Nesselfaden ausgescbnellt und hiingt
sieb an den . \ngreiler oder das BriilHiiT
an; dahei \vird ails dnn Inhall des l'>l;i>-
I-IL;. ')
Nesselfaden . aus der
Nesselkapsel hervoi^e-
schleudert, an del' Basis 6
mit Widerhaken l>e-
\v;ilTnct. c Klebzellcn
finer < 'tenophore (aus
I .ang).
cbens eine stark wirkeiide d)reiinende, ne>-
selnde, kleine Tiere lahraende) Fliissigkeil,
entleert.
xri<)>], Nessel. jl/.uorn;, Keiin, /elle. i-r/iin.
Kaden. X/'OT/C, Blase, cilia, \\'iinpern.
Cnidarien, Nematophoren, Xessel-
tiere, (Iritter Stamm der Mela/.oen, mit
langen Tasi- und Greiforganen (Tentakeln)
und mit Xesselkapseln iCnidae). Der
K(ii-per der Cnidarien bestebt aus x\vei Zell-
schiohten: Kctoderm und P^ntoderm;
/wisehen beiden eine strukturlose Stiit/,-
lamelle (Fulcrum), eine stniklurldx- ( Jailer! -
sebicbte oder ein bindegewebiges Mcsoderm.
In mauchen Systemen werden die ( 'nidarieii
mit den Spongieu als Coelenteraten zusam-
mengefalH, in anderen unter Au-scbluli
der Spongien als Coelenteraten bezeichnet.
I. Hydroxoeii.
1. Hydropolypen.
'_'. Hydromeduseii (Craspedoten).
'.\. Siphonophoren.
II. Scyphozoen.
1. Scyphomedusen (Acraspedenj.
2. Antbo/oen (Korallen).
III. Ctenophoren.
fi/iin, Faden. i/uni-ir. Iragen.
Cnidoblasten, s. Cnidae.
Cnidocil, s. Cnidae.
Coadaption, s. korrelative Anpas-
sung.
Coagulation, (i( rinnung.
coagiilare,ziisammenziehen,gerinnen inachen.
Coccen, s. Micrococcen.
Cocciden , Sch i Idlanse; .Maniicben
gefiiigelt, in ({estalt tihnlich den Blatl-
laiisen (Aphiden): Weibchen nngcfltigelt,
schildahnlich den Pflanzen aufsitzend.
Phytophthiren, Rbyucboten, In>ekten.
118
Coccidiarien - - Cochlea
Coccus cacti L., Cochcnillelaus, auf
einer Cactcenart lebend, blutrot, liefert
eiuen Farbstoff, Cochenillerot, aus deni
man Carmin and fast alle Scharlach- und
Purpurfarben bcreitet.
Coccus lacca Fabr., Gummilack-
Schildlaus, bringl durch Anstechen einer
ostindischen Ban mart (Finis religiosa) ein
das Rohmaterial zum Schellack lieferndes
Harz hervor.
xd^^oc, Kern, Scbarlachbeere, daber coc-
c/'/ifi/s, scharlachrot, daraus spanisch : cochi-
nil/a. y.axro;, stachelige Pflanzenart. laccn,
Lack.
Coccidiarien, Coccidien, ei- odor
kugelformige Sporentierchen; schmarotzen
ini lunern von Zellen, z. B. Coccidium
oviforme Leuck. in den Zellen der Leber
des Kaninchens. Vormchren sich durch
Sporen, in welchen Sporozoiten eutstehen,
die wieder in die Zellen eindringen. Bei
manchen Coccidien ist ein Generations-
wcchsel nachgewiesen in der Art, daf> eine
a b c d
-F'?- 99- Coccidinin oTi'foruic aus der Leber des
Kaninchens (Rich. Hertwig, Lehrbuch). a und b
in Epithelzellen der Gallengange eingeschlossene
junge Coccidien (im oberen Forlsatz der Wirtszellen
liegt der Zellkern), c eingekapseltes Exemplar, il, c
Zusammenziehung des Protoplasmas zur Kugel, g,
/i, /, Sporenlnldung, k reife Spore mit 2 Keimen
(Sporozoiten) u. einem Restkorper (starker vergroPjert.)
Vermehniiii;- durch niulliple Teilung (Schi-
zogonie) stattfindet und dann Macroga-
meten und ]\Iicrugameten gebildet werden,
welche zur Copulalimi kommen, worauf
die Einkapsclung und die Sporenbildung
(Sporogonie) folgt. Sporozoen, Protozoen.
ovzts, Ei. forma, Gestalt.
Coccinelliden, Marienkaferchen,
Sonnenkafer, Blattlauskafer, Fain,
der Kiifer mit scharlachroten, schwarzpunk-
tierten Fliigeldecken ; nahren sich, wie
auch ihre Larven, von Blattlausen. Tri-
meren, Coleopteren, Insekten.
Coccinella septempunctata L. , Sieben-
punkt.
cocci ad la, kleinc Scharlachbeere. scptcni. ~ .
pioictatus, mit Punkten versehen.
Coccolithen, kleine Scheibchen oder
Kiigelchen aus kohlensaurem Kalk, welche
sich in grolSen Mengen in der Kreide und
im Tiefseeschlamm finden, wahrscheinlich
organ ischen Ursprunges, vielleicht Ab-
scheidungen von Meeresalgen.
xbxxcx;, Kern, Beere. M&o<;, Stein.
Coccus, s. Cocciden.
Coccyges, s. Cuculi.
xby.y.t'^, Kuckuck.
Coccygeum, s. Os coccygis.
Coccygomorphen, s. Cuculiformen.
,nijf/ ij, Gestalt.
Coccyx, s. Os coccygis.
xoxxv^, Kuckucksbein, SteiHbcin.
Cochlea, 1. die Schalo der
Schnecken (Gastropoden ).
2. Schnecke, der das Cortische
Organ (s. d.), die wichtigste Endigung
des Hornerven (Nervusacusticus, s. d.),
enthaltende Abschnitt des hautigen La-
byrinths der Saugetiere; geht aus einer
Ausstiilpung des Saccultis (s. Laby-
rinth) hervor, die sichbei den Fischen,
Amphibien und den meisten Reptilien
als kurzer, flaschenformiger Blindsack
(Lagena) danernd erhalt (Fig. 65),
bei den Krokodilen und Vogeln be-
reits eine leichte Kriinunung zeigt und
bei den Baugetieren schliefilich zu
einem schneckenhausartig in i! liis .">
Spiral touren aufgewundenen , blind-
endigenden Gang auswachst (Fig. 7.'!),
der nur durch ein feines Kanalchcn
(Canalis rcuniens) mit clem Saccu-
lus in Zusammenhang bleibt. Diescr
vom Sacculus aus gebildete und mit Fpithel
ausgekleidete Teil des Gehororgans heillt
Ductus cochlearis oder Canalis
cochlearis. Er ist von der knochernen
Schnecke umschlossen, deren von Peri-
lymphe orfiillter Hohlraum in z\vei die
Windungen der knochernen Schnecke her-
Cochliden - - Coclcnteron
1 I'.i
auffiihrende Abteilungen (Treppen, Sca-
lae) getoilt 1st, welche iiber uncl miter dem
Ductus cochlearis sich befinden (Fig. 1(>0).
Die obere Treppe, die Vorhof st reppe
(Scala vestibuli), kommuni/icrt unteii
m it dem Vorhof dcs knodienien Labyrinths
(Vestibulum labyrinthi, s. d.) und stdit mil
der Paukenhohle durch das ovule Fcnstcr
(fenestra ovalis) in Beriilming; die untere.
die Paukentrcppe (Scala tympani) ist
unten durch das an die Paukenhohle an-
grenzende runde Fenster (fenestra rotunda)
abgeschlossen. Am Ende der knocherneii
Schneckenwindungen , der sogen. Kuppel
(C u p u 1 a t e r m i n a 1 i s) , gehen beid e Trep-
Fig. IOO. Schcma-
Jc tischer Querschnitt
c der knochernen
Schnecke des Men-
schen. ST Scala
vestibuli , .\7 Scala
tympani, dc Ductus
cochlearis, c Corti-
sches Organ , ;/
Nervus cochlearis.
AT' - - -
st-
pen durch eine gemeinsame Of fining (He-
licotrema) in einauder iiber. Die kno-
cherne Schnecke umschliefit also ;! Hohl-
raumsysteme: die von Endolymphe erfiillte
hautige Schnecke (Ductus cochlearis,
Schnecke s. str.) uml die beiden perilym-
phatischen Raume (Scala vestibuli und
Scala tympani) (Fig. 100).
cochlea, Schnecke. lagcna, /aj'/yroc, FlasHie.
canalis, Canal, renn/n-, \vieder vereinigen.
iluctus, Gang, sea la, Leiter, Treppe. i>esti-
bnlitw, Vorhof. ri'ii.-Tai'nr, Pauke. eitpulu,
Becher, Kuppel. terminarc, begrenzen.
t'/.iE,, Schnecke. rijT/iia, Loch.
Cochliden, s. Gastropoden.
Cocon, seidenartiges Gespinst, mit dem
sich vielfach die Puppen der Insekten um-
hiillen.
coco/!, ftanzosisch von coyur, Eierschale,
Gehiiuse.
Codonocladium umbellatum St..
Geiielinf usorienart , bei der /ahlreiche,
glockenformige Finzeltierchen an doklen-
frrmig vi-rastelten Stielen sitzen. Choano-
flagellaten, Flagellaten, Protozoen.
xr, Glocke. x&ddiov, kleiner Zweig.
innhella, Dolde.
Coeciliden (Caeciliden), Fain, der Blind-
\vuhlen; kleine, schlangeuahiiliche Tiere,
dfidi Ki'p'iiwiirmern in der Krde lebond.
Gym no phi on en , Amphibicn.
Coecilia lunibricoides Duud. Ichtliyo-
phis ghitino-.i.
. i cae< us, blind.
liinibn\-us, Kcen\vurni.
Coecilien, s. Gymnophionen.
Coecum, r l'y])hlnn. Ill inddarm, der
blindsackformige Anfanirstcil dcs Mud- oder
Dickdanncs der Suugetirrc. der in dn- I \\'\\v>
der Bauhinschen KIaj)pe( Yulvularoli) indni
Orimmdurm (Colon i iibcr-vlii . I''>r gcl.-mgl
beim .Mciisdien nur in seincm obcn-n Ab-
schnitl zur volligen Ausbildnng, \\jihrcnd
das untere, mehr als die Hulftr der urspriing-
lichen LangeurafassendeEndstiickdesselben
eng bleibt, so da6 es sich sddielSlich als
ein Anhiingsel dcs underen Stiickes (Itlind-
darni im engereii Sinno) darstdlt und dahcr
als Appendix, seiner Gestalt \\cgcn auch
als Wiirm fortsat /, (Proccs.- us ver-
miformis) bezeichnet wird (Fig. 101).
coccus, Tri//.n^, l)lind. appendix, \\\\\\\\v^~' \.
processiis, Fortsatx. Terntifonitis, \vunn-
formig.
Coelenteraten(Lcuckart), Zoophy t en,
Phytozoen, Pflan/en t icrc (\vcil sic
friiher t'iir Pflanzen gehaltcn wurdeni, nied-
rig^tcr Stamm der viel/.elligen r ricrc (Meta-
zoen), dadurch charakterisiert, dali sic in
ihrem Korper nur ein eiii/iges Hohlraum-
system, das Coelenteron (s. d.) enthalicn.
1. Spongien, Schwaminc.
-. Cnidarien, Xcssdtiere.
Von manchen Forschern \\crdcn die Cni-
darien allein als Coelenteraten bezcichm-t.
y.nT/.o;, liohl. rrTronr, das Innere, Ein-
geweicle. '^><>r. Tier. nnr, Pllan/'\
Coelenterien, Anaemarien, Acoe-
lomien, Coelenteraten im weitestcn Sinnc,
Niedertiere, blutlosc Tierc, Zusammenfas-
sung (Haeckel) aller Metazoen ohne Lcibes-
hohlc i('oclom), ohne BlutgetaPisystcm und
ohne After, mit nur z\vci oder drei Keim-
blatlcrn. Gegensulz: Coelomarien.
1. Gaslraeaden, I'rdarmtiere.
- -^1 gien, Sdnvanime \ Coelenteraten
3. Cnidarien, Xesselticre | s, str.
4. Platoden, IMatl \\iirmcr.
<*/.>-, nhne. <'>-.
Niere, j'o'roc, Geburt, Er/eugung.
panes, eft's, Wand, xaobla, Hetz. .ifol,
um. Pleuras s. d. Peritoneum, s. d.
yaorrJQ, Magen, Baucb.
Coelomaea (Haeckel), hypothetische
Stammform der Coelointiere ((-oelomarien).
Coelomarien (Haeckel), Enterocoe-
Her, T e t r a b 1 a s t i c a , H a e in a t a r i e n ,
Obertiere, Zusammenfassung aller mit
den 4 sekundaren Keimblattern (s. d.) au>-
geriisteten Metazoen, die eine echte Leibes-
hohle (Coelom) und auch meist ein Blut-
gefa'Bsystem, sowie einen After besitzen.
1. Coelhelminthen, Leibeshohlenwiirmer.
'_'. Echinodermen, Stachelhauter.
o. jVIollusken, Weichtiere.
4. Arthropoden, GliederfiiSler.
5. Tunicaten, Manteltiere.
6. Vertebraten, Wirbeltiere.
Enterocofl s. d. aiiia, aro^, Blut. if inn-.
4, I-I/.KOTI'^, Keim.
Coelomaten, s. Coelhelminthen.
Coelomation, der \ T organg der Bildung
des Coeloms in der Tierentwicklung.
Coelomdeckengewebe, s. Coelom-
epithel.
forlorn epi I hr I Col a Cleric n
ll'l
Coelomepithel, Curl OHM Ice ken ge-
\\elte i Epithelium codomalc | Harekd |). das
aus dem Mesoderm hervorgehende e|iiihe-
liale Gewebe, welches die Auskleidung der
Leibeshohle (serosrs Coelomepithel) sowie
das davon abzuleitende Keimepithel iger-
minales ('.) und das Epithel der Nien-n
irenales (j.) liefert. Vergl. Coeloin.
I'.pithcl s. d. seros s. d. ^mnt'ii, ///ix,
Keim. re/i, is, Niere.
Coelomlarve, s. Coelomula.
Coelompolzellen , s. Urmesoderm-
zellen.
Coelomsacke, Coeloiutaschen, zwei
durch Ausstiilpung vom Urdarm ent-
stehendc Sacke oder Taschen, die sich voni
Urdann abschniiren und deren Hohlraiun
die Leibeshohle (das Coeloin) bildet. Vgl.
Enterocoel.
Coelomstreifen, diinno, blatttormige
Mesoderm - Streifen , in welchen bei den
cranioten Wirbeltieren das Coeloin entsteht;
sie entsprechen den blaschenformigen Coe-
lomlaschen der Acranier (des Aniphioxus).
Coelotntheorie, vonden ( Jebriidern ( )sk.
u. Kich. Her! wig 1 1SS1 ) ant'gestellte Theorie
yjir Erkh'irung des inittleren Keiinblattes,
nachwelcher das Mesoderm und die Leibes-
hohle durch Ausstiilpung voin Darnablatt
I Eiitodenn) aus entstehen soil. Nach dieser
Theorif 1st das Coelom stets als Kntero-
coel aufxutassen, d. h. durch Divertikel-
bildung voin Urdann abzuleiten.
Coelomula, Coelomlarve, Taschcn-
larve nennt Haeckel das auf die Gastrula-
slufc folgende Entwicklungsstadiura der
hoheren Tiere (Coelomarien), in welchem
die Leibeshohle (da> Coeloin) angelegt ist.
Coeloplana Metschnikowi, kleine, an
kriechende Lebensweise angepallle Rippen-
(|iialle, init den Anfangen bilateraler Sym-
metrie. Ctenophoren.
plamis, platt, Hach.
Coeloseptum ( Hacckeh, M yox-pt u m ,
liei Aniphioxus die Scheidewand /wischen
dorsalem und ventralem Coeloin.
septum, Gehege. iir;, iiri'i;. Muskd.
Coenenchym, s. Coenosark.
Coenobionten (Haeckel), Prolisten,
welc-he im entwickeltcn Zustand ein (Joeno-
bium bilden (s. d.).
Coenobium (Haeckel), Ze 11 horde,
Zellgemeinde, Zcllverein, Zellkolo-
n ie, lockerc odcr engrrc Vrrciiiigniig von
nielirereii oder vielen ji'leichari i.iri'ii Zellni.
wie sir bri Iliailchell rin/rlli.irell rilail/.ell
und Tiereii li'.~trlit. ,Ie nacli der Anord
iiuiiLi der riii/.rliicn Zelleii nnt( ischeidri
1 lan-kel :
1. (in-gal Coenobien , Zellhorden von
kii^rligtr, ru ndl icher oder imliext jmiul mas-
siger Form. Die ein/.elllell ZelltMl lichen
in einer Liallerligeu Masse alli-nllialbrn /.>}-
streut.
'2. Sphaeral-Coenobien, Zellhorden
von kugeligcr. ellipsoider odrr /.ylindrisclu i
(Jestalt. Die Zellen liegen an del ( )ber-
I'h'iche einer Gallertmasse.
'.'>. Arboral-Coenobien, Zdlhordm
von liauin- oder strauchartiget I-'orm.
4. Catena! -Coenobieu . Zellhorden,
deren ein/elne Zellen kettenformig angeord-
uet. sind.
xoiro;. ^eineinsiini. fiiiivr, leben.
;-w\v, o-fi'^/.'i, Horde, Haufcn. rn/ni'm..
Kugel. arbor, Bauni. catrna, Keltr.
Coenoecium, s. Zooecien.
Coenosark, Coenenchym, Sareo-
som, bei stockbildenden Cnidarif-n diejr-
nigen Teile des Stockes, wddie die ein-
xelnen Individuen verliinden, oder die ge-
meinschaftliche ( mindmasse, in \velche die
Einxeltiere eingept'lanzt erseheinen.
nan:, yj'i; , l-'leisch. ?'yy_i'ii(t, das Ein-
gcgossene, Gewebe. r,a>n|iro>M'ii la'lit. \\'iditig ist der ( 'oenuru.s
cerrbralis (s. d.).
Coenurus cerebralis, <^nese, Dreb
\vur in, die /inn Quesenbandwurni de.-
Hundes (Taenia <-oenunis) p'hrn'i^x; Finne,
im Gehirn der Schafe, Kinder und andeivr
Hnttiere leliend und bei ihnen die soge-
nannte Drehkrankheit cr/riigriid. Taenia-
ti-
Fig. 101. Coecum (c), Wurmfortsatz (w),
Colon ascendens (as), Colon transversum (tr),
Colon descendens ( Coraraensalismus
123
Colossochelys Atlas, groUte aller be-
kannten Landsdiildkroten, fossil in den
Sivalik-Schichten am Fiil5o dos Himalaya
(Miocaen), mit einom Panzer von I in Lunge,
2,6m Breite and 2m Hohe.
xoAoaaog, KoloK. At/as, nacli dem sagen-
haften Riesen Atlas, der an den Saulen
des Herkules (Gibraltar) die Welt auf scinen
Schultern tragen sollte.
Colostrum, s. Milch (1).
Colpoda, Gattung der ganz bewimperten
Infusorien, eiformig. Paramaeden, Ho-
lotrichen, Ciliaten, Protozoen.
/. B. Colpoda cucullus Ehrbg.
xoLn(b8r)s, busenartig von xoJjtog, Busen.
cncn! /its, Klappe.
Coluber, s. Colubriden.
Colubriden, Nattern, ungiftig; Kopf
regelmafiig beschildert; untere Sehwanz-
schildcr zweireihig. Aglyphen, Colubri-
formien, Ophidier, Reptilien.
Gattungen: Coluber (C.longissimusLaur.,
Askulapschlange), Tropidonotus (T. natrix,
Kingelnatter), Coronella (C. laevis, glatte
Natter) u. a.
coluber, Natter, longissimiis, Superlativ von
longiis, lang. Aescntap, Gott der Heil-
kunde, dem die Schlange heilig. rgo.T/'c,
Kiel. MOTO*, Riicken. imtrix, Schwim-
merin. laevis, glatt.
Colubriformien, As i n oph idier,
Natternartige Hchlangen ohne Gift-
ziihne und -Driisen. Ophidier, Lepido-
saurier, Reptilien.
1. Aglyphodonten (Aglyphen), Nattern.
2. Opisthoglyphen, Trugnattern.
forma, Gestalt.
Columba, s. Columbiden.
Columbiden, Familie dor Taid)envogd.
Dazu gehort z. B. C'olumba livia L., blau-
graue P^elstaube, Stammform der zahl-
reichen Haustaubenrassen (Darwin). Co-
lumbinen, Carinaten, Aves.
columba, Taube. /t'rhts, blaugrau.
Columbinen, Gyranten, Tauben,
Girrvogel. Carinaten, Aves.
1. Columbiden, eigentliche Tauben.
2. Didunculiden, Zabntauben.
3. Dicliden, Dronten.
4. Pterocliden, Steppenhiihner.
gvrans, im Kreise fliegend.
Columella. 1. bei den Schleimtieren
(Mycetozoen) eine spindelartige Vcrliinge-
rung der die Sporenblasen (s. d.) tragen-
den Stiele.
'2. Kalks'iiilrhrii im Skdclt vielcr Ko-
ralli'iiiicrc (Anthozoen), in tier .Mine |rd<->
Individuums aul'slcigi-nd; s. Polypar.
'.\. Schalenspindel, feste Kalkspindd
in der Mitlc dcr Scliiicckcnsclialcn , urn
\vclclic sidi die sjirali<;-eii I ' mi/lin^e der
Schalenwindungen herunnvinden.
I. eill l;ilii;-|ielier siildeli lonniger K liodleil
im miltleren ( >hr mtiiidier Wirbdtiere
( Amphibien , Keptilien, \'i"it:;eli, bald ein-
lieiilich, bald in eine Reihe von Absdinitten
geii'liedert, einerseits am Trommelfell an-
sil/end, andrerseils mit einer Platle in das
rnnde Fenster (Fenestra ovalis) der Laby-
rintbwand eingdassen. Die C. iiberlriigt
die Schwingungen des Trommelfells auf
das hautige J^abyrinth.
5. niir bei den Edisen iSauriern) vor-
komraender, schlanker, vom Pterygoid senk-
recht zum Parietale aufsteigender Schadel-
knochen (vgl. Kionocranier).
coluiiiell/i. kleinc Siiule, Pfeiler.
Columna vertebralis, Wirbelsiiulc
(s. d.).
Colymbiden (Colymbus arcticus L.,
Polarseetaucher), Seetaucher, Fam. der
Tauchervogel. Colymbit'onnen, U r i n a I o -
reu, Natatoren (Pelargornithen), Carinaten,
Aves.
xo/.i'itfio;, Taucher, Schwimmer.
dny.ny.6s;, nordlich.
Colymbiformen, Pygopoden, Stei li-
fiiHer, Gruppe der Tauchervogel , mit
Bch \vimni- oder mit Spallschwimrafiifien.
Urinatoren, Natatoren (Pelargornithen),
( 'arinaten, Aves.
forma, Gestalt. x>'">'/, Steil'i. .Tors, rrof><>;,
Fu6.
Colymbus, s. Colymbiden.
Comatula mediterranea, s. Antedon
rosacea.
Comatuliden, Fam. der Haarsterne;
in der Jugend gestielt und festsitzend,
spiiter ungestielt und freischwimmend.
Vgl. Antedon (Fig. 24). Neocrinoideen,
Crinoideen, Klehinodermen.
<-t>/>Hi//ts, behaart von ct>i/r, Haupthaar.
Comedonen, Mitesser, s. Demodi-
ciden.
cum, mit. fi/cn\ essen.
Commensalismus, Tisdi^emeinschafl,
Zusammenleben eines Tieres mit eineni
anderen, in oder am Korper des letzteren,
('mil in iss u reu - Oondylus ucci pi I a I i .-
\\nl.ei ersleres Tier den Ki'irper des letx-
irrcn nicht sehadigf, sondern p.ur die N ali-
ning mitgenielSl.
I'lini, mil. UK-HSU. Tisch.
Commissuren, Nervenfaserstrange, die
iin Zentralnervensystem allcrTiere einxelne
'IVilc desselben miter einander verbinden.
caiiiiii/xsi/ru, Verbindung von . omiiiittcr, .
i'tiiir.\-/ii]diing fx. 15.
/.wise-hen xwei Blutger'alien/.
i ommunicare. mitteilen.
communis, gemeinsam.
compact, gedrungen, rest, dicht.
canipactus, von conipingcrc , zusaninicn-
schlagen, fcst zusammenfiigen.
Compacta, s. Knochen.
Complementar-Mannchen, s. Zwerg-
Mannchen.
Compsognathus longipes A. Wagn..
lo^sile (Jura) Art dcr Drachen, init auf-
tallcnd kleincin, xicrlichein Scluidel nnd
stark verlangerten, vogelahidichen Hinter-
lieineii, die als Springbeine ausgebildet sind.
Theropoden, Di nosaurier, Draconen,
Reptilien.
xofj,if>6g, zierlich. /n'u'ln^. Kiefcr.
/oiigiu. lang. pcs. Full.
Conaria immite \Voltereek (1!)04) die
vi ni ihni gefundene kugelige Larve von
Yelella, in weicher iin Innern ein rotlich
gelarbter Kcgel auffallt, weicher durch das
Knloderni dor Anlage des Pneumatophors
hervorgebrachl ist.
Conarium, s. Epiphysis.
i'i>//ifs, Kegel, Zapfen.
Conception, Kin pf iingn is, Begin n der
Entwicklung eines Kindes iin miitterliehen
Kftrper (also Bet'ruchtung eines Eies); hanpt-
saehlich voni Menselien gebraucht.
Concha, die Sdmle dor \\'eiehtiere (]\Iol-
Inskeii). Urspriinglich lioaHen alle 3Iol-
Insken cine Schale; die jelxt lebenden
uackten Weic-btiere slaininen also von be-
sc-halten all.
x<'r/-/i/, Muschelschale.
Concha aim's, s Ohrmuschel.
Conchaden, s. Lamellibranchier.
Conchae nasi, s. Nasenmuscheln.
Conchiolin (( 'oneliyolin), init kolilen-
sanrein Kalk iinpragnierte, organisehe .^ul)-
stanx in den Sclialen der \\'eiebtierc
(Mollusken). Bei inanchen Mollusken (z.
B. den Muscbein) bildet das (_'. als diinnes
Hautchen di(- olierste Sebicbtc der Schale.
fio^//'Lfir, Muschel, Muschelschale.
Conchylie, die Scbale der \V r eiehtierc
i Mollusken).
Conchylien, s. Mollusken.
Concrement Concretion, dimh
Niederschlage aus Fliissigkeiten de> Kiir-
|iers gebildete feste Massen, \vii.- die <)io-
lithen vieler Nesseltiere, Molluskeii u. a.
cmici'i-xcrrt', zusaramenwachsen.
Concrescenz, das Zusammenwachsen.
concrescentia von cancrcsccrr, /iisaiinncn-
wachsen.
Concrescenz-Theorie, von His aufge-
stellte Theorie, uac-h der sieh der einbryo-
uale Korjier voni Kopf an dadureh bilden
soil, dal! die Seitenhalften des Keimringes
(Urmuud, Prostmua) von vorn begiimend
nach der Medianebene zusammenriicken
und als syniiiietrisehe Kitrperhalften vcr-
wachsen.
Concretion, s. Concrement.
Condylarthren, Prot u ngulal en, l"r-
huftiere, tossile (Eocaen) Ordnung der
Huftiere (I'ngulatcii) , deren altesle und
primitivste Gruppe sie darstellen; init fi'mi-
xehigen Extremitaten und vollstandigeni
(iel)il!. Die ( '. xeigen Merkinale der Un-
paarhufer und 1'aarhnrer vcreinigt, und
steben iin (Jebil! und Schadelbau sogar
den Carnivoren nabe; sie diirften eber
omnivoren Ratibtieren als Hufticren ahn-
lich gewesen sein. Von der am beslen
bekannten Art Pbenacodus aus dem iilte-
sten Tertitir Nord-Amerikas lassen sicb so-
wobl die Staniinfonnen der Pferde als aueli
der Xashorner und Tapire ableiten. l T n-
gulaten, Placentalien, Maniinalien.
xovdvhoe, Knochengelenk. al)n<>r, (ielenk.
.-rnivrii? . der erste. intgit/ii, llul. i/ frn-
y.i^nr, tiiuschen, betriigcn.
oAo/'c, oYrn/'i'r~,'a, Wasserfaden, Wassriai^'iiaii von
conft-ri'i-re, zusammensieden, -heilen, we^.-ii
ihrer angeblichen zusammenziehenden lleil-
kraft.
Configuration, Bildung, (icsialtnng.
i-i>n_/itfitnir<\ nach etwas bilden.
Congeraceen, s. Apoden.
Coniden, Kegelschnecken. To\<>-
trlossen , Monotocardier , Prosobranchier,
Gastropoden.
riuis , Kegel. medi 'ten 'a lit -it \ . ini Mittcl-
meer lebend.
Conirostren, Kegelschnabler, I". ().
der Sperlingsvogel (1'asseres), /u welcher
vielfach folgende, clurch ihren kraftigen,
kegelforraigenSchnabelausgezeichnete Kam.
derselben vereinigt \verden:
1. Alaudidcn, Lerchen.
2. Fringilliden, Finken.
il Ploceiden, Weber.
conns, Kegel. rostrum, Schnabel.
Conjugation, auch Sy/ygio oder Zy-
gose genannt, die voriibergehende Zu-
sanamenlegung zweier einzelliger Individuen
7-uni /week des Austausches von Kernen.
Die C. findet sieh bei den ciliaten In-
f u so vie n (s. d.); diese onthalten /weierlei
Kerne, den (iroUkern (Macronucleus) in id
>lation;iren Kernes mid des Wanderkerne-
enlstandeiien Kern ^elil naeh mehreren
Teilnngen dcr blcibemle .Micionneleiis inxl
ein iieuer Macronucleus hervor. Dies -e-
x-liieht aluT erst, naehdein die beiden Indi-
viduen sic-h \\ieder voneinander getrennt
lialien. Der Voru-ang isi in etwas verein-
taeliier Art in deih Sdieina l-'ii:. lU'J dar-
Lie-tellt. - .Manelle Korschcr /.iellell den
1'ico-rit'f der Copulation is. d.i mil deni l!e-
griff der Konjii^ation /nsaininen , da die
heiden Vorgiiiiii'e miteinander verwandt sind.
couju}fa1io, Verbindung. ni'^i'yin, /.usain-
menjochung, Verbindung MIII nrr, /usammen
und LTcj'O)', Joch.
Conjunctiva, llindehaiit des Anges.
trot/ ihrer Abstaramung voin Ketoderin
schleirahautahnliche, diinnc Haut, wolc.he
die Innenflache der Augenlider (Palpebrae),
sowie einen Teil der Sclera und die Horn-
baut (Cornea) des Wirbeltierauges iiber-
zieht, an der man dalier xwei Abschnitte:
Conjunctiva palpebrarum und Con-
junctiva bnlbi unterscheidet.
/>/r//>i-bra, Augenlid. hit lint* , Augapfel.
< onjitn^ri-t'. verbinden.
Connective, 1. die festen Bindegewebe:
Knorpel- u. Knochengewebe, Stiitxgcvvcbc.
2. bei den Mollusken die Nervcnstrange,
\\elche die Ganglien verschiedener Art mil
a b c
Fig. 102. Vereinfachtes Schema der Conjugation der ciliaten Infusorien. Original.
Macronucleus, ;;/ Micronucleus. Bei '"<, Kill!.
Conops, s. Conopiden.
conservative Vererbung, s. Verer-
bung.
den Kleinkern (Micronucleus) (Fig.
Wahrond der Konjugation xertallt der
Macronucleus u. verschwindet. Der Micro-
nucleus aber teilt sich zweimal, so daP>
vier Kleinkerne entstehen; in jodem Indi-
vidiunn teilt sich einer dieser Kleinkerne
nochmals und bildet so zwei Kerne, den
stationaren Kern und den Wander-
kern. Letzterer geht in den Korpcr des
anliegenden anderen Individuums fiber und
vcrsehmil/.t dort mit deni dortip-n statio-
naren Kern. Dies geschieht weclisclseiiig.
An* deni dnrch die Verschinel/.ung
126
Conservierung - - Convergenz
Conservierung, Erhaltung der leicht
verderblichen tierischen Praparate und
Schutz derselben gegen Faulnis, Pilze,
schiidliche Tiere usw. Balge von Vogeln
und Saugetieren werden meistens durch
Arsenik konserviert. Bei kleineren Tieren
ist die Aufbewahrung in starkem Alkohol
(70 95 prozent.) oder Formol (4 10 pro-
zent.) tiblich. Bei der Konservierung fiir
histologische oder embryologische Zweeke
ist eine rasche Abtotung der Gewebe (Fi-
xierung) notig, welche erreicht wird durch
Sublimat (5 proz. wasserige Losung) oder
durch Siiuren (z. B. das Flemmingsche
Chrom-Osmiuru-Essigsaure-Gemisch).
i-ii/iserTfire, erhalten.
contagios, ansteckend, s. Contagium.
Contagium, Austeckungsstoff, der die
Ubertragung ansteckender Krankheiten von
eincm Individuum auf das andere ver-
mittelt, meist durch in ihin enthaltene
Mikroorganismen. Vgl. Bakterien.
contagium, Beriihrung.
continuierliche Vererbung, s. Ver-
erbung.
Fig. 103. Verschiedene Herzformen der Fische,
im Sagittalschnitt halbschematisch dargestellt. A
Herzform der Haie und der meisten Ganoiden, K
von Aniia, C eines Knochenfisches, s Venensinus,
a Vorhof , r Kammer, c Conns arteriosus, k Klappen
desselben, / Arterienstiel, b Bulbus arteriosus (s. d.)
(nach Boas).
Continuitat des Keimplasmas, s.
Keimplasma-Theorie.
Conturfedern, s. Federarten der
Vogel.
Conturhaare, s. Stichelhaare.
contractile Faserzellen, s. Muskel-
gewebe.
contractile Vacuole, pulsierende
V., ein rhythmisch sich kontrahierendes
BlJischen , welches als Respirations- und
Excretionsorgan bei den meisten Siifiwasser-
protozoen sich vorfindet. Die c. V. stellt
sich dar als ein Fliissigkeitstropfchen, das
an bestimmter (fiir ein und dieselbe Art
konstanter) Stelle im Protoplasma der Zelle
auftritt, sich vergroBert und schlicfilich,
wenn es das Maximum seines Volumens
erreicht hat, durch Kontraktion des um-
gebenden , bisweilen verdichteten Proto-
plasmas nach aufien' entleert wird. An
Stelle der verschwundenen c. V. bildet sich
eine neue, wobei hiiufig kleinere Bildungs-
vakuolen oder zufiihrcnde Kaniile beteiligt
sind. Ein persistenter Excretions-Poms
kann vorhanden sein oder auch fehlen.
Die c. V. trcten in der Regel in der Ein-
zahl auf, seltener in der Mehrzahl (Dif-
flugia, Actinosphaerium, holotriche und
heterotriche Infusorien, Suctorien). Die
niarinen Protozoen scheinen eine c. V.
nicht zu besitzen ; ebenso fehlt sie den endo-
parasitischen Opalinen und den Sporozoen.
contrnhcrc, xusammenziehen. Tacuus,
leer. pithai-e, schlagen. ornm/.i'i.
Zusammenziehung.
Contractilitat, die Fahigkeit, sich
zusammenzuziehen, zu kontrahieren.
Contraction , Zusammenziehung.
Conus, Kegelschnecke, s Co-
niden.
comts, Kegel.
Conus arteriosus, bei den Se-
lachiern und den meisten Ganoiden
besonders ausgebildeter Endabschnitt
des Herzens vor dem Begin n des
Arterienstieles, meistens mehrere Klap-
penreihen enthaltend , nniskuloses
Hilfsorgan des Herzens, mit querge-
streiftcn Muskelfasern (vgl. Fig. 10!! i.
conns, Kegel. uorijoia, Schlagader.
Convergenz nemit man das Ahn-
lichwerden urspriinglich uugleich-
artiger Organe oder Organismen. In
der phylogenetischen Entwicklung zweier
Abteilungen des Tierreiches konncn ur-
spriinglich ganz verschiedenartige Organe,
wenn sie dieselbe Funktion erf ii Hen, in
Anpassung an diese Funktion einander
iihnlich werden. Convergenz ist also
die sekundare Ahnlichkeit, \\elche in-
Convoluta salieus - Coraciden
127
folge gleiehartiger Anpassungen entstan-
den ist.
com't'rgt'rt-, zusammen neigen.
Convoluta saliens Graft', zu den darm-
losen Plattwvirmern gchorige Art, mit inohr
oder weniger bauch warts einfaltbaron Seiten-
randern. Acoelen, Turbellarien, Platoden.
conroliititi;, zusammengerollt v. convolvere.
.w/X/v, springen.
Copelaten, s. Appendicularien.
Copepoden, Ruder fiifiler, meist.
wohlgegliederte Krebse, mit typischen Spalt-
ruderfiilien am Thorax; ohne Kiemcn.
Fig. 104. Ein SiiBwasser-Copepode Cyclops
corontiiiis in ventraler Ansicht (aus Hertwig,
Lehrbuch). / V die 5 Thoracal- u. weitrr-
hin die 5 Abdominalsegmente , /' Furca,
/ erste, 2 zweite Antenne, j Mandibel, 4 Ma-
xille, 5 Pedes maxillares, 6 p die ersten 4
Spaltfutte, wiihrend der rudhnentare fiinfte
SpaltfuB verdeckt ist. an Auge, o Obcrlippe,
e Eiersackchen.
10 1 1.
Vide C. sind in Anpussung an parasitische
Lebensweise stark iim^vliildci. Kntomo-
strakcn. ( 'rustacccn.
1. IT. Ord. I'liicopciiodcn.
a) ( 'yclopidcn ( Kig.
I)) Calaniden.
c) ( 'nrycarldrn.
d) Notodelphiden.
J. U. Ord. Parasitica.
a) Lernaeiden.
b) J.rniai'dpodidcn (
'.'>. F. Ord. Branehinrcn.
a) Argulidcn.
TOlVl's, Fill').
7).
Coprolithen, Kotsteinc, versteinerle
Tierexkremente; wohl meist von Selachiern
herriihrend (zuin Teil vielleicht von Ich-
thyosauriern) ; zeichnen sich dnrch hohen
Gehalt an Phosphorsaure aus nnd werden
deshalb als Phosphat verwendet. Zuweilen
sind noch die Eindriicke der Spiralklappe
des Darmes deutlich sichtbar.
>c6jiQO, Koth. }.ido$, Stein.
Copula, 1. s. Begattung.
2. s. Visceralskelett.
Copula hyoidea, ^ s. Hyoid-
Copula lingualis, J bogen.
Copulation, 1. Verschmelzung zweier
einzelliger Individnen und Vereinigung
ihrer Kerne. So wird die Vereinigung der
Samenzelle mit der reit'en Eizelle als C.
bezeichnet. Ferner konimt die C. bei
vielen Protozoen vor. Sind die verschmel-
zendeu Zelleu verschieden in der Grofie,
so werden die kleinen (mannlichen) Zellen
als Mierogameten , Microsporen oder
Zoosporen, diegrofien (weiblichen) Zellen
als Macrogameten, Macrosporen oder
Oosporen bezeichnet. Vgl. auch Con-
jugation.
2. bei hoheren Tieren = = Begattung (s.
dort).
OJIOQOI; , Same, Keim. fiaxoo^ , groB.
[iiXQOS, klein. 100)', Tier, wot', Ei.
Copulationsorgane, 1 s. Begattungs-
Copulativa, j organe.
Cor, Her/ is. d.)
Coracias, s. Coraciden.
Coraciden . Coracias garrula L.,
Blauracke, Mandolkriihe), Raeken. Cla-
matoren, Pas.-cri's i( 'nraeoriiiihen i, Cari-
naten, Aves.
u.y.<>;, Rabe. gumtlus, geschwatzig.
128
Coraciformen -- Coregonus
Coraciformen, s Cypselomorphen.
Coracoid iO> coracoideum), Raben-
bcin, der hinterr di-r ventralen Aste des
Schultergiirtels (s. d.i der Wirbeltiere; 1st
besonders bei den Ainphibien (Fig. l<.~i|,
Reptilien und A'ogeln ein sehr ansehn-
licher Knochen, tinter den Saugetieren da-
gegen mit Ausnahme der Monotremen
iiberall stark riickgebildet und als Rudi-
ment nur noch in einem besonders fiir
sich ossiflzierenden Fortsatz des Schulter-
blattes (Scapula), deni Rabenschnabel-
inrtsatx (Processus coracoideus)
erhalten.
os, oss/s . Knochen. prcn -f suits , Fortsatz.
Corallenpolypen, die Polypen (s. d.
der Korallentiere (Antho/oen).
\
Polypar.
Corallgeriist,
Corallgewebe, I
Corallium (Corallium rubrum Lam.,
Edelkorallei, Gattung der Korallentiere;
mit massivem roren Aehsenskelett und
einer mit Kalkkorpern durehsetxten rot en
Rindenschieht, in welche die \\eifien Po-
lypen eingebettet sind. Die xu Schmuck-
\\aren verarbeiteten Edelkorallen stammen
meist aus dem Mittelmeer. Gorgoniaceen.
( irioeorallien. Anthoxoen, Cnidarien.
Koralle. riihnts, rot.
Corbulae, korhalm-
liche Umhiillungen um
Grnppen von medusoi-
den Gonophoren bei
mane-hen Plumulariden.
kleiner Korb.
Fig. 105. Venlraler Teil des Schultergiirtels von Rana esc it
fGriiner Teichfrosch). Cl Clavicula, Co Coracoid, (i Gelenkpfanne
des Oberarmknochens (Humerus), ^ Scapula (Schulterblatt), A'C.
f\'n, Co t knorpelige verbindencle Teiie, .S7 Sternum (Brustbein),
< >IH Omosternum, Fr Fensterbildung /wisclien Coracoid und
Clavicula (aus Wiedersheim).
Corbuliden, Korb-
muscheln, Gatt. der
Klappmuscheln, mit un-
gleichklappiger, stark
ausgehohlter Schale.
My id en , Sinupalliaten,
Heteroconchen, Lamelli-
branchier.
Cordula (Cordylai,
junge P'ischlarven bei
Strabo und Plinius.
corditlu (fordylcf)^ Fisch-
brut.
Coracornithen, Rabenvogel, Don-
drornithen, Baumvogel, Ordnung der
\'i")gel (vgl. Aves). Den grofiten Teil der
Klettervogel (Scansores) und Gangv("igd
iPasseresi umfassend. Nesthocker, meisl
mit langen Fliigeln und kurzen Beinen.
'o)7s, iilo;, Vogel. dfrbooi', Baum.
Corallen, die ein Kalkgertist bildenden
Anthozoen, in>be-oii(lere diejenigen, welche
(birch ihre Kalkskelette (iesteinsmassen
bilden (Korallenriffe). Ygl. Sclerodermen.
Die bekannte-ii' Koralie ist die Kdelkoralle
(s. Corallium).
Cordylien. Eorkolb-
chen, modifi/ierte Ten-
takeln vieler Medusen,
wahrscheinlich ( h'gaii' 1
des Gehorsinnes.
Keule. Kolben.
Cordylophora lacustris Allm., Hyilro-
zoenart, mit reich ver/weigten Stockchen,
an \\elehen keulenformige Gonophoren ent-
steben; urspri'uiglich im Brack\vasser, dann
aber anch im SiilUvassor und hier mit
Hydra der einzige Vcrlrdrr der Cnidarien.
Tubularien, Hydrozoen, Cnidarien.
xoniM'/.ij, Keule. ; tragen. tacnstns,
in Seen \/ensccii 1 teiil-clilands
Corium - - Cornacuspongien
129
and cler Schweiz. Ausgesprochen pela-
gische Fische, welche stets im t'roien \Vas-
ser leben und sich von kleinen Krebstieren
nahren, denen nachgehend sie teils in dcr
Tiefe, teils mehr an der Oberf Hit-he lei KM i.
Hochgeschiitzte Speisef ische. S a 1 m o 1 1 i -
den, Physostomen, Teleosteer, Pisces.
Coregonus Wartmanni Bl., Blaut'clchrn,
Renke.
Coregonus hiemalis Inr., Kileh (Laich-
zeit im Winter).
Goregonus maraena Bl., Marane.
xoQtj, Pupille. ;'W, Winkel. hiemalis,
winterlich.
Corium, Cut is, Hypodermis, Le-
derhaut, Untcrhaut, die unter del-
Epidermis gelegene, bindegewebige Haut-
schicht der Wirbeltiere (Fig. 100). Das ('.
Fig. 1 06. Schnitt durch die Haut des Men-
schen (aus Wiedersheim). Sc Stratum cor-
neum, SM Stratum Malpighii, Co Corium, F
subkutanes Fett, AT 3 Nervenpapillen, GP Ge-
faSpapillen, A^und G Nerven und Gefafie des
Corium, SD SchweiBdrusen , SD 1 Ausfiihr-
giinge derselben, H Haar mit Talgdriisen I).
des Menschen und der Saugetiere zerfallt
in eine papillenbildende, obere Faserschicht
(Cutis s. str. , Papillarkorper der Haut,
Corpus oder Stratum papillare) und in
eine untere, Muskelfasern, Nerven, Blut-
und LymphgefaSe fiihrende Schicht (Sub-
cutis, Unterhaut- oder subkutanes Binde-
gewebe, Stratum reticulare), die durch
reichliche Eiulagerung vou Fettzellen auf
weite Strecken sich zu dem sog. Fett-
polster der Haut (Panniculu* adiposus)
gestaltet. - - Aus dem C. des Rindes und
anderer Saugetiere wird Leder bereitet,
Ziecrler, Z
carium, Haut, Fell, Leder (weil sie durch
Einwirkung von Gerbsiiure in Leder verwan-
delt wird). I-H//S, Haut. Ius, Korper.
stratum^ Lager. rt-licnlmn, NcUwerk.
paniiicnlitx, Ul. l,a])pcn f fxtnnnit). adi'ps,
ip/'s, Fett.
Gormen, Slockc. auf festem, orga-
nischem Zusammenhang der Korper be-
ruhendc Vereinigungeu einer Anzahl von
Individuen zu dauernder Lebensgemein-
schat't, wie sich solche im Pflanzenreich
vveit verbreitet, im Tierreich (Tierstocke)
auch vielfach finden (Coelenteraten, Bryo-
zoen, Salpen); als IVsachc ihrer Kntstehung
(Stockbildung, Cormogenie, Cor-
mosis) ist im allgemeinen unvollkommene
Teilung oder Knospung (in der Regel nur
die Jetztere) anzusehen , insofern als oft
bei Individuen, welche die Fahigkeit un-
geschlechtlicher Vermehrung (Monogonie)
besitzen, die erzeugten Individuen nicht
zur Ablosung gelangen, sondern mit dem
Muttertier und untereinander test ver-
bunden bleiben; sie werden alsdann viel-
fach, weil ihnen die eigentliche ,,Indivi-
dualitat" fehlt, nicht mehr als Individuen,
sondern als Person en des Tierstockes be-
zeiehnet.
xoQ[ioc;, Klotz, BIoclc. j.*W, Entstehung.
persona, eigentlich die Maske, Personlichkeit.
Cormidium heiBt bei den Siphono-
phoren eine am Stamm sitzende Gruppe
von zusammengehorigen Individuen, ge-
wohnlich bestehend aus einem FreBpolypen
mit Fangl'aden, einem Taster und mann-
lichen und weiblichen Gonophoren; zu-
weilen gehort noch ein Deckblatt dazu.
Cormocorallen, Stookkorallen,
stockbildende Korallen.
Cormogenie, s. Cormen.
Cormoran, s. Phalacrocorax carbo.
Cormosis, Stockbildung, vgl. Cor-
men.
Cormus, Stock, s. Cormen.
Cornacuspongien, Halichondrien,
Kieselhornschwam m e , Kiesel-
schwamme, deren Kieselnadeln durch
Hornsubstanz (Spongin) zu einem Geriist
verklebt werden. Monactinelliden, Silici-
spongien, Spongien. Vergl. Cornu-
spongien.
cornit , Horn. IICHS, Nadel. ajioyyior,
kleiner Schwamm. 7 S -, dlo?, Meer. /or-
i)nii>f, Knorpel.
L30
('or n oil - ('orpora ea vern
Cornea, Hornhaut, der durchsichtige,
starker gekriimmte, vorderste Abschnitt der
Kasi-rhaut (s. d.) des Auges der Wirbel-
tiere, die Fortsetzung der iSclera bildend
und in diese \vie ein Uhrglas eingelassni
i l''ig. i'>7), wobei der Ubergang von der
undurchsichtigen Selera zur klaren Cornea
dadnreh bewerkstelligt wird, dal! die Selera-
I'asern an der Ubergangsstelle allmahlich
durchscheinend werden und eine andere
Anordnting (vgl. Sclera) zeigen. Auf ihrer
auBercn Flache wird die Cornea von der
durchsichtigenBindehaut (Conjunctiva, s.d.)
itberzogen, nach innen von einem homo-
genen, glashellen, eine Cutieularbildung
darstellenden Hautchen, der Deseemet-
schen Mem bran (Me in bran a Desce-
ineti, Wasserbant). Im \veiteren
Sinne bezeichnet man als Cornea auch den
durchsichtigen Abschnitt des Auges vieler
Wirbelloser.
mciubrauu, Hautchen.
/can />i'Si -i-inci, Arzt y.u Paris, I73 2 bis
"1810.
Cornu Ammonis, s. Ammonshorn.
cornu, Horn.
Amman, Beiname des mit einem Widder-
kopf dargestellten Jupiter.
Cornuspongien , C e r a t o s e n oder
Ceratinen, Hornschwamme , Spongien
mit einem Hornskelett, das aus Hornfasern
besteht, die von besondereu Spongoblasten
(Hornbildungszellen) abgeschieden werden.
cornu, Horn. rj.Toj'j'/or, kleiner Schwamm.
/.: ( m^ . rtToc, Horn.
Corona ciliaris, s. Corpus ciliare.
Corona radiata, 1. s. weifie 8ubstanz
(des Gehirns).
2. zwei bis drei Schichten radiar ge-
stellter Zellen (Follikelzellen), die den Siiuge-
tiereiern nacb ihrer Entfernung aus den
Graafschen Follikeln (s. d.) eine Zeitlang
noch anhaften.
, uninn, Kranz. nui/nli/s, sliahlenformig v.
nnliifi, Strahl.
Coronella austriaca Lain., glatte
Natter, osterreichisehc Natter, mit
diinklcr Ruckenzeichnung, Schuppen ohne
Kiel (daber glatte Natter). In Deutsch-
land verbreitet; nicht giftig, frifit Eidechsen.
Aglyphen,Colubriformien,Ophidier,Lepido-
sanrier, Reptilieu.
, iirnndld, kleiner Kranz (corona).
nits/ riacns, in ( tsterreich lebcnd.
Coronoideum, os c., Kronenbein,
einer der den Unterkiefer der Fische, Rep-
tilien und Vogel bildenden Belegknocben ;
besitzt oft einen kriiftigen, nach oben ge-
richteten Fortsatz ( Kronenfortsatz) zwischen
hrntale und Supraangulare.
y.i'inon'o;, gekriimmt. ftdos, Aussehen.
Coronula balaenaris L. , Krebsart,
deren Sebalen einen unbeweglichen , den
Ki'irner umgebenden Kranz bilden , nnd
von der Haut der Walfische , auf denen
sieb die Tiere ansiedeln, bis zuin Miindungs-
rand umwachsen werden. Balaniden,
Cirripedien. Entomostraken, Crustaceen.
coronnla , Uleincr Kranz. balaentiris, auf
Walfischcn (Inilnrna} lebend.
Corophium longicorne Latr., nut
langen Fiiblcrn versehene Flohkrebsart, an
den Kiisten der Nordsee. Crevcttinen,
A mphipoden, Edriophthalmen , Malaco-
straken, C'rustaceen.
Corophimn, vom franz. Namen des Tieres
coropliic. longits, lung, corini, Horn.
-VII
.Mil
Fig. 107. Gehirn des Kaninchens (nach Wie-
dersheim). /?. ol Bulbus olfactorius (Riech-
lappen") ; Pi. p Fissura pallii (Mantelspalte,
trennt die beiden Hemispiiren des GroRhirns) ;
VH Vorderhirn (Grofihirn); G. p. Glandula
pinealis (Zirbel); MH Alittelhirn (Corpora
quadrigeniina, Vierhiigel); HH Hinterhirn
(Kleinhirn, Cerebellum); Jl'n AVurm des Klein-
hirns; AY/ Nachbirn (verlangertes Mark).
Corpora cavernosa, Sch wel 1 k or per,
von weiten Ycnenrannion durch/.ogenc Ge-
Corpus olivaria -- Corpus hyoideum
bilde an den Geschlechtsorganen der Siiuge-
tiere (am Penis beim g, an der Clitoris
beim 9), die sich anf Xcrvenreiz strot/cnd
mit Blut fiillen. Sie bringen am Penis die
zum Kopulationsakt notige Erektion hcrvor.
t-i>r/>!ts, Korper. cm't-riinsiis, roller Hoh-
lungen.
Corpora olivaria, s. Olive.
olh'arnts, oliven.
Corpora pyramidalia, s. Pyramiden.
Corpora quadrigemina, Vicrhiigel,
das Dach des Aquaeductus Sylvii im Mittel-
hirn der Saugetiere, das dnrch eine quere
Furche in zwei Halften (vorderes und hin-
teres Corpus bigeminurn) geteilt wird, die
beide wieder durch eine Langsfurche hal-
biert werden, so dalS vier Erhebungen zu-
standekommen (Fig. 107 u. 108). Bei
niederen Wirbeltieren bcsit/t die Oberflache
des Mittelhirns nicht vier, sondern nur
Fig. 108. Gehirn des Menschen,
Medianschnitt (nach Wiedersheim).
MH Mittelhirn (Corpora quadrige-
mina, Vierhiige]); fi Corpus callo-
sum, Balken; I'H Vorderhirn; HH
Hintcrhirn (Kieinhirn, Cerebellum);
XH Nachhirn ( Verlangertes Mark,
Medulla oblongata); R Rtickenmark.
- G Gewolbe ; Teh Tela chorioidea ;
Z Zirbel ; fjf Foramen Monroi ; ca
vordere Commissur; / Riechnerv
(Nervus olfactorius); 7/Sehnerv (Ner-
vus opticus); H Hypophyse; Aq
Aquaeductus Sylvii ; Cm mittlere Com-
missur; To Thalamus opticus (Seh-
htigel); T Trichter (Infundibulum);
Cp hintere Commissur; P Pons Va-
roli (Briicke).
FM'
zwei hiigelige Erhebungen, die reclits und
links liegen.
qttadrus von qua t nor, vier. bis, zweimal.
geinhnts, doppelt.
Corpora restiformia, S tran gkorper,
Kleinhirnstiele, vom Nachhirn (Medulla
oblongata) zum Kieinhirn (Cerebellum)
ziehende Hirnbahn.
resits, Seil, Strang. for/na, Gestalt.
Corpora striata, Streifenhiigel,
eine Anschwellung rechts und links am
Bod en der Seitenventrikel des Grofihirns
(Vorderhirn).
striare, furchen, kerben.
Corpus adiposum, s. Fettkorper.
Corpus bigeminum, s. Corpora qua-
drigemina.
Corpus callosum, Balken, quere
Hauptverbindung ((.'ommissur) zuischen
den beiden Grofihirnhemispharen (Fig. ln.S).
cnllii.'iiis^ harthautig.
Corpus ciliare, Cil i ark or per, Strah-
lenkorper, der vorderste, muskulos ver-
dickte Abschnitt der Chorioidea im Auge
der Wirbeltierc (Fig. '.\~> \, gcgcn die (ibrige
Chorioidea durch eine gezackt erschei-
nende Grenzlinie (Ora serrata) abge-
.setzt, deren Zahnelung dadurch zustande
kdinint, dafi sich die Chorioidea hier in
feine Falten legt. Nach vorne zu verei-
n i gen sich jevveils inehrere solcher Faltchen
zu stiirkeren Vorspriingen (Ciliarfort-
satze, Processus ciliares, beim Men-
schen ca. 70 SO); diesc umgeben, radiiir
zur Liuse gestellt, dieselbe als sog. Fal-
tcn- oder Strahlenkranz (Corona
ciliaris) und erhalten sie durch Ycr-
MH
- -JfU
mi ttlung feiner, von der sie iiberziehenden
Retina abgegebener, in ihrer Gesamtheit
als Zonula Zinnii (Zon. ciliaris) be-
zeichneter Fasern in ihrer Lage. Mit
Hilfe des im Ciliarkorper gelegenen Ci-
liarmuskels (Musculus ciliaris)
spannen oder eiitspannen sie ferner die
Linse, je nachdem die Accomodation (s. d.)
des Auges es erfordert.
cilia, ontin , Augenwimpcrn. prwssits,
Vorsprung. ora , Rand, Saum. serrafu^,
gezackt von serru , Siige. corona, Kranz.
zomila, kleiner (iiirtel (cbvr/).
Corpuscula[renis] Malpighii, s. Mai-
pighische Korperchen.
Corpus hyoideum, Zungenbein-
k or per, das die Zungenbeinhi truer tra-
il
1 ;il>
Corpus luleuni Costae
gende inittlere Stiick des Zungenbeins
(Hyoid), einem nrspriinglicb selbstandigen
Knoeben ini Visceralskelett der Wirbel-
liere. dcr Copula byoidea, entspreeheiid.
(W/fVv, das Zungenbein I \vegen seiner
ypsilonformigen (iestah ).
Corpus luteum, gelber Korper,
cine < ic\vebsmac von gelber Farbe, im
Eierstoek der Saugetiere naeh dem Aus-
trilt eines Eies ans don Graat'scben
Follikel entstehciid dnn-li Wucberung des
umgebenden Gewebes in den Follikel.
lull-its, geiblich.
Corpus papillareder Haut.s. Corium.
Corpus sterni, s. Sternum.
Corpus uteri, s. Uterus.
Corpus vitreum, G laskorper, das
den grofien Hoblrauni / \vischen Linse und
Net/haut iin Wirbeltierauge erfiillendc,
ans einer glashelleu wassenviehen Gallert-
masse bestehende Gebildc, das /usammen
niit der Hornhaut (Cornea) mid der Linse
(Lens cr\ stallina) den lichtleitenden Appa-
rat des Wirbeltierauges bildet Fig. '.'>7 j.
Im \\eiteren Sinne anch der liebtlcitcnde
Ajtparat des Auges vieler \Yirbelloser.
I'/tri'its, glasern.
Correlation derTeile, Wechselvvirkung
der Teile , das Abhangigkeitsverhaltnis
/wiseben den ( )rganen eines und desselben
Tieres, derail, dali Verauderimgen an einem
( )rgan des Korpers aucb xu Veriinderungen
an anderen fiihren. J)iese Correlation be-
stebt sowohl physiologisch (in den Iwli-
viduen), als aueh phylogenetisch (in der
Stammesentwicklungi.
rorrflatio, neulat., Wecbselbeziehung.
correlative Anpassung, s korrela-
tive Anpassung.
Corrodentien, l".<). der Urfliigler,
Insekten, die mil ihren beil'x'iiden Mund-
gliedern das Innere vieler Gegenstande
(namentlieb Holzteile) /ernageii. Arehi-
pteren, Insekten.
1. Termiten, weilie Ameiscu.
2. Psociden , Holzla'use, Staub- und
Biicherlause.
)!. Mallophagen, Pelxfresser.
i-orrodt'i-c, zernagen.
cortical, die Einde (cortex) betreffend.
Cortisebes Organ, ein Streifen koinpli-
y.it-rt gebauten Sinnesepithels, der im Duc-
lus eocblearis der Sehneeke (Cochlea s. d.)
dcr Saugetiere in der ganzen Lange ihrer
Windungen verla'nft und in Verbindung
niit der Endausbreitung des Hornerven
(Xervus acusticus s. d.) den funktionell
(d. h. t'iir die Vennittlung der ^chall-
empfindungen) wichtigsten Teil des Gehor-
organs darstellt.
Miirctu'Si- Alfonso L'or//, ital. Anatom.
Corviden, Habon, Fani. der Sing-
vogel. Oscines, Passeres (Coracornithen),
Carinaten, Aves.
Corvus eorax L.. Kolkrabf (in Dentsch-
land fast verschwunden).
C. eorone Kaup, Krahe.
C. cornix L., Xebelkrahe.
C. frugilegus L.. Saatkrahe.
C. monedula L., Dohle.
corr/is, y.i'int^, Rabe. 3tood)vrj, Krahe.
Corvus, s. Corviden.
Corycaeiden , Ruderf u B-Krebse,
\velehe den Ubergang zn den echt para-
sitiscben Ruderfufilern vermitteln; iin
mannl. Geschleeht freilebend , ini weibl.
auf Seesebeiden (Aseidien) scbmarotzend.
Eueope}>oilen , Copepoden, Entonio-
straken, Crustaceen.
xwpvuos, Sack.
Corymorpha nutans Sars, Polypeuart
niit einfachem Stamni und baufig abwarts
liaiigendeni Ki'ipfchcn, niit doppeltem Ten-
takelkran/., imierbalb dessen im Sommer
gloekentormige Geschlechtsindividuen ent-
springen, die sieb spater losiosen und
als freibewegliche Anthotnedusen umber-
scbwiininen. Die .Mcdusen sind unter dem
Nainen Steenstrupia galanthus (Haeckel) be-
kannt. Tubularien, Hydrozoen, Cnidarien.
xooi'v, Haube, Glocke. foofp/j, Gestalt.
iin tans, nickencl. s?(i Ian f hits, Schneeglock-
clien.
Steenstrup, beriilimter Zoologe (geb. 1813
in Norwegcn).
Cossiden, Hol/bohrer, Sehmetter-
liiigsfannlie, deren Raupen das Holz von
Laubholzern nacb alien Richtungcn durch-
bobren. Bombyeinen, Lepidopteren , In-
sekten.
Z. B. Cossus ligniperda Fabr.. grolier
Holzbohrer.
cossi/s, erne schadl. Holzlaive bei IMinius.
lignum, Holz. f-nier<\ xerstorcn.
Cossus, s. Cossiden.
Costae, 1. s. Rippen.
2. (bei Antbo/.oen), s. Polypar.
Costae falsae - ( 'rani in
1 3;!
I
Placenta.
Costae falsae,
Costae spuriae, s. Rippen
Costae verae,
COStal, nach den Rippen zu gelegen.
rippen warts.
Costalplatten, die mil den IJippen ver-
schmolzenen, seitlichen Flatten des Cara-
pax der Schildkroten (Chelonien Fig. Hit.
Cotingiden, Fruchtvogel, zu der
vonviegcnd in Siidamerika ent \\iekelten
Gruppe der Schreivogel gehorig. Clama-
toren, Passeres, Carinaten, Aves.
cot/Hga, brasilianischei Name.
Cottus gobio L. , Kan Ik opt, in
Baehen y.wiseben Steinen sich verbcrgen-
der kleiner Fisch, bekannt durcli die Brut-
pHege des Mannchens, das die Eier be-
wacht, die das Weibchen in eine niit dein
Schwanze hergerichtete Vertiefung am
Boden des Gewassers ablegt. Triglidcn,
Acanthopteren, Teleosteer, Pisces.
jtorivs, Grofikopfj ein Fisch der Allen von
xmri], Kopf. *O>/?AO',-, ein Fisch der Allen.
Cotyledonen, \
Cotyloplacenta, |
Cotylorhiza tuberculata L. Ag.;
Scheibenquallenart niit acht wurzelartig
gefiederten Annen , die niit /ahlreichen
Sau gna'p fen besetzt sind. Rhizostoraen,
Discerned usen , Scyphozoen, Gnidarien.
y.orv).)], Saugnapf. ia, Wurzel. tnbercii-
tatus, mil Hockerchen (tuberculum) besetzt.
Cowpersche Driisen (Glandulae C'o\\-
peri, Bulbo-urethraldriisen), 1 4 Paar in
die niannliche Harnruhre inancher Sa'uge-
tiere niiindende accessorische Driisen des
Geschlechtsapparates ; den Duvernoyschen
Driisen des \veiblichen Geschlechtes (beim
MeiisL-hen Bartholinische Driisen geiiannt)
entsprechend.
Coxa, 1. Hiit'tglied, das erste, in eine
Art Ptanne (Acetabulum) eingefugte Glied
der Beine der Insekten.
'2. Hiifte, bei den Saiigctien>n die
(.legend voin ObeiTand und Vorderrand des
Huftbeins bis zum Oberschenkel.
co.va, Hiifte.
Coxaldruse, am r>. Gliedmafienpaar
j unger Pfeilscbwanze (Xiphosuren) niiin-
dende Driise, als Exkretionsorgan (Nepliri-
diumj gedeutet.
Crangoniden, Sandgarneelen. Na-
tautien, Macruren, Decapoden, Podophthal-
meu, Malacostrakeu, Crustaceen.
Crangun vnlgaris Kabr.. gemeine
Sandgarneele, in den europaischen Meeren
gemein.
y.iHi^ii'n- , Seekrebs, (ia :le. .-it/gun's,
gewohnlicli.
Craniiden, Kam. der Anntiilller, mil
nngleichklappiger Scliale, deivn Innenseite
eine gewisse Ahnlichkeit niit einem Toten-
kopf zeigt. Die (iattnng Crania vom
Silnr bis x.ur Gegenwart. Ecardines,
Brachiopoden.
cranium, Schadel.
cranial iim Wirbeltierkorper), niihcr am
Seliiidel oder niiher am vordf.Tcn Kt'irper-
ende gelegen als andere 1'eile.
Gegensatz: caudal.
Craniologie, die l.ehre vom Srha'dd.
XQaviov, Himschadel. A';VJ,-, I. dm, \\'issen-
schaft.
craniote Wirbeltiere, ('ran ioi i n .
Pachycardier, Schadel tie re, Zen-
traJherzcn, Znsammenfassung aller niit
einem Schadel (Cranium I und einem mus-
knlosen Herzen versehenen Wirbeltiere, d. h.
aller Vertebraten niit Ansnahme des Am-
phioxus, der fiir sich allein die Gruppe
der Acranier oder Leptocardier (Schiidel-
lose ocler Rohrenherzen) bildet.
.TORI'S, dick, fesl. xaobiu, Herz.
Cranioten, s craniote Wirbeltiere.
Cranium, Schadel, Kopfabschnitt des
Achsenskeletts der Wirbeltiere (niit Aus-
nahme des Amphioxusi, insbesondere die
knorpelige oder knocherne Kapsel. \\elche
das Gehirn umschlielit, und an welcher
sich Hohhingeii fiir das Geruchsorgan,
das Auge und das Gehiirorgan befinden.
Es sind drei Entwicklungszustande zu
unterscheiden :
1. hautiges Primordialcraiiium (Blasen-
sehadel, Desmocranium), nnr im em-
bryonalen Leben.
2. knorpeliges Primordialcranium (Knor-
pelschadel. Cliondrocraninm), daiiernd
nodi bei Selachiern und Chondrosteeii.
.'!. knochernes Cranium (Knoehenschadel,
Oateocranium), entstanden teils durch
Verkni'icherung von Teilen des Ivnor-
pelschadels, teils durch AnHagerung
von Deckknochen (Belegknochen). Die
in ersterer Weise entstandeneii Kno-
chen heilJen auch prim tire Knochen
des Scha'dels, die letzteren sekiiudare.
1 34
Craspedon -- Crinoideen
Medusen.
Die Ganoiden und Amphibien
haben Knorpelschadel mit teilweiser
Yerknocherung und mit Deckknochen,
die Knochenfische, Reptilien, Vogel
and Saugetiere haben in der Embryo-
nalzeit Knorpelschadel, im ausgebil-
deten Zustand ganz knocherne Schadel.
og, Band. %ov8QOs, Knorpel. oon-nr,
Knochen.
Craspedon,
j AA j
craspedote Medusen,
Crassamentum sanguinis, s. Blut-
gerinnung.
Crassilinguien, U. O. der Eidechsen,
mit dicker, fleischiger, aus dem Munde
kaum vorstreckbarer Zunge. Saurier,
Lepidosaurier, Reptilien.
1. Fam. Iguaniden, Leguane.
2. Fam. A gam id en.
crassus, dick, lingua, Zunge.
Cremaster imusculus), der im Samen-
strang zum Hoden laufende Muskel (beim
Menschen und bei Saugetieren).
XQe/iiaoTij(), der Aufhanger.
Crenilabrus pavo Briinn., Pfauen-
lippfisch, bunt gefarbte Lippfischart mit
eigen turn lichen Kerben am Praeopercular-
knochen . L a b r i d e n , Pharyngognathen ,
Teleosteer, Pisces.
crena, Kerbe. labriis von /.aj-Joo;, gefraBig.
Fischname i /'/in ins), pavo, Pfaii.
Creodontien, Procarnivoren, Ur-
raubtiere, fossile (Eocaen) Stammgruppe
der Baubtiere (Carnivoren) und Robben
(Pinnipedier), aber auch den Insekten-
fressern (Insectivoren) nahestehend; mit
sehr kleinem, schwach gefurchtem Gehirn,
stets vollzahligem Fleischfresser- Gebifi,
schlankem Ban, Ian gem Schwanz, fiinf-
zehigem Ful5 mit meist gespaltenen End-
phalangen. Placentalien, Mammalien.
xQeag, Fleisch. 6t)oi';, I'irro;, Zahn. pro,
vor. caro, curnis, Fleisch. rorarc, fressen.
Cretinismus, Verkiimmerung der kor-
perlichen Entwicklung, welche bei den
davon Betroffenen (Cretins, Trotteln) eine
eigentiimliche MiHgestaltung und meist
auch einen sehr hohen Grad. geistiger
Schwache zur Folge hat.
cretin, franz., deutsch: Kreidling von <;>/,
Kreide, well kalkhaltiges Wasser die Ent-
wicklung des C. begiinstigen solllr.
Crevettinen, U. O. der Flohkrebse.
Amphipoden, Edriophthalmen , Malaco-
straken, Crustaceen.
\-. franz("s. crcvette, kleiner Seekrebs. .
Crex pratensis L. . Wachtelkonig,
Wiesensu mpfhuhn , Wiesenknarre,
Art der Wasserhiihner. Ralliden, Gralla-
toren (Charadriornithen), Cariuaten, Aves.
>i(>i,, crex, nach dem von ihm ausgestoBe-
nen Tone) Sumpfhuhn. pratensis, auf
"\Viesen (pr/tfnm) lebend.
Cribrellum, s. Spinnapparat.
Cricetiden, Hamster, Fam. der Nage-
tiere, mit Backentaschen. Myomorphen,
Rodentien, Placentalien, Mammalien.
C r i c e t u s frumentarius Pall.,
Hamster.
Crinoideen, Pelmatozocn, Haar-
sterne, 8eelilien, Kl. der Stachelhauter,
meist am Meeresboden mit langen ^tielen
festgewachsen, dio den kelchformigen, oft
lilienahnlichen Korper tragen (Fig. KI'.M,
an dessen oberem Rande 5 10 bewegliche
meist verastelte Arme sitzen (Fig. 24); der
Alter befindet sich oben neben dem Munde.
Die Geschlechtsprodukte reiten in den ein-
fachen Endastchen der Anne (Pinnulae).
Echinodermen.
Uber den Ban des Kelches siehe den
Artikel Calyx (p. 85).
Als zwei Gruppen der Crinoideen unter-
schied Joh. Mtiller die Articulaten und
Tesselaten (nebst den Costaten), die im
wesentlichen den Palaeocrinoideen und Neo-
crinoideen (Palacriniden und Neocriuideo
Haeckeli entsprechen.
l.Ord. Palaeocrinoideen, Tes-
sellaten, Tafellilien , niir fossil
(palaeozoisch); das Skelett ihres
Kelches von unbeweglich an ein-
andergefiigten Kalkplatten gebildet.
2. Ord. Neocrinoideen, Articu-
laten, Gliederlilien, v. mesozoischen
/eitalter an in einigen Familien bis
in die Jetztzeit erhalten; die Flatten
ihres Kelchskeletts xum Teil durch
Gelenke miteinander verbunden.
Die Hauptentwicklung der Crinoideen
fallt in die palaeozoische Periode, doch
werdeu auch h eutc noch durch die Tief-
seeforschung zahlreiche Arten aufget'nnden,
die mit I'ossilen Formen nahe verxvandt sind.
Die beiclen genannten Ordnungen werden
als Eucrinoideen zusammengefafit.
Zu den Crinoideen (im \veiteren Sinne des
werden gewohnlich noch folgende
Cristae acnsticae - Crotaliden
135
Gruppen fo.ssiler Echinodermen
rcchnol , welcbe wahrscheinlich die ur-
spriinglichsten (phylogenetisch altcsieni
Foriiicn allcr Echinodermen sind:
1. Amphorid een , i-Veimien (Cain-
brium).
2. Cystoideen, SceaplVl
1. Fan i. ( Ynrodiliden , eigcntliche
Krokodile.
2. Fain. Alligaturiden, Kaimaiie.
3. Fain. Gavialiden, ( laviale.
Crocodilus, s. Crocodiliden.
Crossopterygier, Quastenflosser,
,'!. Blastoideen, Seeknospen
(Carbon).
l', LillC. ;-7iVu-, (ieslalt. .i:7./ni,
To s -, Stiel. uwoi 1 . Tier. , i r, echt.
.-rail an;, alt. tesselltt, Mosaikplatte.
) r fV, neu. artj'culus, Gelenk.
Cristae acusticae, s. Horlei-
sten.
Crista stern i, Urustbein-
k a in in (s. Carina).
cr/sftt, die Leiste, eigentlich der
Kamm bei Vugeln. sternum.
Brustbein.
Cristatella (Cristatclla inuccdo
C'.), Gattung der Moostierchen, bei
welcher die Einzeltierehen in klei-
nen biischelarligen Kolonien, die
durch eine Gallertt. 1 /usanimen-
hiingen, an Steineu und Pflanxen
sitzen. Die Kolonie als solche isl
der ein/ige Fall unter den
Moostierchen - beweglich, indeui
sie langsam an den Pfianzen-
stengeln und sonstigen Unterlagen
hinkriecht. Lophopoden , Ecto-
procten, Bryozoen.
cristatella , klein. Federbusch.
Kamm (cristn}. ////trci/n, Schlcim.
Crocodiliden, t-igentliehe Kro-
kodile. Crocodilier, Saurier,
Reptilien.
Z. B. Crocodilus niloticus L., Nilkrokodil.
xnoy.odsdo; , Krokodil. n/lot/cns, im Xil
lebend.
Crocodilier, Krokodile, V. Kl. der
Reptilien, niit getafeltem Knocheni)anzer
und thekodontein Gebifi. Hydrosaurier,
Saurier, Reptilien.
I. Protosuchicr, rrkrokoilile.
1. Parasuchier.
2. Pseudosuchier.
II. Typusuchier, Hauptkrokodile.
3. Mesosuchier.
1. Eusuchier.
In der Jetztzeit leben nur "> Faiuilien:
Fig. 109.
/i') und moist clten-
solcbcn Bauchflossen. In der palaeozoi-
schen Zeit in vielen ( iattnngcii und Arlcn,
in der ( iegemvart nur noch durch zwei < rat-
I linden vertreten: Polypterus und Cala-
moiehthys. Vielleicht die Stainini:rupiie
der Dipiieiisien.
y.i>nnr,i'>;, Fran/,c, Oua^le. -n:-nr5, Flosse.
Crotaliden, (i rubenut tern, Fam.
der Git'tsclilanp-n mit einer tielei' (Jrubc
jederseits zwischen Auge und Nasenloeli:
am Selnvan/ cine An/ahl raschelnder Hurn-
anhtinge (Klai>per). Solemnly phen, Ophi-
dier, Reptilien.
13(5
('riior Minguinis ( ' r yst allkegel
Z. B. Crotalus durissus L. , Klapper-
schlange, in Nordamerika.
i; Klapper. (flints, hart.
"ISa
Fig. 1 10. Brustflosse von Polypterus (aus
Wiedersheim, Vergl. Anal.). Ra Radien, Pr
und Mt knocherne Randstrahlen , Oss Ossi-
fikationsherd, NL Nervenlocher, FS hornige
Flossenstrahlen.
Cruor sanguinis, s. Blutgerinnung.
Crura cerebri, s. Pedunculi cerebri.
cms, Schenkel. cerebrum, Gehirn. crti-
ralis, zum Unterschenkel gehorig.
Crustaceen, Krustenticre, Krebs-
tiere, durch Kiemen atmende Glieder-
fiifier in it ungleichmafiig gegliedertem
Korper und zahlreichen Gliediuafieo, die
alle der Anlage nach gabelastige Spalt-
fiifie darstellen (mit Protopodit, Exo- und
Endopodit, s. d.). Chitinpanzer oft init
Kalksalzen impragniert. Entwicklung raeist
durch Metamorphose (Larvenformcn: Nau-
plius, Zoea u. a.). Arthropoden.
I. Entomostraken, Gliederschalcr.
Niedere Krebse..
1. Copepoden, Ruderfufier.
2. Branchiopoden, Kiemenfiilier.
3. Ostracoden, Muschelkrebse.
4. Cirripedien, RankenfiiSer.
II. Trilobiten (nur fossil).
III. Merostomata.
1. Xiphosuren (Pfeilschwanze).
2. Gigantostraken, Riesenkrebse(nur
fossil, palaeozoisch).
IV. Malacostraken, Weichschali-r. Ho-
here Krebse.
1 . Leptostraken.
2. Leg. Edriophthalmen . Arthro-
straken, Ringelkrebse.
1 . Ord. Amphipoden, Flohkrebse.
2. Ord. Isopodcn, Asseln.
3. Leg. Podophthahuen , Thoraco-
straken, Panzerkrebse.
1. Ord. Schizopoden, Spaltt'iilSer.
2. Ord.Stomatopden .Mundfiifier.
::. Ord. Decapoden.
i rust oden, Malacostraken, Crustaceen.
Z. B. Cryptoniscus pygmaeus F. M tiller;
schraarotzt an Peltogaster paguri, einem
parasitischen RankeufuBer (Cirri ped), der
am Einsiedlerkrebs (Pagurus) schmarotzt.
on/sens, Assel. pygmaeus, winzig.
Cryptopentameren, s. Tetrameren.
.Tf'iTE, 5. fifQog, Teil.
Cryptotetrameren, s. Trimeren.
rfToa = TfonaQa, 4.
Crypturen, D r omaeognathen,
SteiBhiihner, Fain, der Hiihnervogel,
mit langeni Lauf, ohne Steuer-(Schwanz-)
federn. Gallinaceen, Carinaten, Aves.
OVQU, Schwanz. dgo/iaTog, laufend. yrd&os,
Kinnbacken.
Crystallkegel , vollig durchsichtiger,
kegelfo'rmiger Korper, der bei den meisten
Crysiallin.se - ' 'I em.phoren
137
Gliederfiifilern (Arthropodenl in den Fa-
cettenaugen , in jeder Facetto nnter der
Linse gelegen ist nnd von don 4 jedesm.-d
den sog. Glaskorper zusaminciisel/enden
Zellen der einzelnen Angenkeile aiisge-
schiedeu \vird; der C. fehlt bei cinzplnen
Insekren, z. B. bei den Miicken iN'emo-
ceren) vollstandig oder wird, wic bei den
Flit-gen (Muscarien), dnrch cine Fliissigkeit
ersetzt; man unterscheidet daher die einen
( '. besitzenden Augen als encone vro;, Kegel. fr, echt, gut. i/^rAo,-.
Tauschung.
Crystallinse, s. Linse.
Crystallstiel, von einein Magenblind-
sack vieler Muscheln (Lamellibranchier)
ausgeschiedenes gallertiges Gebildc.
Ctenidien, echte Kiemen der Gastro-
podcn, urspriinglich paarige u. synimetriseh
angeordnete Fortsatze der Leibeswand,
welche in die Mantelhohle ragen. Sie
besitzen die Form einer Feder mil zahl-
reichen zweizeilig aiigeordneten Seiten-
fiederchen, und sincl von Wimper-P^pithel
ubcrzogcn. An dcr Basis cines jeden C.
oder in der Nahe desselben liegt meistens
ein als Geruchsorgan gcdeutetes Sinnes-
organ, das sog. Osphradium (Fig. 87).
XTKI'S, XT)-6;, Kamm.
Cteniza caementaria Latr. . Minir-
spinne, baut in die Erde rohrige .Stollen,
die sie mil einem genau kreistormigen,
Falltiir-artig angebrachten Deckel schlieBt,
den sie anBerdem noch fest anziehen kann,
inclem sie mit ihren kammformigen Vor-
derklaucn in kleine Henkel dcs Deckels
t'afit; Sudwest-Europa. Mygaliden, Tetra-
puenmonen , Araneen, Sphaerogastres,
Arachnoideen.
Ktevlfeiv, kammen (wegen der Vorderklauen).
caementarius, Maurer.
Ctenobranchier, s. Azygobranchier.
xrf/V, xtfros, Kamm. /j'i?";'/""', Kiemen.
Ctenodinen, fossile (palaeozoisch)Gatt.
der Lurchfische; Zahne mit zahlreichen
Radialkammen. Ctenodipterinen , Di-
pne nsten. Pisces.
*mV, HTSVOS, Kamm. odor; Zahn.
Ctenodipneusten , s. Ctenodipte-
rinen.
Ctenodipterinen, Ctenodipneusten,
tu.-sile (palaeozoisch) Ord. der Lurchfische,
ans den beiden Fain, der Ctenodinen nnd
Dipterinen /nsamiiK-ngcsctzt, mit L* Kiickcn-
t'li)s>en. Dipueusten, Pisces.
xrti;, xtevog, Kamm. (V.Tr.'-ooc, zweifliiglig.
Dif>iit-/ist<-ii s. d.
Ctenoid sell up pc 11, Kammschuppen,
Schuppen in der Haul vieler Fix-he, deren
Hinlerrand mil kleineii Zackcn oder /iihnen
kammartigbesetzl ist. \'-l. Kisclix/huppcn.
:ii\n^, Gestali.
Ctenophoren, Rippen<| mil leu, Kl.
der Xesseltiere, Cnidarien (/inveilen als
besonderer, den Spongien nnd Cnidarien
gleichwertiger Kreis der Coelenleraten bc-
trachtet). Zarte Meeres-Organismen, von
mcist rnndlicher (melon enformiger) Gcstall
und gallertartiger Konsisten/.. mit S meri-
Fig. ill. Eine Cteno-
phore (Hormiphoru plu-
mosa) (nach Chun uus
Heriwig, Lehrbuch).
dional verlaufenden Streifen verdickten
Epithels (Meridianstreifen, Rippeni, welche
die znr Fortbewegnng dienendcn, durch
Verschmelzung von \\'impern entstandenen
Schwimm- oder Ruderplattchen tragen
(Fig. 1 1 1). Mit ectodermalern .Schlund
(,,Magen'-| u. entodermalem Magen (,,Trich-
ter"). Vom Trichtcr ans /weigt sich ein
Kanal-System ab: Rippengefafie, Trichler-
liefiiP), Schlundkanale nnd Tentakclkanalc.
Am aboralen Pol ein Gleichgewichts-Organ.
Entwicklung direkt.
Der Korper der C. ist bisymmetrisch
(zweistrahlig symmetric -In o-cbant. d. h. er
wird durch y.wei anfeinander senkrecht
stehende Ebenen in symmetrische Halften
geteilt, 1. durch die Schlundebene (Sagit-
138
Ctenoplana Kowalewski -- Cucumaria
talebene), 2. durck dieTentakelebenefTrans-
versalebenc).
Nach clem Vorhandensein oiler Fehlen
von Tentakeln teilt man die ('. ein in Tenta-
culata und Nuda. Haecke) unterscheidet
Cannoctenien (mit einfachen Rippenkanalen)
und Dendroctenien (mit baumartig ver-
iistelten Rippenkanalen). - - Zu den Nuda
und zugleich zu den Dentroctenien gehort
die Gattung Beroc (Fig. 4!M.
. Met.i-
tarsusknochen tragende, annahernd wiirfel-
formige Knochenstiick der FuBwurzel (Tar-
sus) der hoheren Wirbeltiere (Pentadac-
tylien).
xr/)Y>s, Wiirfel.
FuPnvurzel.
Cu homed usen, Wiirt'elqiialleii,()rd.
der Scyphomedusen (= Acraspeden) mit
hochgewolbtem, vierkantigem Schirm, mit
vier interradialen Tentakeln und vier per-
radialen Sinneskolben. Vier Paar l>latt-
formige Geschlechtsdriisen in den Magen-
taschen. Scyphomedusen, Cnidarien.
Z, B. Charybdeiden (s. d.i.
culms, Wiirfel. medusa, Oualle.
Cuculi, Coccyges, Kuckucke, nach
ihrem Rut' benannte Gattung der Kletter-
vogel. Cuculiformen, Scansoren (Cora-
cornithen), Carinaten, Aves.
ID
Fig. 112. / Vorderfliigel von Lyda ( BlatUvespe), // V. von Pompilus (Raubwespe), /// V.
von Vespa (Gem. Wespe), //' V. von Formica (Ameise). r Radialzellen, c Cubitalzellen,
m Mittelfeklzellen, g Grundzelle, s Schulterzellen.
Cubitalzellen werden einige fiir die
Bestimmung der Familien und Gattungen
der Hautfliigler wichtige fielder des Vorder-
tliigels der Hymenopteren genannt. Der
Vorderfliigel wird von seinen Adern geteilt
in ein Radialfeld, ein Cubitalfeld, ein Mittel-
feld und ein Hinterrandfeld, wiihrend an
der Insertionsregion des Fliigels ein Sehul-
terfeld liegt. Diese Felder zerfallen in ein-
zelne Zellen, und man unterscheidet Radial-
zellen, Cubitalzellen, Mittelzelleu, Grund-
Cueulns eanorus L., Kuckuck.
cncnliis = y.oxy.o^, Kuckuck.
Ton.
Cuculiformen == Coccygomorphen,
Kuckucksvogel, Gruppe der Kletter-
vogel. Seansoren (Coracornithen), Cari-
naten, Aves.
forma /noo(fi'/, Gestall.
Cucumaria, Meergurke, (.Tattung der
Seewalzen mit fiinf regelmaJSigen FiiBchen-
reihen und verastelten Tentakelu (Fig. 11. " .
rulcila. roriacea -- Cursorcn
I HO
Dendrochiroten, Actinopodcn, Holothu-
rien, Echinodermen.
cucitmis, Gurke (\vcgen ihiet (icstalt).
Fig. 113. Cnciiinarin PI and (aus Hertwig,
Lehrbuch), von dcr Bauchseite gesehen, b Fiifi-
chen des Triviums, a verastelte Tentakein.
Culcita coriacea M. Tr., Seesternart,
dor Korper einem dicken , fiinfeckigen
Kissen init abgestumpften Ecken ahnlich.
Pen taceron tiden , Asteroideen, Echino-
dermen.
culcita, Polster, Matratze. ciir/aceus, aus
Leder (cortuiu).
Culex, s. Culiciden.
Culiciden,Schnaken,Stechm iicken,
empfindlich stecheiid, beim Fliegen einen
srharfen, pfeifenden Ton erzeugend; mir
die Weibchen stechen; die Mannchen haben
fedcrbuschartige Taster. Larven ira stehen-
den Wasser. Nemoceren, Dipteren, In-
sekten.
Culex pipiens L., gemeine Stechmiicke,
culcx, ids, Miicke (Plinius). pipir?, piepen.
Culm, s. Steinkohlenformation.
Culinen, s. Schnabel.
Culturzeit ncnnt Haeckel (1806) den
letzten Abschnitt des anthropozoischen
Zeitalters der Erdgeschichte.
Cumaceen, Krebstiere, die, obvvohl ohne
gestielte Augcn, die Anfange zur Bildung
( Vphalotkorax /eigen, somitcin Mitlel-
darstellen /wischen den Edriophthal-
mcn (Arthrostraken) ohno gestielte Augen
und Cephalothorax und den Thoracostra-
kcii mit Cephalothorax und mil gcsticlten
Augen. Crustaceen. - Gattung: I>i;t-
stylis (s. d.).
('ill/in^ Sprofi?
Cumulation, cumulative Anpassung,
s. Anpassung.
ciinnilurc, anhiiufen.
Cumulus ovigerus, s. Graafscbe Fol-
likel.
Cuneiformia, Keilbeine, 3 annahernd
keilforinige Knochenstucke (Cuneifornie I
bis III) in der Fufiwurzel (Tarsus) der
Saugetiere, den Tarsalia I III (s. d.) der
iibrigen Wirbeltiere entsprechend. Vgl.
Tarsus.
czinens, Keil. fonna, Gestalt.
Cunina parasitica Metschn., eine Me-
dusenart, welche in den Jugendstadien an
anderen Medusen schmarotzt. A egi n iden ,
Trachomedusen, Hydrozoen, Cnidarien.
Cunina, Gi'Htin der Wiege. parasilicns,
schmarotzend.
Cunnus, s. Scheide.
Cupressocrinus, fossile (Devon) 8ee-
liliengattung. Palaeocrinoideen , Echino-
dermen.
cnflressus, Cypresse. ttQiror, Lilie. crassns.
dick.
Cupula, eiue becberartige Hiille (z. B.
die Napfchen, in denen die Eicheln be-
festigt sind).
ciipula, Becher von cupa, Kufe, Tonne.
Cupula terminalis, s. Cochlea.
Curculioniden, Riisselkafer, P^aiu.
der Kcat'er, init riisselartig verlangertem
Kopf und ineist geknickten Fiihlern. Die
itiiidenartigen Larven sind wie die Kafer
selbst ptlanzenfressend und oft sehadlich.
Tetrameren. Coleopteren, Insekten. /. I'..
Balaninus nucuin, Haselnufibohrer.
Hylobius abietis, Kiefernriisselkafer.
Calandra granaria, schwarzer Kormvurm.
cttrcnlio, Kornwurm, schadliches Insekt.
Cursoren, Ratiten, Laufvogel,
U. Kl. und Ord. der Vogel, mit sehr kriit-
tigen Laufbeiuen , dagegen zum Fliegen
untaitglichen Fliigeln; das Brustbein stellt
daber eine breite, wenig gewolbte Platte
ohne Brustbeinkamm (Kiel, Carina s. d.i
dar. Aves.
140
('ur-uricn -- < 'y a t hophyl lidcn
1. U. Orel. StrauSartige Vogel (Struthiu-
morphcn i.
'_'. I'. Orel. Casuarartige Vogel.
o. L". Orel. Apteryxartige Vogel (Apte-
rygier).
i'1/rsor. Laufer. nitis . Floll (\\x-gen ties
kiellosen Brustbeins).
Cursorien, V. O. der Gradfliigler, (mi-
die Familie der Schaben (Blattiden) um-
t'assend. mit ma'liig langen. zuni raschen
Laut gceigneten Beinen. Orthopteren,
lusekten. - Vgl. Blattiden.
Cuticula, 1. Pellicula, die niit Wim-
pern besetzte. gegen die innere Sarkode
niehr oder n)inder detitlich abgesetzte,
auI5erste Protoplasmaschicht bei Inhtsorien
(Ciliaten).
2. eine von den einzeluen Zellen der
niristen einschichtigeu Epithelien gemein-
sam abgeschiedene, strukturlose erhar-
t e n d e Su b s ta n z (C u tic u 1 ar s u b s t an z),
in vielen Fallen als clunnes Hautchen die
Oberflache d. ausscheidenden Epithelsehicht
i Matrix i iiberziehend, in anderen Fallen
inehr und niehr verdickt, selbst bis zu
einer die Matrix an Miichtigkeit weit iiber-
treffenden Lage. Vgl. Epithel.
c/iticK/a, Hautchen von ciifi*. Haul, pel/is,
Fall.
Cuticularbildungen, aus der Cuticula
hervorgehende Gebikle, durch uiassenhafte
Ausscheidung von Cuticularsubstanz an
der Oberfla'che von Epithelien entsteheud.
ineist durch ihren Chitingehalt oder durch
Kalkeinlagerung sehr test und tle.shalb zuni
^chutze der Epithelien und des ganzen
Organisinus geeignet, z. B. die Hartteile
der GliederfiiSler, die Borsten und Kiet'er
der Borstenwiirmer, die Kiefer der Schnek-
ken, die Conchiolinschichte an den Schalcn
der Muscheln und der Schnecken.
Cuticularsubstanz, -. Cuticula.
Cutis, s. Corium.
CH//'S, Haul.
Cutisblatt, s. Cutisplatte.
Cutispapillen, Vorspriinge der Ledcr-
haut ((.'orium. Cutis) der Wirbeltiere an
ihrer der Epidermis zugekehrten Flache
Fig. 106).
papilla, Warze.
Cutisplatte, Cutisblatt, Dernial-
platte, Lederplatte (Lamella coriaris),
bei den Embryonen der Wirbeltiere die
aulier.-te. dem Ectoderm zunachst gelegene
Schichte (parietales Mesodermi der Ur-
segmente is. d.i, die den Ausgangspunkt
fiir die me^'dermale Schicht der Haut.
namlich die Lederhaut i Cutis. Derma. Co-
riuni) bildet.
t'lttis . f)eonu, Haut. cor in in, Leder. la-
nit'l/a. kleines Blatt (lamina).
Cuvierismus, die Lehre von Georges
( 'uvii-r 1 17*i!< ls:>2i. \velcher glaubte, daB
die Arten unveranderlich seien. und dafi
im La life der geologischen Entwickelung
mehrmals eine vollstandige Vernichtung
und vollstandige Neuschopfung der Tier-
welt stattgefunden habe (Katastrophen-
theorie).
Cuviersche Organe, mit den Wasser-
lungen is. d.i zusammen in den Enddarm
einmlindende, driisige Anhangsgebilde vieler
Seewalzen (Holothuriem. welche morpho-
logisch als besonders ditferenzierte Teile
der Wasserlnngen , physiologisch bald als
Exkretious-, bald als Verteidigungsorgane
aut'gefaBt \verden.
Cuvier scber Gang, Ductus Cuvieri.
am Herzen der Fische jeilevscit^ eiu in
den Sinus \enosus miindender Venen-
Mamni. welcher durch die Vereiuigung
der aus dem Kopf kommenden Jugular-
vene und der au< dem Korper kommenden
Kardinalvene eutsteht. Vgl. Venenent-
wirkluug.
(hi c tin, Gany.
Cyamiden, \Valtischlau.-e, in der
Haul 'von Walti.-chen iCVtaceen) schma-
rotzende Flohkrebse. Laemodipoden.
Amphipoden, Edriophthalraen, Malaco-
straken, Crustaceen.
( 'yamus ccti L., gemeine \Valfischlaus.
x/'vu/oc. Boh IK-. cetns. \Valhsch.
Cyamus, s. Cyamiden.
Cyaneiden, Fam. der Scheibenquallen
von prachtvoller Farbung. Rhizostomen,
Discomedusen. Seyphozoen, Cnidarien.
Cyanea arctica, grofite bekannte Meduse,
erreicht eine Sehirmbreite von fiber 2 in
und eine Tentakellange von iiber 40 m.
xi-di-Ft>;. dunkelblau. arcticits. nordlich.
Cyathophylliden, fossile (palacozische)
Korallenfamilie . mit zahlreichen . tiet'en
Kelchen an deu Stocken. Tetracorallien,
Anthozoen, Cnidarien.
Becher. yi'/./.or. Blatt.
Cycladiden -- Cyclost onion
141
Cycladiden, Kugelmusf holn, SiiPi-
wassermuscheln mit kleiner, diinnwandiger,
hornf arbiger , kreisrunder l>is eiformiger
Schale. Elatobranchier, Lamellibranchier.
/. B. Cydas cornea I-., in Teiehen mid
Fliissen.
xi'xAdi, kreisformig von %i'%).i/./<, der einiiugige Cyclop.
i-i>n>>infns, mit einem Kran/ (<'<>/-i>inil ver-
sehen. qiHidrn'onus, vierhornig.
Cyclops, s. Cy